Kategorie: Lektüretipps

Wir weisen auf Bücher hin, die uns begeistert, erschüttert, erheitert haben, jenseits von Neuerscheinungen und Hypes: Klassiker, Entdeckungen, Kuriositäten.

Fremd in der Welt

Warum begehen Menschen Suizid? Aus Verzweiflung? Oder Depressionen? Oft ist es schwierig, eine Antwort zu finden. Doch in "Selbstmord" zeigt Édouard Levé, dass die größte Herausforderung des Selbstmörders an seine Mitmenschen gerade in seiner Normalität besteht.

/ 25. Januar 2017

Mit Cognac vollgeschüttete Jazzfans

Im besetzten Paris der 40er wird wild gefeiert. Auf zwei Dinge kommt es an: guten Jazz und hübsche Mädchen. Was tun, wenn's an beidem mangelt? Boris Vian empfiehlt den Gang ans Buffet und den Diebstahl von Möbeln.

/ 31. Dezember 2016

Phantastischer Ort, phantastisches Leben

Die Frühzeit des Kapitalismus in der Ukraine: Drei Studenten arrangieren sich mit dem Chaos. Serhij Zhadans "Depeche Mode" handelt von Resignation, Rausch und der Suche nach einem Freund.

/ 23. Dezember 2016

Aufbruch in den Nachkrieg

Bernward Vespers Buch „Die Reise“ sollte ursprünglich „Der Trip“ heißen. Vesper hat den Romanessay unter LSD-Einfluss geschrieben und erkundet rauschhaft das eigene Bewusstsein. Dabei entsteht auch ein hellsichtiges Porträt der bis zum Bersten gespannten westdeutschen Gesellschaft in den sechziger Jahren.

/ 17. Dezember 2016

Arbeit, Hunger, Kälte

Warlam Schalamow war 17 Jahre lang Häftling im GULag. Seine Erzählungen gehen an die Grenze des Erträglichen. In dichter Sprache schildert Schalamow den Überlebenskampf in den Lagern.

/ 2. Dezember 2016

Die Ironie des menschlichen Treibens

E.T.A. Hoffmanns Märchen „Klein Zaches genannt Zinnober“ erzählt von der Macht der Zuschreibung und ist damit erstaunlich aktuell. Hoffmanns Erzählstil ist ein Balanceakt: Das Erhabene ist immer auch komisch, das Alltägliche zugleich fantastisch.

/ 27. November 2016

Der Faschismus des Herzens

Zwanzig Jahre vor der Wahl von Donald Trump hat William H. Gass in seinem ästhetisch avancierten Roman "Der Tunnel" bereits ein Porträt der "Enttäuschten" des Midwest entworfen: Sie haben nicht das richtige Leben geführt.

/ 19. November 2016

„Mondlicht in einem Baugerüst …“

Rolf Dieter Brinkmann brachte in den 1970er-Jahren Pop in die deutsche Literatur. Seine Gedichte halten Augenblicke fest, ohne sie zu bewerten, wie ein Seismograph. Zum Beispiel das Mondlicht.

/ 4. November 2016

Autonauten auf der Kosmobahn

Julio Cortázar und Carol Dunlop fahren in einem alten VW-Bus von Paris nach Marseille und legen sich dabei strenge Regeln auf. Dabei entsteht ein Buch, das reich an Witz ist und mit einem Hauch Melancholie endet.

/ 27. Oktober 2016

Verweile doch

Wisława Szymborskas Gedichte machen kein Geheimnis aus sich. Ohne Anstrengung beginnt man zu lesen und zu denken. Und dann erkennt man, wie viel in diesem poetischen Raum verborgen ist – obwohl es offen daliegt.

/ 21. Oktober 2016