Page-99-Test: Gertrud Leutenegger
Vor einem Jahr starb Gertrud Leutenegger, eine der große Unbekannten der deutschsprachigen Literatur. Die Seiten 98 und 99 ihres Debüts „Vorabend“ zeigen eine Autorin, die ihre Stilmittel souverän einsetzt.
Page-99-Test: Nelio Biedermann
Seit Erscheinen von „Lázár“ wird Nelio Biedermann als Wunderkind gefeiert, manche sprechen gar von einem neuen Thomas Mann. Die Seite 99 allerdings ist stilistisch nichts Besonderes (auch nicht die Sexszene auf Seite 100).
Stilkritik und Zeitgenossenschaft
Vor zehn Jahren schaltete tell seine ersten Beiträge frei, pünktlich zur Leipziger Messe: ein Medium des Dialogs, das Blogosphäre und Feuilleton verbindet.
Page-99-Test: László Krasznahorkai
László Krasznahorkais Roman „Zsömle ist weg“ bietet einen rasenden Text, zumindest auf dieser Seite. Der Autor verwendet zwischen seinen Sätzen ausschließlich Kommata. Ein fauler Trick?
Page-99-Test: Dorothee Elmiger
Für ihren Roman "Die Holländerinnen" hat Dorothee Elmiger den Deutschen Buchpreis erhalten. Die Seite 99 besteht aus dem Bericht eines Berichts. Sie ist, wie der ganze Roman, in indirekter Rede gehalten. Eine ermüdende Lektüre.
Der literarische Akzess
Peter von Matt war mindestens so sehr Lehrer wie Literaturwissenschaftler. Die „Akzessliste“ des Deutschen Seminars der Universität Züric sollte Studierenden den Einstieg in die Germanistik erleichtern - sie ist ein Dokument seines Selbstverständnisses als Professor.
Page-99-Test: Kristine Bilkau
Für ihren Roman „Halbinsel“ hat Kristine Bilkau den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Die Seite 99 allerdings ist stilistisch enttäuschend: eine Alltagssprache voller Floskeln und Redundanzen.
Page-99-Test: Clemens Meyer
Clemens Meyers 1000-Seitenroman „Die Projektoren“ ist auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Auf der Seite 99 befinden wir uns in Kroatien, wo sich ein Cowboy mit einem Schäfer unterhält.
Page-99-Test: Tijan Sila
Tijan Sila hat den Bachmann-Preis 2024 gewonnen. Die Analyse der Seite 99 seines 2023 erschienenen Romans „Radio Sarajevo“ ergibt viele Kleinigkeiten, aber wenig Stil.
Das schwarze Loch der Hoffnung
Die Wiederbegegnung mit Kafkas „Das Schloss“ ist eine überraschende Leseerfahrung. Zum einen, weil K. kein Opfer ist, zum anderen, weil der Text in der zweiten Hälfte auf der Stelle tritt.

