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Schule des Sehens

Die Welt des Grafen ist die Schönheit: Die Ausstellung "Harry Graf Kessler – Flaneur der Moderne" zeigt uns den Ästheten und Tagebuchschreiber Kessler.

/ 30. Mai 2016
China15

Li Shangyin 2
Aschenes Herz

Die Kröte nimmt den Duftstab auf, der Jadetiger zieht am Strang – in seinen Gedichten von Liebe und Liebesverlust gelingt es Li Shangyin, pornographisch anmutende Bilder in Alltagsgegenstände zu schmuggeln.

/ 28. Mai 2016
Gaddis

Page 99-Test: William Gaddis

Ein schöner Satz, der nicht aufgeht: Was eine Passage auf Seite 99 über den Stil von William Gaddis offenbart – und was von diesem Stil in der deutschen Übersetzung übrigbleibt.

/ 24. Mai 2016
Airship_Krasnaya_Zvezda_in_Petrograd_1921_bearbeitet

Passagen aus der sowjetischen Literaturgeschichte (1)
Das Narrenschiff

Wenige Jahre nach der Oktoberrevolution leben Ossip Mandelstam, Anna Achmatowa, Nikolaj Gumiljow und andere Schriftsteller, Gelehrte und Künstler gemeinsam im Petrograder Haus der Künste. Sie hungern und arbeiten zusammen. Und sie sind unterwegs in eine neue Zeit, in der nicht...

/ 21. Mai 2016
Şadırvan_-_Prizren_01

Zwischen Abschied und Aufbruch

Meral Kureyshis "Elefanten im Garten" ist kein Roman, sondern ein Requiem. Das Buch erzählt vom Ende der Kindheit im Kosovo, es zelebriert den Abschied vom toten Vater und erkundet die Ankunft in einer fremden Welt.

/ 19. Mai 2016
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Satz für Satz 5: Reden auf Papier

Sobald eine Romanfigur den Mund aufmacht, schlägt die Stunde der Wahrheit. Warum glauben wir der einen Rede und der anderen nicht?

/ 17. Mai 2016
Fontane-Skulpturen

Vom Herzschlag der Bücher

Seit 2010 gibt es in Neuruppin das Reiseliteratur-Festival „Neben der Spur“, im Rahmen der Fontane-Festspiele. Abseits vom Literaturbetrieb ist hier ein Treffpunkt neugieriger Leser entstanden, mitten in der Provinz und kein bisschen provinziell.

/ 16. Mai 2016
YuanJiang-Penglai_Island - Beitragsbild

Li Shangyin 1
Gehen ohne Spur

Nicht die Liebenden stehen in diesem altchinesischen Liebesgedicht im Zentrum, sondern die Beziehung: Sie ist unterbrochen, besteht aus Sehnsucht, Begehren und Ferne. Im chinesischen Original fehlen die Personalpronomen – eine Herausforderung für den Übersetzer.

/ 13. Mai 2016
Bild Saurierschädel

Im Orkus der Existenz

Die Greisin ist dement, der Greis altersschwach, die Liebe noch lebendig. Stefan Schütz schreibt mit Wut und Verzweiflung über unsere schöne neue Seniorenwelt.

/ 11. Mai 2016
Page 99_Hallberg

Page 99-Test: Garth Risk Hallberg

Können Zahnprothesen aus einem Gewirr von Körpern kommen? Kann sich ein Bewusstsein über einen Teppich ergießen? Und was ist ein "nichtweißer Gast"? Ein Blick in den New-York-Roman City on Fire.

/ 4. Mai 2016
Regen auf Fensterscheibe

„Der Alltag ist sozusagen grausam genug“

Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Katrin Seddig über literarische Vorbilder, den Einfluss der Wirklichkeit auf das Schreiben und über den Eigensinn von Romanfiguren.

/ 1. Mai 2016
Stimmgabel90degree

Satz für Satz 4: Stimmigkeit

Innere Stimmigkeit entsteht, wenn ein Werk seine eigenen Gesetze einhält. Aber was bedeutet das, und wie lässt es sich erkennen?

/ 29. April 2016
Gebissdiagramm

Was Zähne erzählen

Valeria Luisellis Roman Die Geschichte meiner Zähne verbindet Experimentierlust mit Leichtigkeit und Ironie.

/ 27. April 2016
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Sehnsucht und Abgründe

Die Erzählungen von Martin Lechner kommen wie Wellen: brechend, stürzend, bedrohlich – aber auch langsam rollend, meditativ.

/ 25. April 2016
Diamantpanther

Satz für Satz 3: Genauigkeit

Literatur macht das Unsichtbare sichtbar. Sie tut dies mit Genauigkeit: das beste Wort am besten Ort. Doch woran lassen sich solche Kriterien bemessen?

/ 21. April 2016
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»Negroes«

Zum Übersetzen von Literatur gehört der Umgang mit politisch heiklen Wörtern. Frank Heibert erklärt, warum man "negroes" mit "Neger" übersetzen darf.

/ 19. April 2016
Page-99-Biller

Page 99-Test: Maxim Biller

Nachdem Michael Angele sich im Freitag eine „Sammelrezension der besten Rezensionen“ von Maxim Billers 900-Seiten-Wälzer Biografie erlaubt hat, habe ich keine Hemmungen mehr, den page 99-test zu praktizieren: Open the book on page 99, and the quality of the whole...

/ 16. April 2016
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Zukunft zwischen Rausch und Wirklichkeit

Philip K Dick ist vor allem als Lieferant für Hollywood bekannt. Ob "Blade Runner", "Total Recall" oder "Matrix": die Vorlagen stammen aus seiner Feder. Wie lesen sich seine Texte heute?

/ 14. April 2016
Gewitter über Zwickau

Satz für Satz 2: Aufladung

Wie erkennt man große Literatur? An der Aufladung der Sprache, meint Ezra Pound. Am Vergnügen, meint W. H. Auden – und daran, dass man sie auf verschiedene Weise lesen kann.

/ 12. April 2016
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Max und Moritz lernen Englisch

In der angelsächsischen Welt ist "Max und Moritz" weit weniger bekannt als im deutschen Sprachraum. Wilhelm Buschs schwarzer Humor steckt in den Reimen, deshalb lassen sich Energie und Witz des Originals nur in einer gereimten Übersetzung erhalten. Ein Werkstattbericht.

/ 7. April 2016
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Eine Fundamentalkritik der Bürokratie?

Mit seinem neuen Buch „Bürokratie: Die Utopie der Regeln“ übt David Graeber Bürokratiekritik von links. Am Montagabend war er damit im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann zu Gast.

/ 5. April 2016
Vladimir Sofronitsky am Klavier

Kontrollverlust

So kann ein Klavier klingen – wenn Vladimir Sofronitsky Skrjabins Sonate Nr. 5 spielt. Eine Live-Aufnahme aus dem Jahr 1958.

/ 31. März 2016
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„Was wird aus mir ohne mich?“

Zum Tod von Imre Kertész. Imre Kertész wurde durch eine Erschütterung zum Autor. Die Größe von "Roman eines Schicksallosen" besteht im Verzicht auf den großen Stil: In der Sprache des Kindes, das die unfassbare Realität akzeptiert, werden wir Leser ihrer...

/ 31. März 2016
Kathedrale (2)

Satz für Satz 1 – Mit dem Körper lesen

Mit der Literatur verhält es sich wie mit dem Witz: Sie ist nur so gut, wie sie erzählt wird. Was sagt uns, ob ein Buch etwas taugt?

/ 30. März 2016
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Gefährliche Gerüchte

Gerüchte spielen im öffentlichen Leben eine irritierend wichtige Rolle. Vor fast 200 Jahren wurde der Schriftsteller Kotzebue wegen eines Gerüchts ermordet. Auch heute orientieren wir uns bei der Einschätzung von Phänomenen wie dem IS an Gerüchten. – Von Hartmut und...

/ 29. März 2016
Hector Abad - Header

Die Geschichte Kolumbiens – erzählt von einer Finca

Nach dem Tod der Mutter treffen sich die drei Geschwister in der Finca, die sich seit Generationen im Familienbesitz befindet. Sie schwelgen in Erinnerungen: In ihren Ich-Erzählungen lesen wir die Geschichte Kolumbiens. Eine Rezension von Héctor Abads Roman "La Oculta".

/ 26. März 2016
opposition24.de

„Prachtvoller Hass“ versus „Gutmenschenscheiß“

Als 1930 die NSDAP in den Reichstag einzog, gab es einen Disput zwischen Stefan Zweig und Klaus Mann. Die AfD ist nicht die NSDAP, und ihre Klientel sind keine Nazis. Doch in Debattenbeiträgen wie Sibylle Bergs jüngster "Spiegel"-Kolumne finden sich...

/ 23. März 2016
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Skepsis und Transzendenz

Gespräch mit Dževad Karahasan auf dem Blauen Sofa, über Fundamentalismus, die Mechanismen der Macht und die Notwendigkeit von Utopien.

/ 21. März 2016
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Das Drama der Meinungen

Der Niedergang der Literaturkritik wird beschworen, seit es sie gibt. Doch hat sich mit der Feststellung, dass etwas schon immer so war, die Diskussion erledigt? Ein Vergleich der Perlentaucher-Debatte von 2015 mit Elizabeth Hardwicks "On the Decline of Book Reviewing"...

/ 18. März 2016
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Über die allmähliche Verfälschung der Schriften beim Redigieren

Die Briefe befinden sich in einer Schatulle, die Schatulle befindet sich in einem Schloss, das Schloss befindet sich in einem Märchen, und das Märchen befindet sich in ihrem Kopf.

/ 18. März 2016
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Die Angst des Kritikers vor seinem Urteil

Zwei Dinge muss eine Rezension leisten: den Inhalt wiedergeben und ein literaturkritisches Urteil fällen. Die Inhaltsangabe ist in den meisten Rezensionen kein Problem: Oft ist die Nacherzählung in der Aufbereitung von Handlung, Personal, Milieu und Zeitumstände raffiniert bis virtuos.

/ 18. März 2016
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Die Schränke der Erinnerung öffnen

„Das, was ich Geister nenne, treffe ich in jeder Gesellschaft. Deshalb lässt mich Berlin nicht los: Hier sind die Geister so gegenwärtig in den Schichten der Erinnerung.“ Ein Gespräch mit der kenianischen Autorin Yvonne Adhiambo Owuor.

/ 18. März 2016
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Die Idylle trügt

Wie kommt der falsche Ton in den Text? Ein Rätsel mit Ibsens "Frau vom Meer".

/ 18. März 2016
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Erik Satie: Gymnopédie No.3

Sie ist jung, schön, erfolgreich und einsam. Trost findet die Trompeterin in der dritten Gymnopédie von Erik Satie.

/ 18. März 2016
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Eine Ohrfeige an wen?

Abbas Khiders Roman „Ohrfeige“ erzählt von den Irakern, die Anfangs des Jahrtausends vor Saddam Hussein geflohen sind. Sie sind der deutschen Bürokratie und ihren Sachbearbeitern ausgeliefert - doch dem Roman gelingt es nicht, uns zu zeigen, was das bedeutet.

/ 18. März 2016
Keller

»Spooks«

In der ersten Bedeutung heißt spooks "Gespenster", in der zweiten ist es ein Schimpfwort für Schwarze. Wie sagt man das auf Deutsch?

/ 18. März 2016
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Ein Land auf der Suche nach sich selbst

Mit ihrer Erzählung "Weight of Whispers" hatte die Kenianerin Yvonne Adhiambo Owuor im Jahr 2003 den renommierten Caine Prize for African Writing gewonnen. Über zehn Jahre dauerte es bis zu ihrem ersten Roman.

/ 17. März 2016