Jörg Plath

Alle Artikel von Jörg Plath

Jörg Plath ist Kritiker und Literaturredakteur bei Deutschlandfunk Kultur. (Foto: © Fotostudio gezett)

Der Geruch des Schicksals

Andor Endre Gelléri (1906–1945) erzählt in dem Band "Stromern" vom Leben der Armen in den Randbezirken von Budapest. So präzise die Beobachtungen, so märchenhaft ist der Ton dieser durchweg kurzen Erzählungen.

/ 3. Dezember 2019

Körperwärme und Schriftlichkeit

Unter dem Titel „Leni weint“ veröffentlicht Péter Nádas Essays aus den Jahren 1989 bis 2014. In ihnen verbindet sich begriffliche Schärfe mit Grenzüberschreitung; unerbittliche Selbsterforschung geht einher mit teilnehmender Beobachtung.

/ 7. Mai 2019

Verlassen und Verlassenwerden

Goran Vojnovićs Roman „Unter dem Feigenbaum“ handelt von der Unbehaustheit in der (post-)jugoslawischen Gesellschaft. Die familiäre Gemeinschaft bietet so wenig Schutz wie die nationale. Um sich selbst zu verstehen und um lieben zu können, braucht es die Fiktion.

/ 18. März 2019

Das Trauma wachhalten

Zoltán Danyis Roman „Der Kadaverräumer“ schildert eindringlich das Trauma des Jugoslawienkriegs. Im unaufhörlichen Monolog versucht der Protagonist, sich sein Leben zu erzählen. Doch es will sich nicht mehr zu einer Geschichte fügen lassen.

/ 4. Februar 2019

Die Kunst zu vergessen

Warlam Schalamow entwickelte in seinen „Erzählungen aus Kolyma“ eine neue Ästhetik, um das Grauen der Lager des Gulag schildern zu können. Im Band "Über die Kolyma" sind nun auch die Erinnerungen in deutscher Übersetzung erschienen, die er ab Anfang der...

/ 23. Januar 2019

Magische Fluchten

Der pakistanische Autor Mohsin Hamid hat mit „Exit West“ einen surrealistisch gefärbten Zeitroman geschrieben: Zwei Liebende fliehen aus ihrem muslimischen Heimatland – und landen in einem utopischen Großbritannien.

/ 11. Januar 2018

Achterbahnfahrten der Existenz

Was hat Literatur mit Schuld zu tun? In David Albaharis Roman „Das Tierreich“ geht es um ein Verbrechen in der Jugoslawischen Volksarmee. Der Erzähler ist weder Täter noch Opfer. Er ist Zeuge – bis er unwiderruflich die Seiten wechselt.

/ 7. Dezember 2017

Die Kunst des Überlebens

Der ungarische Jude Sandor Lénárd überlebt den Zweiten Weltkrieg als Illegaler in Rom. Der Bericht, den er zehn Jahre später über seine Zeit in der Illegalität geschrieben hat, ist im Ton eines charmanten Causeurs gehalten. Eine Wiederentdeckung.

/ 3. November 2017