Es beginnt mit einer Enttäuschung. „Doch es gab mir nichts mehr.“ Peter Praschl mag keine Fiktionen mehr lesen. Er leide an einem „Fiktionalitäts-Ennui“, schrieb er vor wenigen Tagen in der Welt. (Die neue Langeweile gegenüber Romanen teilt er übrigens mit Philip Roth.) Kafka, Flaubert, Joyce et al. finde er nicht mehr lesenswert, stattdessen habe er sich darauf verlegt, sich

Texte reinzuziehen, in denen ein schreibendes Ich mir lesendem Ich erzählte, was los war in seinem Leben, das meistens meinem eigenen ähnlich war […], und gleichzeitig total anders.

Diese Abwendung vom Roman geht einher mit der Hinwendung zu Büchern von Autoren wie Thomas Melle, Benjamin von Stuckrad-Barre oder Karl-Ove Knausgård. Sie würden „radikale Ich-Texte“ schreiben, die „mutiger“ seien als Romane, so Praschl. Das ist zwar eine willkommene, letztlich aber willkürliche Aufteilung – werden doch sowohl Melles Die Welt im Rücken wie auch Knausgårds Min kamp-Reihe auf den jeweiligen Verlagsseiten als Roman rubriziert. Und bei Panikherz habe man, so von Stuckrad-Barre auf seiner Lesereise im vergangenen Jahr, unter anderem deswegen auf den Gattungszusatz Roman verzichtet, weil es auf der Sachbuchliste einfacher sei, auf Platz 1 aufzusteigen, als in der Belletristik.

Wahr oder erfunden?

Was ist überhaupt ein „Ich-Text“? Viele Romane sind in der ersten Person Singular geschrieben, und es gibt wiederum autobiografische Schriften, die in der dritten Person Singular verfasst sind, weil ihre Autoren Distanz herstellen wollen zum Erlebten. Hinzu kommen literarische Memoirs, die Fiktionalität als Bestandteil ihres Erzählens anerkennen und thematisieren, etwa Katja Petrowskajas Vielleicht Esther. Der Gegensatz, den Praschl behauptet, lässt sich nicht halten.

Seine neue Ego-Literatur mag überwiegend autobiografisch durchdrungen sein, doch das ändert nichts daran, dass wir uns auch beim Lesen von Panikherz oder Sterben auf eine literarische Kommunikation einlassen, auf ein Zwiegespräch mit einem Gegenüber, bei dem wir uns nie sicher sein können, ob das, was wir lesen, wahr ist oder gelogen. Und ist das nicht der Trumpf der Literatur? Dass sie uns von der alltäglichen Mühe entbindet, ständig zwischen Wahrem und Erfundenem zu unterscheiden?

Praschl liest also nach wie vor Romane, nur mag er das Romanhafte an ihnen nicht mehr, und deshalb leugnet er, dass es Romane seien. Das Fiktionale ist ihm nicht mehr Trumpf, sondern Makel. Es erstaunt, dass Praschl als Literaturredakteur den Gründen dieser Abkehr nicht nachgeht. Stattdessen setzt er mit der gezierten Geste des Enttäuschten zu angeblich neuen Ufern über und schlägt sein Zelt inmitten der Ich-Texte auf, mit „ihrer Radikalität, ihrer Risikofreude, ihrer Verschlungenheit, ihrer Rohheit, ihrer Direktheit und ihrer emotionalen Wucht.“

Gespenster ohne Substanz

Auch dieser Unmut ist keineswegs neu. Recht grob führt Praschl die These von Maxim Biller weiter, die dieser bereits 2011 einigermaßen grob in der FAZ formuliert hat:

Die Literatur braucht wieder ein starkes, glaubhaftes, mitreißendes, suggestives Erzähler-Ich, das stärkste, das es je gab – sonst hört ihr uns, die tief empfindenden Dichter und Denker, im immer lauter werdenden Medienlärm nicht mehr.

David Shields argumentiert in seinem Text Saving my life (2012) ganz ähnlich in Bezug auf Blogs:

The blog form: immediacy, relative lack of scrim between writer and reader, promised delivery of unmediated reality, pseudoartlessness, nakedness, comedy, real feeling hidden ten fathoms deep.

Bemerkenswert ist die poetologische Verschiebung, die sich in den letzten fünf Jahren vollzogen hat. 2011 schreibt Biller über den Autor von Gegenwartsliteratur:

Ob er dafür eine gewisse Anna Karenina erfinden muss oder bis zur Kenntlichkeit sein eigenes Ich entblößt, ist egal.

Heute, an einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des verrückten 21. Jahrhunderts, ist das nicht mehr egal.

Ich war muffig, ungnädig, meine Güte, dachte ich, was soll das, jetzt lässt Flaubert wieder seine Kutsche durch die Gegend fahren, und ich soll Emma verachten, was für ein durchsichtiger Trick,

schreibt Praschl.

Anna und Emma werden zum unerwünschten Personal. Sie sind Gespenster ohne Substanz, Humbug ohne Körper – und die Autoren hinter ihnen erscheinen als Aufschneider, die uns etwas vormachen wollen.

Abwehrzauber gegen Fake News

Plötzlich steht wieder der alte Verdacht im Raum: Fiktion ist Lüge! Jeder Erzählung ist mit Misstrauen zu begegnen, weil sie den Leser bezirzt, manipuliert, an der Nase herumführt. Die momentane „J’accuse“-Stimmung gegenüber der Fiktion ballt sich zum absurden Vorwurf, Romane seien postfaktisch. Der gegenwärtige Abgesang auf die Fiktion ist daher vor allem eins: ein so verwegener wie naiver Abwehrzauber gegen die sogenannten Fake News. Man möchte sich lieber mit Texten auseinandersetzen, die Realitätstreue versprechen.

Auf der Strecke bleiben jene Weltentwürfe, die nicht behaupten zu sagen, wie es ist, sondern die imaginieren, wie es hätte sein können. Vor einigen Monaten stellte Lukas Bärfuss im Gespräch mit der FAZ die Diagnose:

Die Zerstörung des positiven Zukunftsbegriffs ist eines der zentralen Probleme unserer Zeit.

Knausgård & Co sind keineswegs deshalb relevant, weil sie vorgeben, authentisches Leben zu schildern und sich hierfür mit dem zurzeit sehr gefragten Attribut „wahr“ schmücken dürfen. Der erzählerische Rückzug in das biografische Jetzt – sei es dasjenige eines Ex-Junkies, eines trunksüchtigen Vaters oder eines Menschen mit bipolarer Störung – ist ein Symptom: Wir wissen unsere Zukunft nicht mehr zu erzählen und fabrizieren stattdessen narzisstische „Ich-Texte“.

Beitragsbild:
John William Waterhouse: Echo and Narcissus
Gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Samuel Hamen

Von Samuel Hamen

Promovend an der Universität Heidelberg. Samuel Hamen ist externer Mitarbeiter des Centre national de littérature (CNL) in Luxemburg, betreut den Literaturblog www.ltrtr.de und ist zudem für die Tageszeitung „Lëtzebuerger Journal“ als Literaturkolumnist tätig.

11 Kommentare

  1. Paul Bademeister 13. Januar 2017 um 13:56

    Ob man Praschl et al. wirklich Naivität unterstellen sollte? Es ist doch eher ein Überdruss an den für den Kenner allzu durchsichtigen literarischen Verfahren. Der Ennui rührt von einem Zuviel her. Praschl dürfte eine 80er-Sozialisation haben und auch um die Konstruiertheit subjektiven Schreibens wissen. (Der Chandos-Duktus seines Textes kommt nicht von ungefähr.) Dieses Wissen lässt sich eine Zeitlang verdrängen. Insofern stimmt der Begriff Abwehrzauber. Ich fürchte, in zwei Jahren muss er wieder das Feld wechseln…

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  2. Zentral für künstlerische Arbeit ist das Schüler-Meister-Verhältnis. Am Anfang kopiert der Schüler den oder die Meister, schließlich gelingt es ihm möglicherweise ein originelles Werk zu schaffen, wenngleich der Kenner die Abdrücke der Meister entdeckt. Originalität herzustellen ist bekanntlich nicht einfach, und je mehr man sich mit der Geschichte des eigenen Fachs auseinandersetzt, desto schwieriger ist es. Es gibt immer viele Nachahmer (die meisten wissen nicht, dass sie es sind) und nur wenige echte Schüler. Dagegen wenden sich die Authentischen. Die Authentischen behaupten, gar keine Kunst (in der Literatur: Fiktion) produzieren zu wollen. Sie möchten sich dem Schüler-Meister-Verhältnis entziehen. Vor allem wollen sie sich der Literaturkritik als Kunstkritik entziehen. Es soll nur Inhalte geben. Keiner darf zu ihrem Roman sagen: „das hat Flaubert schon mal besser gemacht“, da es sich – vorgeblich – gar nicht um Fiktion handelt. Und ihre „Inhalte“, d. h. ihre Biografie, kann nicht kritisiert werden, denn wie soll man die Biografie eines Menschen kritisieren?
    Andererseits partizipieren sie eben doch an der literarischen Tradition, so wie der Journalismus daran partizipiert. Sie beuten die Errungenschaften der Meister aus und wollen Künstler sein, ohne wie Künstler sich dem ästhetischen Urteil auszusetzen.

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  3. Hartmut Finkeldey
    Hartmut Finkeldey 14. Januar 2017 um 1:42

    Mit Respekt: ist das Problem wirklich die „Zerstörung eines positiven Zukunftbegriffs“? Wenn es derzeit keinen „positiven Zukunftsbegriff“ gibt – und der Diagnose stimme ich zu -, dann dürfte das nicht zuletzt mit unseren Zeitläuften zu tun haben, die zu größeren Hoffnungen derzeit keinen Anlaß geben.

    jetzt aber zur Literatur: Der Streit, um den es hier geht, ist mitrnichten neu, er kocht immer mal wieder hoch; ich erinnere mich an 1992: Der junge Maxim Biller plus Mathias Altenburg versus Hettche. Hüben die hard-boiled „jetzt-wird-wieder-direkt-erzählt“-Fraktion (Realismus, Authentizität und so), drüben der Sound theorieangereicherter Kunstprosa. Man solle, so Altenburg, sich literarisch wieder von jener dicken, fetten Mama inspirieren lassen, die man sich abgewöhnt habe, Leben zu nennen. Hettche, Punktsieger für dieses mal, höhnte zurück: „Alles Votzen außer Mutti!“ Der Streit ist im Reclam-Literaturkalender 1993 ganz gut dokumentiert. Online-Ressouce: Willemsen 1992 im Spiegel über die damalige Debatte:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13682950.html

    Interessanterweise lese ich gerade einen Klassiker, der thematisch passt: Richard Hillarys „The Last Enemy“, (US-Titel „Falling Through Space“) 1942 mitten im Krieg veröffentlicht. Hillary war Spitfirepilot in der Luftschlacht um England, seine Darstellung scheint ein authentischer Bericht zu sein. Aber er ist es nicht – obwohl die geschichtlichen Fakten stimmen, insbesondere die militärischen. (Mit Ausnahme militärischer Geheimnisse wie etwa der Reichweite des englischen Radars, die er mit 40 Meilen natürlich um 2/3 zu kurz angibt) Dennoch ist der Bericht Literatur. Hillary, der 1941 als Rekonvaleszent in New York war, um in den damals noch neutralen USA für die englische Sache zu werben – seine Rundfunkvorträge bilden das Grundgerüst für sein Buch -, traf in New York, Überraschung!, auf keinen anderen als auf Antoine de Saint-Exupéry. Dies beeinflusste seine Perspektive spürbar und nachweisbar. Ggfls dazu demnächst mehr in diesem Theater.

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  4. Hartmut Finkeldey
    Hartmut Finkeldey 14. Januar 2017 um 15:35

    Teil 2

    Worauf ich hinaus will (Hamen wird es wissen): Facts, fiction, faction…die Debatte gibt es seit Jahrhunderten, spätestens, seit die Regelpoetik abgelöst wurde von individuellen Poetiken. Stichworte genügen: Werther-Debatte, Schlüsselromandebatte „Buddenbrooks“, Capotes „In Cold Blood“, Gonzo undsoweiterundsofort. Knausgard und Genossen kommen mir vor wie der Jude in jenem herrlichen jüdischen Witz: Moshe will aus dem Stettl in den Westen! „Na, Moshe, ob das was wird? Da wirst Du scheitern!“ – „Wird, wird, habe große Erfindung gemacht! Ich werd nich scheitern!“ – und siehe, er hatte die Arithmetik neu erfunden… „Neu, alles neu“ rufen Knausgard und Genossen…und siehe da, sie haben den Werther geschrieben, nur schlechter. Literatur ist immner fiction, selbst da, wo sie scheinbar 1 zu 1 auswählt. Denn alein schon der Auswahlvorgang fiktionalisiert die Wirklichkeit.

    Eines noch zum Postfaktischen: das Postfaktische gibt es, seit Pharao Ramses sein militärisches Desaster in der Schlacht von Kadesch gegen die Hethiter auif Reliefs zu einem großen Sieg umlog… Mich beeindruckt der Bedgriff kein bisschen.

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  5. Alexandra Trencséni 14. Januar 2017 um 16:34

    Ich vermute, dass Anna und Emma als Verfasserinnen der heuer so oft lobend bedachten „Das ist/war mein Leben und so bin/war ich“-Formate deutlich weniger positive Resonanz fänden?

    …Nicht nur, weil es die von Frauen schon in den 60ern und 70ern gab, sondern weil man von Ihnen eine persönlich affizierte Stimmlage eher gewohnt ist… erwartet..
    Versuchen sie sich an einer Art artifiziellen Erzählens, das von biographischer Befindlichkeit nichts oder wenig preisgibt, dann gibt es hie und da Ehrungen (Kronauer, Draesner) – aber das ganz große Literaturding scheint doch immer jeweils zu sein, was die Jungs gerade so ausbaldowern bzw. sich denn doch mal trauen…;)
    Was immer das dann zeitgeistig ist… (Aktuell wohl Körperzustände über sexuell affizierte hinaus, Fragilität, Emotionsüberflutungen, Scheitern, Kinderpräsenz, Bindungen, Alltag, .etc. ..Wobei Bukowski für ersteres auch eine beeindruckende Blaupause geliefert hat;))

    Die Knausgaard & Co Romane oder authentoide Gestik liefernden epischen Selbsterzählungen sind insofern wohl mal an der Zeit/gewesen; aber ich hoffe, auch im Mainstream ästhetisch und intellektuell bald wieder auf Komplexeres, Inspirierenderes zu treffen..:)

    – Wow, ich habe ein Leben – das reicht mir doch nicht…:)

    P.S. es ist immer lohnend, in den Literatur und Kulturseiten der Zeitungen lediglich Vornamen zu lesen… dann sprechen Paul und Hans und Karl und Peter und Ijoma (!) über Peter, Thomas, Jan, Ole… Etc.
    Ab und zu mal eine Brigitte oder Iris.. ;// Da geht vielleicht noch was..:)

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  6. Den Genderaspekt aus dem letzten Kommentar finde ich auch interessant. In dem Text wäre ich vorsichtig, Modebegriffe in die Debatte zu ziehen: „ein so verwegener wie naiver Abwehrzauber gegen die sogenannten Fake News.“ Davon steht bei Praschl niente, das wird hier nur unterstellt. Auch dazu: Es erstaunt, dass nicht richtig recherchiert wird – im Fall von Melles „Welt im Rücken“ (oder auch Wagners „Leben“) redet der Verlag nicht von Roman. Das ist ohne Genreangabe; deshalb wär’s ja interessant zu bestimmen, was es ist.

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  7. Peter Praschl kommt vom Magazin-Journalismus: Das Ich des Reporters oder Kolumnisten ist deckungsgleich mit dem Ich im Text. Ich finde seine Begeisterung für den Autobiographie-Hype daher nicht erstaunlich. Befremdlich allerdings mutet es an, dass er als Kritiker Texte verwirft, die ein Ich literarisch inszenieren.

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  8. Samuel Hamen

    Ich will nur kurz & knapp auf einige Punkte eingehen:

    – „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle ist auf der Homepage des Verlags u. a. mit der Formulierung „biografischer Roman“ verschlagwortet. Das mag als Paratext weniger prägend sein als der Gattungszusatz „Roman“ auf der Titelseite eines Buches (wie es etwa bei allen Büchern von Knausgard der Fall ist); es ist trotzdem ein (kleiner) Hinweis darauf, was dieses „Ding“ nun AUCH ist und als was es vom Verlag erachtet und beworben wird. (http://www.rowohlt.de/hardcover/thomas-melle-die-welt-im-ruecken.html)

    – Ich bin der Willkürlichkeit, mit der Modebegriffe wie „postfaktisch“ oder „Fake News“ zurzeit verwendet werden, auch überdrüssig. Sie sind keine „totale“ Passform, mit der sich jede Schieflage erklären lässt. Aber gerade im Rückbezug auf meinen früheren Artikel hier, in dem es um den Autorenkörper geht, mit dem die zeitgenössischen Literaten für die Authentizität & für das Erlebt-Haben des Erzählten bürgen, fühlte ich ermutigt, diesen triftigen Gedanken in die Replik auf Praschl miteinzubeziehen. (http://tell-review.de/gefaehrliche-leibschaften/) Ich bin auch der Meinung, dass das Postfaktische & Fake News seit jeher (also seit es irgendeine Form von Öffentlichkeit gibt) Teil der Kommunikation sind. Mit der neuen medialen & technologischen Situation (Photoshop, Varoufake, Enthierarchisierung der Presselandschaft, die unbestreitbare Wirkungskraft des Begriffs „Lügenpresse“) werden beide Phänomene aber wieder bzw. besonders virulent – und daher lohnt es sich, sie für die Verhandlung gegenwärtiger Literaturentwürfe heranzuziehen.

    – Dementsprechend ist die ganze Debatte im Kern nicht neu. Das heißt aber nicht, dass der Versuch, sie immer wieder zu führen, nicht nützlich & erkenntnisreich sein kann – gerade weil sie den variierenden Kontext dieser Tage berücksichtigt, der ein anderer ist als vor 30, 150 oder 300 Jahren. Was uns heute besonders angeht, ist die merkwüdige dialektische Verquickung zwischen Virtualität und Realität. In seinem Essay „Die digitale Wende“ hat Manuel Arias-Maldonado darauf hingewiesen, dass mehr (Wunsch nach) Digitalität auch mehr (Wunsch nach) Realität hervorbrächte. Auf dieser „Welle“ reiten auch die genannten Autoren – und diese Beobachtung erklärt auch den genannten „Ennui“, den Überdruß, den Praschl zum Anlass genommen hat für seinen Artikel. (http://www.lettre.de/beitrag/arias-maldonado-manuel_die-digitale-wende)

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  9. Daniel Kehlmann hat in seinen Frankfurter Poetik-Vorlesungen mit Ingeborg Bachmann gesagt, das Tagebuch sei die „am wenigsten private literarische Form“. Irgendwie musste ich gerade amüsiert daran denken, als ich das Biller-Zitat las …

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  10. Jana Schmieder 25. Januar 2017 um 18:49

    Ein Tagebuch muss nicht immer nur das eigene Ich zum Thema bzw. Ausgangspunkt haben, sondern kann – zumindest teilweise – auch im Namen eines anderen bzw. aus dessen Perspektive heraus geschrieben werden.
    Ein interessantes Experiment habe ich gestern hier entdeckt:
    https://www.the-quandary-novelists.com/tagebuch-eines-hilflosen/
    Der Autor hat sich nach allem, was ich gelesen habe, vorgenommen, die Präsidentschaft Trumps in Tagebuchform zu begleiten und nutzt dafür „Prosaminiaturen“, die verschiedene (Erzähl-)Perspektiven einnehmen.

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