Meine früheste Erinnerung an Jochen Schimmang geht in meine Gymnasialzeit zurück. Es waren die frühen Achtzigerjahre in der Schweiz. Ich hatte damals diese farbigen Taschenbücher entdeckt: Dort erschienen Autoren wie Hermann Hesse, Max Frisch und Isabelle Allende. Auf einem roten Buchrücken hieß es: Das Ende der Berührbarkeit. Der Titel sprang mich an, ich fühlte mich gemeint. Ob ich das Buch damals dann auch gelesen habe, weiß ich nicht mehr. Doch seither ist mir der Name Jochen Schimmang ein Begriff.

Persönlich kennengelernt habe ich Jochen Schimmang dann viel später. Zwei Mal war ich in meinem Leben bisher in Oldenburg, und der Kulturwissenschaftler Matthias Bormuth hatte beide Male dafür gesorgt, dass ich Jochen Schimmang begegnete. Beide Male ging ich mit einem signierten Buch nach Hause, und beide Male beglückte mich die Lektüre.

Das Versagen des Literaturbetriebs

Man dürfe nicht vergessen, schreibt Jochen Schimmang, „daß in der Regel die Autoren diejenigen sind, denen Literaturbetrieb passiert, während andere ihn machen“. Diese Feststellung findet sich, Ironie des Literaturbetriebs, in einem Text über Italo Svevo. Jochen Schimmang hat das Nachwort zu Svevos Erzählung Ein gelungener Scherz geschrieben. Dass diese Erzählung von der fehlenden Anerkennung eines Autors handelt, ist eine weitere Ironie: Denn der Italo Svevo-Preis wird bekanntlich an Autoren verliehen, „deren Ruhm nicht ihrem Rang entspricht“, wie es sein Gründer Wolfgang Hegewald so elegant zu formulieren pflegt. Weniger elegant ausgedrückt: Der Italo-Svevo-Preis geht an Autoren, bei denen der Literaturbetrieb versagt hat.

Jochen Schimmang schreibt wie kein anderer, und das tut er seit über vierzig Jahren: 1979 erschien Der schöne Vogel Phönix, ein Roman über die 68er-Szene in Westberlin. Auf das Debüt folgten Prosawerke aller Gattungen: Romane und Erzählungen ebenso wie Essays, autobiografische Texte, Rezensionen, Radiofeatures, Hörspiele.

Gefühle erfinden

Fast immer geht es dabei um das, was man einmal Westdeutschland nannte. Ich wage zu behaupten, dass Jochen Schimmang dieses Westdeutschland erfunden hat. Ich beziehe mich dabei auf einen Satz von Peter von Matt: „Schriftsteller erfinden Gefühle.“ Man könnte auch sagen: „Books are containers of consciousness“, so hat es William H. Gass formuliert, der große amerikanische Essayist und Romancier, der ebenfalls ein Anwärter für einen amerikanischen Italo-Svevo-Preis gewesen wäre: Er ist 2017 mit 92 Jahren gestorben, ohne je den Ruhm erlangt zu haben, der seinem Rang entsprochen hätte.

Schriftsteller erfinden Gefühle, indem sie sie in Worte übersetzen und damit ins kollektive Bewusstsein heben. So wurde mit den Briefromanen des 18. Jahrhunderts etwa das Reden über das eigene Innenleben erfunden. Franz Kafka erfand eine Sprache für die Entfremdungserfahrung der Moderne.

Und Jochen Schimmang hat Westdeutschland erfunden, auf Englisch würde man sagen: „the West German experience“. Es ist seine eigene Erfahrung, daher ist es nur folgerichtig, dass sein Schreiben von der eigenen Biografie ausgeht. Jochen Schimmang hat eine ganz eigene Form der autobiografischen Prosa entwickelt – nicht von ungefähr erhielt er vor zwei Jahren den erstmals verliehenen Walter-Kempowski-Preis für autobiografisches Schreiben. In den autobiografischen Texten geht er selbst in seinem Leben spazieren, in den Romanen schickt er seine Figuren in den Erfahrungsraum ihres Autors.

Grenzgänger

Jochen Schimmangs Texte entstehen aus der Distanz. Der Schriftsteller sei „ein Mensch des Zwischenraums“ – dieses Motto von Roland Barthes kann als programmatisch gelten, sowohl für die Romanfiguren als auch für ihren Autor. Jochen Schimmang ist ein Grenzgänger, ein Bewohner der Ränder und Niemandsländer, wie es der Titel des autobiografischen Buchs Grenzen Ränder Niemandsländer nahelegt.

Die neue Mitte ist dort, wo ich niemals hinwollte.

So heißt es in diesem Buch. Das ist erst in zweiter Linie politisch gemeint, zuallererst ist das Unbehagen ästhetischer Natur:

Die Mitte hat zweifellos immer ein bisschen was Obszönes, mit ihrem Leuchten, Locken, Prunken und Prahlen.

Jochen Schimmang lockt uns nicht mit Prunk, sondern mit versteckten Anspielungen (oft bis hin zum Schlüsselroman), er lockt uns mit der Raffinesse des Erzählens, dem Sinn fürs (häufig komische) Detail.

Poetik im Roman

Liebesgeschichten sind ein alter Hut. Was erzählenswert an ihnen ist, scheint nicht die Geschichte selbst zu sein, die allen anderen gleicht, sondern das Detail, der Unterschied, das Autonome, der Schnörkel, das Überflüssige und zugleich Unverwechselbare, das sich nur in dieser Geschichte unterbringen lässt und in keiner anderen.

Das ist eine Poetik, formuliert hat sie der Student Murnau, Jochen Schimmangs erste Figur. Der schöne Vogel Phönix ist ein Behältnis für die Bewusstseinslagen der K-Grüppchen, die im damaligen Westberlin so wortreich daran scheiterten, die Welt zu ändern. Jochen Schimmangs Debüt wurde ein Kultbuch, weil es die Gefühle seiner Leser erfand.

Wiedergänger

Die Reflexion des Erzählens läuft subkutan immer mit, nichts ist hier selbstverständlich. Der Autor und seine literarischen Alter Egos misstrauen der Mehrheit, dem Frieden, der Vernunft. Die Figuren haben keine Antworten, sondern Zweifel. Und sie sind Wiedergänger: Der orientierunglose Student Murnau aus Der schöne Vogel Phönix kehrt 23 Jahre später im Roman Die Murnausche Lücke wieder, diesmal als schlafloser Mathematiker. Gregor Korff wiederum ist der Protagonist der Romane Das Beste, was wir hatten (2009) und Altes Zollhaus, Staatsgrenze West (2017). Alles, was Gregor Korff jemals wollte, war, „ein halbwegs zufriedenes Leben zu führen im jeweiligen Strom der Zeit“.

Was heißt es, Mensch zu sein – in der jeweiligen Zeit, am jeweiligen Ort? Für Jochen Schimmang gibt es keinen Zweifel,

dass geografische wie historische Räume die Denkweisen derjenigen mitprägen, die in ihnen leben. Darum geht es hier doch dauernd, lieber Leser, wenn ich mal kurz das Wort an dich richten darf.

So heißt es in Grenzen Ränder Niemandsländer, einem Buch mit 51 „Geländegängen“.

Nachkriegskindheit

Das Westdeutschland, das Jochen Schimmang in seinen Büchern erfindet, ist ein Produkt der Nachkriegszeit. Schimmang ist 1948 im niedersächsischen Northeim geboren, und er bezeichnet es als „persönliche Geburtsgnade“, dass er kein Kind der Bundesrepublik ist, sondern eins der britischen Zone.

Was heißt es, ein deutsches Nachkriegskind zu sein? Es bedeutet, ein Erbe anzutreten. In den Sechzigerjahren wurde Erwin Leisers Dokumentarfilm Mein Kampf für den Schulunterricht empfohlen, und so kam es, dass Jochen Schimmang bereits in der sechsten Klasse bei einer Filmvorführung die Leichenberge von Auschwitz, Treblinka und anderswo zu sehen bekam – eine traumatische Erfahrung. Seither, so schreibt er in Grenzen Ränder Niemandsländer, werde sein Leben von einer Depression grundiert: dem Bewusstsein, „einem Tätervolk anzugehören, dem schlimmsten der Geschichte“.

Die Empörung – über die Geschichte und über das, was danach kam –, überlässt Jochen Schimmang seinen Lesern. Er belässt es dabei zu sagen, wie es damals war, in schlichten, perfekt austarierten Sätzen.

Man sprach zum Beispiel nicht darüber, was viele getan hatten, in der gerade zurückliegenden Zeit. Nicht nur die großen Verbrecher, sondern ebenso die eigenen Eltern und unser kranker Nachbar auch.

Oder:

Dass da etwas sehr Schlimmes gewesen war, worüber die Meisten etwas wussten und worin viele verstrickt waren, worüber aber keiner so recht reden wollte, das war es, was mir in die Kindheit schien.

Die Zitate sitzen, gerade weil sie so unauffällig daherkommen. Der Verweis auf Matthias Claudius und Ernst Bloch öffnet einen Resonanzraum: Man kann sich diesen Sätzen nicht entziehen, einfach weil man sie kennt. Auf einmal sind wir gemeint.

Westdeutscher Wenderoman

Jochen Schimmang nimmt uns mit in ein Land, das normal sein will und doch den Ballast nicht loswird. Gregor Korff bescheinigt sich selbst eine „innere Westbindung“, den Silvester 1989 verbringt er allein in einer Hütte oberhalb von Königswinter, während im Nachbarhaus laut gefeiert wird. Seine Gedanken nehmen uns mit auf Streifzüge durch die westdeutsche Vergangenheit.

Das Beste, was wir hatten wurde von der Kritik als westdeutscher Wenderoman gefeiert. Denn mit der Wende ist nicht nur die DDR untergegangen. Wer „ehemalige DDR“ sagt, müsse auch vom „ehemaligen Westdeutschland“ sprechen, schreibt Jochen Schimmang irgendwo. Ob in einem Roman oder einem autobiografischen Text habe ich vergessen, und es ist auch egal, denn Autor und Figur können jederzeit die Rolle wechseln.

Des Öfteren legt der Autor den Romanfiguren Sätze in den Mund, die seine Poetik offenbaren. Zeigt der Student Murnau in Schimmangs Debütroman am Beispiel von Liebesgeschichten, wie effektives Erzählen funktioniert, geht es in Altes Zollhaus, Staatsgrenze West um den Umgang mit verschiedenen Zeitebenen. Gregor Korff bewundert die Gleichzeitigkeit in den Erzählungen seines neunzigjährigen Nachbarn:

Die früheren Zeiten können jederzeit präsent werden, und dann leuchten sie, als sei es gerade gestern geschehen.

Auch in den Romanen mischt sich die Vergangenheit unter die Gegenwart, auf unmerkliche Weise, denn so kühn die Konstruktion dabei auch ist, man sieht sie nie durchschimmern.

Wechsel der Erzählperspektive

Diese unsichtbare Konstruktion spannt sich oft über mehrere Bände hinweg. Gregor Korff lernen wir ein erstes Mal im Wenderoman Das Beste, was wir hatten kennen, als Philosophiedozent ohne Ambitionen, dann wird er Redenschreiber eines Ministers der Bonner Republik. Acht Jahre später erscheint Altes Zollhaus, Staatsgrenze West, und hier begegnen wir ihm wieder. Gregor Korff ist älter geworden, im Ruhestand nun, er bezieht ein Zollhaus an der niederländischen Grenze. Sein Autor trifft eine kühne Entscheidung, denn er wechselt die Erzählperspektive: Kennengelernt hatten wir Gregor Korff in der dritten Person, nun wird er zum Ich-Erzähler.

Zwischen diesen beiden West-Romanen ist 2011 der satirisch-dystopische Zukunftsroman Neue Mitte erschienen. Hier gewährt Jochen Schimmang seinem Protagonisten eine Art Cameo-Apperance. Wir schreiben das Jahr 2030, und Deutschland ist dabei, sich nach zehn Jahren Junta-Herrschaft zu berappeln. Ulrich Anders soll in der Berliner Trümmerlandschaft eine Bibliothek einrichten. Seiner Freundin liest er abends aus einem 800 Seiten dicken Politthriller vor. Der Autor von Das Sonja-Komplott ist ein gewisser Gregor Korff, 2018 in Paris verstorben – und, so stellt sich heraus, wohl der Vater, den Ulrich Anders nie kennengelernt hatte.

Literarischer Salto mortale

Auf den Gedanken, selbst ein Buch zu schreiben, wäre ich nie gekommen.

Das behauptet Gregor Korff nun wiederum in Altes Zollhaus, Staatsgrenze West. Anlass für diese Bemerkung ist Das Sonja-Komplott. Korff hat seinen Namen nur als verkaufsförderndes Pseudonym für den Umschlag zur Verfügung gestellt, geschrieben hat das Buch ein anderer. In dem Thriller geht es übrigens um eine Episode aus Gregors eigenem Leben, die wir bereits aus Das Beste, was wir hatten kennen.

Zurück zu Altes Zollhaus, Staatsgrenze West. Dass der Ich-Erzähler Gregor Korff nun behauptet, er wäre nie auf den Gedanken gekommen, selbst ein Buch zu schreiben, ist eine glatte Lüge. Er schreibt nämlich sehr wohl ein Buch, und zwar den Roman, den wir gerade lesen. Er sagt es uns durch die Hintertür: Er lobt die schöne Handschrift seines Nachbarn und meint dann, diese sei

Lichtjahre entfernt von meinem eigenen Gekritzel, mit dem ich in unregelmäßigen Abständen diese Seiten hier fülle.

Kaum haben wir umgeblättert, setzt er noch eins drauf:

In früheren Romanen hätte ich gegen den alten Pfarrer oder den ehemaligen Schulmeister oder auch den Arzt des Dorfes regelmäßig Schach gespielt, sagen wir jeden Mittwochabend um sieben Uhr, dazu der obligate erlesene Wein. (…) Für hier und heute passt das nicht mehr.

Was so harmlos und geradezu leutselig daherkommt, ist in Wahrheit ein literarischer Salto Mortale: Gregor Korff outet sich als sein eigener Autor.

In seinem jüngsten Band Mein Ostende dreht Jochen Schimmang die Schraube noch eine Drehung weiter. Auch Gregor Korff hatte sich in den früheren Romanen zeitweise in Ostende eingemietet, er bezeichnet die belgische Hafenstadt als „köstliches Halbzuhause“, wobei er „Halbzuhause“ definiert als einen Ort, „an dem man sich wohlfühlt, und den man, wenn die Zeit gekommen ist, ohne Schmerz verlassen kann“. In den essayistischen Texten von Mein Ostende erfindet der Ich-Erzähler Jochen Schimmang nun einen Autor namens Gregor Korff, dem wir zuschauen, wie er seinen Ostende-Krimi schreibt.

Melancholie und Komik

Ob Roman oder autobiografischer Essay: In Jochen Schimmangs Büchern sind wir im Reich der doppelten Böden. Mit heimlichem Vergnügen zieht der Autor die Fäden, an denen wir zappeln. Der Begriff Ironie greift dafür zu kurz, einmal abgesehen davon, dass Jochen Schimmang dieses Grundgefühl der westdeutschen Intelligenzija bereits dem Philosophieprofessor Ulrich Goergen mitgegeben hat, einem Freund von Gregor Korff: „Ich kann nur Ironie“, bekennt Goergen bei jeder Gelegenheit.

Für die besondere Art der Schimmangschen Doppelbödigkeit gibt es noch kein Wort, man muss eins erfinden. Der Rezensent Martin Oehlen schlägt den Begriff der „Melan-Komik“ vor: Die Erzählungen im Band Adorno wohnt hier nicht mehr (2019) seien von einem „melan-komischen“ Ton getragen. In der Tat schlägt die Melancholie – etwa über das Verschwinden der Menschen und der berühmten Adressen von einst – immer wieder um in Komik.

Filigrane Konstruktion

Jochen Schimmang ist ein Meister des Understatements, und das Glück beim Lesen seiner Bücher besteht zum Teil in der Erwartung, dass einem jederzeit der Teppich unter den Füßen weggezogen werden kann. Man ist auf alles gefasst, auch auf den gelegentlichen zarten Stromschlag.

So sind die Männer, sie wollen beschützen und vögeln, das ist ihr Programm.

Das sagt Anita, Gregors Geliebte (und zugleich Frau seines besten  Freunds).

Ja, wir Alten haben eben Angst, dass die Welt nicht mehr unsere ist, dass sie nicht mehr deutlich zu entziffern ist, und so ist es ja auch.

Das sagt Ulrich Goergen, dem angesichts des eigenen Sterbens dann doch die Ironie vergeht.

Die Raffinesse, die Anspielungen, die filigrane Konstruktion und die sprachliche Sorgfalt – das sind letztlich nur Beschreibungen der Oberfläche dieser Texte. Das eigentliche Geheimnis von Jochen Schimmangs Schreiben liegt in seiner Haltung als Autor. Es liegt darin, dass er nicht uns „einen Spiegel vorhält“, wie es das Klischee will, sondern dass er selbst mit in den Spiegel blickt: sei es als Ich-Erzähler in eigener Sache, sei es durch die Maske seiner Figuren. Der Autor klagt nicht an, er ruft nicht zur Revolution auf – er sitzt mit uns im Boot.

Auf dem Beobachterposten

Die DDR hätte man nicht in dieser Tonlage erfinden können. Jochen Schimmang konnte sich für die Erfindung Westdeutschlands auf dem Beobachterposten einrichten, weil dieses Westdeutschland seine Autoren nicht zur Brust nahm: Weder hat es seine Bürger zur Linientreue verpflichtet, noch hat es sie zum Widerstand genötigt. Von seinem Hochsitz aus lässt der Autor seinen Blick schweifen über die Gegenwart und in die Vergangenheit.

Dabei streift er auch die Zukunft. Gregor Korff hat als Redenschreiber die Politik vom Hinterzimmer aus kennengelernt.

Man stand immer in Bereitschaft und wusste oft nicht genau, wofür. Was aber ein Merkmal von Politik überhaupt ist, dachte Gregor.

Das steht in einem Roman von 2009. Doch wer denkt dabei nicht an den Wahlkampf von 2021?

Obwohl seine Bücher vom Politischen handeln, ist Jochen Schimmang kein politischer, sondern ein existenzieller Autor. Er hat eine Literatur geschaffen, die ihre jeweilige Zeit, ihren jeweiligen Ort transzendiert. Dies gelingt ihm mit seinem virtuosen Spiel zwischen Fiktion und Biografie, mit aphoristischen Volltreffern – und nicht zuletzt mit einer Haltung, die uns Leser ganz selbstverständlich mit ins Buch nimmt.


Die Preisrede von Jochen Schimmang erscheint demnächst auf tell.

Bildnachweis:
Beitragsbild: Oldenburg, Niedersachsen. Das Hauptpostamt am Bahnhof. 17. Mai 2012. Von Anaconda74 via Wikimedia Commons (CC0)

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Von Sieglinde Geisel

Journalistin, Lektorin, Autorin. Gründerin von tell.

2 Kommentare

  1. Toller Text, Danke. Welches Gefuehl hat Schimmang erfunden? Ich finde den Schock ueber Bilder von Todesopfern nachvollziehbar. Schwer zu beschreiben, was Bilder ausloesen.

    Antworten

    1. Ich habe jetzt noch einmal neu und lange darüber nachgedacht. Vielleicht ist es das Gefühl des Davongekommenseins. Dieses diffuse Bewusstsein der Nachkriegszeit, das Erspüren dessen, was die Elterngeneration sich nicht eingestehen wollte. Und daraus dann diese geordnete, etwas leidenschaftslose, immer vom Spießertum bedrohte Lebenshaltung einer geborgten Normalität?

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