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	<title>Suchergebnisse für &#8222;Konservatismus&#8220; &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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	<title>Suchergebnisse für &#8222;Konservatismus&#8220; &#8211; tell</title>
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		<title>Die konservative Freakshow</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 08:58:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Populismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn die Gesellschaft nichts mehr hat, was in den Augen der Konservativen bewahrenswert wäre, entdecken einige von ihnen ihre Affinität zum Populismus. Was als Farce beginnt, kann in der Tragödie enden. Ein Essay mit Blick auf Natascha Strobls Buch „Radikalisierter Konservatismus“.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Über den Erfolg des neurechten Populismus und die Rolle, die völkisches Denken, Autoritätsgläubigkeit und Verschwörungstheorien dabei spielen, ist schon viel Kluges geschrieben worden. In Zeiten der zunehmenden Unsicherheit – es seien die Finanzkrise 2008, die Flüchtlingskrise 2015/16, die Klimakrise und Corona genannt – justiert sich eine zuvor leidlich zufriedene, fast schon lethargische Gesellschaft neu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Krisen führen keineswegs zu einer automatischen Zunahme der Solidarität. Vor allem, wenn sie sich verstetigen, tritt die zunächst allseitig beschworene Solidarität in den Hintergrund, und die Nutznießer der Angst, die Rattenfänger, betreten das Spielfeld.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Treibstoff des Populismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hochkommen neurechter Bewegungen verlief in der Geschichte noch jedes Mal nach diesem Fahrplan. Hervorstechendes Merkmal ist das Adressieren von Ängsten: „Der da ist schuld an deiner Angst!“ Diese einfachen Antworten erscheinen vielen immer einleuchtender, je länger die Krise andauert. Ständige Angst ist das Benzin des Populismus. Das heißt natürlich im Umkehrschluss, dass Populisten an einer Lösung der Probleme nicht interessiert sind. Man kann diese Bewegungen, die neben radikalen politischen Kräften auch obskure Charaktere magnetisch anziehen, als eine politische Freakshow verstehen. Darin sind sich viele Beobachter einig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rolle der Konservativen in dieser gesellschaftlichen und kulturellen Neujustierung wird hingegen wenig beleuchtet. Dabei liefert die Geschichte deutliche Hinweise auf die zentrale Rolle der Konservativen in historischen Umbruchsituationen. Im zwanzigsten Jahrhundert gilt das vor allem für ihr Verhältnis zu den von der Gegenwart frustrierten rechten Aufwieglern. In der ersten großen Krise der Demokratien ab 1930 waren es die Konservativen, die sich in großer Zahl von den republikfeindlichen populistischen Rattenfängern verführen ließen. Sie konnten damals im demokratischen System genauso wenig eine politische Heimat finden wie die völkischen Nationalisten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher: Es gab später auch entschiedene Hitlergegner aus dem Geist des Konservativismus heraus, hier wirkte vor allem die Kirchenfeindlichkeit des Nationalsozialismus. Und doch müssen sich die Konservativen den Vorwurf gefallen lassen, dass Hitler nie Kanzler geworden wäre ohne ihr weitgehendes Versagen in den entscheidenden Jahren vor 1933. Unter Fachhistorikern wird diese unrühmliche Rolle der deutschen Konservativen diskutiert, eine gesamtgesellschaftliche Debatte hat es jedoch dazu nie gegeben, obwohl die Dimension des Themas danach ruft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Anziehungen und Abstoßungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das Fehlen einer solchen Debatte eine Ursache für die neuerliche Verführbarkeit der Konservativen. Eine weitere Ursache mag darin liegen, dass es bei allen deutlichen Unterschieden auch inhaltliche Affinitäten gibt. Es scheint so zu sein, dass der verführbare Teil der Konservativen immer dann bereit ist, den Populisten zuzulaufen, wenn die Gesellschaft nichts mehr hat, was in ihren Augen bewahrenswert wäre. Die Konservativen machen sich dann gemein mit einer politischen Freakshow, die sie in ruhigeren Zeiten eher verachten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Hintergrund dieses historischen Spannungsverhältnisses zwischen Konservativismus und Rechtspopulismus mit wechselseitigen Anziehungen und Abstoßungen kommt mir die Gelassenheit vieler Zeitgenossen im Angesicht neuerlicher Verführbarkeit merkwürdig vor. Es droht zwar aktuell kein neuer 30.&nbsp;Januar. Aber ein Schulterschluss zwischen neurechten, teilweise völkischen Populisten und Konservativen ist in einigen Ländern bereits vollzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch etwas fällt auf. Der konservative Spin in Richtung Populismus funktioniert auch umgekehrt. Viele neurechte Populisten wollen als „konservativ“ wahrgenommen werden, teils aus taktischen Erwägungen, teils wohl auch aus echter Neigung. In Deutschland vergeht keine Wahl, nach der sich die AfD nicht selbst als konservativ bezeichnet. Zuletzt hat das nach der Bundestagswahl 2021 Alice Weidel getan.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Radikal und konservativ</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues und vieldiskutiertes Buch nimmt sich nun endlich dieses Themas an: Natascha Strobls <em>Radikalisierter Konservatismus</em>. Ausgangspunkt sind dabei die politischen Verhältnisse in Strobls Heimat Österreich sowie in den USA. Bei Sebastian Kurz und Donald Trump findet die Autorin genau diese Form des radikalisierten Konservativismus vor, der sich weder inhaltlich noch in den angewandten Methoden groß von den Rechtspopulisten abhebt. Einziger Unterschied: Die populistischen Sehnsüchte nach Teilhabe an einer politischen Freakshow haben in Österreich und den USA nicht zu einer Parteineugründung geführt, sondern sie finden ihren Ausdruck in der Radikalisierung einer traditionellen konservativen Partei. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade die Amalgamierung dieser beiden widersprüchlichen Aspekte – radikal und konservativ – macht das Phänomen so schwer fassbar. Bewahren <em>und</em> Freakshow, das passt eigentlich nicht zusammen. Aber in Umbruchszeiten löst sich dieser Widerspruch auf. Es wird eine gefährliche Dynamik entfesselt, von der Kurz wie Trump profitiert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über das System Kurz schreibt Strobl summarisch:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Es ist die Strategie des Rechtspopulismus Haider’scher Prägung. Neu ist, dass die Strategie einer überpolitischen und übermenschlichen Führungsfigur nicht mehr nur von der extremen Rechten beschworen, sondern von konservativen Kräften vollzogen wird. Dabei entsteht das Paradoxon einer konservativen Partei, die sich als Kämpferin gegen das alte System geriert und doch auch die Glaubwürdigkeit ihrer jahrzehntelangen Rolle als staatstragender Partei ausnutzt.</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Die enthemmten Konservativen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gab es sofort Kritik. Strobl würde nicht aufklären, sondern die Gegner des Konservativismus „munitionieren“, so Sara Rukaj in der <a href="https://www.zeit.de/2021/39/radikalisierter-kondervatismus-natascha-strobl-oesterreich-buch-rezension" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ZEIT</a>. Sie lasse den gemäßigten Konservativismus außer Acht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es gemäßigte Konservative gibt, stellt niemand in Abrede. Strobl geht es aber gerade um diejenigen, welche die bei Konservativen traditionell angezogene Handbremse der politischen Emotionen lösen. Man konnte dies am 6. Januar 2021 beim Erstürmen des Kapitols sehen. Nicht irgendein obskurer Netzaktivist hat zu diesem Sturm aufgerufen, sondern der scheidende US-Präsident Donald Trump – Repräsentant einer (ehemals?) konservativen Partei und zugleich Anführer der bizarrsten politischen Freakshow der letzten Jahrzehnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland stehen – bei allen Unterschieden in Stil und Auftreten – die Personen Alexander Gauland, Albrecht Glaser und Hans Georg Maaßen exemplarisch für die Figur des enthemmten Konservativen, der letztlich auf einen Umsturz des Systems hinarbeitet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von der Farce zur Tragödie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dass sich Konservative von obskuren politischen Bewegungen verführen lassen oder von diesen profitieren wollen, sagt zunächst nichts über die Gefährlichkeit dieser Bewegungen aus. Die meisten politischen Freakshows – ob von rechts oder links – verschwinden im Orkus der Geschichte und sind bestenfalls Stoff für schlechte Filme. Werden sie aber wirkmächtig, kann das ganze Gesellschaften in den Abgrund reißen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Extremstes Beispiel für das Wirken einer zunächst nur lächerlich wirkenden Freakshow ist der Hitlerputsch in München am 8./9.&nbsp;November 1923. Die Reihenfolge von Farce und Tragödie ist keineswegs so klar, wie Karl Marx es bei der Bewertung des napoleonischen Staatsstreiches formuliert hat: Die Tragödie wiederholt sich nicht immer als reine Farce, und eine Farce kann umgekehrt sehr wohl in einer Tragödie enden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses unbehagliche Thema und die ambivalente Affinität der Konservativen zum neurechten Populismus hat Natascha Strobl dankenswerterweise aufs Tapet gebracht. Mit ihrem Buch widerspricht sie der alten Behauptung, zwischen dem neurechten Populismus und dem radikalisierten Konservativismus gebe es eine klare Trennlinie. Die deutschen Konservativen, die beim traditionellen Konservatismus bleiben und nicht Maaßen, Gauland oder Glaser in deren Irrsinn folgen wollen, sollten diese Diskussion zum Anlass nehmen, endlich über die konservative Vergangenheit zu debattieren. Was war es, was vor neunzig Jahren so viele Konservative hat wackeln lassen? &nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind Fragen, die nicht zuletzt bei der Neuausrichtung der deutschen Konservativen nach der verlorenen Bundestagswahl eine wichtige Rolle spielen werden. Die BILD-Zeitung fordert einen deutschen „Klartext-Kanzler Kurz“ – es bleibt zu hoffen, dass die CDU nicht den Weg der österreichischen Schwesterpartei ÖVP geht. Schwarz soll schwarz bleiben. Das Türkise überlassen wir gerne den Spinnern.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild von Marco Verch:<br><a href="[URL zum Bild]" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politischer Rosenmontag 2020: AFDP &#8211; Rechter Politiker Bernd Höcke als Hund läuft Hass und Hetze hinterher, mit Gauland &amp; Kemmerich auf dem Rücken</a>, via <a href="https://www.flickr.com/photos/160866001@N07/49583244381">flickr</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>)</h6>



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<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"> <div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<p class="wp-block-paragraph">Natascha Strobl<br><strong>Radikalisierter Konservatismus</strong><br>Eine Analyse<br>Suhrkamp 2021 · 192 Seiten · 16 Euro<br>ISBN: 978-3-518-12782-7 <span><a href="javascript:"><img decoding="async" identifier="978-3-518-12782-7" identifiertype="2" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" class="citavipicker" src="data:image/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg" style="border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;"></a></span><br></p>



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<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>
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		<title>Hans Aeppli &#8211; Der Distinguierte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2018 09:43:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Gymnasiallehrer an der Kantonsschule Zürcher Oberland, Gemeindepräsident von Stäfa, Mitglied der Freisinnigen Demokratischen Partei. Sein Humor war so gepflegt wie sein Auftreten. Hommage an meinen Physiklehrer Hans Aeppli (1925-2011).]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Mit welchen Konservativen würden wir uns gern bei einem Glas Wein unterhalten? Das war die Ausgangsfrage für unsere kleine &#8222;Hall of Fame&#8220; des Konservatismus, mit der wir unsere Reihe zum <a href="http://tell-review.de/?s=Konservatismus&amp;category_name=&amp;submit=Suche" target="_blank" rel="noopener">Konservatismus</a> fortführen.<br />
Woran erkennt man „Konservative im besten Sinn des Worts“? Am dialektischen Denken: Sie erneuern, was sie bewahren wollen.</p>
<p>Weitere Beiträge:<br />
<a href="http://tell-review.de/gustav-stresemann-der-aufgeklaerte-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Gustav Stresemann – Der aufgeklärte Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/norbert-lammert-der-gralshueter/" target="_blank" rel="noopener">Norbert Lammert – Der Gralshüter</a><br />
<a href="http://tell-review.de/theodor-w-adorno-der-heimatbewusste/" target="_blank" rel="noopener">Theodor W. Adorno – Der Heimatbewusste</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hannah-arendt-die-linke-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Hannah Arendt – Die linke Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/navid-kermani-der-erzaehler/" target="_blank" rel="noopener">Navid Kermani – Der Erzähler</a></p>
<p>Mit diesem Beitrag endet unsere Porträtserie.<br />
</div></div></p>
<p><span class="dropcap">V</span>ielleicht war <a href="https://www.nzz.ch/ein_mann_der_feinen_toene-1.12075165">Hans Aeppli</a> der erste echte Konservative, der in meinem Leben eine Rolle spielte. Er war mein Physiklehrer an der Kantonsschule Zürcher Oberland (Wetzikon). Schon seine Kleidung verriet den konservativen Habitus: grauer Anzug, weißes Hemd und eine Krawatte, die während der Physikstunde unter dem weißen Laborkittel versteckt war, was die Garderobe noch edler machte. Seine Aura hatte etwas Distinguiertes. Dabei war er keineswegs verkrampft, sein Humor war so gepflegt wie sein Anzug.</p>
<p>Ich erinnere mich an eine wüste Anekdote. Am letzten Schultag der Maturanden (so heißen Abiturienten in der Schweiz) hatte ein Bauernsohn ein Ferkel mitgebracht. Tür auf, Ferkel rein, Tür zu. Ich weiß nicht mehr, wie die Geschichte ausgegangen ist, aber ich stelle mir vor, dass Hans Aeppli auch dieser Situation gewachsen war, und wahrscheinlich hatte der Bauernsohn ihn gerade deshalb für seinen Streich ausgewählt.</p>
<h3>Segeln auf dem Zürichsee</h3>
<p>Dass wir Gymnasiasten einen wie den damals etwa 60-jährigen Herrn Aeppli mochten, war keine Selbstverständlichkeit. Es waren die 1980er, und wir waren das, was man damals in der Schweiz „alternativ“ nannte: Die Jungs lernten stricken, die Mädels übten sich im Feminismus, wir waren gegen AKW und für die Weltrevolution. Hans Aeppli war überzeugtes Mitglied der Freisinnigen Demokratischen Partei, seine Tochter Regine machte als Politikerin bei den Sozialdemokraten Karriere, und er war stolz auf sie. Uns Schüler nahm er so ernst, dass wir im Maturjahr für unser letztes Klassenlager (so nennt man das in der Schweiz) auf eine Auslandsreise verzichteten und eine Woche nach Uerikon (sprich &#8222;Üürike&#8220;) gingen, an den Zürichsee. Hans Aeppli war Segler, und er mobilisierte eine Handvoll Segler-Kollegen, die nachmittags mit uns die Praxis des Segelns übten. Am Morgen lernten wir eifrig Vektor-Geometrie und wussten danach zumindest theoretisch, in welchem Winkel man am besten gegen den Wind kreuzt.</p>
<h3>Geachtet und gefürchtet</h3>
<p>Es gibt zwei weitere Gründe dafür, dass Hans Aeppli für mich in die <em>Hall of Fame</em> der Konservativen gehört. Der eine war das Duzen. Mit einem feinen Lächeln erklärte er uns im Ritterhaus Uerikon, dass man auf dem Segelschiff „duzis“ sei (so heißt das in der Schweiz). Du meine Güte, jeden anderen Lehrer hätten wir eher geduzt als ihn! Hans Aeppli genoss es in vollen Zügen. Der zweite Grund war seine Verwandlung beim Segeln. Auf dem Segelboot wurde er zum Kind. Sobald er eins der anderen Boote sah, nahm er den Wettkampf auf und wehe, jemand vermasselte ihm die Tour, weil er das Segel im falschen Winkel stellte.</p>
<p>Manche Schülerinnen und Schüler haben Hans Aeppli offenbar als autoritär und unnahbar erlebt, wie mir erzählt wird. In seinen zwölf Jahren als Gemeindepräsident von Stäfa war er geachtet und gefürchtet. Offenbar war es uns gelungen, sein autoritäres Muster zu unterlaufen. Ich kann mir denken, dass er unter dieser Seite seines Charakters mindestens so sehr gelitten hat wie die Schüler, die sich von ihm ungerecht behandelt fühlten.</p>
<h6 style="text-align: right;">Beitragsbild:<br />
Privat (mit Dank an Matthias Bruppacher)</h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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		<title>Navid Kermani – Der Erzähler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jan 2018 09:47:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Traditionen lassen sich nicht gegeneinander abschotten – der Islam und das Christentum etwa bereichern sich gegenseitig. Navid Kermani setzt dem Kulturkampf das Erzählen entgegen, wo sich das Verbindende ebenso offenbart wie das Trennende. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Mit welchen Konservativen würden wir uns gern bei einem Glas Wein unterhalten? Das war die Ausgangsfrage für unsere kleine &#8222;Hall of Fame&#8220; des Konservatismus, mit der wir unsere Reihe zum <a href="http://tell-review.de/?s=Konservatismus&amp;category_name=&amp;submit=Suche" target="_blank" rel="noopener">Konservatismus</a> fortführen.<br />
Woran erkennt man „Konservative im besten Sinn des Worts“? Am dialektischen Denken: Sie erneuern, was sie bewahren wollen.</p>
<p>Weitere Beiträge:<br />
<a href="http://tell-review.de/gustav-stresemann-der-aufgeklaerte-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Gustav Stresemann – Der aufgeklärte Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/norbert-lammert-der-gralshueter/" target="_blank" rel="noopener">Norbert Lammert – Der Gralshüter</a><br />
<a href="http://tell-review.de/theodor-w-adorno-der-heimatbewusste/" target="_blank" rel="noopener">Theodor W. Adorno – Der Heimatbewusste</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hannah-arendt-die-linke-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Hannah Arendt – Die linke Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hans-aeppli-der-distinguierte/" target="_blank" rel="noopener">Hans Aeppli – Der Distinguierte</a><br />
</div></div></p>
<p><span class="dropcap">K</span>onservativ sein heißt, einen Sinn für Traditionen und Identitäten zu haben – bewahren zu wollen, was an ihnen bewahrenswert ist. In vielen seiner Bücher erkundet Navid Kermani den Reichtum religiöser und kultureller Traditionen. Er zeigt, wie stark wir durch sie geprägt sind und wie viel wir damit anfangen können, wenn wir uns ihnen öffnen. In <em><a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3406714692/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ungläubiges Staunen – über das Christentum</a></em> beschreibt er einen Moment, in dem er, der gläubige Muslim, von der Tradition der katholischen Kirche fast überwältigt wird. Gemeinsam mit einem katholischen Freund, der ebenfalls Autor ist, besichtigt er in einem Kloster in Rom ein frühchristliches Marienbildnis. Ihm fällt dabei ein Zitat von Papst Benedikt XVI ein, das der Freund seinem letzten Buch vorangestellt hat: „Große Dinge werden durch die Wiederholung nicht langweilig. Nur das Belanglose braucht die Abwechslung und muß schnell durch anderes ersetzt werden. Das Große wird größer, indem wir es wiederholen, und wir selbst werden reicher dabei und werden still und werden frei.“</p>
<blockquote><p>In Rom wurde ich ohnehin neidisch aufs Christentum, neidisch selbst auf einen Papst, der auch solche Sätze sagt, und wenn ich den Gedanken der Inkarnation in nur einem Menschen nicht für grundverkehrt hielte und speziell die katholische Vorstellungswelt mir nicht so heidnisch vorkäme, […] womöglich hätte ich mich seinen Praktiken nach und nach angeschlossen, […] vielleicht auch aus Faszination für die beispiellose Kontinuität einer Institution, die aus Gottes Angehörigen eine Gemeinschaft bildet. Nur ihr ist sie auf Dauer gelungen. Wer weiß, vielleicht wäre auch mir eines Tages das Wunder erschienen, das dieses prächtigste aller Himmelsgebäude hervorgebracht hat. So halte ich die Möglichkeit zwar weiterhin für falsch — aber erkenne, mehr noch: spüre, warum das Christentum eine Möglichkeit ist.</p></blockquote>
<p>Zugleich hat Kermani einen scharfen Blick dafür, wie lebendige Traditionen sich verändern, sich anpassen und auch das in sich aufnehmen, was ihnen zutiefst zu widersprechen scheint. In <em><a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3406685862/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener">Wer ist Wir? Deutschland und seine Muslime</a></em> schreibt er:</p>
<blockquote><p>Man muß sich nur einmal in der Sixtinischen Kapelle umsehen, um staunend zu bewundern, welch scheinbar unchristliche Sinnenfreude und pralle Lüsternheit der Katholizismus nicht nur hinnimmt, sondern in sein eigenes Zentrum rückt. Genauso wie der Islam ist das Christentum immer auch das Gegenteil von dem, was diese oder jene Gelehrten als christlich definieren.</p></blockquote>
<p>Kermani macht deutlich, dass wir in Überlieferungszusammenhängen leben, denen wir uns nicht entziehen können. Aber er zeigt auch, dass diese Überlieferungen immer vielfältig und vieldeutig sind. Und er weiß, dass Menschen widersprüchlich und unvollkommen sind. Gerade dieses klassisch konservative Menschenbild schützt davor, Menschen nur noch über ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder Kultur wahrzunehmen. In <em>Wer ist Wir? </em>erläutert Kermani das am eigenen Beispiel:</p>
<blockquote><p>Ich bin Muslim. Der Satz ist wahr, und zugleich blende ich damit tausend andere Dinge aus, die ich auch bin und die meiner Religionszugehörigkeit widersprechen können — ich schreibe zum Beispiel freizügige Bücher über die körperliche Liebe oder bejahe die Freiheit zur Homosexualität. Das ist ein Widerspruch. Der Islam lehnt die Homosexualität ab, und Erzählungen über Sex legt der Koran auch nicht eben nahe. Wahrscheinlich ließe sich eine Interpretation konstruieren, welche die Homosexualität oder die Schilderung sexueller Handlungen islamisch legitimiert. Aber das beschäftigt mich nicht. Nicht alles, was ich tue, steht in bezug zu meiner Religion. Für mich selbst bin ich durch solche Handlungen und Bekenntnisse in meinem Muslimsein überhaupt nicht eingeschränkt. Das mag sich paradox anhören, aber mit dieser Religiosität bin ich aufgewachsen, mit all diesen Ambivalenzen, Brüchen, Widersprüchen.</p></blockquote>
<p>Weil der Mensch ein fehlbares Wesen ist, kann er nicht die Verkörperung einer reinen, gegen alles Fremde abgeschotteten Tradition sein. Er ist offen für verschiedene Einflüsse. Gerade dadurch entwickeln sich Überlieferungen weiter, durchdringen und bereichern einander.</p>
<p>Erzählung statt Kulturkampf – so könnte man die Haltung Kermanis zuspitzen. Im Erzählen wird Trennendes ebenso offenbar wie Verbindendes, und beides auf eine Weise, die neue Erfahrungen eröffnet. Der Weg zum gegenseitigen Verständnis führt über die Arbeit des Verstehens.</p>
<h6 style="text-align: right;"><em>Beitragsbild:</em><br />
<em> By Saam Schlamminger (Author) [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AKermani_in_Pristina.jpg">via Wikimedia Commons</a> (bearbeitet)</em></h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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		<item>
		<title>Hannah Arendt – Die linke Konservative</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hartmut Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jan 2018 10:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
		<category><![CDATA[Linke]]></category>
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					<description><![CDATA[In ihren Positionen war Hannah Arendt links, in ihrer Grundhaltung jedoch konservativ. Das lässt sich an grundlegenden linken Theoremen zeigen wie etwa der Behandlung des Privaten oder der Unterscheidung von Gewalt und Macht, an der sie festhielt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Mit welchen Konservativen würden wir uns gern bei einem Glas Wein unterhalten? Das war die Ausgangsfrage für unsere kleine &#8222;Hall of Fame&#8220; des Konservatismus, mit der wir unsere Reihe zum <a href="http://tell-review.de/?s=Konservatismus&amp;category_name=&amp;submit=Suche" target="_blank" rel="noopener">Konservatismus</a> fortführen.<br />
Woran erkennt man „Konservative im besten Sinn des Worts“? Am dialektischen Denken: Sie erneuern, was sie bewahren wollen.</p>
<p>Weitere Beiträge:<br />
<a href="http://tell-review.de/gustav-stresemann-der-aufgeklaerte-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Gustav Stresemann – Der aufgeklärte Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/norbert-lammert-der-gralshueter/" target="_blank" rel="noopener">Norbert Lammert – Der Gralshüter</a><br />
<a href="http://tell-review.de/theodor-w-adorno-der-heimatbewusste/" target="_blank" rel="noopener">Theodor W. Adorno – Der Heimatbewusste</a><br />
<a href="http://tell-review.de/navid-kermani-der-erzaehler/" target="_blank" rel="noopener">Navid Kermani – Der Erzähler</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hans-aeppli-der-distinguierte/" target="_blank" rel="noopener">Hans Aeppli – Der Distinguierte</a><br />
</div></div></p>
<p><span class="dropcap">Z</span>u Lebzeiten wurde Hannah Arendt kaum je als Konservative wahrgenommen, denn ihre konkreten Inhalte waren häufig links bzw. wirkten auf den ersten Blick doch so.</p>
<h3></h3>
<h5><strong>Hannah Arendt war gegen:</strong></h5>
<ul>
<li>das restaurative Deutschland Adenauers und dessen Persilscheine für die Täter</li>
<li>die rassistischen Gesetze in den Südstaaten der USA</li>
<li>Richard Nixon</li>
<li>den Vietnamkrieg</li>
<li>Menachem Begin</li>
</ul>
<h5><strong>Sie hatte Sympathien für:</strong></h5>
<ul>
<li>Rosa Luxemburg und räterepublikanische Ansätze</li>
<li>zivilen Ungehorsam</li>
<li>die 68er (nun ja: für deren gemäßigten Teil)</li>
</ul>
<p>Als Daniel Cohn-Bendit, der Sohn enger Freunde, 1968 in Frankreich in Schwierigkeiten zu geraten schien – ihm drohte Ausweisung oder Schlimmeres –, bot Hannah Arendt ihm Geld an. Auch zu einigen Schriftstellern der Gruppe 47 – Hans Magnus Enzensberger, Uwe Johnson – hatte sie ein herzliches, zugleich kritisches Verhältnis.</p>
<p>Das alles ist richtig und wir müssen es im Hinterkopf behalten. Das Faszinierende an Hannah Arendt ist aber, dass sie all diese Positionen aus einer konservativen Grundhaltung heraus entwickelt hat.</p>
<p>Das lässt sich an ihren Antworten auf drei Theoreme zeigen, die für die Linke im 20. Jahrhundert zentral waren.</p>
<h4>1. „Das Private ist politisch und das Politische privat.“</h4>
<p>Unfug!, so Hannah Arendt. Nichts ist in ihren Augen problematischer als diese Gleichsetzung. Das Private, das Intime, die Ausschließlichkeit, das alles hat privat zu bleiben. Mit Politik, mit dem Raum für Freiheit, mit dem Beginn von etwas Neuem haben private Vorlieben nicht das Geringste zu tun, und sie dürfen damit auch nichts zu tun haben. Es sei „ein Verhängnis“, die Liebe an den politischen Verhandlungstisch zu holen, so Arendt im Gespräch mit Günter Gaus.</p>
<p><a href="https://tell-review.de/hannah-arendt-die-linke-konservative/"><img decoding="async" alt="YouTube Video" consent-original-src-_="https://tell-review.de/wp-content/plugins/wp-youtube-lyte/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FJ9SyTEUi6Kw%2Fhqdefault.jpg" consent-required="104322" consent-by="services" consent-id="104323"></a></p>
<p id="lrback">Weder im Bereich des Privaten noch im Bereich des Gesellschaftlichen darf man Antidiskriminierung gesetzlich erzwingen. Gleichheit gibt es allein im Bereich des Politischen, dort allerdings ist sie zentral. Um diesen Aspekt, den Hannah Arendt vor allem in ihrem Aufsatz <a href="#lr">„Little Rock“</a> erläutert, macht die heutige Arendt-Rezeption einen großen Bogen. Arendt gesteht Rassisten und Antisemiten das Recht auf ihre private Meinung anstandslos zu, das liest man heute mit Befremden. Aber sie gesteht es ihnen eben nur als private Meinung zu.</p>
<h4>2. „Die Macht kommt aus den Gewehrläufen.“</h4>
<p id="mgback">Falsch, auf fatale Weise falsch!, so Arendt. Die Gewalt kommt aus den Gewehrläufen, aber nicht die Macht. Macht und Gewalt sind kategorial getrennt. Macht setze eine Gegenseitigkeit voraus, also Kommunikation, Gewalt werde einseitig ausgeübt. Macht beruht auf Zustimmung, und diese Zustimmung „ist niemals bedingungslos“ (<a href="#mg">MG</a>).</p>
<h4>3. „Gesellschaft ist der Grundbegriff, an dem sich alle politische Aktion auszurichten hat. Es  geht um kritische Gesellschaftsanalyse und um Gesellschaftsveränderung!“</h4>
<p id="vaback">Nein!, so Arendt. Natürlich bestreitet sie den massiven Einfluss nicht, den die Gesellschaft, gerade die Massengesellschaft, auf den Einzelnen ausübt. Die überbordende Macht der diffusen „Gesellschaftlichkeit“ deutet sie in der Tat sogar als wesentliches Moment der Moderne, in der alle traditionellen Zusammenhänge zerrissen sind. Gesellschaftliche Strömungen jedoch 1:1 als Kompass zu verwenden, heiße, dem Konformismus – „ein typisches Merkmal jeder Gesellschaft“ (<a href="#va">VA</a>) – Tür und Tor zu öffnen. Dies habe 1933 zu jener Gleichschaltung geführt, die ja überwiegend eine Selbstgleichschaltung gewesen sei: „Diese Gleichschaltung war keine von der Angst genährte Heuchelei, sondern der sehr früh an den Tag gelegte Eifer, ja nicht den Zug der Geschichte zu verpassen.“ (<a href="#pv">PV</a>) Menschliche Freiheit, hier steht Arendt gegen alle progressiven Gesellschaftstheorien des 20. Jahrhunderts, vollziehe sich nicht im gesellschaftlichen Raum, sondern allein in der Sphäre der Politik. Im Politischen, und nur dort, fänden sich Menschen als Gleiche zusammen, um etwas Neues zu beginnen.</p>
<h3>Der Verlust des Ariadnefadens</h3>
<p id="dfback">Hannah Arendt, und das macht sie als Konservative für die Postmoderne so anschlussfähig, hat übrigens mitnichten empfohlen, einfach irgendetwas ‚Gewachsenes‘ künstlich zu revitalisieren (sozusagen die ‚alte Zucht und Ordnung‘ als Korsettstange zu verwenden, wie es so viele Konservative tun, neulich <a href="http://tell-review.de/unheilige-allianzen/" target="_blank" rel="noopener">Ulrich Greiner</a>). Sie wusste, dass wer die Moderne vollzogen hat, „wirklich allein ist“. Orientierung kann einem, wenn man „ohne Geländer denkt“ (<a href="#df">DF</a>), tatsächlich nur noch ein Beharren auf grundsätzlichen moralischen Standards geben.</p>
<p>Denn Arendt weiß natürlich, dass wir (in Rilkes Worten) in der Moderne „nicht sehr verlässlich zu Haus sind in der gedeuteten Welt“. Auch sie betrauert den zerrissenen Ariadnefaden. Aber sie weiß, dass dieser Verlust endgültig ist. Und sie weiß, dass wir in Teufels Küche kommen, wenn wir auf die Moderne mit Konzepten reagieren, die die alte Wohlgeordnetheit künstlich wiederherstellen möchten, etwa per Volksgemeinschaft.</p>
<h3>Urteilsschärfe</h3>
<p>Sie war immun gegen allen völkischen Tinnef, nicht nur wegen ihrer Erfahrung als Jüdin in einer antisemitischen Gesellschaft, ihrer Erfahrung als „Paria“ (bekanntlich Arendts eigenes Wort), sondern vor allem wegen ihrer Urteilsschärfe. So schrieb sie 1947 (!) an Karl Jaspers:</p>
<blockquote>
<p id="kjback">„Woran mir liegen würde (…) wäre eine solche Änderung der Zustände, daß jeder frei wählen kann, wo er seine politische Verantwortlichkeit auszuüben gedenkt und in welchen kulturellen Zusammenhängen er sich am wohlsten fühlt. Damit endlich die Ahnenforschung hüben und drüben ein Ende hat. (&#8230;) Wenn ein Deutscher sagt, er möchte lieber Italiener sein oder vice versa und danach handelt, warum denn nicht?“</p>
</blockquote>
<h6 style="text-align: right;"><a href="#kj">KJ</a>, Arendt im Brief an Jaspers, 2. Juni 1947</h6>
<p>Mit dieser Einsicht hat sie allen konservativen Ansätzen eine Absage erteilt, Sinn in irgendeiner Form ‚organisch‘ (rassisch, ethnisch, kulturell) zu begründen. Und so verstanden war sie dann doch links: eine linke Konservative.</p>
<hr />
<h5><strong>Zitierte Schriften von Hannah Arendt:</strong></h5>
<ul>
<li id="va">Vita Activa oder Vom tätigen Leben. München 1982 ( VA) <a href="#vaback">↑</a></li>
<li id="lr">Little Rock, in: Hannah Arendt, In der Gegenwart, Übungen im politischen Denken II. München 2000 (LR) <a href="#lrback">↑</a></li>
<li id="pv">Persönliche Verantwortung in der Diktatur, in: Hannah Arendt, Israel, Palästina und der Antisemitismus. Aufsätze, herausgegeben von Eike Geisel und Klaus Bittermann. Berlin 1991 (PV) <a href="#vaback">↑</a></li>
<li id="mg">Macht und Gewalt, in: Hannah Arendt, In der Gegenwart (s.o.) (MG) <a href="#mgback">↑</a></li>
<li id="df">Diskussion mit Freunden und Kollegen in Toronto, in: Hannah Arendt, Ich will verstehen – Selbstauskünfte zu Leben und Werk. München 1996 (DF) <a href="#dfback">↑</a></li>
<li id="kj">Briefwechsel mit Karl Jaspers, München 1991  (KJ) <a href="#kjback">↑</a></li>
</ul>
<h6 style="text-align: right;"><em>Beitragsbild:</em><br />
<em> Ausschnitt aus </em><a href="https://www.youtube.com/watch?v=J9SyTEUi6Kw" target="_blank" rel="noopener">Günter Gaus im Gespräch mit Hannah Arendt</a></h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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		<title>Theodor W. Adorno – Der Heimatbewusste</title>
		<link>https://tell-review.de/theodor-w-adorno-der-heimatbewusste/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Dec 2017 10:13:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
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					<description><![CDATA[Konservatismus kann auch mit der Erfahrung von Verlust zu tun haben. Für den Emigranten Adorno ist Heimat eine utopisch gefärbte Sehnsucht nach dem, was nicht mehr ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Mit welchen Konservativen würden wir uns gern bei einem Glas Wein unterhalten? Das war die Ausgangsfrage für unsere kleine &#8222;Hall of Fame&#8220; des Konservatismus, mit der wir unsere Reihe zum Konservatismus fortführen.<br />
Woran erkennt man „Konservative im besten Sinn des Worts“? Am dialektischen Denken: Sie erneuern, was sie bewahren wollen.</p>
<p>Weitere Beiträge:<br />
<a href="http://tell-review.de/gustav-stresemann-der-aufgeklaerte-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Gustav Stresemann – Der aufgeklärte Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/norbert-lammert-der-gralshueter/" target="_blank" rel="noopener">Norbert Lammert – Der Gralshüter</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hannah-arendt-die-linke-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Hannah Arendt – Die linke Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/navid-kermani-der-erzaehler/" target="_blank" rel="noopener">Navid Kermani – Der Erzähler</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hans-aeppli-der-distinguierte/" target="_blank" rel="noopener">Hans Aeppli – Der Distinguierte</a><br />
</div></div></p>
<p><span class="dropcap">K</span>onservativ ist ein Begriff ohne feste Kontur, nicht ganz klar zu definieren. Ein Begriff zudem, der nicht nur rechtes Denken bezeichnet, sondern genausoweit ins linke Spektrum reicht. Den Namen Adorno zu nennen, löst bei manchen im ersten Reflex Unverständnis aus, und im Vergleich mit der politischen Ausrichtung von Autoren wie Gehlen, Schelsky oder Heidegger war Adorno nicht konservativ. Politisch stand er links. Adorno warb nicht fürs Alte, er wollte keine restaurative BRD, und Auschwitz sowie der NS-Staat galten ihm nicht als bloße Ausrutscher, der von der ansonsten überwältigenden Kulturleistung der Deutschen gedeckelt wurde. Und auch Kunst war ihm nicht nur ein Medium, das die Tücken von Ökonomie und Leben kompensieren solle, um dem beschädigten Leben den Hauch von Schönheit zu verschaffen.</p>
<p>Konservativ ist für manche ein Denken, das den Begriff der Heimat ernst nimmt. Adorno tat dies, allerdings nicht in dem Sinne, dass er die Nation beschwor. Insbesondere während seines Exils in den USA vermisste er den Ort seiner Herkunft – den Odenwald, Frankfurt am Main, den Zoo dort und den nahen Taunus:</p>
<blockquote><p>In der Erinnerung der Emigration schmeckt jeder deutsche Rehbraten, als wäre er vom Freischütz erlegt worden. (<em>Minima Moralia)</em></p></blockquote>
<p>Auch in seiner Skizze <em>Amorbach</em> finden wir jenen Bezug zur Heimat, die bei Adorno mit dem Glück der Kindheit verbunden ist. Darin beschreibt er die Urlaube im Odenwald während seiner Kindheit. Konservatismus hat nicht nur etwas mit Tradition zu tun, mit dem Wissen davon, woher einer kommt, sondern auch mit der Erfahrung von Verlust. Etwas, das nicht mehr ist und im Lauf des Lebens verlorenging. Eine utopisch gefärbte Sehnsucht nach dem, was nicht mehr ist – und was andererseits doch nie ganz war. In einem Brief vom 5. April 1957 schreibt Adorno an Max Horkheimer:</p>
<blockquote><p>… in allen Bewegungen, welche die Welt verändern möchten, ist immer etwas Altertümliches, Zurückgebliebenes, Anachronistisches. Das Maß dessen, was ersehnt wird, ist immer bis zu einem gewissen Grade Glück, das durch den Fortschritt der Geschichte verloren gegangen ist. Wer sich ganz auf der Höhe der Zeit befindet, ist immer auch ganz angepaßt, und will es darum nicht anders haben. Durch dies anachronistische Element ist aber zugleich auch der Versuch der Veränderung selber, eben weil er hinter den Verhältnissen eben so viel zurück wie ihnen voraus ist, immer auch aufs Schwerste gefährdet, und setzt sich bei denen, die es am wenigsten nötig haben, dem Vorwurf aus, reaktionär zu sein.</p></blockquote>
<p>Das Zusammenspiel von Fortschritt und dem Schritt zurück bringt Adorno hier in ein schillerndes Bild. Beide Aspekte sind aufeinander bezogen und voneinander nicht zu trennen. Nur so ist ein Fortschritt möglich, der mehr ist als blindes Vorwärtsstürmen.</p>
<h6 style="text-align: right;"><em>Beitragsbild:</em><br />
<em> By Jeremy J. Shapiro [<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a> or <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC-BY-SA-3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAdorno.jpg">via Wikimedia Commons</a> (bearbeitet)</em></h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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		<title>Norbert Lammert – Der Gralshüter</title>
		<link>https://tell-review.de/norbert-lammert-der-gralshueter/</link>
					<comments>https://tell-review.de/norbert-lammert-der-gralshueter/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Agnese Franceschini]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Dec 2017 09:42:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Lammert]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=11636</guid>

					<description><![CDATA[Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert will nicht die bestehende Ordnung bewahren, sondern eine als wertvoll und bedroht angesehene Sache: Die Rolle des Parlaments als Kontrollorgan der Regierung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Mit welchen Konservativen würden wir uns gern bei einem Glas Wein unterhalten? Das war die Ausgangsfrage für unsere kleine &#8222;Hall of Fame&#8220; des Konservatismus, mit der wir unsere Reihe zum Konservatismus fortführen.<br />
Woran erkennt man „Konservative im besten Sinn des Worts“? Am dialektischen Denken: Sie erneuern, was sie bewahren wollen.</p>
<p>Weitere Beiträge:<br />
<a href="http://tell-review.de/gustav-stresemann-der-aufgeklaerte-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Gustav Stresemann – Der aufgeklärte Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/theodor-w-adorno-der-heimatbewusste/" target="_blank" rel="noopener">Theodor W. Adorno – Der Heimatbewusste</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hannah-arendt-die-linke-konservative/" target="_blank" rel="noopener">Hannah Arendt – Die linke Konservative</a><br />
<a href="http://tell-review.de/navid-kermani-der-erzaehler/" target="_blank" rel="noopener">Navid Kermani – Der Erzähler</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hans-aeppli-der-distinguierte/" target="_blank" rel="noopener">Hans Aeppli – Der Distinguierte</a><br />
</div></div></p>
<p><span class="dropcap">W</span>er ist ein Konservativer im besten Sinne des Worts? „Jemand, der über den Fortbestand einer als wertvoll und bedroht angesehenen Sache wacht.“ Diese Lexikon-Definition des Gralshüters passt zu den Anhängern des Konservatismus. Es ist kein Zufall, wenn man von „Gralshütern der Verfassung“ spricht. Was der Bundestagspräsident und CDU-Politiker Norbert Lammert bewahren will, ist nicht die bestehende Ordnung, sondern eine als wertvoll und bedroht angesehene Sache, beispielsweise die Rolle des Parlaments:</p>
<blockquote><p>Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern das Parlament bestimmt und kontrolliert die Regierung.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: 70%;"><a href="https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/reden/2009/009/247952" target="_blank" rel="noopener"><em>Rede vor dem Bundestag, Oktober 2009</em></a></span></p>
</blockquote>
<p>In einer Demokratie sei die Frage wichtig, „wer die Verantwortung für Entscheidungen trägt“. Lammert hat sich buchstäblich als Gralshüter der parlamentarischen und repräsentativen Demokratie profiliert, auch gegen den Populismus:</p>
<blockquote><p>Bei Plebisziten finden Sie später nie einen Verantwortlichen. Die schlagen sich alle in die Büsche, wenn&#8217;s schiefläuft.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: 70%;"><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/a-777864-3.html" target="_blank" rel="noopener"><em>„Der Spiegel“, Ausgabe 31/2011</em></a></span></p>
</blockquote>
<p>Über Migration wird heute oft diskutiert, als ob der gegenwärtige Zustand von Ewigkeit zu Ewigkeit gälte und als ob Europa vor einer völlig neuen und beispiellosen Herausforderung stehe.</p>
<blockquote><p>Das ist schlicht falsch. Die gesamte europäische Geschichte ist eine Migrationsgeschichte und man würde nur wenig übertreiben, wenn man sie als eine Abfolge von Migrationen beschriebe. Wenn uns die jüngere Geschichte etwas beigebracht hat, dann will ich sehr hoffen, dass es eben diese Erkenntnis ist: Dass dem Freiheitswillen von Menschen auf Dauer auch Mauer und Stacheldrahtzäune nicht im Wege stehen können. (&#8230;)</p>
<p>Deswegen bin ich geradezu fassungslos über eine europäische Debatte, die glauben machen will, das Problem der Migration sei dadurch zu lösen, dass wir in Europa wieder Zäune errichten. Es liegt die Zusatzfrage auf der Hand: mit Schießbefehl oder ohne?</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: 70%;"><a href="http://www.norbert-lammert.de/01-lammert/texte2.php?id=150" target="_blank" rel="noopener"><em>Paris, 17. Juni 2016</em></a></span></p>
</blockquote>
<p>An die Migrationsfrage knüpft sich oft die Frage nach der Leitkultur an. Auch in diesem Punkt distanziert sich Lammert vom Populismus:</p>
<blockquote><p>Der virtuelle Kanon von gemeinsamen Erfahrungen, Überzeugungen, Orientierungen, Traditionen einer Gesellschaft ist nicht ein für alle Mal fixiert, er wird ständig fortgeschrieben. Daran mitzuwirken sind alle eingeladen, die hier leben und bleiben wollen. Das, was man für die Leitkultur in Deutschland halten könnte, unterscheidet sich erkennbar von dem, was vor fünfzig Jahren, schon gar in der wechselhaften ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dafür gehalten wurde – und wird in weiteren fünfzig Jahren wieder etwas anders aussehen als heute.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: 70%;"><a href="https://blog.klassik-stiftung.de/norbert-lammert-leitkultur/" target="_blank" rel="noopener"><em>Weimar, Juni 2016</em></a></span></p>
</blockquote>
<p>Gerade als Konservativer bewahrt Norbert Lammert unsere Gesellschaft vor dem Stillstand: Er wacht über die Entwicklung unsere Kultur. Eine wertvolle Sache, die man als bedroht ansehen muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6 style="text-align: right;"><em>Bildnachweis:</em><br />
<em>By Heinrich-Böll-Stiftung (Flickr: Norbert Lammert) [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ANorbert_Lammert_(2).jpg">via Wikimedia Commons</a> (bearbeitet)</em></h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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		<title>Gustav Stresemann &#8211; Der aufgeklärte Konservative</title>
		<link>https://tell-review.de/gustav-stresemann-der-aufgeklaerte-konservative/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Dec 2017 08:38:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gustav Stresemann]]></category>
		<category><![CDATA[Konservative]]></category>
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					<description><![CDATA[Gustav Stresemann näherte sich dem Neuen aus konservativer Weltsicht an. In den 1920er Jahren machte er sich die Demokratie zu eigen – und wurde dafür von den Reaktionären gehasst wie kaum jemand sonst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Mit welchen Konservativen würden wir uns gern bei einem Glas Wein unterhalten? Das war die Ausgangsfrage für die kleine &#8222;Hall of Fame&#8220;, mit der wir unsere Reihe zum <a href="http://tell-review.de/?s=Konservatismus&amp;category_name=&amp;submit=Suche" target="_blank" rel="noopener">Konservatismus</a> fortführen.<br />
Woran erkennt man „Konservative im besten Sinn des Worts“? Am dialektischen Denken: Sie erneuern, was sie bewahren wollen. Jedes Redaktionsmitglied hat sich eine(n) Konservative(n) ausgesucht. Immer Montags veröffentlichen wir ein Porträt.</p>
<p>Weitere Beiträge:<br />
<a href="http://tell-review.de/norbert-lammert-der-gralshueter/" target="_blank" rel="noopener">Norbert Lammert – Der Gralshüter</a><br />
<a href="http://tell-review.de/theodor-w-adorno-der-heimatbewusste/" target="_blank" rel="noopener">Theodor W. Adorno – Der Heimatbewusste</a><br />
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<a href="http://tell-review.de/navid-kermani-der-erzaehler/" target="_blank" rel="noopener">Navid Kermani – Der Erzähler</a><br />
<a href="http://tell-review.de/hans-aeppli-der-distinguierte/" target="_blank" rel="noopener">Hans Aeppli – Der Distinguierte</a><br />
</div></div></p>
<p><span class="dropcap">D</span>er Wille, Bewährtes zu bewahren, macht das Wesen des und der Konservativen aus. Doch wer bewahren will, muss offen für das Neue sein. Sonst geht das Neue über das Alte hinweg. Genau das unterscheidet den aufgeklärten Konservativen vom Reaktionär, der auf das Neue immer nur mit der Sehnsucht nach dem Alten reagiert. &#8222;I want my country back!&#8220; Nicht zufällig wurde der Schlachtruf der Tea-Party-Bewegung zur weltweiten Parole der Neuen Rechten. Aus der Sicht der Rechten hat ihnen das Neue ihr Land gestohlen, das Neue ist nichts, womit sich eine Auseinandersetzung lohnt.</p>
<p>Dieses Grundmuster findet man übrigens nicht erst bei der Neuen Rechten. In den 20er Jahren wollten die Reaktionäre ebenfalls Deutschlands Größe „zurückhaben“, eine Größe, die ihnen vorgeblich die verhasste Demokratie und das „Friedensdiktat von Versaille“ geraubt hatte, also „der Westen“. Dass das Kaiserreich an seiner eigenen Hybris zugrunde ging, spielt dabei keine Rolle.</p>
<p>In Krisenzeiten haben solche rückwärtsgewandten Rattenfänger Konjunktur. Auf einmal werden bisher zurückhaltende Konservative anfällig für reaktionäre „Land-Zurück-Parolen“. Genau das geschah in der Weimarer Republik. Die Republik als Staatsform lag so weit jenseits der damaligen konservativen Koordinaten, dass noch die plumpsten Revoluzzerparolen von rechts außen im konservativen Milieu verfingen.</p>
<p>Umso größer ragte in der Weimarer Republik ein konservativer Politiker heraus, der ursprünglich ebenfalls Deutschlands Größe festigen wollte und der dann akzeptieren musste, dass es Deutschland und seine Größe nur in der Kooperation mit anderen Ländern gibt. Gustav Stresemann ist für mich der Konservative des Jahrhunderts. Denn aus konservativer Weltsicht näherte er sich dem Neuen an, der ihm ursprünglich verdächtigen Demokratie, und machte sie sich zu eigen. Dafür wurde er von den Reaktionären gehasst wie kaum jemand sonst. &#8222;Stresemann / verwese man!&#8220;, tönte es an den Stammtischen. Und der Jubel von rechts bei seinem Tod im Jahr 1929 war unverhohlen.</p>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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		<title>Berechtigte Sorgen oder Angstmacherei?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2017 07:07:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Buch <em>Heimatlos</em> von Ulrich Greiner hat auf einer tell-Sitzung zu heftigen Diskussionen geführt. Ein schriftliches Streitgespräch zwischen Anselm Bühling und Lars Hartmann, mit einer Schlussbemerkung von Sieglinde Geisel – ein weiterer Beitrag in unserer Reihe zum Konservatismus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Was heißt es heute, konservativ zu sein? Warum fühlen sich Intellektuelle von diesem Denken angezogen, und wo liegt die Grenze zum Rechtspopulismus? Mit diesen Fragen setzt sich tell in einer Reihe von Beiträgen auseinander.</p>
<p>Bisher erschienen:</p>
<ul>
<li><a href="http://tell-review.de/unheilige-allianzen/" target="_blank" rel="noopener">Unheilige Allianzen</a>. <a href="http://tell-review.de/author/hartmut-finkeldey/" target="_blank" rel="noopener">Hartmut Finkeldey</a> über Ulrich Greiners Buch <em>Heimatlos</em></li>
<li><a href="http://tell-review.de/von-arschloechern-und-opfern/" target="_blank" rel="noopener">Von Arschlöchern und Opfern</a>. <a href="http://tell-review.de/author/sieglinde-geisel/" target="_blank" rel="noopener">Sieglinde Geisel</a> über eine Diskussion im Literarischen Colloquium Berlin</li>
<li><a href="http://tell-review.de/wider-die-verhunzung-des-konservatismus/" target="_blank" rel="noopener">Wider die Verhunzung des Konservatismus</a>. <a href="http://tell-review.de/author/herwig-finkeldey/" target="_blank" rel="noopener">Herwig Finkeldey</a> zur politischen Entwicklung von Thomas Mann</div></div></li>
</ul>
<p><strong>Anselm Bühling: </strong>Ich finde Ulrich Greiners Buch <em>Heimatlos</em> gedanklich bestürzend schlampig und darin auch wieder symptomatisch. Denn es ist vor allem ein Befindlichkeitsdokument. Zwar ist es ganz in Ordnung, seinen Befindlichkeiten Ausdruck zu verleihen. Aber ich wünsche mir keine Politik, die sich in erster Linie an solchen Befindlichkeiten orientiert – ob es nun Greiners Befindlichkeiten sind oder meine oder sonst jemandes.</p>
<p><strong>Lars Hartmann: </strong>Dann haben wir beide ein sehr unterschiedliches Buch gelesen. In der Tat: Greiner formuliert eine Sichtweise auf die Welt, teils polemisch und zuspitzend, und damit ist das Buch in gewisser Hinsicht nichts weiter als eine Meinung. Das zeigt bereits der auf Subjektivität deutende Untertitel „Bekenntnisse“ an. Wir denken dabei an Augustinus und Rousseau, womit wir voll im europäischen und eben nicht nur im völkischen Kontext von Kultur sind. Diese Ausführungen macht Greiner nicht schlampig. Er führt Gründe für seine Sicht an – die man teilen kann oder eben nicht. Ich gehöre zu denen, die sie in weiten Passagen teilen. Du teilst sie nicht. Ich halte beispielsweise Merkels Einwanderungspolitik vor zwei Jahren (offene Grenzen ohne Absprache mit EU-Partnern) für verheerend. Aber in Bezug auf die Fragen handelt es sich um Überzeugungen und Sichtweisen.</p>
<h3>Kultur und Identität</h3>
<p><strong>A.B.:  </strong>Wo es um Kultur geht, enthält das Buch sachkundige und differenzierte Passagen – hier ist Greiner erkennbar zu Hause, also gerade nicht heimatlos. Und seine Bedenken in Sachen Sterbehilfe und Reproduktionsmedizin sind mir teilweise nahe.<br />
In anderen Bereichen finde ich das Buch eher deprimierend. Zwei Kapitel befassen sich mit Identität – eins mit &#8222;deutscher&#8220; Identität, an der dem Autor offenkundig liegt, und eins mit linker Identitätspolitik, die er mit den Argumenten des  Politikwissenschaftlers Mark Lilla kritisiert. <span class="pull-right">Kultur ist ein Können, eine lang eingeübte Praktik.<br />
<em>Lars Hartmann</em></span>Dass es einen Zusammenhang zwischen beidem gibt, scheint Greiner nicht aufgefallen zu sein. Die Räsonnements zum Eigenen und zum Fremden, zur Leitkultur und zur Islamkritik, sind Elemente einer Ausgrenzungslogik, die Greiner an keiner Stelle wieder einfängt. Da geht es darum, die Gesellschaft in Menschen erster und zweiter Klasse einzuteilen: auf der einen Seite die Träger der Leitkultur und auf der anderen Seite die Kulturfremden, die a priori im Verdacht stehen, Gegner dieser Leitkultur zu sein und die diesen Verdacht durch fortlaufende Anpassung immer wieder von Neuem ausräumen müssen.</p>
<p><strong>L. H.:  </strong>Gerade in der Identitätspolitik differenziert Greiner und führt Argumente an: Er redet dem Eignen nicht als reinem Selbstzweck das Wort, damit alles rassisch schön rein bleibt –  genau diese Sicht hält er für Quatsch. Deutsche Kultur ist allerdings ein Traditionszusammenhang, der sich in der Geschichte aufbaute und sich kontinuierlich entwickelt hat, oft in mühevollen Kulturkämpfen. Das hat nichts mit Ausgrenzungslogik zu tun, sondern damit, dass man in diese Dinge hineinwachsen muss. Kultur ist ein Können, eine lang eingeübte Praktik.</p>
<h3>Islam und Christentum</h3>
<p><strong>A.B.: </strong>Bei Greiners Islamkritik – und nicht nur bei ihm – fällt mir auf, dass sie sich gerade nicht auf bestimmte Ausprägungen und Ansichten beschränkt, sondern aufs Ganze geht. Es ist eine Sache zu sagen: Ein Religionsverständnis, das Morde und Unterdrückung anderer als gerechtfertigt ansieht, ist inakzeptabel. Es ist eine andere Sache zu sagen: Das Christentum ist unsere Religion, es ist die bessere Religion und gehört hierher; der Islam ist die fremde und schlechtere Religion und gehört nicht hierher. Mit der zweiten Aussage zieht man einen Trennungsstrich: Wer sich in dieser Gesellschaft als Muslim versteht, gehört zunächst einmal nicht dazu, er muss seine Integrationsfähigkeit grundsätzlich unter Beweis stellen.</p>
<p><strong>L.H.: </strong>Die Islamisierung ist in Greiners Sicht nicht einfach eine Behauptung, sondern er begründet, weshalb besonders bei Flüchtlingen aus dem islamischen Kulturraum Probleme bestehen. Dies sind Befürchtungen, die sich nicht einfach beiseiteschieben lassen. Ich lasse hier das komplette Zitat sprechen:</p>
<blockquote><p>Es ist leicht zu sehen, dass der Vorrat solcher Gemeinsamkeiten nicht bei allen zugewanderten Menschen gleich groß ist. Die vielen hunderttausend Flüchtlinge, die 2015 und später nach Deutschland kamen, stammen mehrheitlich aus dem islamischen Kulturkreis, und ihre Vorstellungen von Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit unterscheiden sich erheblich von den unsrigen. Die Warnung vor einer Islamisierung ist keineswegs absurd, auch wenn sie von ressentimentgeladenen Demonstranten an die Wand oder auf die Transparente gemalt wurde. Ich zweifle daran, dass die Eingliederung so vieler Menschen, denen unsere Kultur und Geschichte fremd sind, in absehbarer Zeit gelingen kann. Im Übrigen glaube ich nicht, dass es einen generellen Fremdenhass in diesem Land gibt. Kroaten und Polen, Ukrainer und Russen, die hier in nennenswerter Anzahl leben, haben zuweilen mit abschätzigen Reaktionen zu tun, doch nicht mit einer Pogromstimmung – ganz zu schweigen von Japanern, Italienern, Franzosen und vielen anderen Ausländern. Angenommen, Island müsste wegen eines Vulkanausbruchs evakuiert werden, und alle Isländer müssten hier unterkommen– es wäre ein Problem, aber ein lösbares.</p></blockquote>
<p><strong>A.B.: </strong>An diesem Zitat kann ich ganz gut zeigen, wo mir unheimlich zumute wird. Was Greiner nicht explizit sagt, aber insinuiert: Die Anwesenheit bestimmter Menschen &#8222;in nennenswerter Anzahl&#8220; in diesem Land löst eine Pogromstimmung aus; sie stellt ein unlösbares Problem dar. Also sollten solche Menschen nicht &#8222;in nennenswerter Anzahl&#8220; in diesem Land anwesend sein. Und sofern sie da sind, sollten sie verschwinden.<br />
Greiner beschwört hier eine &#8222;Pogromstimmung&#8220; um nahezulegen, dass diejenigen, gegen die sie sich richtet, verschwinden sollten, um das Problem zu lösen. Damit kann man auch die antisemitischen Pogrome im 19. Jahrhundert rechtfertigen. Auch damals war es so, dass in den betreffenden Orten „in nennenswerter Anzahl“ Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund lebten. Ob Greiner das bewusst ist oder nicht: Man darf ihm so etwas nicht durchgehen lassen.</p>
<h3>Differenzen und Einflüsse</h3>
<p><strong>L.H.: </strong>Ich lese aus diesen Sätzen kein Beschwören einer Pogromstimmung heraus, ganz im Gegenteil: Es gibt eine Ablehnung, die auf kulturellen Brüchen und Differenzen beruht. Insofern ist dies ein Plädoyer dafür, dass wir uns sehr genau überlegen und prüfen sollten, wenn wir uns dauerhaft ins Land holen.<br />
Die Unterscheidung zwischen dem Eigenem und dem Fremdem ist teils ausgrenzend, da gebe ich dir Recht. <span class="pull-left">Ist es schon &#8218;Islamisierung&#8216;, wenn die muslimische Minderheit deutlicher präsent ist?<br />
<em>Anselm Bühling</em></span>Doch halte ich diese Apodiktik für keinen Fehler, und das von dir kritisierte Zitat lese ich nicht inkriminierend. Die hier lebenden Muslime haben sich an die bestehenden Gesetze zu halten, sie sind Bürger dieses Landes mit einer bestimmten Kultur, mögen sie glauben, was sie wollen. Etwas moderater sehe ich es, was die Förderung von liberalen Strömungen im Islam betrifft. Hier sollte ein Staat fördern, helfen, unterstützen. Nicht aus moralischen Gründen, sondern rein pragmatisch, um den Laden ruhig zu bekommen.</p>
<p><strong>A.B.: </strong>Was mich an dem Zitat beunruhigt, gilt für das ganze Buch: Greiner schränkt eben nicht klar ein. Es geht ihm um viel mehr als nur darum, dass bestimmte Verhaltensweisen nicht toleriert werden dürfen – Übergriffe gegen Frauen, Schwulenfeindlichkeit, Antisemitismus, Zwangsverheiratung, you name it. Es geht ihm darum, den Unterschied zwischen dem christlichen und dem islamischen Kulturraum möglichst fundamental darzustellen. Und es geht ihm darum, die Gefahr einer &#8218;Islamisierung&#8216; zu vermeiden. Was er darunter genau versteht, sagt er nicht. Hält er die deutsche und europäische Kultur für so schwach, dass sie angesichts einer etwas größeren muslimischen Minderheit in sich zusammensackt und es zu einem Houellebecqschen Unterwerfungsszenario kommt?  Oder ist es für ihn schon &#8218;Islamisierung&#8216;, wenn diese Minderheit im öffentlichen Leben deutlicher präsent ist?<br />
Greiner sagt an keiner Stelle unmissverständlich: Ich habe kein Problem mit Muslimen, die hier leben und arbeiten und sich an die Gesetze halten. Er sagt an keiner Stelle, was du oben sagst, nämlich dass man auf liberale Strömungen innerhalb des Islam aktiv zugehen und sie fördern sollte.</p>
<h3>Trittbrettfahrer?</h3>
<p><strong>Sieglinde Geisel: </strong>Wenn ich eure Diskussion verfolge, erkenne ich folgenden Grundkonflikt: Welche Sorgen sind berechtigt (um das Land, die Heimat, die Zukunft), und was ist inszenierte Bedrohung und manipulative Angstmacherei? Die Neue Rechte lebt von der Angst, deshalb baut sie systematisch Bedrohungsszenarien auf. Intellektuelle wie Greiner springen auf dieses Trittbrett auf. Symptomatisch ist ja auch, dass Greiner sein Konservativsein als „Lebensgefühl“ beschreibt, nicht als eine politisch durchdachte Haltung.<br />
Ich finde interessant, was Greiner mit dem Begriff „konservativ“ verbindet und für sich in Anspruch nimmt: Es gehe darum, „dem Vergessenen und Verlorenen zu seinem Recht [zu] verhelfen“. Er hält es für konservativ, dass er „die bedeutenden Kunstwerke unserer reichen Vergangenheit mit größerer Aufmerksamkeit als früher“ rezipiert. Als würden Linke keine Klassiker lesen!<br />
Sogar der Glaube ans ewige Leben gehört zu seinem Konservativsein. Greiner bemüht dazu das Bibelzitat „Denn Staub bist du, und zu Staub kehrst du zurück“ und sagt dazu im Anschluss:</p>
<blockquote><p>Was nach dem Staub war und was vor dem Staub gewesen sein wird, ist in jedem Fall mehr als das schiere Nichts. – Dies ist vermutlich der allerkonservativste Gedanke meiner konservativen Bekenntnisse.</p></blockquote>
<p>Ich würde das Wort konservativ hier gern durch spirituell ersetzen.<br />
Am meisten wundert mich die Art und Weise, wie Greiner das Christentum für die konservative Sache vereinnahmt. Die Bergpredigt scheint er auszublenden, sonst dürfte er nicht nur das Eigene gegen das Fremde verteidigen, sondern müsste sich auch um das Schicksal der „Geringsten“ kümmern, derjenigen, die tatsächlich ihre Heimat verloren haben. Dieser Heimatlose, der jeden Abend in sein warmes Bett steigen kann, spricht davon mit keinem Wort.<br />
Ich erinnere mich an die Diskussion, die wir an der tell-Redaktionssitzung über Greiners <em>Heimatlos</em> geführt haben. Nach ein paar Flaschen Wein stand auf einmal ein Wort im Raum: „Schein-Rationalität“. Google kennt nur Scheinrabatte, Scheinriese, Scheinschwangerschaft, Scheinselbständigkeit. Offenbar ein neues Wort, das wir dringend brauchen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6 style="text-align: right;"><em>Beitragsbild: Greifensee, MS Heimat</em><br />
<em> Von Roland Zh (Eigene Arbeit) [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGreifensee_-_MS_Heimat_IMG_2523.jpg">via Wikimedia Commons</a></em></h6>
<hr />
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		<title>Von Arschlöchern und Opfern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2017 12:10:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Rechte]]></category>
		<category><![CDATA[Populismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine spannende Diskussion gestern im LCB: Per Leo und Wolfgang Ullrich analysieren die Beschädigungen des öffentlichen Diskurses durch die Fundamentalopposition der Rechten. tell hat mitgeschrieben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Was heißt es heute, konservativ zu sein? Warum fühlen sich Intellektuelle von diesem Denken angezogen, und wo liegt die Grenze zum Rechtspopulismus? Mit diesen Fragen setzt sich tell in einer Reihe von Beiträgen auseinander.</p>
<p>Bisher erschienen:</p>
<ul>
<li><a href="http://tell-review.de/wider-die-verhunzung-des-konservatismus/" target="_blank" rel="noopener">Wider die Verhunzung des Konservatismus</a>. <a href="http://tell-review.de/author/herwig-finkeldey/" target="_blank" rel="noopener">Herwig Finkeldey</a> zur politischen Entwicklung von Thomas Mann</li>
<li><a href="http://tell-review.de/unheilige-allianzen/" target="_blank" rel="noopener">Unheilige Allianzen</a>. <a href="http://tell-review.de/author/hartmut-finkeldey/" target="_blank" rel="noopener">Hartmut Finkeldey</a> über Ulrich Greiners Buch <em>Heimatlos</em></li>
<li><a href="http://tell-review.de/berechtigte-sorgen-oder-angstmacherei/" target="_blank" rel="noopener">Berechtigte Sorgen oder Angstmacherei? </a>Eine Debatte über Ulrich Greiners <em>Heimatlos</em></li>
</ul>
<p></div></div><br />
<span class="dropcap">B</span>ei der Rede der Neuen Rechten gehe es nicht um das Was, sondern das Wie, so Per Leo, Mitverfasser des Bandes <em>Mit Rechten reden. </em>Die Essenz dieser neu-rechten Rede sei nicht rechtes Gedankengut, sondern ein Bedrohungspopanz. Dabei oszillieren die Rechten zwischen der Rolle als Arschloch und als Opfer. In der Arschloch-Attitüde stören sie den herrschenden Diskurs, mit dem Opferstatus immunisieren sie sich gegen Kritik.</p>
<p>Das Wie des rechten Redens besteht in polemischen Sprachspielen: die Herstellung von Freund-Feind-Konstellationen, gezielte Unterstellungen und Provokation. Diese Taktiken leben vom reflexhaften Widerspruch der Gegenseite.</p>
<p>Empfohlenes Gegengift? Mit den Rechten über nicht-rechte Themen reden, also Taten fordern statt Worten. Und Gelassenheit. Statt eines Aufschreis ein freundliches Nachfragen: „Wie meinen Sie denn das, Herr Gauland, mit dem Entsorgen?“</p>
<p>Bekennen sei kein Handeln, so der Historiker Wolfgang Ullrich, der Autor von <em>Wahre Meisterwerte. </em>Mit dem Bekenntnis zu irgendwelchen schwammigen Werten werde eine Moralkulisse aufgebaut, die von den eigentlichen Debatten ablenke. Werte sind keine Realität, sie müssen geschaffen und inszeniert werden, genau das macht sie so attraktiv. Ullrich sieht die Gesellschaft in zwei Klassen gespalten: eine Werte-Aristokratie, die ihre Werte ausdrücken und zur Schau stellen kann, und den stummen Rest, der sich nicht darstellen kann und deshalb nicht gesehen wird.</p>
<p>Vielleicht sind gar nicht die Rechten das Hauptproblem, so schwante einem an diesem anregenden Abend, sondern „die intellektuell ausgebluteten Linken“ (Per Leo). Sie haben den aufwühlenden Narrativen von Heimat und Wertzerfall nichts Attraktives entgegenzusetzen. Währenddessen besetzen die rechten Intellektuellen von Schnellroda ehemals linke Themen: Sie sind heute die Avantgarde der Kapitalismus-Kritik, paradoxerweise in Verbindung mit neo-liberalem Gedankengut.</p>
<p>(Ein Mitschnitt des Gesprächs wird am 8. Oktober von 0.05 bis 1:00 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur gesendet.)<br />
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"><br />
<div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><br />
Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn<br />
<strong>Mit Rechten reden. Ein Leitfaden</strong><br />
Klett-Cotta 2017 · 183 Seiten · 14 Euro<br />
ISBN: 978-3608961812<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/360896181X/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783608961812" target="_blank" rel="noopener">buecher.de</a><img decoding="async" style="display: none !important;" hidden="" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --> oder im lokalen Buchhandel<br />
</div></div><br />
<div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="11282" data-permalink="https://tell-review.de/von-arschloechern-und-opfern/cover_per-leo/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?fit=1800%2C2952&amp;ssl=1" data-orig-size="1800,2952" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Cover_Per Leo" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?fit=628%2C1030&amp;ssl=1" class="alignleft size-medium wp-image-11282" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo-183x300.jpg?resize=183%2C300" alt="" width="183" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?resize=183%2C300&amp;ssl=1 183w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?resize=49%2C80&amp;ssl=1 49w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?resize=768%2C1260&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?resize=628%2C1030&amp;ssl=1 628w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?resize=1300%2C2132&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?resize=300%2C492&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Per-Leo.jpg?w=1800&amp;ssl=1 1800w" sizes="(max-width: 183px) 100vw, 183px" /></div></div></div><br />
</div></div><br />
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"><br />
<div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><br />
Wolfgang Ullrich<br />
<strong>Wahre Meisterwerte. Stilkritik einer neuen Erkenntniskultur</strong><br />
Wagenbach 2017 · 176 Seiten · 18 Euro<br />
ISBN: 978-3803136688<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3803136687/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783803136688" target="_blank" rel="noopener">buecher.de</a><img decoding="async" style="display: none !important;" hidden="" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --> oder im lokalen Buchhandel<br />
</div></div><br />
<div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="11284" data-permalink="https://tell-review.de/von-arschloechern-und-opfern/cover_meisterwerte/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Meisterwerte.jpg?fit=280%2C445&amp;ssl=1" data-orig-size="280,445" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Cover_Meisterwerte" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Meisterwerte.jpg?fit=280%2C445&amp;ssl=1" class="alignleft size-medium wp-image-11284" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Meisterwerte-189x300.jpg?resize=189%2C300" alt="" width="189" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Meisterwerte.jpg?resize=189%2C300&amp;ssl=1 189w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Meisterwerte.jpg?resize=50%2C80&amp;ssl=1 50w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/10/Cover_Meisterwerte.jpg?w=280&amp;ssl=1 280w" sizes="auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px" /></div></div></div><br />
</div></div></p>
<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br />
Von Sieglinde Geisel</h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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		<title>Unheilige Allianzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hartmut Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Oct 2017 10:12:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
		<category><![CDATA[PC]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Literaturkritiker Ulrich Greiner legt mit "Heimatlos" eine konservative Bekenntnisschrift vor. Sein Verständnis des Konservatismus erliegt jedoch immer wieder den Erzählungen der Neuen Rechten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Was heißt es heute, konservativ zu sein? Warum fühlen sich Intellektuelle von diesem Denken angezogen, und wo liegt die Grenze zum Rechtspopulismus? Mit diesen Fragen setzt sich tell in einer Reihe von Beiträgen auseinander.</p>
<p>Bisher erschienen:</p>
<ul>
<li><a href="http://tell-review.de/berechtigte-sorgen-oder-angstmacherei/" target="_blank" rel="noopener">Berechtigte Sorgen oder Angstmacherei? </a>Eine Debatte über Ulrich Greiners <em>Heimatlos</em></li>
<li><a href="http://tell-review.de/von-arschloechern-und-opfern/" target="_blank" rel="noopener">Von Arschlöchern und Opfern</a>. <a href="http://tell-review.de/author/sieglinde-geisel/" target="_blank" rel="noopener">Sieglinde Geisel</a> über eine Diskussion im Literarischen Colloquium Berlin</li>
<li><a href="http://tell-review.de/wider-die-verhunzung-des-konservatismus/" target="_blank" rel="noopener">Wider die Verhunzung des Konservatismus</a> – <a href="http://tell-review.de/author/herwig-finkeldey/" target="_blank" rel="noopener">Herwig Finkeldey</a> zur politischen Entwicklung von Thomas Mann<br />
</div></div></li>
</ul>
<p><span class="dropcap">W</span>as mach&#8216; ich nur mit diesem Buch? Immer wieder möchte ich innerhalb weniger Zeilen ein kleines „Er hat ja Recht“ und dann ein großes „Oh je“ annotieren.</p>
<p>Die Grundstruktur des Buchs ist rasch erklärt: Ulrich Greiner versteht sich als Konservativer, und zwar als ex-linker: Ein Kapitel ist seiner Heimkehr zum Konservatismus speziell wegen 1989 gewidmet. Greiner konstatiert eine kulturelle Hegemonie der Linken, die ihn, so der Buchtitel, „heimatlos“ mache. Es geht um Genderismus und Multikulturalismus, um die Stellung des Christentums und die Leitkulturdebatte, aber auch um den Selbstoptimierungswahn und, nicht zuletzt, um die Ehe für alle, die Greiner aufs Absurdeste mit der Debatte um die künstliche Befruchtung verquickt. Nichts daran ist wirklich neu, das alles konnten wir in den letzten Jahren immer wieder nachlesen, verstärkt seit Trumps Wahlsieg – ganz abgesehen davon, dass der Kulturkampf zwischen „links“ (wie immer das verstanden wird) und „konservativ“ (was immer das sei) seit Jahrzehnten schwelt, man denke etwa an Heinrich Böll versus Peter Boenisch.</p>
<h3>Das Wahre im abgrundtief Falschen</h3>
<p>Nur schüttet Greiner das Kind immer wieder schwungvoll mit dem Bade aus. Wer jetzt an die pseudofeministische Debatte über das <a href="http://tell-review.de/im-inneren-des-gedichts/" target="_blank" rel="noopener">Gomringer-Gedicht </a>denkt oder sich an die Treibjagd auf <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/westfalen-blatt-kolumnistin-barbara-eggert-ich-kann-nichts-homophobes-an-meinem-text-finden-1.2491169" target="_blank" rel="noopener">Barbara Eggert</a> erinnert, der weiß: Bestimmte Spielarten dekonstruierenden Denkens sind längst zur Neo-Inquisition mutiert. Den Gender-Gaga beispielsweise empfinde auch ich als schwer erträglich. An dieser Stelle wird auch verstehbar, warum die AfD für eine bestimmte Spielart konservativer Intelligenz so attraktiv ist, Stichwort Marc Jongen, seines Zeichens Philosoph und AfD-Funktionär.</p>
<p>Denn genau das ist das Problem, das wir mit der Neuen Rechten haben: Man kann ihr immer wieder diese Momente des Wahren im abgrundtief Falschen attestieren. Mit anderen Worten: Die Feminismuskritik Greiners zielt nicht völlig daneben, und doch geht sie völlig fehl. Denn Greiner tut (nicht anders als Marc Jongen) eben so, als zappele tatsächlich ganz Deutschland hilflos und dauerhaft im Würgegriff der PC. Gibt es islamistischen Terror? Offenkundig ja! Und natürlich muss man die islamische Welt damit konfrontieren. Aber einen islamistischen Masterplan, Europa zu überrennen, den gibt es eben nicht. Gab es vor 1989 Linke, die die DDR verharmlost haben? Ja, gab es. Aber es hat doch nicht „die“ bundesdeutsche Linke den Ostblock verharmlost – oder zählen Heinrich Böll, Peter Rühmkorf und Günter Grass nicht mehr? Ulrich Greiner erliegt den Erzählungen der Neuen Rechten immer wieder, weil er einige kleine Wahrheiten für das ganze Bild hält. So ist er etwa der Pegida-Lüge aufgesessen, nach der man nicht mehr Weihnachtsmarkt sagen dürfe, sondern Wintermarkt sagen müsse. Dieser peinliche Missgriff ist kein Zufall. Greiner tappt hier in eine selbst gestellte Falle. Zwar grenzt er sich glaubwürdig gegen AfD und Pegida ab, doch inhaltlich gebärdet er sich bisweilen wie ein AfD-Pressesprecher. Sogar den ersichtlich absurden „Lügenpresse“-Vorwurf will er zumindest „ernst nehmen“.</p>
<h3>Kulturelle Hegemonie der Linken?</h3>
<p>„Die“ Linke übt also seit Jahrzehnten kulturelle Hegemonie aus, „links-grün versifft“ nennt es die AfD, und wieder unterscheiden sich Greiner und AfD nur noch in der Wortwahl. Aber wo ist sie denn, die kulturelle Hegemonie der Linken? In Fernsehrunden, mit einem Claus Strunz als Moderator? Und wenn wir an Antonio Gramsci denken: Wie viel reale Macht hat die Linke denn dank ihrer angeblichen kulturellen Hegemonie generieren können? Schon Böll spottete über Boenischs These von der Vormacht der Linken (die These ist uralt, schon Thomas Manns Betrachtungen lebten von ihr): Man erinnere sich, so Böll sarkastisch, immer noch an die jubelnden Volksmassen, die den studentischen Protest 68 begleitet hätten. Das gilt auch heute: Angesichts der Debatte könnte man meinen, die G20-Proteste seien von flächendeckendem Verständnis begleitet gewesen.</p>
<p>Ich hätte so gerne ein echtes konservatives Bekenntnis gelesen, finde aber wieder nur Vorurteile, Meinungsmulm, verquere Gedanken. Sogar de Maizières „Leitkultur“-Vorstellung wird bedingungslos gelobt. Greiner sollte es besser wissen: In einer Demokratie kann es keine Leitkultur geben, es sei denn um den Preis ihrer gewaltsamen Verordnung. Und natürlich gehört der Islam zu Deutschland, ob das Greiner nun schmeckt oder nicht, die Muslime leben ja hier. Und Goethe, Hitler, Kukucksuhren, Lederhosen, das Satiremagazin „Titanic“ sowie Bielefeld-West gehören ebenfalls zu Deutschland, denk mal an! Sogar Greiner und ich gehören dazu.</p>
<h3>Wutbürgerrede</h3>
<p>Konservatismus ist eine Haltung, die weiß, dass der Mensch sehr konkret, sehr widersprüchlich, sehr geschichtlich, sehr verletzlich ist. Eine Haltung, die weiß, wo sie auch mal fünf gerade sein lassen kann. Eine solche Haltung habe ich immer schon als Antidot gegen jene gemeingefährlichen linken Mythen empfunden, die seit 1789 davon träumen, im Glutofen der Revolution den neuen Menschen schmieden zu können.</p>
<p>Doch Greiner erliegt einem alten konservativen Minderwertigkeitskomplex, nämlich dem Glauben, aus der Zeit gefallen zu sein. Lebt das gesamte konservative Ethos inzwischen allein davon? Das wäre schade. Das Humanisierende, das Dämpfende, das dem konservativen Denken in seinen besten Momenten eignet – davon findet sich nichts in Greiners Buch. Ich sehe nur eine Wutbürgerrede, die fast alle derzeit bespielten Vorurteile wiederholt. Schon immer ist der Konservatismus unheilige Allianzen eingegangen, wenn er nichts mehr zu sagen hatte und sich aufs bloße Nörgeln verlegte.<br />
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"><br />
<div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><br />
Ulrich Greiner<br />
<strong>Heimatlos. Bekenntnisse eines Konservativen</strong><br />
Rowohlt Verlag 2017 · 160 Seiten · 19,95 Euro<br />
ISBN: 978-3498025366<br />
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</div></div><br />
<div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="11235" data-permalink="https://tell-review.de/unheilige-allianzen/u1_978-3-498-02536-6-indd/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?fit=1506%2C2469&amp;ssl=1" data-orig-size="1506,2469" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;U1_978-3-498-02536-6.indd&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="U1_978-3-498-02536-6.indd" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?fit=628%2C1030&amp;ssl=1" class="alignleft size-medium wp-image-11235" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover-183x300.jpg?resize=183%2C300" alt="" width="183" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=183%2C300&amp;ssl=1 183w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=49%2C80&amp;ssl=1 49w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=768%2C1259&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=628%2C1030&amp;ssl=1 628w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=1300%2C2131&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=300%2C492&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?w=1506&amp;ssl=1 1506w" sizes="auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px" /></div></div></div><br />
</div></div></p>
<h6 style="text-align: right;"><em>Beitragsbild:</em><br />
<em> German garden gnome</em><br />
<em> By Colibri1968 at English Wikipedia (Transferred from en.wikipedia to Commons.)<br />
[Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGerman_garden_gnome.jpg">via Wikimedia Commons</a></em></h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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