<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>NS-Verbrechen &#8211; tell</title>
	<atom:link href="https://tell-review.de/tag/ns-verbrechen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://tell-review.de</link>
	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Tue, 04 May 2021 06:52:39 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	

<image>
	<url>https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/02/cropped-favicon_tell-1.png?fit=32%2C32&#038;ssl=1</url>
	<title>NS-Verbrechen &#8211; tell</title>
	<link>https://tell-review.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">108311450</site>	<item>
		<title>Die Anklägerin</title>
		<link>https://tell-review.de/die-anklaegerin/</link>
					<comments>https://tell-review.de/die-anklaegerin/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 May 2021 06:52:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[NS-Verbrechen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=101765</guid>

					<description><![CDATA[Die Mannheimer Staatsanwältin Barbara Just-Dahlmann hat für Prozesse gegen NS-Verbrecher polnischsprachige Zeugenaussagen ausgewertet und übersetzt. Aus einem nebenberuflichen Einsatz wurde für sie eine Lebensaufgabe. Eine Erinnerung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Rosalia Bauer arbeitete im Februar 1943 in einer Apotheke, als sie sah, wie eine Bekannte ins Gefängnis geführt wurde. Sie hatte ihre kleine Tochter dabei, die an ihrer Schulter lehnte. „Pahl ging hinter den beiden mit gezogener Waffe her. [&#8230;] Plötzlich hörte ich einen Schuss und gleich nach dem Schuss sah ich, wie das Mädchen [&#8230;] blutüberströmt vor den Türen der Apotheke niederfiel.“ Am selben Tag sah sie eine weitere Gruppe von Juden, die ins Gefängnis gebracht wurden. Ein Mann hielt ein fünfjähriges Kind in den Armen. „Plötzlich sah ich [&#8230;], wie Pahl aus einer Waffe auf das Kind schoss, welches [&#8230;] zur Erde fiel und kein Lebenszeichen mehr von sich gab.“</p></blockquote>



<p class="has-drop-cap">Diese Schilderung stammt aus Omer Bartovs Buch <em>Anatomie eines Genozids</em>, das Ende März in meiner Übersetzung auf Deutsch erschienen ist. Bartov, Historiker an der Brown University in Providence (USA), rekonstruiert in dem Buch, wie sich der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung im Mikrokosmos der kleinen galizischen Stadt Buczacz abgespielt hat. Die Zeugin Rosalia Bauer berichtet von zwei willkürlichen Morden an Kindern, die der Polizist Peter Pahl, Angehöriger der deutschen Gendarmerie in Buczacz, innerhalb eines Tages beging. Es gibt zahlreiche Berichte über weitere Mordtaten Pahls und seiner Kollegen. Sie wirkten nicht nur bei der Durchführung der Massenerschießungen mit, sondern verbreiteten auch im Alltag Angst und Schrecken unter der jüdischen Bevölkerung des Ortes, die nach und nach vor aller Augen systematisch umgebracht wurde.</p>



<p>Bauers Aussage findet sich in Ermittlungsakten der <em>Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen</em> in Ludwigsburg. Die Zeugin wurde, ebenso wie viele andere Überlebende, auf Polnisch befragt. Unter den Vernehmungsprotokollen steht immer wieder eine Unterschrift:</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="438" height="120" data-attachment-id="101766" data-permalink="https://tell-review.de/die-anklaegerin/unterschrift_jd_ii/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Unterschrift_JD_II.jpg?fit=438%2C120&amp;ssl=1" data-orig-size="438,120" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1616281010&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="Unterschrift_JD_II" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Unterschrift_JD_II.jpg?fit=300%2C82&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Unterschrift_JD_II.jpg?fit=438%2C120&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Unterschrift_JD_II.jpg?resize=438%2C120&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-101766" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Unterschrift_JD_II.jpg?w=438&amp;ssl=1 438w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Unterschrift_JD_II.jpg?resize=300%2C82&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Unterschrift_JD_II.jpg?resize=80%2C22&amp;ssl=1 80w" sizes="(max-width: 438px) 100vw, 438px" /></figure></div>



<p>Der Umgang mit solchen Berichten geht an niemandem spurlos vorüber, das habe auch ich beim Übersetzen erfahren. Irgendwann begann ich mich zu fragen, wer hinter dieser Unterschrift steht: Wer war die Staatsanwältin, die alle diese entsetzlichen Schilderungen geprüft und dafür gebürgt hat, dass sie korrekt ins Deutsche übertragen wurden? Welche Rolle spielte sie bei der juristischen Aufarbeitung der NS-Morde, und wie hat sich das auf ihr Leben ausgewirkt? Ich gab ihren Namen in eine Suchmaschine ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Poznán nach Baden</h2>



<p>Barbara Dahlmann wird am 2.&nbsp;März&nbsp;1922 in Poznań (deutsch: Posen) geboren und wächst auf dem elterlichen Gut etwa zwanzig Kilometer nördlich der Stadt auf. Die Provinz Posen, vor dem Ersten Weltkrieg Teil des Deutschen Kaiserreichs, gehört damals zu Polen. 1939 macht Dahlmann ihr Abitur. Kurz darauf marschiert die deutsche Wehrmacht in Polen ein.</p>



<p>Während sich der Zweite Weltkrieg entfesselt, beginnt Dahlmann ein Studium der Philologie in Breslau. Im Oktober 1940 geht sie nach Freiburg im Breisgau und wechselt ins Jurastudium. Sie wird Assistentin des Strafrechtlers und Rechtsphilosophen Erik Wolf, der dem Nationalsozialismus nach anfänglicher Begeisterung inzwischen distanziert gegenübersteht. Nach ihrer Promotion 1944 kehrt sie für kurze Zeit ins Elternhaus zurück und arbeitet als Rot-Kreuz-Schwester im örtlichen Krankenhaus, bevor sie Anfang 1945 zusammen mit ihrer Mutter vor der heranrückenden Roten Armee nach Freiburg flieht. 1946 tritt sie in den badischen Justizdienst ein und wird 1953 – inzwischen verheiratet mit dem Richter Helmut Just – zur Staatsanwältin ernannt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Ein Unterschied wie Himmel und Hölle“</h2>



<p>1960 ist Barbara Just-Dahlmann beim Jugenddezernat der Staatsanwaltschaft in Mannheim tätig. Ende April – sie steckt mitten in einem Umzug – erhält sie eine dringende Anfrage der <em>Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen</em> in Ludwigsburg. Dort sind umfangreiche Aktenbestände aus Polen eingetroffen, die in kürzester Zeit ausgewertet werden müssen: Am 8.&nbsp;Mai, fünfzehn Jahre nach Ende des Krieges, gelten Verbrechen des Totschlags, der Körperverletzung oder Freiheitsberaubung mit Todesfolge, für die bis dahin kein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden ist, als verjährt. Für eine Übersetzung des Materials reicht die Zeit nicht mehr. Die Juristin, die aufgrund ihrer Herkunft fließend Polnisch spricht, soll die Dokumente direkt auf Inhalte auswerten, die Anlass zu Ermittlungsverfahren geben können. Am 2.&nbsp;Mai trifft sie in Ludwigsburg ein und vertieft sich in die Arbeit.</p>



<p>Zu diesem Zeitpunkt ist die Geschichte der Konzentrationslager, des Genozids an der jüdischen Bevölkerung und der massenhaften Morde und Gewaltverbrechen allgemein bekannt, und natürlich weiß auch Barbara Just-Dahlmann darüber Bescheid. Sie und ihr Mann haben das Buch <em>Der SS-Staat</em> von Eugen Kogon gelesen; Kogon war selbst sechs Jahre lang in Buchenwald inhaftiert und beschreibt das Lagersystem mit allen grausamen Details. Und doch ist sie nicht vorbereitet auf das, was ihr nun begegnet. In dem Dokumentationsband <em>Die Gehilfen</em>, den sie gemeinsam mit ihrem Mann herausgegeben hat, erinnert sie sich:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Es ist ein Unterschied wie Himmel und Hölle, ob man von diesem monströsesten Schlachthaus der Weltgeschichte durch nackte Zahlen und juristisch-nüchtern angedeutete Fakten hört oder ob einem durch die Schilderung von Zeugen Einzelerleben nach Einzelerleben vor Augen geführt und das in seinen Dimensionen unfaßbare Grauen bewußt wird.</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">„Täter“ oder „Gehilfen“?</h2>



<p>Barbara Just-Dahlmann entschließt sich, neben ihrem beruflichen Alltag als Staatsanwältin, weiter für die Zentrale Stelle in Ludwigsburg tätig zu sein. Über fünf Jahre lang, bis Ende 1966, übersetzt sie an ihren Abenden und Wochenenden Dokumente aus dem Polnischen. „Was dabei [&#8230;] zutage kam“, schreibt sie, „war so grauenhaft, dass es meinen Mann und mich damals fast in den Abgrund trieb.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">[&#8230;] wir sind hemmungslos weinend durch unsere Wohnung gelaufen, und anteilnehmende Freunde weinten mit uns.</p></blockquote>



<p>Die Staatsanwältin und der Richter beginnen, sich mit der juristischen Aufarbeitung von NS-Verbrechen in der Bundesrepublik zu befassen. Und je mehr sie erfahren, desto mehr Fragen haben sie:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Wir wurden hellhörig: Die Strafen: zehn Jahre, acht Jahre, fünf Jahre für zigfache Mörder oder Totschläger! So viel verhängten unsere Richterkollegen doch für Raub, für Einbrecher in mehrfachem Rückfall, für Großbetrüger &#8230;? Und warum verurteilte man die Leiter von Exekutionen und andere führende Funktionäre nur als „Gehilfen“? Waren denn nur Hitler, Himmler und Heydrich noch als „Täter“ verantwortlich? [&#8230;] Das hatten wir aber in unserem Studium nicht gelernt, das widersprach der gesamten Strafrechtspraxis unseres Berufsalltags! [&#8230;] Damit mußten sich doch sofort unsere juristischen Fachzeitschriften, unsere Strafrechtslehrer an den Universitäten auseinandersetzen! Warum taten sie es nicht?</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Zehn Minuten Gefängnis für einen Mord</h2>



<p>„Wir wurden außerordentlich aktiv“, schreibt Just-Dahlmann in <em>Die Gehilfen</em>, und das scheint noch untertrieben: Zwischen 1960 und 1965 hält sie neben voller Berufstätigkeit und der nebenberuflichen Übersetzungsarbeit für Ludwigsburg insgesamt 74&nbsp;Vorträge – „in Schulen, vor Kirchengemeinden, vor Studenten, in Parteien, vor Gewerkschaften, in Universitäten, in Evangelischen Akademien sowie in der Evangelischen Akademikerschaft in verschiedenen Landesverbänden, vor Richtern und Staatsanwälten und Polizeibeamten“. </p>



<p>Am 29. November 1960 spricht sie in der Evangelischen Akademie in Loccum vor einem Forum protestantischer Juristen über die Arbeit der Zentralen Stelle. Sie nennt konkrete Beispiele für die Verbrechen, die dort verfolgt werden und erklärt, dass die Ermittlungen sich nicht gegen Mitläufer, sondern gegen Personen richten, die mit eigener Befehlsgewalt ausgestattet waren. Sie nennt auch die Hindernisse, auf die die Arbeit stößt: Die Zentrale Stelle habe erkennen müssen,</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>daß sie ihre Ermittlungsakten nicht einfach an jede beliebige Polizeidienststelle in der Bundesrepublik Deutschland schicken konnte, weil sie nicht wußte, ob die Akten dort nicht in die Hände eines Beamten geraten, der zu dem von ihr gesuchten Täterkreis gehört.</p></blockquote>



<p>Und sie macht darauf aufmerksam, dass die Angeklagten teils mit einer sonst völlig unüblichen und unverhältnismäßigen Milde behandelt werden. „Ein Toter gleich zehn Minuten Gefängnis“ – diese Formel würden die Ludwigsburger Staatsanwälte „in Zeiten der Resignation“ gebrauchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verbrecher beim Namen nennen</h2>



<p>Dieser Vortrag erregt landesweites Aufsehen. Medien wie die „Süddeutsche Zeitung“ und der <a href="https://www.spiegel.de/politik/bumke-schwieg-a-5ae952fb-0002-0001-0000-000043367877">„Spiegel“</a> berichten, und aus Polizeikreisen gehen Beschwerden beim Justizministerium von Baden-Württemberg ein. Just-Dahlmann wird zu einer Anhörung vorgeladen. Am nächsten Tag erklärt Justizminister Dr. Wolfgang Haußmann im Landtag, es sei zu prüfen, „ob aus ihren Äußerungen dienstrechtliche Folgerungen zu ziehen sind“. Dazu kommt es letztlich nicht – auch, weil Just-Dahlmann breite Unterstützung aus Justiz, Politik und Presse erhält.</p>



<p>Sie redet weiter öffentlich über das, was sie erfahren hat. Dabei nennt sie nicht nur die Verbrechen beim Namen, sondern auch die Verbrecher. Und sie erinnert die Zuhörenden sehr konkret daran, dass diese Verbrecher aus ihrer Mitte stammen – etwa im Februar 1963&nbsp; in einem Vortrag in Korntal bei Ludwigsburg:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Über Treblinka und Belsec [<em>sic!</em>] gibt es den sogenannten Gerstein-Bericht [&#8230;]. Gerstein war ein Mann, der hier in Ihren Kreisen gewohnt hat und vielen von Ihnen bekannt ist. Ich glaube, er war in der CSV früher. Freunde von uns, die auch hier sitzen, kennen ihn von früher. Er berichtet von einer Besichtigung, die er in Belsec und Treblinka durchgeführt hat. Dort brachte man die Menschen in luftdicht abgeschlossenen Räumen um, wobei man sich russischer Panzer bediente und Auspuffgase vermischt mit einem Zyklon-B-Gasgemisch in diese Kammern hineinströmen ließ. Wenn der Panzer nicht funktionierte, dauerte manchmal der Todeskampf bis zu anderthalb Stunden, und vor dieser qualvollen Zeit schnitt man den Frauen die Haare, um sie für U-Boot-Dichtungen und andere Zwecke zu verwenden.<br>[…]<br>Hierhin gehört auch das Beispiel von Prof. Clauberg, über den Sie vielleicht gelesen haben und den viele ältere Mediziner unter Ihnen kennen, der früher ein geachteter Frauenarzt war. […] Er hat Sterilisationsversuche an sechs- bis zwölfjährigen Mädchen vorgenommen, indem er ihnen ohne Narkose Säure in die Gebärmutter spritzte, um dem Führer das Geld zu sparen. Oder Prof. Hirth in Straßburg, bei dem Freunde von uns – Mediziner – als Studenten noch Vorlesungen gehört haben, der sich eine Schädelsammlung zugelegt hat, weil er an Schädeln interessiert war. Am lebendigen Objekt hat er sich die Schädel im Konzentrationslager Natzweiler ausgesucht – und anschließend wurden sie ihm geliefert. Bei der Besetzung sind sie bei ihm gefunden worden, weil er keine Zeit mehr gehabt hat, sie vor seiner Flucht zu vernichten.</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Verständigung durch Erzählen</h2>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="101771" data-permalink="https://tell-review.de/die-anklaegerin/muenchen-verleihung-des-theodor-heuss-preises/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?fit=513%2C800&amp;ssl=1" data-orig-size="513,800" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Bundesarchiv&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Verleihung des Theodor-Heuss-Preises an Oberstaatsanw\u00e4ltin Barbara Just-Dahlmann und an die Lebenshilfe f\u00fcr geistig Behinderte e.V. B\u00fcrgeraktion zum Schutze der Demokratie e.V. M\u00fcnchen&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;M\u00fcnchen, Verleihung des Theodor-Heuss-Preises&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="München, Verleihung des Theodor-Heuss-Preises" data-image-description="&lt;p&gt;Verleihung des Theodor-Heuss-Preises an Oberstaatsanwältin Barbara Just-Dahlmann und an die Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V. Bürgeraktion zum Schutze der Demokratie e.V. München&lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?fit=192%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?fit=513%2C800&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?resize=237%2C370&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-101771" width="237" height="370" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?w=513&amp;ssl=1 513w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?resize=192%2C300&amp;ssl=1 192w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?resize=51%2C80&amp;ssl=1 51w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/04/Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023_Muenchen_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg?resize=300%2C468&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 237px) 100vw, 237px" /></figure></div>



<p>Gemeinsam mit ihrem Mann versucht Barbara Just-Dahlmann auch, die juristische Fachwelt zur Auseinandersetzung mit der fragwürdigen Praxis zu bewegen, NS-Verbrecher nicht als Täter, sondern „wegen Beihilfe“ zu verurteilen. 1963 verfassen die beiden ein Schreiben, das im Namen des Koordinierungsrats für christlich-jüdische Zusammenarbeit an Strafrechtslehrer an deutschen Universitäten verschickt wird. Sie zählen darin konkrete Urteile auf und bitten um Stellungnahmen. Von 58 angeschriebenen Juristen antworten ganze neun. Auch Appelle an die juristischen Fachzeitschriften in Deutschland, der Auseinandersetzung mit den NS-Urteilen Raum zu geben, bleiben weitgehend erfolglos.</p>



<p>Just-Dahlmann tritt der Arbeitsgemeinschaft „Juden und Christen“ beim Deutschen Evangelischen Kirchentag bei. Sie engagiert sich für die deutsch-israelischen Beziehungen und unternimmt zahlreiche Reisen nach Israel. Und sie verlegt sich wieder aufs Erzählen. Nachdem sie ihre Mitmenschen auf die Täter hingewiesen hat, die aus ihren Kreisen stammen, macht sie sie nun darauf aufmerksam, dass unter ihnen auch Menschen leben, die dem Morden entkommen sind. Ihr Buch <em>Simon</em> handelt von einem Juden aus Ostgalizien, der die Shoah mit knapper Not überlebt und den es nach einer Odyssee nach Mannheim verschlägt, dort eröffnet er die „Kakadu Bar“.</p>



<p>1968 erregt Barbara Just-Dahlmann noch einmal in anderem Zusammenhang Aufsehen: Sie setzt sich in einem Vortrag auf dem Deutschen Juristentag in Nürnberg für eine Reform des Sexualstrafrechts ein. Damit trägt sie dazu bei, dass der „Homosexuellenparagraph“ 175 ein Jahr später entscheidend liberalisiert, wenn auch noch nicht abgeschafft wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ganz normale Menschen</h2>



<p>1988 veröffentlichen Just-Dahlmann und ihr Mann Helmut Just – beide sind inzwischen pensioniert – das Buch <em>Die Gehilfen</em>, in dem sie ihren Kampf gegen die Verurteilung von NS-Tätern wegen „Beihilfe“ dokumentieren. Im Rückblick fragen sie sich, was sie und ihre Mitstreiter erreicht haben. Ihre Bilanz fällt bitter aus: Zwar konnten sie dazu beitragen, dass Verfahren, die wegen Mordes eingeleitet wurden, nicht der Verjährung anheimfielen. Aber an der Praxis der Verurteilung wegen „Beihilfe“ hat sich nichts geändert. Im Gegenteil, seither waren neue juristische Schlupflöcher geschaffen worden.</p>



<p>Besonders erschüttert habe sie, so schreibt Barbara Just-Dahlmann in <em>Die Gehilfen</em>,</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>daß es sich bei den Menschen, die derartiges getan haben, [&#8230;] um sogenannte ganz normale Menschen handelt&#8230;, Menschen aus allen Berufsschichten, Menschen schlichtester Herkunft, Angestellte, Lehrer, Pfarrersöhne, sehr viele Akademiker, Ärzte. Die Akademiker, vorneweg Juristen mit dem Doppeldoktor, haben die Einsatzgruppen geleitet; Ärzte, in Zahlen von Hunderten, haben an den Gucklöchern den Erstickungstod mitangesehen. [&#8230;] Das ist eine Frage, die uns sehr beschäftigen sollte, wie es möglich ist, daß Menschen, die einem ganz nahe gestanden haben, plötzlich und zwar nicht nur, weil sie abkommandiert wurden, sondern [&#8230;] sich melden konnten, an einem Urlaubstag freiwillig an derartigen Dingen mitzuwirken oder sich derartige Grausamkeiten auszudenken. [&#8230;] Dinge, die weder Hitler noch Himmler noch irgend jemand je befohlen hat, sondern die den Gehirnen der einzelnen, die diese Dinge taten, entsprungen sind. Wie ist das möglich?</p></blockquote>



<p>Der Buczaczer Gendarm Peter Pahl, der zahlreiche Menschenleben auf dem Gewissen hat, setzte seine Polizeilaufbahn in der Bundesrepublik Deutschland fort, bis er 1964 pensioniert wurde. </p>



<p>Erst 1970 kam es zu einer Anklage gegen ihn. Im Jahr darauf starb er, ohne verurteilt worden zu sein.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Gedenkstätte des ehemaligen NS-Vernichtungslagers in Belzec. <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PL_Belzec_extermination_camp_6.jpg">Lysy</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>, via Wikimedia Commons<br>Unterschrift: Bundesarchiv<br>Barbara Just-Dahlmann bei der Verleihung der Theodor-Heuss-Medaille 1970:<br><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-F031133-0023,_M%C3%BCnchen,_Verleihung_des_Theodor-Heuss-Preises.jpg">Bundesarchiv, B 145 Bild-F031133-0023 / Storz / CC-BY-SA 3.0</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en">CC BY-SA 3.0 DE</a>, via Wikimedia Commons</h6>



<hr class="wp-block-separator"/>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"> <div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<p>Omer Bartov<br><strong>Anatomie eines Genozids</strong><br>Aus dem amerikanischen Englisch von Anselm Bühling<br>Jüdischer Verlag / Suhrkamp Verlag 2021 · 486 Seiten · 28 Euro<br>ISBN: 978-3-633-54309-0 <span><a href="javascript:"><img decoding="async" identifier="978-3-633-54309-0" identifiertype="2" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" class="citavipicker" src="data:image/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg" style="border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;"></a></span><br></p>



Bei <a href="https://mojoreads.de/book/?isbn=9783633543090&amp;ref=tell" title="Mit Ihrer Bestellung bei mojoreads unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mojoreads</a> oder im lokalen Buchhandel


</div></div> <div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://mojoreads.de/book/?isbn=9783633543090&amp;ref=tell" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="101819" data-permalink="https://tell-review.de/die-anklaegerin/cover-bartov/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?fit=1611%2C2560&amp;ssl=1" data-orig-size="1611,2560" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Cover-Bartov" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?fit=189%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?fit=648%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov.jpg?resize=223%2C354&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-101819" width="223" height="354" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=648%2C1030&amp;ssl=1 648w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=189%2C300&amp;ssl=1 189w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=50%2C80&amp;ssl=1 50w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=768%2C1220&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=967%2C1536&amp;ssl=1 967w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=1289%2C2048&amp;ssl=1 1289w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=1300%2C2066&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?resize=300%2C477&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Cover-Bartov-scaled.jpg?w=1611&amp;ssl=1 1611w" sizes="(max-width: 223px) 100vw, 223px" /></a></figure>


</div></div></div> </div></div>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"> <div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<p>Barbara Just-Dahlmann / Helmut Just<br><strong>Die Gehilfen</strong><br>NS-Verbrechen und die Justiz nach 1945<br>Athenäum Verlag 1988 · 328 Seiten<br>ISBN 978-3-610-08473-8 <span><a href="javascript:"><img decoding="async" identifier="3-610-08473-1" identifiertype="2" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" class="citavipicker" src="data:image/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg" style="border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;"></a></span></p>



<p>Antiquarisch erhältlich</p>


</div></div> <div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="675" height="1030" data-attachment-id="101821" data-permalink="https://tell-review.de/die-anklaegerin/gehilfen-cover_1-1/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?fit=1410%2C2153&amp;ssl=1" data-orig-size="1410,2153" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Gehilfen-cover_1-1" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?fit=196%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?fit=675%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=675%2C1030&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-101821" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=675%2C1030&amp;ssl=1 675w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=196%2C300&amp;ssl=1 196w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=52%2C80&amp;ssl=1 52w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=768%2C1173&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=1006%2C1536&amp;ssl=1 1006w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=1341%2C2048&amp;ssl=1 1341w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=1300%2C1985&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?resize=300%2C458&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/05/Gehilfen-cover_1-1.jpg?w=1410&amp;ssl=1 1410w" sizes="auto, (max-width: 675px) 100vw, 675px" /></figure>


</div></div></div> </div></div>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p></p>


<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Zum Weiterlesen</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">



<p><strong>Just-Dahlmann, Barbara</strong>: Simon. Erzählung. Radius Verlag 1988.</p>



<p><strong>Fröhlich, Claudia</strong>: „Barbara Just-Dahlmann (1922-2005). Eine streitbare Juristin im Kampf für die Aufklärung von NS-Verbrechen“. In: Kritische Justiz (Hrsg.) STREITBARE JURISTiNNEN. Eine andere Tradition. Nomos Verlag 2016, S.&nbsp;248 &#8211; 273.</p>



<p><strong>Vogt, Susanne</strong>: <a href="https://www.marchivum.de/de/blog/nachlasswelten-4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Ein Toter gleich zehn Minuten Gefängnis“ &#8211; Der Lebensweg von Barbara Just-Dahlmann.</a> Blog des Mannheimer Stadtarchivs MARCHIVUM.</p>


</div></div>
</div></div>
</div></div>
</div></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://tell-review.de/die-anklaegerin/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">101765</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Vom Geheimnis gehütet</title>
		<link>https://tell-review.de/vom-geheimnis-gehuetet/</link>
					<comments>https://tell-review.de/vom-geheimnis-gehuetet/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jun 2017 06:40:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüretipps]]></category>
		<category><![CDATA[Rubriken]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[NS-Verbrechen]]></category>
		<category><![CDATA[Triest]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10545</guid>

					<description><![CDATA[Die Risiera di San Sabba in Triest war schon einmal Schauplatz eines Romans: In Thomas Harlans "Heldenfriedhof" (2006) geht es um die NS-Täter der "Aktion Reinhardt" und das Schweigen über ihre Taten.   ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Dieser Lektüretipp steht thematisch im Zusammenhang mit Claudio Magris&#8216; Roman <em>Verfahren eingestellt. </em>Weitere Beiträge zu Magris:</p>
<ul>
<li><a href="http://tell-review.de/gegen-das-vergessen-des-vergessens/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Gegen das Vergessen des Vergessens&#8220;</a>: Rezension von <a href="http://tell-review.de/author/frank-hahn/" target="_blank" rel="noopener">Frank Hahn</a></li>
<li><a href="http://tell-review.de/triest-spiegel-der-weltgeschichte/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Triest – Spiegel der Weltgeschichte&#8220;</a>: Essay von <a href="http://tell-review.de/author/agnese-franceschini/" target="_blank" rel="noopener">Agnese Franceschini</a><br />
</div></div></li>
</ul>
<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3499256894/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="10578" data-permalink="https://tell-review.de/vom-geheimnis-gehuetet/cover-heldenfriedhof/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof.jpg?fit=303%2C499&amp;ssl=1" data-orig-size="303,499" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Cover Heldenfriedhof" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof.jpg?fit=182%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof.jpg?fit=303%2C499&amp;ssl=1" class="aligncenter wp-image-10578 size-medium" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof-182x300.jpg?resize=182%2C300" alt="" width="182" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof.jpg?resize=182%2C300&amp;ssl=1 182w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof.jpg?resize=49%2C80&amp;ssl=1 49w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof.jpg?resize=300%2C494&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-Heldenfriedhof.jpg?w=303&amp;ssl=1 303w" sizes="auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px" /></a><span class="dropcap">F</span>ür Thomas Harlan war der „Mord an den Juden“, wie er den Holocaust in <em>Heldenfriedhof </em>nennt, ein Lebensthema. Als Sohn von Veit Harlan, dem Regisseur von <em>Jud Süß</em>, habe er Gründe genug gehabt, sich mit der deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen.</p>
<p>In Thomas Harlans Werk geht es nicht um Auschwitz, denn über Auschwitz hätte er nur Dinge berichten können, die er von anderen wusste, so der Autor in einem Interview. Die Verbrechen der Aktion Reinhardt dagegen hatte Harlan selbst recherchiert, als er in den 1960er-Jahren in polnischen Archiven nach Beweisen für die Anschuldigungen gegen NS-Täter suchte, die er anlässlich der Aufführung seines Theaterstücks <em>Ich selbst und kein Engel</em> 1959 in Berlin verlesen hatte. Später setzte er seine Recherchen in Triest fort.</p>
<h3>Die unbekannten NS-Verbrecher</h3>
<p>Denn zu den Mordstätten der Aktion Reinhardt, deren Mitglieder in den Vernichtungslagern Bełżec, Treblinka und Sobibór mehr als zwei Millionen Menschen vergasten, gehörte auch die Risiera di San Sabba in Triest. Nachdem das Vernichtungswerk in Polen im Herbst 1943 abgeschlossen war, die Lager und somit alle Beweise vernichtet, wurden die verbliebenen Beteiligten der Aktion Reinhardt nach Triest beordert. Dort errichteten sie ein letztes Konzentrationslager.</p>
<blockquote><p>Die achtundsiebzig überlebenden Pfleger und Brenner des ‚Reinhard‘-Stabs der <em>Zweiundneunzig</em> hatten nach Bewältigung einer nahezu menschenunmöglichen, zwei Jahre ihres Lebens und zahllose Leben aufzehrenden Aufgabe im Zustande völliger Ermüdung ihre Verlegung von Lublin nach Triest im Landmarsch mit Automobilen bewerkstelligt, dessen Kolonne von siebenundzwanzig Kübelwagen und Privatfahrzeugen sowie zwei Autobussen der Reichspost nach einem Halt und Umtrunk im Pferdestall der Kärntner Gauleitervilla von Pörtschach am Wörthersee mit dem Hausherrn und persönlich mit dem Herrn in Personalunion Reichsstatthalter Adriatisches Küstenland, Rainer, Friedrich, am 23. Oktober 1943 das Lager ‚Risiera di San Sabba‘ erreichte, eine ehemalige, aus sieben, teils sechsstöckigen Fabrikteilen bestehende Reismühle, die ein Schornstein überragte.</p></blockquote>
<p>Ein Satz, der so lang und kräftezehrend ist wie der Landmarsch, den er beschreibt. Thomas Harlan treibt die Sprache in seinen Sätzen bis an die Grenzen des Möglichen. Die Lektüre ist so lohnend wie anspruchsvoll, schon das Inventar der Figuren und Schauplätzen ist kaum zu überblicken, zumal wir hier den unbekannten NS-Verbrechern begegnen. Zum Beispiel Christian Wirth, dem Inspekteur der Vernichtungslager der Aktion Reinhardt. Wir werden Zeuge, wie er in der Risiera seine Mannen sammelt. Es ist eine der wenigen kinematografischen Szenen des Romans:</p>
<blockquote><p>Draußen unter neuer Sonne stand der Haufen, trat schon der Haufen heraus, als das Eisentor aufgerissen wurde, Hunde anschlugen, Hunde zurückgepfiffen wurden, das Schilderhaus strammstand, Kradfahrer in den Hof brausten, Seitenwagen fast kippten, bremsten, als die Staubmäntel hochflogen, der Staub sich schon legte, die Schutzbrillen schon abgenommen waren, die Hacken schon knallten, als, wer weiß, ob er es schon war, als jeder wußte, Christian kommt, als Christian kam, aufrecht in seinem Geländemercedes stehend, die Hand am Fernstecher, und stoppte, ausstieg, vor den Haufen trat, grüßte, anschiß, „Penner“ sagte, und dann das Kroppzeug abschritt, erst das deutsche, dann das erdbraune fremdvölkische, mal stehenblieb, mal in die sogenannten Gesichter blickte, Koppel im Geist polierte, gerne Litzen abgerissen hätte, und sich dann plötzlich in der Hofmitte aufbaute, im stumpfen Winkel zu seinen beiden ‚Reinhard‘-Einheiten, und verfügte: R-2 kommt nach Fiume, los, R-3 nach Udine, R-1, ihr Schlappsäcke, bleibt hier im Bau, spurt euch.</p></blockquote>
<h3>Verwandtschaft der Täter mit den Opfern</h3>
<p>Der Protagonist Enrico Cosulich macht sich auf die Suche nach seiner gemütskranken Mutter Maria. Ihre Spuren verlieren sich in der Risiera, und Enrico muss, nach einer weitverzweigten Forschungsreise durch Zeiten und Weltgegenden, erkennen, dass es eine letzte Nähe zu den Mördern gibt: Er wird dereinst in der gleichen Erde ruhen wie sie.</p>
<p>Die Verwandtschaft der Täter mit den Opfern ist ein Leitmotiv des Romans. Oft ist dieses Motiv versteckt, beispielsweise in dieser Unterhaltung in der Risiera (eine Fortführung der obigen Szene):</p>
<blockquote><p>R-3 wollte „Decken“ für Udine, „da is schon Winter“; R-3-Chef Reichleitner (Franz) war eine „blöde Bemerkung herausgerutscht“ (so erklärte er sich alles später im Bau), er hatte „einfach nur mal so“ gesagt, daß „ohne Degge do obe, könne die sich jo de Doot hole“. Die Antwort Christians saß: „Dozu sin die doch do.“</p></blockquote>
<p>Dieser Wortwechsel geht auf eine Passage im Gerstein-Bericht zurück. Der Chemiker Kurt Gerstein wurde als SS-Obersturmführer und Hygienefachmann 1942 in Bełżec Augenzeuge der Vergasung. In dem Bericht, der bei den Nürnberger Prozessen als Beweismaterial verwendet wurde, bezieht sich die Bemerkung, &#8222;dazu sind sie doch da&#8220;, auf die Opfer, die nackt im Freien vor der Gaskammer warten mussten <span style="margin: 0px; line-height: 115%; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 12pt;"><span style="color: #000000;">– </span></span> auch im Winter, wie ein Wachmann Gerstein auf Anfrage bestätigt. In der Risiera sind die Täter nin selbst in Gefahr, Opfer zu werden. Der Tod droht ihnen nicht nur von den italienischen und jugoslawischen Partisanen, sondern auch von den eigenen Leuten. Denn die Täter der Aktion Reinhardt wissen zu viel.</p>
<h3>Das Geheimnis mit ins Grab nehmen</h3>
<p>Thomas Harlans <em>Heldenfriedhof</em> ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion, ebenso wie Claudio Magris‘ Roman-Essay <a href="http://tell-review.de/triest-spiegel-der-weltgeschichte/" target="_blank" rel="noopener"><em>Verfahren eingestellt</em></a>. In <em>Heldenfriedhof</em> begegnen wir 16 verbliebenen Tätern der Aktion Reinhardt im Jahr 1962, sie sammeln sich ein letztes Mal, um sich umzubringen, und zwar auf dem titelgebenden &#8222;Cimitero degli Heroi&#8220; in Aquilea. Es ist die Zeit, in der die Justiz die Verfolgung der NS-Verbrechen aufnimmt, und die Täter wollen ihr Schweigegelübde halten, indem sie ihre Verbrechen mit ins Grab nehmen. Dieser fiktive Massenselbstmord ist in <em>Heldenfriedhof</em> ein Symbol für das Schweigen im Nachkriegsdeutschland.</p>
<p><em>Heldenfriedhof</em> sei ein Klagegesang, sagte Thomas Harlan. Es ist auch ein Mahnmal für das von Magris benannte „Vergessen des Vergessens“: Wem sind heute beispielsweise die Daten bewusst, die die systematische Vernichtung von Menschenleben einrahmen? Am 7. Dezember 1941  begannen die Morde im Gaswagen im noch improvisierten Vernichtungslager Kulmhof, und am 5. November wurden in der „Aktion Erntefest“ die noch verbliebenen Zwangsarbeiter der deutschen Lager im besetzten Polen erschossen.</p>
<p>Thomas Harlan hat diesen beiden Daten ein Denkmal gesetzt, mit einem kühnen, auf Anhieb kaum lesbaren und bis zum Bersten aufgeladenen Satz. Mit dem „sie“ im Subjekt sind die &#8222;namentlich genannten und auch die nicht genannten Figuren&#8220; von Enricos Erzählung gemeint, ebenso ihr Erzeuger; sie alle waren Kranke, &#8222;wie es jene wurden, die darin lasen&#8220;. Ihre Krankheit hat zu tun mit einem Geheimnis, &#8222;das sie mit niemandem teilen konnten, weil sie eins mit ihm waren&#8220;.</p>
<blockquote><p>Ungewöhnlich an diesem Geheimnis nur war, daß nicht sie es waren, die es hüteten;  sie waren es, die von ihm gehütet wurden, riesige, ihren Hund vor sich selbst schützende Herden, die, ohne sich je dessen bewußt geworden zu sein, mit ihrem Wächter zusammengewachsen sein mußten und sich wiederum dadurch auszeichneten, daß, obschon sie davon so gut wie nichts wußten, ihre Zeit am 7. Dezember 1941 (ohne zu verstehen, was es mit diesem Tage auf sich hatte) abgelaufen war, auch dann, wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geboren waren, und daß die Zeit, die folgte, wenn es überhaupt Zeit war und nicht etwas, das noch keinen Namen hatte, obschon es dauerte und das dauernde Etwas bis zum 5. November 1943 um Mitternacht andauerte – daß die Zeit also, die folgte, nicht zählte, auch dann nicht, wenn sie aus Gewohnheit oder aus noch schlechteren Gründen die Tage weitergezählt und nicht bemerkt hatten, daß ihr Lebenslauf von einem anderen Lebenslauf begleitet wurde, der zum Stillstand gekommen war und den sie nun hinter sich ließen, einen Stillstand, den sie mit anderen Stillständen teilten, gelassenen Leben, die, nicht mehr geführt, verkamen und im Wirrwarr jener Fäden, bald miteinander verknotet, fast Filz, dickfellig jenes Winterfett bildeten, Flomen und Liesen, den Schmerfluß der vor jeglicher Erinnerung sich hütenden Relikte des Gewissens, von dessen nagender Sucht und Berührung mit dem Unseligen das überfütterte Gewebe sie nun verschonen würde.</p></blockquote>
<p>Der Satz gibt in seiner Struktur den Wirrwarr jener Fäden wieder, die sich verfilzen. Er verweigert sich dem Verstehen in ähnlicher Weise, wie die Täter und ihre Nachgeborenen sich der Erinnerung verweigern.<br />
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"><br />
Thomas Harlan<br />
<strong>Heldenfriedhof</strong><br />
Roman<br />
Rowohlt Taschenbuch 2011 · 720 Seiten · 10,99 Euro<br />
ISBN: 978-3499256899<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3499256894/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783499256899" target="_blank" rel="noopener">buecher.de</a><img loading="lazy" decoding="async" class="gslidryzysiwbykaoaqa" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --> oder im lokalen Buchhandel</div></div></p>
<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis<br />
Beitragsbild: Risiera di san Sabba.<br />
(<span class="mw-mmv-title">Fabrikgebäude mit Gedenkstätte an der Stelle des gesprengten Krematoriums</span>)<br />
Bearbeitet von Sieglinde Geisel<br />
Von <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Zapping" target="_blank" rel="noopener">Zapping</a>, 2005<br />
Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/" target="_blank" rel="noopener">CC BY 2.5<br />
</a>Buchcover: Verlag</h6>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://tell-review.de/vom-geheimnis-gehuetet/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">10545</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Gegen das Vergessen des Vergessens</title>
		<link>https://tell-review.de/gegen-das-vergessen-des-vergessens/</link>
					<comments>https://tell-review.de/gegen-das-vergessen-des-vergessens/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Hahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jun 2017 12:41:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[NS-Verbrechen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10539</guid>

					<description><![CDATA[In seinem Roman-Essay "Verfahren eingestellt" legt Claudio Magris Zeugnis ab über den Völkermord. Im Fokus seiner poetischen Prosa steht das KZ in der Risiera di San Sabba in Triest. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Weitere Beiträge zu Claudio Magris&#8216;  Roman<em>Verfahren eingestellt</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://tell-review.de/triest-spiegel-der-weltgeschichte/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Triest –  Spiegel der Weltgeschichte&#8220;</a>: Essay von <a href="http://tell-review.de/author/agnese-franceschini/" target="_blank" rel="noopener">Agnese Franceschini</a></li>
<li><a href="http://tell-review.de/vom-geheimnis-gehuetet/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Vom Geheimnis gehütet&#8220;</a>: Lektüretipp von <a href="http://tell-review.de/author/sieglinde-geisel/" target="_blank" rel="noopener">Sieglinde Geisel </a>zu Thomas Harlans <em>Heldenfriedhof</em><br />
</div></div></li>
</ul>
<p><span class="dropcap">C</span>laudio Magris wurde 1939 in Triest geboren und lebt bis heute in der Stadt. Hier gab es das einzige KZ auf italienischem Boden: die Risiera di San Sabba, eine ehemalige Reismühle, in der ab dem Herbst 1943 Tausende von Menschen vergast wurden. Vor diesem Hintergrund war es Claudio Magris ein besonderes Anliegen, ein Buch gegen das Vergessen zu schreiben, besser noch „gegen das Vergessen des Vergessens“. Dieses Ansinnen verbindet den Autor mit seinem namenlosen Protagonisten, einem skurrilen Sammler, der in Triest ein Kriegsmuseum errichten will, das dem Frieden dienen soll. Laut Magris ist diese Figur frei erfunden, allerdings weist er in einer Anmerkung darauf hin, dass „erfinden“ von „finden“ komme. In diesem Fall handele es sich um den Professor Diego de Henriquez, „einem genialen und unbeugsamen Triester von großer Bildung und verbissener Leidenschaft“.</p>
<h3>Universalgeschichte der Gewalt</h3>
<p>Zum Thema Vergessen heißt es im Notizbuch des erfunden-gefundenen Protagonisten:</p>
<blockquote><p>Der Krematoriumsofen ist eine ausgezeichnete Chirurgie des Vergessens…der rasch sich verflüchtigende Rauch ist nicht da, man sieht nicht, dass er nicht da ist. Der zu Rauch gewordene Mensch fehlt nicht…wer bemerkt den unsichtbaren Rauch, der weiterschweift? Es ist dieser Rauch, nach dem ich suche, nach diesen zu Asche gewordenen Namen. In Triest sehe ich in jeder Straße den Rauch, den man nicht sehen wollte.</p></blockquote>
<p>Der Bau des Kriegsmuseums – die äußere Rahmenhandlung des Romans – verfolgt das gleiche Anliegen wie der Text selbst: ein Bau gegen das Vergessen; das Museumsprojekt als Text im Text oder der Roman als Begleittext zum Bau des Museums.</p>
<blockquote><p>Wenn alle Waffen der Welt in dieses Museum aufgenommen werden, dann können sie keinen mehr töten</p></blockquote>
<p>heißt es im Notizbuch des Museumsgründers. So also könnte ein Kriegsmuseum ganz praktisch dem Frieden dienen. Oder doch eher mit seiner bizarren Sammlung von Waffen aller Art? Von einem U-Boot, einem Kanonenrohr bis hin zu Indianerbeilen, Peitschen, Messern und giftigen Kakteen – mit diesen Exponaten führt das Museum den Krieg als Groteske und Irrsinn vor, in der Hoffnung auf eine immunisierende Wirkung.</p>
<p>Die teilweise grotesken Erzählungen von Vernichtung, Krieg und Ausbeutung – als „eigentlicher“ Text des Romans und Begleittext für den künftigen Museumsbesucher – fügen sich zu einer Universalgeschichte der Gewalt und des Leidens. Dabei gelingt es Magris, eine Dimension von Menschlichkeit durchschimmern zu lassen, die stärker ist als das Leiden. Sein Roman weckt im Leser ein Gefühl tiefer Verbundenheit mit denen, die bereits dem Vergessen anheimgefallen waren. Der Wunsch nach Frieden wird beim Lesen überwältigend – in diesem Sinn verwirklicht der Text selbst das Programm des Museums.</p>
<h3>Der Leser als Mitautor</h3>
<p>Hinter all den Einzelschicksalen und manchen Kuriositäten gibt Magris im letzten Teil des Buches seine poetische Methode preis:</p>
<blockquote><p>Jede Geschichte, jeder Text, jedes Leben [….] ist ein Palimpsest, abgeriebenes Papier, um noch einmal darauf zu schreiben, immer dieselbe Geschichte, aber über eine vorherige gelegt, eine Schrift, die andere bedeckt mit schwer lesbaren Korrekturen, aber die sie nicht auslöscht, denn auch sie ist dazu bestimmt, überarbeitet und neu beschrieben zu werden, aber nicht annulliert, von Mund zu Mund gehend und von Blatt zu Blatt. Gott hat ein Wort gesagt, ich habe zwei gehört, so steht es geschrieben.</p></blockquote>
<p>Der Leser wird so zum Mitautor dieser von Mund zu Mund fortlaufenden, sich selbst immer wieder überschreibenden Erzählung. Das Gefühl, das dabei aufkommt, könnte man eine erhabene Demut oder demütige Erhabenheit nennen – im Angesicht unseres Nicht-Wissens, der endlosen Fortdauer der Gewalt und ihrer gleichzeitigen immer wieder neuen Überwindung. Die Geschichten der Gefolterten, Gedemütigten, Ermordeten sind jedenfalls noch nicht zu Ende geschrieben.</p>
<p>Wie sind unsere eigenen Geschichten damit verbunden? Spüren wir die Wunden der Anderen in uns? Kündigt sich darin, im Trauern und Mitleiden, etwas an, was den Tod überwindet? Der Museumsgründer nennt den Tod „einen Richtungswender, […] eine Maschine, die einfach das Leben umstülpt wie einen Handschuh“, und dann genüge es, „die Zeit rückwärts laufen zu lassen, und man bekommt alles wieder. Wiedergefundene Zeit.“</p>
<p>Ist es dieses an Proust anknüpfende Wiederfinden der Zeit, das den Leser das starke Gefühl von Verbundenheit und Versöhnung spüren lässt, oder ist es die Erfahrung des Todes als Richtungswender? Darüber hinaus erscheint das Thema „Liebe und Tod“ als immer präsenter Subtext, wie es das wiederholte Zitieren des Hohelieds deutlich macht: Die Liebe ist stark wie der Tod. Im Italienischen gelingt dann noch ein Wortspiel: La Morte kann man auch L’Amor-te schreiben (die Liebe-dich).</p>
<h3>Holocaust und Sklaverei</h3>
<p>Die Verbundenheit des Einzelnen mit der Geschichte der Menschheit, das aufeinander-Verweisen von Liebe und Tod: All dies kristallisiert sich in der Geschichte der jungen Luisa, die sich der Aufgabe verschrieben hat, das Kriegsmuseum des inzwischen verstorbenen Gründers nach seinen Vorstellungen einzurichten.</p>
<p>Luisa ist die Tochter einer jüdischen Mutter und eines afro-amerikanischen Vaters. Als Tochter der zwei am meisten verfolgten Völker der Weltgeschichte betrachtet Luisa schon ihre Zeugung als „ihren persönlichen Eintritt in die Weltgeschichte“. Ihre Geschichte wird in acht Kapiteln erzählt – unterbrochen von der Schilderung der Museumsobjekte und von Episoden der Weltgeschichte. Oder ist es andersherum und Luisas Geschichte unterbricht die Weltgeschichte? Luisas Großmutter wurde in der Risiera ermordet, die Mutter jedoch hat als einzige der Familie den Holocaust überlebt, und Luisas Vater kam als US-Soldat am Ende des Krieges nach Italien.</p>
<p>Am Beispiel der Geschichte Luisas entwickelt der Autor eine Erzählung von Holocaust und Sklavenhandel, von Pogromen in Galizien und Lynchjustiz in Alabama, von Exil, Flucht und Verschleppung:</p>
<blockquote><p>In Ketten betraten sie das Land Kanaan, die Kinder Abrahams, ganz gleich, ob sie von Hagar oder Sara stammten, zahlreich waren sie wie die Sterne am Himmel und die Sandkörner in der Wüste, die Vorväter meines Vaters, noch zahlreicher als die meiner Mutter, ebenfalls unsterblich, auch wenn sie zu Millionen massakriert wurden.</p></blockquote>
<p>Die Liebe zwischen der überlebenden Jüdin und dem schwarzen Befreier als großes Dennoch der Weltgeschichte? Magris schreibt keine Romantik – er schreibt einfach fließend, immer im Fluss, alles mit allem verbindend, so auch an dieser markanten Stelle, in der exemplarisch der Autor-Erzähler spricht:</p>
<blockquote><p>Deep river, der Jordan ist breit und tief, noch ein Fluss zum Überqueren, das Gelobte Land immer auf der anderen Seite. Die gleichen Lieder, Lieder von verlorenen Stämmen, zehn aus Israel, zahllose aus Afrika; es gibt keinen Platz, um sich diesseits oder jenseits des Flusses oder des Meeres zu verbergen, unter der grausamen Sonne, die dem Jäger die Beute offenbart. Lauf, Neger, lauf, auch ich brenne, Durchquerung der Wüste, der gepanzerte Wagen fährt nach Treblinka, der Gestank der zusammengepferchten Körper und der stagnierenden Wolke ihres Atems ist bereits jener beißende Geruch, den sie gleich wahrnehmen werden, ehe sie einen Augenblick später für immer aufhören zu riechen…</p></blockquote>
<h3>Vergessen, Liebe, Tod</h3>
<p>Claudio Magris ist ein Künstler der Grenzüberschreitung. Seine Sprache unterläuft und verwischt Grenzen, wie die zwischen dem Stofflich-Sinnlichen und dem Metaphysischen, zwischen Leben und Tod, Krieg und Frieden, Gewalt und Liebe. Scheinbare Gegensätze vibrieren in einem Miteinander.</p>
<p>Am Ende verknüpft Magris in seiner sinnlich gesättigten Sprache noch einmal die Themen Vergessen, Liebe und Tod. Mit behutsam-zarter Ironie und einer Prise liebevoller Weisheit wird ganz am Ende etwas aus Luisas Liebesleben erzählt. Von der süßen und zärtlichen Gewalt der Liebe ist die Rede, vom gemeinsamen Einschlafen, während die Körper noch miteinander verbunden sind – und dann beobachtet der Autor eine „verlegen machende Mischung aus Fremdheit und Nähe“ bei der körperlichen Vereinigung, woraus er ein dichtes Panorama aufblättert von Grenzfällen der Liebe, die sich als Grenzfälle zwischen Lieben und Sterben erweisen: die Liebe zum ehemaligen Geliebten, der zum Freund wird, nachdem die Leidenschaft erloschen ist. Die Liebe selbst zum Sterbenden, der Geliebter war, und noch nicht Freund geworden ist – und immer wieder fallen Luisa diese Verse ein:</p>
<blockquote><p>Und wenn wir vergehen, werden wir uns lieben.</p></blockquote>
<p>Auch das Sterben des Museumsgründers ist ein „Vergehen“; in seinem Sarg-Bett liegend, fällt er einem Brand zum Opfer. Was mit ihm zusammen verbrennt, sind seine Notizbücher: Akribisch hatte er alle Namen von Tätern oder Denunzianten notiert, welche die Gefangenen an die Wände der Risiera gekritzelt hatten. Die Stadt wollte verhindern, dass diese Enthüllungen an die Öffentlichkeit kamen, und doch gierten viele zugleich danach – nun werden sie zu Asche, und das Verfahren wird eingestellt.</p>
<p>Doch der Museumsgründer, erlebt – wie im Fieberwahn – sein eigenes Sterben in den Flammen seines Zimmers als einen Weg zurück. Die Zeit läuft rückwärts: Die Deutschen ergeben sich ihm, dem Museumsgründer, nachträglich. Und der Kamin der Risiera samt den Krematoriumsöfen fliegt, von Explosionen erschüttert, in die Luft. Das schriftliche Zeugnis seiner Notizen wird zwar zu Asche, er aber legt über seinen Tod hinaus Zeugnis ab.</p>
<p>Bewahrt sein Zeugnis vor dem Vergessen? Magris schreibt große poetische Prosa zum Thema Völkermord. Er löst den Bann der Vergangenheit, indem er über das Geschehene hinaus Dimensionen des Unnennbaren eröffnet. Das Gewesene wird neu erzählt und so aus der Verkürzung des Faktischen befreit – auf eine offene Zukunft hin.<br />
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"><br />
<div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><br />
Claudio Magris<br />
<strong>Verfahren eingestellt</strong><br />
Roman · Aus dem Italienischen von Ragni Maria Gschwend<br />
Verlag Carl Hanser 2017 · 400 Seiten · 25 Euro<br />
ISBN: 978-3446254664<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3446254668/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783446254664" target="_blank" rel="noopener">buecher.de</a><img loading="lazy" decoding="async" class="gcjocxzthncbplynkodb zohmqqkwjwkzkucoovys" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --> oder im lokalen Buchhandel<br />
</div></div><br />
<div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="10524" data-permalink="https://tell-review.de/triest-spiegel-der-weltgeschichte/magris_25466_mr-indd/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?fit=1600%2C2451&amp;ssl=1" data-orig-size="1600,2451" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Magris_25466_MR.indd&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="Magris_25466_MR.indd" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?fit=196%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?fit=672%2C1030&amp;ssl=1" class="alignnone size-medium wp-image-10524" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1-196x300.jpg?resize=196%2C300" alt="" width="196" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?resize=196%2C300&amp;ssl=1 196w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?resize=52%2C80&amp;ssl=1 52w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?resize=768%2C1176&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?resize=672%2C1030&amp;ssl=1 672w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?resize=1300%2C1991&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?resize=300%2C460&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/06/Cover-1.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w" sizes="auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px" /></div></div></div><br />
</div></div></p>
<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis<br />
Beitragsbild: Risiera di san Sabba.<br />
(<span class="mw-mmv-title">Fabrikgebäude mit Gedenkstätte an der Stelle des gesprengten Krematoriums</span>)<br />
Von <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Zapping" target="_blank" rel="noopener">Zapping</a>, 2005<br />
Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/" target="_blank" rel="noopener">CC by 2.5<br />
</a>Buchcover: Verlag</h6>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://tell-review.de/gegen-das-vergessen-des-vergessens/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">10539</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
