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	Kommentare zu: Unter der Lupe: &#8222;Unpolitisches Gedicht&#8220; von Durs Grünbein	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 Jan 2019 13:54:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Peter		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-2815</link>

		<dc:creator><![CDATA[Peter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jan 2019 13:54:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Welche Kadenzen und welches Metrum ergibt sich denn nun?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Kadenzen und welches Metrum ergibt sich denn nun?</p>
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		<title>
		Von: Bertram Reinecke		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-346</link>

		<dc:creator><![CDATA[Bertram Reinecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2016 09:08:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@Jürgen Kiel: Ich tue mich sehr schwer mit dem Topos Sprachreflexivität als Merkmal der Moderne. Gibt es doch einerseits viele Gedichte aus dieser Zeit, denen das schnuppe ist (Kästner z.B.) und andererseits vorher viele Gedichte, die so gedacht sind, die wir aber nicht so recht so zu lesen bereit sind. Vielleicht ist Sprachreflexivität einfach ein Merkmal vieler interessanter Gedichte zu allen Epochen. Wenn ein barocker Dichter einen Topos aufnimmt und wandelt, will er dann bloß ein neues Bild erzeugen und merkt gar nicht, wie er einen Topos aufnimmt? Oder will er sein Ingenium zeigen: Schaut, auch so lässt sich dieser vorgefertigte Baustein in ein Haus bauen? Und wer kann im Einzelfall entscheiden, welcher der beiden Fälle jeweils vorliegt? Nach welchen Kriterien tut er dies?
Es haben sich vor allem die Winke geändert, mit denen Dichter ihre Leser zu einer reflexiven Lesart verführen wollen. Novalis „Hinunter in der Erde Schoß“ aus den Nachthymen z.B. ist in einer Strophenform geschrieben, die seinerzeit einerseits beliebt war bei Beerdigungsliedern, andererseits aber auch für pikante erotische Gesänge. Wenn man das nicht bloß weiß, sondern noch aus authentischer Gebrauchspraxis der Form unmittelbar spürt, macht das etwas mit einem, was wir Modernen wohl kaum noch nachvollziehen können. 
Wer Sprachreflevität und Modernität als ein Satisfaktionskriterium ansieht, der verführt schwächere Dichter reihenweise dazu, in ihren Gedichten irgendwo ein Radio laufen zu lassen, jemanden „Worte sagen“ zu lassen, irgendwie auf Medialität anzuspielen, was mir in vielen Gegenwartsgedichten wie ein liebloser Appendix vorkommt.
Und so kann man sich natürlich auch unabhängig von Hartmutts Hinweisen auch ganz ohne diese auf die Suche nach einer sprachreflexiven Lesart begeben. Da fällt mir dieses isoliert gesetzte „gesetzt“ auf, auf Lächeln bezogen. Zusammen mit dem Titel und ganz ohne die Kenntnis des Restes könnte das Gedicht auch in folgende Richtung weitergehen: „Wie schwer fällt es doch, angesichts der dringenden gesellschaftlichen Probleme, über etwas so kleines und so schlagerartiges wie ein Lächeln heute noch zu schreiben“, und „schaut: wie genau und vorsichtig ich dieses Lächeln setzen musste“. Der Rest des Gedichts erdrückt diesen Lesepfad dann allerdings. Man müsste es schon hartnäckig so lesen wollen, auch wenn das ganze Gedicht lang der Zaunpfahl Zeichenprozessen geschwungen wird. (Auskunft, Passbild, Fahrkarte Wechselgeld etc.) Eine solche Lesart setzte dann natürlich auch das Billant Problem besonders grell ins Licht.

@Reinhard Matern „Ob die Wirklichkeit des Gedichtes, auf den es Bezug nimmt, Diamanten enthält, ist völlig ungewiss.“ Es gibt eine geheime Grundregel für alle Texte, die Welt konstituieren, und das bestreiten Sie offenbar nicht. Sie lautet: „Nenne alle relevanten Hinsichten, in denen sich Deine Welt von anderen Welten unterscheidet.“ Nun darf ein Dichter natürlich dies und das, aber das Wort „Brillant“ zu nennen, aber davon auszugehen, dass es es keine Diamanten in der Welt gäbe, schiene mir doch eine Übertretung, für die das Gedicht einen äußerst hohen Preis bezahlen müsste. Alle Ahndungen des Gedichtes „Nichts Schlimmeres geschah“ usw. würden sofort in sich zusammenbrechen. Denn, was in einer solch apokryphen Welt z.B. etwas „Schlimmes“ wäre, wäre derart unklar, dass der Versuch, dies herauszufinden, an Vergeblichkeit grenzte. Nicht mal, ob der Bus Räder hat und dazu da ist, irgendwie sich von A nach B zu bewegen, wäre dann ja mehr klar. (Nicht die Welt, sodnern die sprachlichen Bezüge kämen ins Wanken.) Also ich hielte es, gelinde gesagt, für einen schweren Patzer auf eine solche Welt anspielen zu wollen, bzw. ich halte Ihre Lesart zu dieser Stelle für etwas apokryph. Zumal sich die Stelle leicht liest, wenn man davon ausgeht, dass sich eben ein Diskurs über Werte und einer über Dinge hier etwas unglücklich mischen. 

@hartmut: Reinhard Matern scheint Folgendes vorzuschweben: „Jedes Gedicht ist nur dann ein gutes Gedicht, wenn es eine eigene Welt konstituiert. Mit plattem Realismus geben wir uns gar nicht erst ab.“ Nun wird Reinhard Matern nicht darauf beharren wollen, dass alle Gedichte von Brecht nicht relevant sind. Er kann aber ausweichen und behaupten: Entgegen irgendwelcher Autorenintentionen, die hier nicht relevant sind, sind einige Brechtgedichte ernstzunehmende Gedichte, insofern sie anders als Brecht meinte, eine eigene Welt konstituieren. (Es ist ja nichts leichter, als jemanden auch gegen dessen Irrtümer in Schutz zu nehmen.) Ich halte eine solche Lesart aber im Falle von Brecht für etwas heikel. Einerseits, weil sie den abbildenden Aspekt vor dem sprachhandelnden etwas stark betont. Zweitens aber auch, weil Brecht mit der Abildrelation und der Wirklichkeit spielt, es sind ja im Gedicht oft die Ebenen unterschieden: „Hier rede ich über die Wirklichkeit“ „Hier rede ich über eine andere (alternative, schiefe „Bei der Lektüre eines sovietischen Buches“) Beschreibung der Wirklichkeit“ auch „Hier rede ich von einer Haltung zur Wirklichkeit“ (ist etwas anderes, weil sie sich zeigt und vieles auf der deskriptiven Ebene offen bleiben kann. „Die Lösung“) Dazu kommt der allegorische Bezug auf die Wirklichkeit. Ich halte es für eine ungünstige und eher Sachverhalte verschleiernde Auffassungsweise, sollte man hier nochmals die Ebenen vermehren wollen und alles wiederum auf eine fiktive Welt des Gedichts beziehen, von der man eine außergedichtliche Welt abhöbe. Da müsste man dann natürlich gleich dazu auch noch diese „wirkliche“ Wirklichlichkeit als bloß eine fiktive Wirklichkeit der Interpretation von der eigentlichen Realität abheben und so ginge es weiter wie bei einer Matroschka. Für Heine oder Rümkorf ließe sich ähnliches durchführen.

@Latschen: Ich hatte das nicht so abwertend gesehen, wie mancher hier, sondern auch seinen deskriptiven Aspekt. Ein gehen, das, im Bild gesprochen, etwas Zermalendes hat.

PS: Ich hatte gestern erst diese schöne Analyse und die Diskussion hier gesehen, deswegen kommt es jetzt etwas als Schwall nachträglich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Jürgen Kiel: Ich tue mich sehr schwer mit dem Topos Sprachreflexivität als Merkmal der Moderne. Gibt es doch einerseits viele Gedichte aus dieser Zeit, denen das schnuppe ist (Kästner z.B.) und andererseits vorher viele Gedichte, die so gedacht sind, die wir aber nicht so recht so zu lesen bereit sind. Vielleicht ist Sprachreflexivität einfach ein Merkmal vieler interessanter Gedichte zu allen Epochen. Wenn ein barocker Dichter einen Topos aufnimmt und wandelt, will er dann bloß ein neues Bild erzeugen und merkt gar nicht, wie er einen Topos aufnimmt? Oder will er sein Ingenium zeigen: Schaut, auch so lässt sich dieser vorgefertigte Baustein in ein Haus bauen? Und wer kann im Einzelfall entscheiden, welcher der beiden Fälle jeweils vorliegt? Nach welchen Kriterien tut er dies?<br />
Es haben sich vor allem die Winke geändert, mit denen Dichter ihre Leser zu einer reflexiven Lesart verführen wollen. Novalis „Hinunter in der Erde Schoß“ aus den Nachthymen z.B. ist in einer Strophenform geschrieben, die seinerzeit einerseits beliebt war bei Beerdigungsliedern, andererseits aber auch für pikante erotische Gesänge. Wenn man das nicht bloß weiß, sondern noch aus authentischer Gebrauchspraxis der Form unmittelbar spürt, macht das etwas mit einem, was wir Modernen wohl kaum noch nachvollziehen können.<br />
Wer Sprachreflevität und Modernität als ein Satisfaktionskriterium ansieht, der verführt schwächere Dichter reihenweise dazu, in ihren Gedichten irgendwo ein Radio laufen zu lassen, jemanden „Worte sagen“ zu lassen, irgendwie auf Medialität anzuspielen, was mir in vielen Gegenwartsgedichten wie ein liebloser Appendix vorkommt.<br />
Und so kann man sich natürlich auch unabhängig von Hartmutts Hinweisen auch ganz ohne diese auf die Suche nach einer sprachreflexiven Lesart begeben. Da fällt mir dieses isoliert gesetzte „gesetzt“ auf, auf Lächeln bezogen. Zusammen mit dem Titel und ganz ohne die Kenntnis des Restes könnte das Gedicht auch in folgende Richtung weitergehen: „Wie schwer fällt es doch, angesichts der dringenden gesellschaftlichen Probleme, über etwas so kleines und so schlagerartiges wie ein Lächeln heute noch zu schreiben“, und „schaut: wie genau und vorsichtig ich dieses Lächeln setzen musste“. Der Rest des Gedichts erdrückt diesen Lesepfad dann allerdings. Man müsste es schon hartnäckig so lesen wollen, auch wenn das ganze Gedicht lang der Zaunpfahl Zeichenprozessen geschwungen wird. (Auskunft, Passbild, Fahrkarte Wechselgeld etc.) Eine solche Lesart setzte dann natürlich auch das Billant Problem besonders grell ins Licht.</p>
<p>@Reinhard Matern „Ob die Wirklichkeit des Gedichtes, auf den es Bezug nimmt, Diamanten enthält, ist völlig ungewiss.“ Es gibt eine geheime Grundregel für alle Texte, die Welt konstituieren, und das bestreiten Sie offenbar nicht. Sie lautet: „Nenne alle relevanten Hinsichten, in denen sich Deine Welt von anderen Welten unterscheidet.“ Nun darf ein Dichter natürlich dies und das, aber das Wort „Brillant“ zu nennen, aber davon auszugehen, dass es es keine Diamanten in der Welt gäbe, schiene mir doch eine Übertretung, für die das Gedicht einen äußerst hohen Preis bezahlen müsste. Alle Ahndungen des Gedichtes „Nichts Schlimmeres geschah“ usw. würden sofort in sich zusammenbrechen. Denn, was in einer solch apokryphen Welt z.B. etwas „Schlimmes“ wäre, wäre derart unklar, dass der Versuch, dies herauszufinden, an Vergeblichkeit grenzte. Nicht mal, ob der Bus Räder hat und dazu da ist, irgendwie sich von A nach B zu bewegen, wäre dann ja mehr klar. (Nicht die Welt, sodnern die sprachlichen Bezüge kämen ins Wanken.) Also ich hielte es, gelinde gesagt, für einen schweren Patzer auf eine solche Welt anspielen zu wollen, bzw. ich halte Ihre Lesart zu dieser Stelle für etwas apokryph. Zumal sich die Stelle leicht liest, wenn man davon ausgeht, dass sich eben ein Diskurs über Werte und einer über Dinge hier etwas unglücklich mischen. </p>
<p>@hartmut: Reinhard Matern scheint Folgendes vorzuschweben: „Jedes Gedicht ist nur dann ein gutes Gedicht, wenn es eine eigene Welt konstituiert. Mit plattem Realismus geben wir uns gar nicht erst ab.“ Nun wird Reinhard Matern nicht darauf beharren wollen, dass alle Gedichte von Brecht nicht relevant sind. Er kann aber ausweichen und behaupten: Entgegen irgendwelcher Autorenintentionen, die hier nicht relevant sind, sind einige Brechtgedichte ernstzunehmende Gedichte, insofern sie anders als Brecht meinte, eine eigene Welt konstituieren. (Es ist ja nichts leichter, als jemanden auch gegen dessen Irrtümer in Schutz zu nehmen.) Ich halte eine solche Lesart aber im Falle von Brecht für etwas heikel. Einerseits, weil sie den abbildenden Aspekt vor dem sprachhandelnden etwas stark betont. Zweitens aber auch, weil Brecht mit der Abildrelation und der Wirklichkeit spielt, es sind ja im Gedicht oft die Ebenen unterschieden: „Hier rede ich über die Wirklichkeit“ „Hier rede ich über eine andere (alternative, schiefe „Bei der Lektüre eines sovietischen Buches“) Beschreibung der Wirklichkeit“ auch „Hier rede ich von einer Haltung zur Wirklichkeit“ (ist etwas anderes, weil sie sich zeigt und vieles auf der deskriptiven Ebene offen bleiben kann. „Die Lösung“) Dazu kommt der allegorische Bezug auf die Wirklichkeit. Ich halte es für eine ungünstige und eher Sachverhalte verschleiernde Auffassungsweise, sollte man hier nochmals die Ebenen vermehren wollen und alles wiederum auf eine fiktive Welt des Gedichts beziehen, von der man eine außergedichtliche Welt abhöbe. Da müsste man dann natürlich gleich dazu auch noch diese „wirkliche“ Wirklichlichkeit als bloß eine fiktive Wirklichkeit der Interpretation von der eigentlichen Realität abheben und so ginge es weiter wie bei einer Matroschka. Für Heine oder Rümkorf ließe sich ähnliches durchführen.</p>
<p>@Latschen: Ich hatte das nicht so abwertend gesehen, wie mancher hier, sondern auch seinen deskriptiven Aspekt. Ein gehen, das, im Bild gesprochen, etwas Zermalendes hat.</p>
<p>PS: Ich hatte gestern erst diese schöne Analyse und die Diskussion hier gesehen, deswegen kommt es jetzt etwas als Schwall nachträglich.</p>
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		<title>
		Von: holio		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-333</link>

		<dc:creator><![CDATA[holio]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2016 05:55:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-324&quot;&gt;Reinhard Matern&lt;/a&gt;.

Matern hat ein illustratives Beispiel dafür gegeben, wie man durch verkürztes Zitieren beziehungsweise Lesen Gemeintes unlauter umdrehen kann: &quot;Ihre Rubrik, nein&quot;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-324">Reinhard Matern</a>.</p>
<p>Matern hat ein illustratives Beispiel dafür gegeben, wie man durch verkürztes Zitieren beziehungsweise Lesen Gemeintes unlauter umdrehen kann: &#8222;Ihre Rubrik, nein&#8220;.</p>
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		<title>
		Von: Hartmut		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-332</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hartmut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 23:39:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-331&quot;&gt;Reinhard Matern&lt;/a&gt;.

&quot;Meine allgemeine Formulierung, dass sich eine empirische Welt literarisch nicht voraussetzen lässt, wird mit der Frage „Warum?“ und einigen Beispielen beantwortet. &quot;

Die Argumentationstheorie nennt so etwas &quot;eine Gegeninstanz finden&quot;. Sie wissen das natürlich, ich wills nur dem Publikum schnell erklären: Wenn Theorie T1 &quot;immer p&quot; erfordert, ich aber (zumindest) eine Situation auffinde, in der &quot;non-p&quot; gilt, so habe ich T1 falsifiziert (eine gegeninstanz gefunden). Alternative: Der Vertreter von T1 muss nachweisen, dass &quot;non-p&quot; eben doch nicht relevant sei. Dann aber stellte sich die Frage, welche Relevanz T1 noch haben könnte...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-331">Reinhard Matern</a>.</p>
<p>&#8222;Meine allgemeine Formulierung, dass sich eine empirische Welt literarisch nicht voraussetzen lässt, wird mit der Frage „Warum?“ und einigen Beispielen beantwortet. &#8220;</p>
<p>Die Argumentationstheorie nennt so etwas &#8222;eine Gegeninstanz finden&#8220;. Sie wissen das natürlich, ich wills nur dem Publikum schnell erklären: Wenn Theorie T1 &#8222;immer p&#8220; erfordert, ich aber (zumindest) eine Situation auffinde, in der &#8222;non-p&#8220; gilt, so habe ich T1 falsifiziert (eine gegeninstanz gefunden). Alternative: Der Vertreter von T1 muss nachweisen, dass &#8222;non-p&#8220; eben doch nicht relevant sei. Dann aber stellte sich die Frage, welche Relevanz T1 noch haben könnte&#8230;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-331</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 23:14:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Danke für das Herausklauben von Zitaten und die Weiterreichung von Einschätzungen eines Literaten über alte Philosophie. Wie weit Ihr Verständnis reicht, dokumentieren Sie mit Ihrer letzten Frage: Meine allgemeine Formulierung, dass sich eine empirische Welt literarisch nicht voraussetzen lässt, wird mit der Frage &quot;Warum?&quot; und einigen Beispielen beantwortet. Allgemein voraussetzen ließe eine Bezugnahme auf die empirische Welt weiterhin nicht, weil sie literarisch nicht stets eine Rolle spielt. Hartmut, es lohnt sich für mich nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für das Herausklauben von Zitaten und die Weiterreichung von Einschätzungen eines Literaten über alte Philosophie. Wie weit Ihr Verständnis reicht, dokumentieren Sie mit Ihrer letzten Frage: Meine allgemeine Formulierung, dass sich eine empirische Welt literarisch nicht voraussetzen lässt, wird mit der Frage &#8222;Warum?&#8220; und einigen Beispielen beantwortet. Allgemein voraussetzen ließe eine Bezugnahme auf die empirische Welt weiterhin nicht, weil sie literarisch nicht stets eine Rolle spielt. Hartmut, es lohnt sich für mich nicht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Hartmut		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-330</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hartmut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 22:11:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-329&quot;&gt;Reinhard Matern&lt;/a&gt;.

&quot;Mit ‚Idealismus‘ bezog ich mich nicht auf irgendwelche alten philosophischen Konzepte, sondern auf romatische Ideale.&quot;

Dann aber haben Sie, Verzeihung, nur wenig Ahnung von dem, worüber Sie hier reden.

Es gibt von Thomas Mann eine sehr geglückte Formulierung (Brief an seinen Bruder Heinrich): Dinge, die man unter vier Augen nicht sagen mag! Genau das sag ich Ihnen hiermit: Vor 7 Milliarden potenziellen Leserinnen/Lesern. Naja, wg deutscher Sprache vor ca 200 Millionen. Somit zu Ihrer Belehrung: 

a) Man mag über Hegel denken wie auch immer - &quot;irgendwelche alten philosophischen Konzepte&quot; sind auch heute noch aktuell. 

b) romatische Ideale (romantische Ideale sind vermutlich gemeint): Was meinen Sie? Was ist ein romantisches Ideal? 

Etwas anderes:

&quot;Literarisch wäre es fatal, eine Wirklichkeit vorauszusetzen, auf die literarisch Bezug genommen wird, z.B. die empirische.&quot; Warum? Heine, Brecht und Rühmkorf haben sich lyrisch wieder und wieder an der sog. empirischen Welt abgearbeitet. Was war daran falsch? Sind ihre Ergebnisse nicht großartig? Bereichern sie uns nicht bis heute?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-329">Reinhard Matern</a>.</p>
<p>&#8222;Mit ‚Idealismus‘ bezog ich mich nicht auf irgendwelche alten philosophischen Konzepte, sondern auf romatische Ideale.&#8220;</p>
<p>Dann aber haben Sie, Verzeihung, nur wenig Ahnung von dem, worüber Sie hier reden.</p>
<p>Es gibt von Thomas Mann eine sehr geglückte Formulierung (Brief an seinen Bruder Heinrich): Dinge, die man unter vier Augen nicht sagen mag! Genau das sag ich Ihnen hiermit: Vor 7 Milliarden potenziellen Leserinnen/Lesern. Naja, wg deutscher Sprache vor ca 200 Millionen. Somit zu Ihrer Belehrung: </p>
<p>a) Man mag über Hegel denken wie auch immer &#8211; &#8222;irgendwelche alten philosophischen Konzepte&#8220; sind auch heute noch aktuell. </p>
<p>b) romatische Ideale (romantische Ideale sind vermutlich gemeint): Was meinen Sie? Was ist ein romantisches Ideal? </p>
<p>Etwas anderes:</p>
<p>&#8222;Literarisch wäre es fatal, eine Wirklichkeit vorauszusetzen, auf die literarisch Bezug genommen wird, z.B. die empirische.&#8220; Warum? Heine, Brecht und Rühmkorf haben sich lyrisch wieder und wieder an der sog. empirischen Welt abgearbeitet. Was war daran falsch? Sind ihre Ergebnisse nicht großartig? Bereichern sie uns nicht bis heute?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-329</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 20:55:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mein abschießender Satz war weniger apodiktisch als ein durchaus polemisches Ré­su­mé. Der Aufsatz von Valéry stand zur Diskussion. In diesem wird meinem Erinnern nach die Empfindung idealisiert, allgemein von Menschen als auch speziell von Dichtern. Mit &#039;Idealismus&#039; bezog ich mich nicht auf irgendwelche alten philosophischen Konzepte, sondern auf romatische Ideale. Diese spielten in der literarischen Romantik durchaus eine nicht unwichtige Rolle, z.B. bei Baudelaire, um im näheren Kontext zu bleiben, oder bei Novalis, um ein Beispiel aus der deutschen Literatur zu erwähnen. Die Konzeptionen waren nicht einheitlich, aber darum ging es mir auch nicht. Mir war hingegen wichtig, konkret der Hervorhebung von Valérys Kriterium des Tänzerischen ein Latschen an die Seite zu stellen. Ein soches Latschen könnte, dies sei hinzugefügt, auch mit Absicht erfolgen, als sprachliches Mittel. Die Suche nach einem Ideal schränkt die Mittelwahl und damit die mögliche Autonomie ein. Deshalb sprach ich von einer Farce.

Literarisch wäre es fatal, eine Wirklichkeit vorauszusetzen, auf die literarisch Bezug genommen wird, z.B. die empirische. Eine Welt könnte lediglich empirisch möglich, oder bloß logisch möglich sein. Sogar die Logik ließe sich literarisch außer Kraft setzen, auch wenn es kompliziert sein würde, dann noch eine Plausibilität zu ermöglichen. Wenn in einem Text zwar von Brillianten, aber nicht von Diamanten gesprochen wird, wäre nicht einfach davon auszugehen, dass es in jener Wirklichkeit Diamanten gäbe, nur weil dies die Umgangsprache nahelegen könnte. Die in irgendeiner Weise mögliche Welt wird Wort nach Wort literarisch &#039;erschaffen&#039;, die Worte bilden nicht selten Existenzannahmen, oder widersprechen solchen. Wie die relevante Wirklichkeit beschaffen ist, kann nur durch die sprachliche Gestaltung erfahren werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein abschießender Satz war weniger apodiktisch als ein durchaus polemisches Ré­su­mé. Der Aufsatz von Valéry stand zur Diskussion. In diesem wird meinem Erinnern nach die Empfindung idealisiert, allgemein von Menschen als auch speziell von Dichtern. Mit &#8218;Idealismus&#8216; bezog ich mich nicht auf irgendwelche alten philosophischen Konzepte, sondern auf romatische Ideale. Diese spielten in der literarischen Romantik durchaus eine nicht unwichtige Rolle, z.B. bei Baudelaire, um im näheren Kontext zu bleiben, oder bei Novalis, um ein Beispiel aus der deutschen Literatur zu erwähnen. Die Konzeptionen waren nicht einheitlich, aber darum ging es mir auch nicht. Mir war hingegen wichtig, konkret der Hervorhebung von Valérys Kriterium des Tänzerischen ein Latschen an die Seite zu stellen. Ein soches Latschen könnte, dies sei hinzugefügt, auch mit Absicht erfolgen, als sprachliches Mittel. Die Suche nach einem Ideal schränkt die Mittelwahl und damit die mögliche Autonomie ein. Deshalb sprach ich von einer Farce.</p>
<p>Literarisch wäre es fatal, eine Wirklichkeit vorauszusetzen, auf die literarisch Bezug genommen wird, z.B. die empirische. Eine Welt könnte lediglich empirisch möglich, oder bloß logisch möglich sein. Sogar die Logik ließe sich literarisch außer Kraft setzen, auch wenn es kompliziert sein würde, dann noch eine Plausibilität zu ermöglichen. Wenn in einem Text zwar von Brillianten, aber nicht von Diamanten gesprochen wird, wäre nicht einfach davon auszugehen, dass es in jener Wirklichkeit Diamanten gäbe, nur weil dies die Umgangsprache nahelegen könnte. Die in irgendeiner Weise mögliche Welt wird Wort nach Wort literarisch &#8218;erschaffen&#8216;, die Worte bilden nicht selten Existenzannahmen, oder widersprechen solchen. Wie die relevante Wirklichkeit beschaffen ist, kann nur durch die sprachliche Gestaltung erfahren werden.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Hartmut		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-328</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hartmut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 18:23:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=3374#comment-328</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-327&quot;&gt;Reinhard Matern&lt;/a&gt;.

&quot;Der (spät-)romantische Idealismus ist lediglich eine Farce.&quot; 

Ich würde doch darum bitten, solche sehr apodiktischen Sätze dann wenigstens argumentativ auszuweisen, anstatt sie einfach nur drauflos zu behaupten. Inwiefern ist der Verfasser der &#039;jungen Parze&#039; ein spätromantischer Idealist, und was bedeutet das? Meinen Sie Hegels Ästhetik? Wir können sie gerne diskutieren, müssten dann aber nicht nur auf romantische Kritik, romantische Reflexion zurückgreifen (Romantik ist mitnichten das Primat der Empfindung, Romantik ist Kritik, das Primat der Selbstreflexion und Vereinzelung), sondern sicherlich auch auf Schillers Kallias-Briefe. Denn Idealismus und Romantik stehen in einem - das Wort ist unvermeidlich - dialektischen Verhältnis zueinander. Gerade die Totalität, die der Idealismus von Schiller bis Hegel gesichert sehen will, auch für das Kunstschöne, wird ja von der romantischen Kritik abgewiesen. Übrigens gibt es Schlimmeres als Hegels Ästhetik, die sehr wohl, aber das wissen Sie auch, noch heute fruchtbar diskutiert wird. 

Nun gut, hier geht es um Grünbeins Gedicht. Und da habe ich Ihre Bemerkungen einfach nicht verstanden. 

&quot;Gegenüber Literatur besteht vielfach das Problem, einen Zugang zu finden. Ob die Wirklichkeit des Gedichtes, auf den (Sie meinten wohl: die) es Bezug nimmt, Diamanten enthält, ist völlig ungewiss.&quot; Das, zum Beispiel, verstehe ich nicht. In der Wirklichkeit von Grünbeins Gedicht gibt es die Brillanten, zumindest im Rohzustand. Denn er sagt es. Was meinten Sie genau?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-327">Reinhard Matern</a>.</p>
<p>&#8222;Der (spät-)romantische Idealismus ist lediglich eine Farce.&#8220; </p>
<p>Ich würde doch darum bitten, solche sehr apodiktischen Sätze dann wenigstens argumentativ auszuweisen, anstatt sie einfach nur drauflos zu behaupten. Inwiefern ist der Verfasser der &#8218;jungen Parze&#8216; ein spätromantischer Idealist, und was bedeutet das? Meinen Sie Hegels Ästhetik? Wir können sie gerne diskutieren, müssten dann aber nicht nur auf romantische Kritik, romantische Reflexion zurückgreifen (Romantik ist mitnichten das Primat der Empfindung, Romantik ist Kritik, das Primat der Selbstreflexion und Vereinzelung), sondern sicherlich auch auf Schillers Kallias-Briefe. Denn Idealismus und Romantik stehen in einem &#8211; das Wort ist unvermeidlich &#8211; dialektischen Verhältnis zueinander. Gerade die Totalität, die der Idealismus von Schiller bis Hegel gesichert sehen will, auch für das Kunstschöne, wird ja von der romantischen Kritik abgewiesen. Übrigens gibt es Schlimmeres als Hegels Ästhetik, die sehr wohl, aber das wissen Sie auch, noch heute fruchtbar diskutiert wird. </p>
<p>Nun gut, hier geht es um Grünbeins Gedicht. Und da habe ich Ihre Bemerkungen einfach nicht verstanden. </p>
<p>&#8222;Gegenüber Literatur besteht vielfach das Problem, einen Zugang zu finden. Ob die Wirklichkeit des Gedichtes, auf den (Sie meinten wohl: die) es Bezug nimmt, Diamanten enthält, ist völlig ungewiss.&#8220; Das, zum Beispiel, verstehe ich nicht. In der Wirklichkeit von Grünbeins Gedicht gibt es die Brillanten, zumindest im Rohzustand. Denn er sagt es. Was meinten Sie genau?</p>
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		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-327</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 13:57:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=3374#comment-327</guid>

					<description><![CDATA[Danke für den Einwand in Bezug auf Valéry. Für mich gehört er dennoch ins 19. Jhd. auch wenn die Rede 1927 gehalten wurde. Wieso könnte eine Frage nach &#039;Poesie&#039; oder &#039;Prosa&#039; für eine Frage nach Gedicht oder nicht Gedicht relevant sein? Valérys zitierte Hervorhebung eines Tänzerischen bleibt dunkel, hört sich zunächst formal an, wird jedoch im Text, soweit ich mich erinnere, zu einer Empfindungsangelegenheit, zu einer (spät-)romantischen Blüte. Selbverständlich kann durch einen Text getänzelt oder gelatscht werden (Mark Ammern), unabhängig davon, ob es jemandem gefällt oder nicht, auch unabhängig davon, ob es sich um ein Gedicht handelt oder nicht. Eine sprachliche Verdichtung würde ich allerdings einfordern wollen, zumindest für Dichtung. Man kann sich freilich gegen ein Latschen wenden (wie dies auch Mark Ammern unternahm), dies bliebe allerdings eine persönliche Entscheidung, könnte keine allgemeine Angelegenheit werden. Der (spät-)romatische Idealismus ist lediglich eine Farce.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für den Einwand in Bezug auf Valéry. Für mich gehört er dennoch ins 19. Jhd. auch wenn die Rede 1927 gehalten wurde. Wieso könnte eine Frage nach &#8218;Poesie&#8216; oder &#8218;Prosa&#8216; für eine Frage nach Gedicht oder nicht Gedicht relevant sein? Valérys zitierte Hervorhebung eines Tänzerischen bleibt dunkel, hört sich zunächst formal an, wird jedoch im Text, soweit ich mich erinnere, zu einer Empfindungsangelegenheit, zu einer (spät-)romantischen Blüte. Selbverständlich kann durch einen Text getänzelt oder gelatscht werden (Mark Ammern), unabhängig davon, ob es jemandem gefällt oder nicht, auch unabhängig davon, ob es sich um ein Gedicht handelt oder nicht. Eine sprachliche Verdichtung würde ich allerdings einfordern wollen, zumindest für Dichtung. Man kann sich freilich gegen ein Latschen wenden (wie dies auch Mark Ammern unternahm), dies bliebe allerdings eine persönliche Entscheidung, könnte keine allgemeine Angelegenheit werden. Der (spät-)romatische Idealismus ist lediglich eine Farce.</p>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-326</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jul 2016 10:32:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-324&quot;&gt;Reinhard Matern&lt;/a&gt;.

Wie Sie auf die Idee kommen, Sabine Paqué hätte behauptet, das sei nicht meine Rubrik, ist mir ebenso schleierhaft wie Ihre Idee, Paul Valéry (1871-1945) sei &quot;ein Romantiker des 19. Jhds&quot;. Die zitierte Rede hat Valéry am 2. Dezember 1927 gehalten. Aber darum geht es gar nicht. Denn seine Sätze über den Unterschied von Poesie und Prosa hätte ich auch dann zitiert, wenn sie fünfhundert Jahre alt wären. Warum ich sie zitiere? Weil sie meine Eingangsfrage erhellen, ob wir es hier mit einem Gedicht zu tun haben.
Ich könnte auch Marina Zwetajewa zitieren (in der Dichtung gehe es darum, &quot;das Unsichtbare ins Sichtbare zu übertragen&quot;, 1926) oder Susan Sontag (&quot;a work of art engages the mind in certain transformations&quot;, 1965) oder Joseph Brodsky (durch ein einziges Wort, einen Reim könne es dem Dichter geschehen, &quot;dass er sich an einem Ort wiederfindet, wo vor ihm noch niemand war&quot;, 1987) oder Lukas Bärfuss (die Poesie zeichne sich dadurch aus, dass man bei der Lektüre nichts lerne, sondern eine Erfahrung mache, 2015 - sinngemäß zitiert).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/unter-der-lupe-unpolitisches-gedicht-von-durs-gruenbein/#comment-324">Reinhard Matern</a>.</p>
<p>Wie Sie auf die Idee kommen, Sabine Paqué hätte behauptet, das sei nicht meine Rubrik, ist mir ebenso schleierhaft wie Ihre Idee, Paul Valéry (1871-1945) sei &#8222;ein Romantiker des 19. Jhds&#8220;. Die zitierte Rede hat Valéry am 2. Dezember 1927 gehalten. Aber darum geht es gar nicht. Denn seine Sätze über den Unterschied von Poesie und Prosa hätte ich auch dann zitiert, wenn sie fünfhundert Jahre alt wären. Warum ich sie zitiere? Weil sie meine Eingangsfrage erhellen, ob wir es hier mit einem Gedicht zu tun haben.<br />
Ich könnte auch Marina Zwetajewa zitieren (in der Dichtung gehe es darum, &#8222;das Unsichtbare ins Sichtbare zu übertragen&#8220;, 1926) oder Susan Sontag (&#8222;a work of art engages the mind in certain transformations&#8220;, 1965) oder Joseph Brodsky (durch ein einziges Wort, einen Reim könne es dem Dichter geschehen, &#8222;dass er sich an einem Ort wiederfindet, wo vor ihm noch niemand war&#8220;, 1987) oder Lukas Bärfuss (die Poesie zeichne sich dadurch aus, dass man bei der Lektüre nichts lerne, sondern eine Erfahrung mache, 2015 &#8211; sinngemäß zitiert).</p>
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