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	<title>
	Kommentare zu: Thomas Mann 1949	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Sun, 27 Sep 2026 06:43:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: wonderman		</title>
		<link>https://tell-review.de/thomas-mann-1949/#comment-67446</link>

		<dc:creator><![CDATA[wonderman]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2026 06:43:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich sah den Film und las diese tolle Rekonstruktion der Lage des realen Autors 1x vor und 1x nach dem Filmbesuch. Tolles Essay, vielen Dank! Der Film ist in übersteuertem schwarzweiss gedreht und war für mich eine Serie von Standbildern, wie das Genie im Sessel sitzt, im 8-Zyinder Wagen mal hinte, mal vorne sitzt oder schläft und wie es als Redner das große Wort schwingt, vor großen Massen. Im Film tritt auch Becher auf, Dichter des Textes der Hymne der DDR, die zum Zeitpunkt des Films noch die SBZ ist. Ich meine zu Mann, dass seine Apologetik für eine antifaschistische deutsche Staatsgründung doch etwas verblasst gegenüber den dienenden Rollen seiner Kollegen, Brecht, Döblin, Arnold Zweig. Der Film ist für mich ein Versuch, etwas dem Publikum zu bieten, was mehrdeutig ist. Die Figuren verletzen einander nicht vor laufender Kamera, doch laufen zwischen Ruinen herum und möchten sich auf die Kunst des Autors des vorangegangenen Jahrhunderts beziehen als Gründer eienr freien Kunst. Wenn ich im Film die Bilder vom Westen, Jazz, Enlgand und Frankreich als Besatzer,  verglichen habe den Bilder vom Osten, russische Volksmusik, Militarismus, dann führt mir der Film vor, was ich am Westen genossen habe bis 1989. Der Regisseur hat mit dem Film vielleicth auch etwas sagen wollen über seine Wanderung vom Osten (Polen) in den Westen (UK, D).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sah den Film und las diese tolle Rekonstruktion der Lage des realen Autors 1x vor und 1x nach dem Filmbesuch. Tolles Essay, vielen Dank! Der Film ist in übersteuertem schwarzweiss gedreht und war für mich eine Serie von Standbildern, wie das Genie im Sessel sitzt, im 8-Zyinder Wagen mal hinte, mal vorne sitzt oder schläft und wie es als Redner das große Wort schwingt, vor großen Massen. Im Film tritt auch Becher auf, Dichter des Textes der Hymne der DDR, die zum Zeitpunkt des Films noch die SBZ ist. Ich meine zu Mann, dass seine Apologetik für eine antifaschistische deutsche Staatsgründung doch etwas verblasst gegenüber den dienenden Rollen seiner Kollegen, Brecht, Döblin, Arnold Zweig. Der Film ist für mich ein Versuch, etwas dem Publikum zu bieten, was mehrdeutig ist. Die Figuren verletzen einander nicht vor laufender Kamera, doch laufen zwischen Ruinen herum und möchten sich auf die Kunst des Autors des vorangegangenen Jahrhunderts beziehen als Gründer eienr freien Kunst. Wenn ich im Film die Bilder vom Westen, Jazz, Enlgand und Frankreich als Besatzer,  verglichen habe den Bilder vom Osten, russische Volksmusik, Militarismus, dann führt mir der Film vor, was ich am Westen genossen habe bis 1989. Der Regisseur hat mit dem Film vielleicth auch etwas sagen wollen über seine Wanderung vom Osten (Polen) in den Westen (UK, D).</p>
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		<title>
		Von: Herwig Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/thomas-mann-1949/#comment-67345</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 04:01:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/thomas-mann-1949/#comment-67338&quot;&gt;laubeiter&lt;/a&gt;.

Danke für den Kommentar. Nur kurz: Ja, Klaus Manns Selbstmord als rein epochenbedingt zu erklären (Heinrich Mann schrieb im Gedenkbuch für Klaus Mann ja, sein Neffe sei „von der Epoche getötet“ worden) trifft es nicht. Im Film sagt der Vater zunächst, Klaus sei ein „lebensmüder Drogensüchtiger“ gewesen. Was sicher irgendwie auch stimmt, aber ebenso wenig erklärt. Und selbst beide „Erklärungen“ zusammen ergeben noch kein Ganzes. 
Der Film deutet noch Klaus Manns letzten Essay an „Die Heimsuchung des europäischen Geistes“, in dem er einen kollektiven Selbstmord der „nutzlosen“ Intellektuellen vorschlägt. 

Der Film beschreibt den Besuch aus der subjektiven Sicht der Manns. Vor allem Thomas verteilte hierbei seine Sympathien sehr ungleich gewichtet auf Ost und West. Der Osten kam in seiner Sicht trotz einiger unbestreitbar unschöner Dinge deutlich besser weg als der Westen. Den er wie der Film auch als eine Melange aus Mickey Mouse, Moneymakertum und Auffangbecken für alte Nazis sah.
Deswegen wurde unhistorisch Gustav Gründgens in ihn eingebaut. Historisch korrekter wäre Eugen Kogon gewesen. Dann aber wäre das Bild vom opportunistischen Westen nicht haltbar gewesen. Dabei wäre es dramaturgisch so leicht gewesen, Kogon auf der Pressekonferenz sprechen zu lassen: „Eugen Kogon, Frankfurter Blätter! Herr Mann! Sie wollen auch nach Weimar fahren. Ist Ihnen bewusst, dass in Weimar das ehemalige KZ Buchenwald von den Stalinisten weiter betrieben wird. Wollen Sie wirklich wie schon einmal geschehen 8 KM neben einem politischen Verbrechen über Goethe reüssieren?“
Dieses Bild, dass es eben auch im Westen Menschen gab, die mehr von der Neuordnung nach dem moralischen und politischen Wahnsinn wollten als Amnesie, Amnestie und Money, dieses Bild fehlt im Film.
Na gut. Deswegen bekommt er von mir auch nur drei von fünf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/thomas-mann-1949/#comment-67338">laubeiter</a>.</p>
<p>Danke für den Kommentar. Nur kurz: Ja, Klaus Manns Selbstmord als rein epochenbedingt zu erklären (Heinrich Mann schrieb im Gedenkbuch für Klaus Mann ja, sein Neffe sei „von der Epoche getötet“ worden) trifft es nicht. Im Film sagt der Vater zunächst, Klaus sei ein „lebensmüder Drogensüchtiger“ gewesen. Was sicher irgendwie auch stimmt, aber ebenso wenig erklärt. Und selbst beide „Erklärungen“ zusammen ergeben noch kein Ganzes.<br />
Der Film deutet noch Klaus Manns letzten Essay an „Die Heimsuchung des europäischen Geistes“, in dem er einen kollektiven Selbstmord der „nutzlosen“ Intellektuellen vorschlägt. </p>
<p>Der Film beschreibt den Besuch aus der subjektiven Sicht der Manns. Vor allem Thomas verteilte hierbei seine Sympathien sehr ungleich gewichtet auf Ost und West. Der Osten kam in seiner Sicht trotz einiger unbestreitbar unschöner Dinge deutlich besser weg als der Westen. Den er wie der Film auch als eine Melange aus Mickey Mouse, Moneymakertum und Auffangbecken für alte Nazis sah.<br />
Deswegen wurde unhistorisch Gustav Gründgens in ihn eingebaut. Historisch korrekter wäre Eugen Kogon gewesen. Dann aber wäre das Bild vom opportunistischen Westen nicht haltbar gewesen. Dabei wäre es dramaturgisch so leicht gewesen, Kogon auf der Pressekonferenz sprechen zu lassen: „Eugen Kogon, Frankfurter Blätter! Herr Mann! Sie wollen auch nach Weimar fahren. Ist Ihnen bewusst, dass in Weimar das ehemalige KZ Buchenwald von den Stalinisten weiter betrieben wird. Wollen Sie wirklich wie schon einmal geschehen 8 KM neben einem politischen Verbrechen über Goethe reüssieren?“<br />
Dieses Bild, dass es eben auch im Westen Menschen gab, die mehr von der Neuordnung nach dem moralischen und politischen Wahnsinn wollten als Amnesie, Amnestie und Money, dieses Bild fehlt im Film.<br />
Na gut. Deswegen bekommt er von mir auch nur drei von fünf.</p>
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		<title>
		Von: laubeiter		</title>
		<link>https://tell-review.de/thomas-mann-1949/#comment-67338</link>

		<dc:creator><![CDATA[laubeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 10:06:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich finde es schön, dass sich dieser Kommentar von Ihnen Zeit nimmt, die Entwicklung Revue passieren zu lassen und die Lage zu rekonstruieren, in der die fiktive Handlung des Films angesiedelt ist, vielen Dank! Die Sammlung der Zitate Manns finde ich krass, weil er zu so groben Begriffen greift und anscheinend ganz selbstverständlich die Kategorie faschistisch verteilt und voraussetzt, dass die Definition dieser Kategorie von allen geteilt wird - anders als heute. Zur zeitlichen Verlegung des Selbstmords des Kinds in den Ablauf der Reise des Kindes mit seinem Vater, die der Film vornimmt, habe ich eine andere Meinung. Das Kind war erwachsen und schrieb Bücher, eins die &quot;Kindernovelle&quot; über die Stimmung in seiner Familie. Wenn der Film den Selbstmord als politisch motiviert verkauft, verfälscht er nach meiner Meinung dessen Motiv und verharmlost ihn damit auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde es schön, dass sich dieser Kommentar von Ihnen Zeit nimmt, die Entwicklung Revue passieren zu lassen und die Lage zu rekonstruieren, in der die fiktive Handlung des Films angesiedelt ist, vielen Dank! Die Sammlung der Zitate Manns finde ich krass, weil er zu so groben Begriffen greift und anscheinend ganz selbstverständlich die Kategorie faschistisch verteilt und voraussetzt, dass die Definition dieser Kategorie von allen geteilt wird &#8211; anders als heute. Zur zeitlichen Verlegung des Selbstmords des Kinds in den Ablauf der Reise des Kindes mit seinem Vater, die der Film vornimmt, habe ich eine andere Meinung. Das Kind war erwachsen und schrieb Bücher, eins die &#8222;Kindernovelle&#8220; über die Stimmung in seiner Familie. Wenn der Film den Selbstmord als politisch motiviert verkauft, verfälscht er nach meiner Meinung dessen Motiv und verharmlost ihn damit auch.</p>
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