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	Kommentare zu: Ob der Kaiser nackt ist&#8230;	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		<title>
		Von: Rainer Kohlmayer		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6770</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Kohlmayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2019 15:43:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ja, danke. Es war ein digitales Missverständnis. Ich traute meinen Augen nicht, als ich meinen Kommentar verschwunden sah! Hab was daraus gelernt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, danke. Es war ein digitales Missverständnis. Ich traute meinen Augen nicht, als ich meinen Kommentar verschwunden sah! Hab was daraus gelernt.</p>
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		<title>
		Von: Anselm Bühling		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6764</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2019 11:59:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6754&quot;&gt;Rainer Kohlmayer&lt;/a&gt;.

Lieber Rainer Kohlmayer, der Kommentar, den Sie meinen und auch Ihr jetziger sind in der Freigabeschleife hängen geblieben. Eigentlich muss nur der jeweils erste Kommentar eines Lesers manuell freigegeben werden, die anderen sollten dann gleich veröffentlicht werden. Aber in einigen Fällen landen auch weitere Kommentare in der Freigabe, und manchmal dauert es leider etwas länger, bis wir dazu kommen, sie freizuschalten. Ich hoffe, das klärt die Sache. MfG, Anselm Bühling]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6754">Rainer Kohlmayer</a>.</p>
<p>Lieber Rainer Kohlmayer, der Kommentar, den Sie meinen und auch Ihr jetziger sind in der Freigabeschleife hängen geblieben. Eigentlich muss nur der jeweils erste Kommentar eines Lesers manuell freigegeben werden, die anderen sollten dann gleich veröffentlicht werden. Aber in einigen Fällen landen auch weitere Kommentare in der Freigabe, und manchmal dauert es leider etwas länger, bis wir dazu kommen, sie freizuschalten. Ich hoffe, das klärt die Sache. MfG, Anselm Bühling</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Rainer Kohlmayer		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6754</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Kohlmayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2019 22:12:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Pardon!!! Eben ist der frühere Text (von 17 Uhr 30, actually) wieder sichtbar geworden. Also kann der von 23.08 gelöscht werden. (Tell hat anscheinend die Sommerzeit beibehalten).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pardon!!! Eben ist der frühere Text (von 17 Uhr 30, actually) wieder sichtbar geworden. Also kann der von 23.08 gelöscht werden. (Tell hat anscheinend die Sommerzeit beibehalten).</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Von: Rainer Kohlmayer		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6753</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Kohlmayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2019 22:08:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich finde es bemerkenswert, dass mein vorhergehender, heutiger (15.12., etwa um 16 Uhr geschriebener) Kommentar zu Frank Heibert von irgendeiner Zensurbehörde beseitigt wurde. Man labert von &quot;Offenheit&quot; der Kritik, schwätzt feuilletonistisch über Freiheit der Interpretation usw. - und benimmt sich im Internet-Blog, den man per Klick regieren und verwalten darf, wie frühere deutsche Zensurbehörden. Das hat mich jetzt doch etwas überrascht und enttäuscht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde es bemerkenswert, dass mein vorhergehender, heutiger (15.12., etwa um 16 Uhr geschriebener) Kommentar zu Frank Heibert von irgendeiner Zensurbehörde beseitigt wurde. Man labert von &#8222;Offenheit&#8220; der Kritik, schwätzt feuilletonistisch über Freiheit der Interpretation usw. &#8211; und benimmt sich im Internet-Blog, den man per Klick regieren und verwalten darf, wie frühere deutsche Zensurbehörden. Das hat mich jetzt doch etwas überrascht und enttäuscht.</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Von: Rainer Kohlmayer		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6749</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Kohlmayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2019 16:30:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Frank Heibert, Sie sind ein guter Übersetzer, aber ein etwas &#039;subjektiver&#039; Sprachwissenschaftler, wenn Sie sich Ihren privaten Inhalt von &quot;Haltung&quot; zurechtbiegen. Über Ecos &quot;intentio operis&quot; habe ich selbst auch geschrieben, der Begriff ist nützlich (ebenso wie &quot;intentio lectoris&quot;, der die Leserinterpretation bezeichnet, die in diesen Seiten hier gewiss die Hauptrolle spielt) und umfasst etwa alles, was im Text unbezweifelbar steht. So wie Eco in der frz. Talkshow &quot;Apostrophes&quot; einmal auf ein abstraktes Bild an der Wand zeigte und sagte, auch Derrida könne nicht behaupten, dass hier Queen  Elizabeth abgebildet sei. Ecos &quot;intentio operis&quot; hat mit Ihrer &quot;Haltung&quot; nicht das Geringste zu tun. In derselben Sendung sagte Eco auch, falls Derrida einen Steuerbescheid bekäme, hätte er keine Interpretationsprobleme.
Ich halte &quot;Haltung&quot; für einen unnötigen und vor allem unscharfen Begriff, weil er die Subjektivität der Interpretation zu überspringen vortäuscht; während der paradoxe rhetorische Ausdruck &quot;die schriftliche Stimme&quot; (Novalis) die Interpretation offen lässt. Die schriftliche &quot;Haltung&quot; (?) könnten Sie in Ihrer Privatterminologie höchstens retten, wenn Sie sagen, Sie verstehen darunter Dinge wie &quot;Ironie&quot; oder &quot;Lesersolidarität&quot;, die in der Sprachwissenschaft seit langem unter &quot;Einstellungen&quot; verbucht werden (und als Textmerkmale nachweisbar sind; siehe zB von Polenz). Übersetzer entscheiden sich für eine &quot;schriftliche Stimme&quot;; ich habe den Eindruck, darin sind wir uns beide einig (im Einklang mit der Tradition seit Herder). Dass (beim Übersetzen) dahinter eine Menge an Interpretationsleistungen stecken kann, ist klar; aber weshalb das auf &quot;Haltung&quot; verkürzen, wenn damit gar nicht &quot;Haltung&quot; im normalen Sprachgebrauch (moralisch, charakterlich, gesinnungsmäßig, ideologisch usw.) gemeint ist? Oder etwa doch irgendwie?
Ich halte es jedenfalls für möglich, dass jemand wunderschöne Dinge schreibt, während er &#039;haltungsmäßig&#039; (der Begriff erlebte seinen Höhepunkt in den 30er Jahren) völlig außerhalb des Textes steht. So wie ein guter Pianist einen zu Tränen rührenden melancholischen Brahms spielen kann, aber selbst ein lustiger Vogel ist. Pessimismus ist eine Haltung, die sich hinter Optimismus verstecken kann - und umgekehrt. Eine optimistische Stimme klingt aber nun mal optimistisch, eine depressive klingt depressiv, egal welche &quot;Haltung&quot; dahinter steckt oder vermutet wird.
Aber vielleicht meinen Sie mit &quot;Haltung&quot; ja ganz allgemein die &quot;Subjektivität&quot; eines Textes? So ähnlich wie ich die Ästhetik des Literaturübersetzens (seit Herder) als die Verbindung der drei Prinzipien Subjektivität - Linearität - Oralität darstelle? Dann wären wir uns ja auch einig, nur wäre Ihr Begriff - na ja - etwas unscharf.
Wissenschaft besteht (nicht erst seit Wittgenstein) nun einmal zum größten Teil aus der kritischen Klärung von Begriffen. Dabei sollte man halt immer versuchen, möglichst sachlich zu bleiben, was uns allen (als Rechthaber) schwer fällt. (Mein persönlicher Lieblingsheld ist Sokrates.)
Und Ihre Übersetzungsleistungen sind auf jeden Fall bewundernswert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Frank Heibert, Sie sind ein guter Übersetzer, aber ein etwas &#8217;subjektiver&#8216; Sprachwissenschaftler, wenn Sie sich Ihren privaten Inhalt von &#8222;Haltung&#8220; zurechtbiegen. Über Ecos &#8222;intentio operis&#8220; habe ich selbst auch geschrieben, der Begriff ist nützlich (ebenso wie &#8222;intentio lectoris&#8220;, der die Leserinterpretation bezeichnet, die in diesen Seiten hier gewiss die Hauptrolle spielt) und umfasst etwa alles, was im Text unbezweifelbar steht. So wie Eco in der frz. Talkshow &#8222;Apostrophes&#8220; einmal auf ein abstraktes Bild an der Wand zeigte und sagte, auch Derrida könne nicht behaupten, dass hier Queen  Elizabeth abgebildet sei. Ecos &#8222;intentio operis&#8220; hat mit Ihrer &#8222;Haltung&#8220; nicht das Geringste zu tun. In derselben Sendung sagte Eco auch, falls Derrida einen Steuerbescheid bekäme, hätte er keine Interpretationsprobleme.<br />
Ich halte &#8222;Haltung&#8220; für einen unnötigen und vor allem unscharfen Begriff, weil er die Subjektivität der Interpretation zu überspringen vortäuscht; während der paradoxe rhetorische Ausdruck &#8222;die schriftliche Stimme&#8220; (Novalis) die Interpretation offen lässt. Die schriftliche &#8222;Haltung&#8220; (?) könnten Sie in Ihrer Privatterminologie höchstens retten, wenn Sie sagen, Sie verstehen darunter Dinge wie &#8222;Ironie&#8220; oder &#8222;Lesersolidarität&#8220;, die in der Sprachwissenschaft seit langem unter &#8222;Einstellungen&#8220; verbucht werden (und als Textmerkmale nachweisbar sind; siehe zB von Polenz). Übersetzer entscheiden sich für eine &#8222;schriftliche Stimme&#8220;; ich habe den Eindruck, darin sind wir uns beide einig (im Einklang mit der Tradition seit Herder). Dass (beim Übersetzen) dahinter eine Menge an Interpretationsleistungen stecken kann, ist klar; aber weshalb das auf &#8222;Haltung&#8220; verkürzen, wenn damit gar nicht &#8222;Haltung&#8220; im normalen Sprachgebrauch (moralisch, charakterlich, gesinnungsmäßig, ideologisch usw.) gemeint ist? Oder etwa doch irgendwie?<br />
Ich halte es jedenfalls für möglich, dass jemand wunderschöne Dinge schreibt, während er &#8218;haltungsmäßig&#8216; (der Begriff erlebte seinen Höhepunkt in den 30er Jahren) völlig außerhalb des Textes steht. So wie ein guter Pianist einen zu Tränen rührenden melancholischen Brahms spielen kann, aber selbst ein lustiger Vogel ist. Pessimismus ist eine Haltung, die sich hinter Optimismus verstecken kann &#8211; und umgekehrt. Eine optimistische Stimme klingt aber nun mal optimistisch, eine depressive klingt depressiv, egal welche &#8222;Haltung&#8220; dahinter steckt oder vermutet wird.<br />
Aber vielleicht meinen Sie mit &#8222;Haltung&#8220; ja ganz allgemein die &#8222;Subjektivität&#8220; eines Textes? So ähnlich wie ich die Ästhetik des Literaturübersetzens (seit Herder) als die Verbindung der drei Prinzipien Subjektivität &#8211; Linearität &#8211; Oralität darstelle? Dann wären wir uns ja auch einig, nur wäre Ihr Begriff &#8211; na ja &#8211; etwas unscharf.<br />
Wissenschaft besteht (nicht erst seit Wittgenstein) nun einmal zum größten Teil aus der kritischen Klärung von Begriffen. Dabei sollte man halt immer versuchen, möglichst sachlich zu bleiben, was uns allen (als Rechthaber) schwer fällt. (Mein persönlicher Lieblingsheld ist Sokrates.)<br />
Und Ihre Übersetzungsleistungen sind auf jeden Fall bewundernswert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Frank Heibert		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6668</link>

		<dc:creator><![CDATA[Frank Heibert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2019 12:31:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber &quot;Laubeiter&quot;, lieber Rainer Kohlmayer, 

Ihre kritischen Bemerkungen antworten nicht auf meine Argumentation zu Handkes Schreiben, sondern richten sich gegen die Methode (bewegen sich also nur auf der Meta-Ebene). Das liegt daran, dass mein Begriff der &quot;Haltung&quot; leider missverstanden wurde (kann bei &quot;alles nur überflogen&quot; schon mal passieren). Hier ist offenbar noch einmal eine Begriffsklärung nötig.
 
Mit &quot;Haltung&quot; meine ich ganz und gar nicht den biografischen Aspekt, Eigenschaften des Autors/der Autorin, Gesinnung oder ähnliches. Dieses Missverständnis ist aufgekommen, weil Handke wegen der politischen Relevanz seines Blicks auf Serbien gesinnungsmäßig kritisiert wurde. Dieses landläufige Verständnis von &quot;Haltung&quot; meine ich aber nicht; das ist ein anderes Thema, über das lange zu reden wäre und ja auch derzeit geredet wird.

Der von mir vorgeschlagene Haltungs-Begriff beim Verständnis von Literatur, bei ihrer Übersetzung und beim Reden über beides meint: Welcher Blick auf die Welt spricht aus der Erzählstimme eines Textes? (vgl. dazu Umberto Ecos Begriff „intentio operis“)
Auskunftgeber ist bei dieser Frage ausschließlich der Text, kein biografisches Wissen über den Autor. Genauer formuliert, lässt sich die Haltung sowohl aus dem Inhalt des Textes (worum geht es überhaupt?) als auch aus der sprachlichen Gestaltung, dem Stil des Textes ableiten (in welcher Weise wird der Inhalt sprachlich gefasst, was bewirkt der Text dadurch?). 

Beim Übersetzen gehen wir selbstverständlich von den &quot;vorliegenden Formulierungen&quot; aus, aber erst wenn uns bewusst ist, was diese vorliegenden Formulierungen denn ausdrücken, welchen tieferen Sinn sie haben, welche Art von Stimme durch sie deutlich wird, erst dann wird es eine beseelte Übersetzung, die antreten kann im Geist des Originals, aber mit den Mitteln der Zielsprache und des jeweiligen zielsprachlichen Übersetzers. 

Der Begriff &quot;Haltung&quot; unterliegt, wie im übrigen ja jedes Verständnis, der Interpretation; ein literarischer Text lässt sich in vielem &quot;objektiv&quot; deuten (denotativ), aber das Feld der Konnotationen und Assoziationen und eben auch des Sinns, den wir beim Lesen der literarischen Gestaltung geben, ist nur durch Interpretation fruchtbar zu machen. Diese Interpretationsmethodik lässt sich auf jedes Originalwerk anwenden, ob zum Zweck der späteren Übersetzung oder (wie hier bei Handke) nicht.
Interpretationsabhängige Begriffe sind in der Tat &quot;vager&quot; als linguistisch definierte, ich sage lieber: &quot;offener&quot;. Das müssen sie auch sein, um auf den vielschichtigen Reichtum von Literatur anwendbar zu sein. &quot;Haltung&quot; ist aber nicht schwammig oder passe-partout, sondern kann sehr genau am Text belegt werden. (Als Beispiele könnte man andere Artikel von mir auf tell betrachten.) 

Ich bitte also darum, nicht mehr auf Grundlage einer wohlfeilen Verwechslung von Personengesinnung und Texthaltung zu argumentieren; auch in meinem Beitrag zu Handke habe ich das m. E. deutlich voneinander unterschieden (ich werde die vier Passagen, die das leisten, jetzt nicht nochmal zitieren, kann ja jeder nachlesen). Besten Dank!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber &#8222;Laubeiter&#8220;, lieber Rainer Kohlmayer, </p>
<p>Ihre kritischen Bemerkungen antworten nicht auf meine Argumentation zu Handkes Schreiben, sondern richten sich gegen die Methode (bewegen sich also nur auf der Meta-Ebene). Das liegt daran, dass mein Begriff der &#8222;Haltung&#8220; leider missverstanden wurde (kann bei &#8222;alles nur überflogen&#8220; schon mal passieren). Hier ist offenbar noch einmal eine Begriffsklärung nötig.</p>
<p>Mit &#8222;Haltung&#8220; meine ich ganz und gar nicht den biografischen Aspekt, Eigenschaften des Autors/der Autorin, Gesinnung oder ähnliches. Dieses Missverständnis ist aufgekommen, weil Handke wegen der politischen Relevanz seines Blicks auf Serbien gesinnungsmäßig kritisiert wurde. Dieses landläufige Verständnis von &#8222;Haltung&#8220; meine ich aber nicht; das ist ein anderes Thema, über das lange zu reden wäre und ja auch derzeit geredet wird.</p>
<p>Der von mir vorgeschlagene Haltungs-Begriff beim Verständnis von Literatur, bei ihrer Übersetzung und beim Reden über beides meint: Welcher Blick auf die Welt spricht aus der Erzählstimme eines Textes? (vgl. dazu Umberto Ecos Begriff „intentio operis“)<br />
Auskunftgeber ist bei dieser Frage ausschließlich der Text, kein biografisches Wissen über den Autor. Genauer formuliert, lässt sich die Haltung sowohl aus dem Inhalt des Textes (worum geht es überhaupt?) als auch aus der sprachlichen Gestaltung, dem Stil des Textes ableiten (in welcher Weise wird der Inhalt sprachlich gefasst, was bewirkt der Text dadurch?). </p>
<p>Beim Übersetzen gehen wir selbstverständlich von den &#8222;vorliegenden Formulierungen&#8220; aus, aber erst wenn uns bewusst ist, was diese vorliegenden Formulierungen denn ausdrücken, welchen tieferen Sinn sie haben, welche Art von Stimme durch sie deutlich wird, erst dann wird es eine beseelte Übersetzung, die antreten kann im Geist des Originals, aber mit den Mitteln der Zielsprache und des jeweiligen zielsprachlichen Übersetzers. </p>
<p>Der Begriff &#8222;Haltung&#8220; unterliegt, wie im übrigen ja jedes Verständnis, der Interpretation; ein literarischer Text lässt sich in vielem &#8222;objektiv&#8220; deuten (denotativ), aber das Feld der Konnotationen und Assoziationen und eben auch des Sinns, den wir beim Lesen der literarischen Gestaltung geben, ist nur durch Interpretation fruchtbar zu machen. Diese Interpretationsmethodik lässt sich auf jedes Originalwerk anwenden, ob zum Zweck der späteren Übersetzung oder (wie hier bei Handke) nicht.<br />
Interpretationsabhängige Begriffe sind in der Tat &#8222;vager&#8220; als linguistisch definierte, ich sage lieber: &#8222;offener&#8220;. Das müssen sie auch sein, um auf den vielschichtigen Reichtum von Literatur anwendbar zu sein. &#8222;Haltung&#8220; ist aber nicht schwammig oder passe-partout, sondern kann sehr genau am Text belegt werden. (Als Beispiele könnte man andere Artikel von mir auf tell betrachten.) </p>
<p>Ich bitte also darum, nicht mehr auf Grundlage einer wohlfeilen Verwechslung von Personengesinnung und Texthaltung zu argumentieren; auch in meinem Beitrag zu Handke habe ich das m. E. deutlich voneinander unterschieden (ich werde die vier Passagen, die das leisten, jetzt nicht nochmal zitieren, kann ja jeder nachlesen). Besten Dank!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Rainer Kohlmayer, Prof. Dr.		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6649</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Kohlmayer, Prof. Dr.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Dec 2019 10:41:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich gestehe, dass ich alles nur überflogen habe. Der &quot;Laubeiter&quot; scheint mir mit seiner Kritik am Terminus &quot;Haltung&quot; aber schon ins Schwarze zu treffen. Ich hatte in einer mail an Frank Heibert vor langer Zeit auf das m.E. Vage des Begriffs &quot;Haltung&quot; hingewiesen. Haltung, Gesinnung, Charakter eines Autors stehen für mich außerhalb des Textes und sind der normalen Gerichtsbarkeit und öffentlichen Kritik unterworfen. Literatur zeigt Figuren, Rollen, Stimmen, Sprechweisen, &quot;Einstellungen&quot; zum Leser und zum Geschriebenen, die linguistisch präzisierbar (zB Polenz&#039; &quot;Deutsche Satzsemantik&quot;) und stilistisch nachweisbar sind. Wenn ich einen Text übersetze, übersetze ich keine Haltung oder Gesinnung usw., sondern vorliegende Formulierungen, die ich stimmlich verkörpern kann. Natürlich interessiert der Autor auch als ganze Person; aber (wie &quot;Laubeiter&quot; sagt) Künstler können privat (in Haltung, Gesinnung, Charakter) durchaus Idioten oder Ekel sein, aber dennoch kunstvolle Texte, Musik usw. herstellen. Die Erforschung der &quot;Haltung&quot; führt (anders als die Suche nach der Stimme, Rolle, dem Stil) zum Biographismus, der den Abstand zwischen Leben und Kunst leugnet.
Übrigens staune ich über das erfreuliche kritische Engagement bei allen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gestehe, dass ich alles nur überflogen habe. Der &#8222;Laubeiter&#8220; scheint mir mit seiner Kritik am Terminus &#8222;Haltung&#8220; aber schon ins Schwarze zu treffen. Ich hatte in einer mail an Frank Heibert vor langer Zeit auf das m.E. Vage des Begriffs &#8222;Haltung&#8220; hingewiesen. Haltung, Gesinnung, Charakter eines Autors stehen für mich außerhalb des Textes und sind der normalen Gerichtsbarkeit und öffentlichen Kritik unterworfen. Literatur zeigt Figuren, Rollen, Stimmen, Sprechweisen, &#8222;Einstellungen&#8220; zum Leser und zum Geschriebenen, die linguistisch präzisierbar (zB Polenz&#8216; &#8222;Deutsche Satzsemantik&#8220;) und stilistisch nachweisbar sind. Wenn ich einen Text übersetze, übersetze ich keine Haltung oder Gesinnung usw., sondern vorliegende Formulierungen, die ich stimmlich verkörpern kann. Natürlich interessiert der Autor auch als ganze Person; aber (wie &#8222;Laubeiter&#8220; sagt) Künstler können privat (in Haltung, Gesinnung, Charakter) durchaus Idioten oder Ekel sein, aber dennoch kunstvolle Texte, Musik usw. herstellen. Die Erforschung der &#8222;Haltung&#8220; führt (anders als die Suche nach der Stimme, Rolle, dem Stil) zum Biographismus, der den Abstand zwischen Leben und Kunst leugnet.<br />
Übrigens staune ich über das erfreuliche kritische Engagement bei allen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Laubeiter		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6493</link>

		<dc:creator><![CDATA[Laubeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 12:24:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was ist &quot;Haltung&quot; und wie soll eine Haltung (eines Textes? eines Autors?) beim Lesen einer Seite eines Buches erkannt werden? Körperhaltung kann krumm oder gerade sein; und Texthaltung? Ich glaube nicht an die Möglichkeit, die Haltung eines Textes oder Autors zu identifizieren. Und selbst wenn es jemand gelänge, so interessiert mich die Haltung eines Textes oder Autors nicht. Was ist mit Naipaul, dem nach England ausgewanderten Kariben, der aus seiner xenophoben, islamophoben und gymnophoben Haltung keinen Hehl gemacht hat? Super Texte, seine Bücher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist &#8222;Haltung&#8220; und wie soll eine Haltung (eines Textes? eines Autors?) beim Lesen einer Seite eines Buches erkannt werden? Körperhaltung kann krumm oder gerade sein; und Texthaltung? Ich glaube nicht an die Möglichkeit, die Haltung eines Textes oder Autors zu identifizieren. Und selbst wenn es jemand gelänge, so interessiert mich die Haltung eines Textes oder Autors nicht. Was ist mit Naipaul, dem nach England ausgewanderten Kariben, der aus seiner xenophoben, islamophoben und gymnophoben Haltung keinen Hehl gemacht hat? Super Texte, seine Bücher.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Ursula Kröhn		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6187</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ursula Kröhn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2019 10:49:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=95947#comment-6187</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6151&quot;&gt;Elke Heinemann&lt;/a&gt;.

Ich finde Geisels Kommentare immer sehr stimmig und hilfreich, und in ihrer Handke Interpretation finde ich meine Überlegungen wieder! Ich glaube auch, dass die absoluten Bewunderer Handkes ältere Menschen sind, die mit seinen Frühwerken aufgewachsen sind und ihn aus einer Nostalgie her verklären. Meine jungen Schüler fanden seine stilistische Akrobatik hemmend und übertrieben!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6151">Elke Heinemann</a>.</p>
<p>Ich finde Geisels Kommentare immer sehr stimmig und hilfreich, und in ihrer Handke Interpretation finde ich meine Überlegungen wieder! Ich glaube auch, dass die absoluten Bewunderer Handkes ältere Menschen sind, die mit seinen Frühwerken aufgewachsen sind und ihn aus einer Nostalgie her verklären. Meine jungen Schüler fanden seine stilistische Akrobatik hemmend und übertrieben!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Jürgen Kiel		</title>
		<link>https://tell-review.de/ob-der-kaiser-nackt-ist/#comment-6178</link>

		<dc:creator><![CDATA[Jürgen Kiel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2019 10:04:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=95947#comment-6178</guid>

					<description><![CDATA[Frank Heibert macht zu Recht darauf aufmerksam, dass die in einem literarischen Text sich konstituierende künstlerische Subjektivität („Haltung“) von der Privatheit des Autors zu unterscheiden ist. Dafür braucht es allerdings Leser, die bereit sind, sich dem Text mit interesselosem Wohlgefallen zu nähern und die „Haltung“ des Textes nicht mit Privatheit (z. B. Meinung) gleichzusetzen, sondern als Chance, ihre eigene Weltwahrnehmung zu differenzieren. Andererseits dürfen Elemente von Privatheit im Text, also nichtintegrierte Elemente, durchaus als Defizite kritisiert werden.
Der Fall Handke ist deshalb so spektakulär und interessant, weil dieser Autor einerseits als beharrlicher Verteidiger literarischer Subjektivität berühmt ist, während er andererseits als Privatmann mit Äußerungen und Aktionen hervortritt, von denen er weiß, dass sie als politisch extremistisch angesehen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frank Heibert macht zu Recht darauf aufmerksam, dass die in einem literarischen Text sich konstituierende künstlerische Subjektivität („Haltung“) von der Privatheit des Autors zu unterscheiden ist. Dafür braucht es allerdings Leser, die bereit sind, sich dem Text mit interesselosem Wohlgefallen zu nähern und die „Haltung“ des Textes nicht mit Privatheit (z. B. Meinung) gleichzusetzen, sondern als Chance, ihre eigene Weltwahrnehmung zu differenzieren. Andererseits dürfen Elemente von Privatheit im Text, also nichtintegrierte Elemente, durchaus als Defizite kritisiert werden.<br />
Der Fall Handke ist deshalb so spektakulär und interessant, weil dieser Autor einerseits als beharrlicher Verteidiger literarischer Subjektivität berühmt ist, während er andererseits als Privatmann mit Äußerungen und Aktionen hervortritt, von denen er weiß, dass sie als politisch extremistisch angesehen werden.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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