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	Kommentare zu: Jenseits von Feuilleton und Stammtisch	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 Sep 2020 10:49:55 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/jenseits-von-feuilleton-und-stammtisch/#comment-10908</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2020 10:49:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/jenseits-von-feuilleton-und-stammtisch/#comment-10890&quot;&gt;M. Fürböter&lt;/a&gt;.

Erst einmal zum Begriff &quot;causa&quot;. Ich muss gestehen, dass ich ihn, ohne viel nachzudenken, einfach umgangssprachlich verwendet habe, im Sinn von &quot;die Angelegenheit Handke&quot;. Wie ich jetzt dank Ihres Kommentars merke, hat das durchaus die Konnotation von &quot;die Verhandlungssache Handke&quot;, was tatsächlich eine Situation vor Gericht evoziert. (Die juristischen Details liegen jenseits meiner Kompetenz, wie ich bei der versuchsweisen Lektüre des betreffenen Wikipedia-Artikels festgestellt habe: https://de.wikipedia.org/wiki/Causa_(Rechtsgrund))
Mit Ihren Schlussfolgerungen bin ich allerdings nicht einverstanden. Handke ist auf tell (und in der Literaturwelt überhaupt) insofern &quot;Verhandlungssache&quot;, als über den Wert, den Rang, die Relevanz etc. seiner Prosa &quot;verhandelt&quot; wird, allerdings nicht vor Gericht, sondern in literaturkritischen Medien (von den Feuilletons bis zu den Blogs und Social Media-Debatten). 
Inwiefern dabei moralische Gesichtspunkte eine Rolle spielen und inwiefern literarische, müsste von Mal zu Mal entschieden werden. Gerade der Page-99-Test jedoch ist ein eminent sprachlich-literarisches Werkzeug, um einem Text zu Leibe zu rücken (buchstäblich, eben als Gewebeprobe). 
Inwiefern die literarischen Methoden eines Autors eine moralische Dimension haben, ist eine der vertracktesten Fragen der Literaturbetrachtung. &quot;Ästhetik ist die Mutter der Ethik&quot;, sagt Joseph Brodsky in seiner Nobelpreisrede. Ein Satz, der viele Deutungen zulässt, und ich glaube nicht, dass es auf diese Frage je eine gültige Antwort geben wird. Sie kann jedoch ein anregender Lektürebegleiter sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/jenseits-von-feuilleton-und-stammtisch/#comment-10890">M. Fürböter</a>.</p>
<p>Erst einmal zum Begriff &#8222;causa&#8220;. Ich muss gestehen, dass ich ihn, ohne viel nachzudenken, einfach umgangssprachlich verwendet habe, im Sinn von &#8222;die Angelegenheit Handke&#8220;. Wie ich jetzt dank Ihres Kommentars merke, hat das durchaus die Konnotation von &#8222;die Verhandlungssache Handke&#8220;, was tatsächlich eine Situation vor Gericht evoziert. (Die juristischen Details liegen jenseits meiner Kompetenz, wie ich bei der versuchsweisen Lektüre des betreffenen Wikipedia-Artikels festgestellt habe: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Causa_(Rechtsgrund)" rel="nofollow ugc">https://de.wikipedia.org/wiki/Causa_(Rechtsgrund)</a>)<br />
Mit Ihren Schlussfolgerungen bin ich allerdings nicht einverstanden. Handke ist auf tell (und in der Literaturwelt überhaupt) insofern &#8222;Verhandlungssache&#8220;, als über den Wert, den Rang, die Relevanz etc. seiner Prosa &#8222;verhandelt&#8220; wird, allerdings nicht vor Gericht, sondern in literaturkritischen Medien (von den Feuilletons bis zu den Blogs und Social Media-Debatten).<br />
Inwiefern dabei moralische Gesichtspunkte eine Rolle spielen und inwiefern literarische, müsste von Mal zu Mal entschieden werden. Gerade der Page-99-Test jedoch ist ein eminent sprachlich-literarisches Werkzeug, um einem Text zu Leibe zu rücken (buchstäblich, eben als Gewebeprobe).<br />
Inwiefern die literarischen Methoden eines Autors eine moralische Dimension haben, ist eine der vertracktesten Fragen der Literaturbetrachtung. &#8222;Ästhetik ist die Mutter der Ethik&#8220;, sagt Joseph Brodsky in seiner Nobelpreisrede. Ein Satz, der viele Deutungen zulässt, und ich glaube nicht, dass es auf diese Frage je eine gültige Antwort geben wird. Sie kann jedoch ein anregender Lektürebegleiter sein.</p>
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		<title>
		Von: M. Fürböter		</title>
		<link>https://tell-review.de/jenseits-von-feuilleton-und-stammtisch/#comment-10890</link>

		<dc:creator><![CDATA[M. Fürböter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2020 10:07:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Den aus dem römischen Recht stammenden lateinischen Begriff &quot;Causa&quot; auf &quot;Handke&quot; bzw. auf die Literatur Peter Handkes anzuwenden, macht einmal mehr deutlich, dass beim Bewerten seiner Texte nicht literarische Maßstäbe die Grundlage bilden, sondern juristisch-moralische. Bleibt man in der Rechtssprache, dann stellt sich der Page-99-Test als ein Schnellverfahren heraus, das auch als &quot;Kurzer Prozess&quot; bezeichnet werden kann. Solche Verfahren nutzen Diktaturen!
Diesen Test als &quot;literarische Tiefenbohrung&quot; zu bezeichnen,beweist, dass das &quot;elektronische Stammtisch-Geschnatter&quot; nicht ernst zu nehmen ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den aus dem römischen Recht stammenden lateinischen Begriff &#8222;Causa&#8220; auf &#8222;Handke&#8220; bzw. auf die Literatur Peter Handkes anzuwenden, macht einmal mehr deutlich, dass beim Bewerten seiner Texte nicht literarische Maßstäbe die Grundlage bilden, sondern juristisch-moralische. Bleibt man in der Rechtssprache, dann stellt sich der Page-99-Test als ein Schnellverfahren heraus, das auch als &#8222;Kurzer Prozess&#8220; bezeichnet werden kann. Solche Verfahren nutzen Diktaturen!<br />
Diesen Test als &#8222;literarische Tiefenbohrung&#8220; zu bezeichnen,beweist, dass das &#8222;elektronische Stammtisch-Geschnatter&#8220; nicht ernst zu nehmen ist.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/jenseits-von-feuilleton-und-stammtisch/#comment-10844</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2020 09:47:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=98854#comment-10844</guid>

					<description><![CDATA[Ich würde Amazon nicht zum online Feuilleton zählen. Ein Feuilleton setzt nach meinem Verständnis eine Redaktion voraus, es wird gegengelesn, und es wird ein Niveau an Handwerk und gedanklicher Schärfe gewahrt. 
M.a.W.: Es gibt jemanden, der Verantwortung übernimmt. Ich sage ja oft, tell sei kein Blog, sondern ein redigiertes Magazin, und ich erinnere mich an den Moment, in dem mir klar wurde, was ich damit eigentlich meine. &quot;Das kann ich auf tell nicht verantworten&quot;, hörte ich mich sagen, als wir im Team einmal ein riskantes Artikelprojekt besprachen. Seither ist dieser Satz für mich die Definition eines redigierten Mediums.
Die nächste Frage wäre: Ab wann ist eine Lesermeinung eine Rezension? Für mich sind zwei Dinge entscheidend: a) dass die Rezensentin das Buch gelesen hat, b) dass sie ein unabhängiges Urteil dazu fällt. 
Diese beiden Dinge sind übrigens auch im &quot;Feuilleton&quot; nicht immer garantiert, dagegen gibt es, wie Sie schreiben, auch auf Amazon ausgewachsene Rezensionen.
Als ich in dem DLF-Kultur-Gespräch sagte, dass die Profis unter den Kritikern zwar meist besser schreiben, nicht jedoch besser lesen würden, habe ich dabei auch an manche Amazon-Kritiken gedacht. Wenn wiedermal ein Buch gehypt wird, mache ich mir manchmal den Spaß, die Amazonkritiken zu lesen. Das ist oft erhellender als der Jubel der Großkritik (z.B. bei &quot;Axolotl Roadkill&quot;, falls sich daran noch jemand erinnert).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich würde Amazon nicht zum online Feuilleton zählen. Ein Feuilleton setzt nach meinem Verständnis eine Redaktion voraus, es wird gegengelesn, und es wird ein Niveau an Handwerk und gedanklicher Schärfe gewahrt.<br />
M.a.W.: Es gibt jemanden, der Verantwortung übernimmt. Ich sage ja oft, tell sei kein Blog, sondern ein redigiertes Magazin, und ich erinnere mich an den Moment, in dem mir klar wurde, was ich damit eigentlich meine. &#8222;Das kann ich auf tell nicht verantworten&#8220;, hörte ich mich sagen, als wir im Team einmal ein riskantes Artikelprojekt besprachen. Seither ist dieser Satz für mich die Definition eines redigierten Mediums.<br />
Die nächste Frage wäre: Ab wann ist eine Lesermeinung eine Rezension? Für mich sind zwei Dinge entscheidend: a) dass die Rezensentin das Buch gelesen hat, b) dass sie ein unabhängiges Urteil dazu fällt.<br />
Diese beiden Dinge sind übrigens auch im &#8222;Feuilleton&#8220; nicht immer garantiert, dagegen gibt es, wie Sie schreiben, auch auf Amazon ausgewachsene Rezensionen.<br />
Als ich in dem DLF-Kultur-Gespräch sagte, dass die Profis unter den Kritikern zwar meist besser schreiben, nicht jedoch besser lesen würden, habe ich dabei auch an manche Amazon-Kritiken gedacht. Wenn wiedermal ein Buch gehypt wird, mache ich mir manchmal den Spaß, die Amazonkritiken zu lesen. Das ist oft erhellender als der Jubel der Großkritik (z.B. bei &#8222;Axolotl Roadkill&#8220;, falls sich daran noch jemand erinnert).</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Von: Laubeiter		</title>
		<link>https://tell-review.de/jenseits-von-feuilleton-und-stammtisch/#comment-10831</link>

		<dc:creator><![CDATA[Laubeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2020 11:05:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=98854#comment-10831</guid>

					<description><![CDATA[Was ist mit den Amazon Rezensionen, sind die auch online-Feuilleton? Auf eine Art ist es dreist von Amazon, den Begriff Rezension für das zu verwenden, was Leute, die ein Buch kaufen, so meinen, denn bei manchen steht in ihrer Rezensionen, die Lieferung habe zu lange gedauert oder das Buch habe einen Knick oder sähe schön aus. Daneben gibt es Rezensionen, die für mich diesen Titel zu recht tragen, denn sie erzählen, was beim Lesen des Buches für Gedanken entstanden sind. Für mich ist das unterhaltsam, z.B. wenn da steht, das Buch habe gut angefangen, dann so schlecht, dass es in der Ecke gelandet sei; oder umgekehrt, der Anfang sei mühsam, dann ginge es los. Und dann gibt es noch goodreads, die sich um Rezensionen bemühen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist mit den Amazon Rezensionen, sind die auch online-Feuilleton? Auf eine Art ist es dreist von Amazon, den Begriff Rezension für das zu verwenden, was Leute, die ein Buch kaufen, so meinen, denn bei manchen steht in ihrer Rezensionen, die Lieferung habe zu lange gedauert oder das Buch habe einen Knick oder sähe schön aus. Daneben gibt es Rezensionen, die für mich diesen Titel zu recht tragen, denn sie erzählen, was beim Lesen des Buches für Gedanken entstanden sind. Für mich ist das unterhaltsam, z.B. wenn da steht, das Buch habe gut angefangen, dann so schlecht, dass es in der Ecke gelandet sei; oder umgekehrt, der Anfang sei mühsam, dann ginge es los. Und dann gibt es noch goodreads, die sich um Rezensionen bemühen.</p>
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