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	Kommentare zu: Haftet der Künstler für den Privatmann?	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Wed, 31 Jan 2018 12:16:18 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: sgeisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-826</link>

		<dc:creator><![CDATA[sgeisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Dec 2017 07:47:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-824&quot;&gt;Chris Kurbjuhn&lt;/a&gt;.

Dieser Text von Allens Adoptivtochter Dylan Farrow ist schon sehr überzeugend: http://www.latimes.com/opinion/op-ed/la-oe-farrow-woody-allen-me-too-20171207-story.html
Und aus der &quot;Welt&quot;, in einem Artikel über Dylan Farrows offenen Brief von 2014: &quot;Während ihr Vater sie missbrauchte, habe sie, auf dem Bauch liegend, einem Miniaturzug zuschauen müssen, der im Kreise fuhr. Und während er sich an ihr verging, habe er geflüstert, sie sei ein gutes Mädchen. Dies sei nun ihr Geheimnis, und er werde sie nach Paris mitnehmen, wo sie ein Star würde in seinen Filmen.&quot; So etwas erfindet man nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte seinerzeit das Verfahren eingestellt, nicht um Allen zu entlasten, sondern um Dylan Farrow eine Gerichtsverhandlung zu ersparen (davon kann man nun halten, was man will...).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-824">Chris Kurbjuhn</a>.</p>
<p>Dieser Text von Allens Adoptivtochter Dylan Farrow ist schon sehr überzeugend: <a href="http://www.latimes.com/opinion/op-ed/la-oe-farrow-woody-allen-me-too-20171207-story.html" rel="nofollow ugc">http://www.latimes.com/opinion/op-ed/la-oe-farrow-woody-allen-me-too-20171207-story.html</a><br />
Und aus der &#8222;Welt&#8220;, in einem Artikel über Dylan Farrows offenen Brief von 2014: &#8222;Während ihr Vater sie missbrauchte, habe sie, auf dem Bauch liegend, einem Miniaturzug zuschauen müssen, der im Kreise fuhr. Und während er sich an ihr verging, habe er geflüstert, sie sei ein gutes Mädchen. Dies sei nun ihr Geheimnis, und er werde sie nach Paris mitnehmen, wo sie ein Star würde in seinen Filmen.&#8220; So etwas erfindet man nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte seinerzeit das Verfahren eingestellt, nicht um Allen zu entlasten, sondern um Dylan Farrow eine Gerichtsverhandlung zu ersparen (davon kann man nun halten, was man will&#8230;).</p>
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		<title>
		Von: sgeisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-825</link>

		<dc:creator><![CDATA[sgeisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Nov 2017 09:11:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-823&quot;&gt;Wolfram Schütte&lt;/a&gt;.

Ich stimme Ihnen zu: Die ästhetische Stimmigkeit ist der Gradmesser für das Kunstwerk. Wenn diese gegeben ist, löst es sich von seinem Urheber. Trotzdem finde ich die Spaltung zwischen dem Alltagsmenschen und dem Künstler ein faszinierendes, rätselhaftes Phänomen: Offenbar löst sich nicht nur das Werk, sondern auch der Künstler im Moment des Schaffens von der Person, die er oder sie im Alltag ist. Die Kunst mache den Menschen nicht besser, sie mache nur das Leben erträglich, das ist eine weitere Feststellung von William H. Gass, der über diese Dinge viel nachgedacht hat. Womit wir schon beinahe bei den Klavierspielenden KZ-Schergen wären. 
Bei Céline und Pound ging es mir natürlich nur um das, was künstlerisch von Belang ist, nicht um eine Heiligsprechung des ganzen Werks.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-823">Wolfram Schütte</a>.</p>
<p>Ich stimme Ihnen zu: Die ästhetische Stimmigkeit ist der Gradmesser für das Kunstwerk. Wenn diese gegeben ist, löst es sich von seinem Urheber. Trotzdem finde ich die Spaltung zwischen dem Alltagsmenschen und dem Künstler ein faszinierendes, rätselhaftes Phänomen: Offenbar löst sich nicht nur das Werk, sondern auch der Künstler im Moment des Schaffens von der Person, die er oder sie im Alltag ist. Die Kunst mache den Menschen nicht besser, sie mache nur das Leben erträglich, das ist eine weitere Feststellung von William H. Gass, der über diese Dinge viel nachgedacht hat. Womit wir schon beinahe bei den Klavierspielenden KZ-Schergen wären.<br />
Bei Céline und Pound ging es mir natürlich nur um das, was künstlerisch von Belang ist, nicht um eine Heiligsprechung des ganzen Werks.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Chris Kurbjuhn		</title>
		<link>https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-824</link>

		<dc:creator><![CDATA[Chris Kurbjuhn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Nov 2017 14:22:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Inwiefern sind die &quot;Taten&quot; von Woody Allen skandalös? Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn ermittelt und das Verfahren wurde eingestellt, lt. Wikipedia aus Mangel an Beweisen. Sollte man wirklich von einer Täterschaft Allens sprechen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inwiefern sind die &#8222;Taten&#8220; von Woody Allen skandalös? Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn ermittelt und das Verfahren wurde eingestellt, lt. Wikipedia aus Mangel an Beweisen. Sollte man wirklich von einer Täterschaft Allens sprechen?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Wolfram Schütte		</title>
		<link>https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-823</link>

		<dc:creator><![CDATA[Wolfram Schütte]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Nov 2017 21:47:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Periodisch, will sagen: von Fall zu Fall, wiederholt sich das selbe Spiel von Dialektik &#038; Moral, speziell Sexualmoral. Ich plädiere für rigide Trennung zwischen Kunstprodukt &#038; individuellem Leben - mag das Kunstprodukt sich auch erkennbar oder nachweislich dem ephemeren Leben seines Schöpfers oder seiner Schöpferin verdanken. Ist es in sich selbst ästhetisch stimmig, wird die empirische Existenz, der es entstammt, unerheblich für seine Qualität &#038; Validität.
Allerdings gibt es für mich ein Prä nur für die von der Produktion existentiell zeitgleich Betroffenen - also z.B. Personen, deren  individuelles &quot;Geheimnis&quot; von dem Kunstproduzenten entgegen deren Zustimmung unterm Siegel der &quot;Freiheit der Kunst&quot; verraten wird. Deren Schutzwürdigkeit geht vor der Abmaßung, ihre intimen Geheimnisse müssten auf dem Altar der Kunst geopfert werden, damit diese sich auf Wunsch des Künstlers  frei entfalten könne - wo dieser doch nur sich solipsistisch spreitzen möchte, unterm mißbrauchten Schutzschild der &quot;Kunstfreiheit&quot;. Es sage nur z.B. Biller &#038; Esra.
Was Kevin Spacey angeht, ist meines Erachtens nicht seine Schauspielerei - also seine fiktive Leiblichkeit in den von ihm gespielten Film-Rollen - das Skandalon seiner &quot;Archillesferse&quot;, sondern die jetzt verfügte Tilgung seiner gespielten filmischen Verkörperung. Das ist, glücklichrweise nur metaphorisch, &quot;Hexenverbrennung&quot;, um nicht darin die zeitgemäße Fortsetzung der der Namenstilgung auf Schrifttafeln z.B. im alten Ägypten wieder zu erkennen.
Und zu den erwähnten faschistoiden Autoren möchte ich nur bemerken, dass nicht alles sakrosante Literatur ist, was sie geschrieben &#038; erst recht nicht, was sie davon publiziert haben. Umgekehrt würde eher ein Schuh draus: nicht alles, was sie geschrieben &#038; publiziert haben, ist durch ihre (späte, temporäre) faschistische Sympathie, resp. Identifikation faschistoid kontaminiert &#038; deshalb schutzens- &#038; bewahrenswert.
Wolfram Schütte]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Periodisch, will sagen: von Fall zu Fall, wiederholt sich das selbe Spiel von Dialektik &amp; Moral, speziell Sexualmoral. Ich plädiere für rigide Trennung zwischen Kunstprodukt &amp; individuellem Leben &#8211; mag das Kunstprodukt sich auch erkennbar oder nachweislich dem ephemeren Leben seines Schöpfers oder seiner Schöpferin verdanken. Ist es in sich selbst ästhetisch stimmig, wird die empirische Existenz, der es entstammt, unerheblich für seine Qualität &amp; Validität.<br />
Allerdings gibt es für mich ein Prä nur für die von der Produktion existentiell zeitgleich Betroffenen &#8211; also z.B. Personen, deren  individuelles &#8222;Geheimnis&#8220; von dem Kunstproduzenten entgegen deren Zustimmung unterm Siegel der &#8222;Freiheit der Kunst&#8220; verraten wird. Deren Schutzwürdigkeit geht vor der Abmaßung, ihre intimen Geheimnisse müssten auf dem Altar der Kunst geopfert werden, damit diese sich auf Wunsch des Künstlers  frei entfalten könne &#8211; wo dieser doch nur sich solipsistisch spreitzen möchte, unterm mißbrauchten Schutzschild der &#8222;Kunstfreiheit&#8220;. Es sage nur z.B. Biller &amp; Esra.<br />
Was Kevin Spacey angeht, ist meines Erachtens nicht seine Schauspielerei &#8211; also seine fiktive Leiblichkeit in den von ihm gespielten Film-Rollen &#8211; das Skandalon seiner &#8222;Archillesferse&#8220;, sondern die jetzt verfügte Tilgung seiner gespielten filmischen Verkörperung. Das ist, glücklichrweise nur metaphorisch, &#8222;Hexenverbrennung&#8220;, um nicht darin die zeitgemäße Fortsetzung der der Namenstilgung auf Schrifttafeln z.B. im alten Ägypten wieder zu erkennen.<br />
Und zu den erwähnten faschistoiden Autoren möchte ich nur bemerken, dass nicht alles sakrosante Literatur ist, was sie geschrieben &amp; erst recht nicht, was sie davon publiziert haben. Umgekehrt würde eher ein Schuh draus: nicht alles, was sie geschrieben &amp; publiziert haben, ist durch ihre (späte, temporäre) faschistische Sympathie, resp. Identifikation faschistoid kontaminiert &amp; deshalb schutzens- &amp; bewahrenswert.<br />
Wolfram Schütte</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Pelle P.		</title>
		<link>https://tell-review.de/haftet-der-kuenstler-fuer-den-privatmann/#comment-821</link>

		<dc:creator><![CDATA[Pelle P.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Nov 2017 12:56:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wo genau waren Hamsun und Céline denn &quot;böse Männer&quot;? Zu Hamsun sei auf das ausführliche Buch &quot;Der Hamsun Prozess&quot; verwiesen, welches man gelesen haben sollte, wenn man schon über ihn urteilt..

&quot;Mein Leben mit Céline&quot; geschrieben von seiner Witwe ist ebenfalls sehr empfehlenswert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo genau waren Hamsun und Céline denn &#8222;böse Männer&#8220;? Zu Hamsun sei auf das ausführliche Buch &#8222;Der Hamsun Prozess&#8220; verwiesen, welches man gelesen haben sollte, wenn man schon über ihn urteilt..</p>
<p>&#8222;Mein Leben mit Céline&#8220; geschrieben von seiner Witwe ist ebenfalls sehr empfehlenswert.</p>
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