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	Kommentare zu: Die Ambivalenz des Daseins	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Tue, 14 Mar 2023 07:15:43 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Herwig Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/die-ambivalenz-des-daseins/#comment-24755</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2023 07:15:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/die-ambivalenz-des-daseins/#comment-24750&quot;&gt;Manuel&lt;/a&gt;.

Nun, es ist von „gleichberechtigt“ die Rede, nicht von gleichwertig oder gar gleichartig. „Gleichberechtigt“ und wichtig für das Verstehen des Werkes sind Thomas Manns Tagebücher allemal. Sie sind für mich, der ich sie ganz zuletzt wahrnahm, nachdem ich Jahrzehnte vorher schon ein Manniac der literarischen Werke geworden war, aber auch annähernd gleichwertig. Kann man diese Tagebücher nicht als autofiktionales Erzählen verstehen, als Versuch, die Unmöglichkeit der Darstellung eines gelebten Lebens zu überwinden? Diese Tagebücher als Knausgårds Vorgänger? Wozu natürlich auch Redundanzen, Langeweile und Gehässigkeiten gehören.
Wobei immer klar sein muß: Kein Werk kann das schaffen. Oder wie E.L. Doctorow schrieb: „Die wirkliche Konsistenz von gelebtem Leben kann kein Schriftsteller wiedergeben.“ Auch Thomas Manns Tagebücher haben das Imperfekt als Zeitform, sind kommentierend nachgeschoben, sind nicht das Leben selbst. Aber das ist ja beinahe schon eine Plattitüde. 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/die-ambivalenz-des-daseins/#comment-24750">Manuel</a>.</p>
<p>Nun, es ist von „gleichberechtigt“ die Rede, nicht von gleichwertig oder gar gleichartig. „Gleichberechtigt“ und wichtig für das Verstehen des Werkes sind Thomas Manns Tagebücher allemal. Sie sind für mich, der ich sie ganz zuletzt wahrnahm, nachdem ich Jahrzehnte vorher schon ein Manniac der literarischen Werke geworden war, aber auch annähernd gleichwertig. Kann man diese Tagebücher nicht als autofiktionales Erzählen verstehen, als Versuch, die Unmöglichkeit der Darstellung eines gelebten Lebens zu überwinden? Diese Tagebücher als Knausgårds Vorgänger? Wozu natürlich auch Redundanzen, Langeweile und Gehässigkeiten gehören.<br />
Wobei immer klar sein muß: Kein Werk kann das schaffen. Oder wie E.L. Doctorow schrieb: „Die wirkliche Konsistenz von gelebtem Leben kann kein Schriftsteller wiedergeben.“ Auch Thomas Manns Tagebücher haben das Imperfekt als Zeitform, sind kommentierend nachgeschoben, sind nicht das Leben selbst. Aber das ist ja beinahe schon eine Plattitüde. </p>
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		Von: Manuel		</title>
		<link>https://tell-review.de/die-ambivalenz-des-daseins/#comment-24750</link>

		<dc:creator><![CDATA[Manuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2023 18:09:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In welchem Sinne stehen die Mannschen Tagebücher &quot;gleichberechtigt&quot; neben dem Werk. Ich habe sie, außer ihrem durch Akribie ermöglichten hohen Wert als Zeitzeugnisse, als einfach nur obsessiv und pedantisch in Erinnerung, erfüllt vom gleichmäßig trüben Licht eines illusionslosen Blicks auf Alltag &#038; Mitmenschen und von einer &quot;Leidenschaft für das eigene Ich&quot;, die 1933 schon nicht mehr &quot;wütend&quot; wirkt (wie Heinrich Mann sie in seinem großen, nicht abgeschickten Brief an den Bruder 1918 bezeichnet hatte), sondern nur noch zäh und erstarrt. Der Fähigkeit zum emotional-intellektuellen Spiel, zum Konturieren und Ausleuchten von Menschen, vor allem auch zum Humor, die den Schriftsteller Thomas Mann wesentlich ausmachen, ist in den Tagebüchern meiner Erinnerung nach nicht zu finden. Ich schätze den Künstler Thomas Mann nach wie vor sehr hoch, aber seine Tagebücher haben mich auch nicht im Ansatz zum &quot;Angehörigen einer Gemeinde&quot; gemacht, sondern, wenn überhaupt etwas, dann ernüchtert und gelehrt, dass große Kunst nicht sosehr mit &quot;innerer Qual&quot; als vielmehr mit vitaler Verarmung erkauft werden kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In welchem Sinne stehen die Mannschen Tagebücher &#8222;gleichberechtigt&#8220; neben dem Werk. Ich habe sie, außer ihrem durch Akribie ermöglichten hohen Wert als Zeitzeugnisse, als einfach nur obsessiv und pedantisch in Erinnerung, erfüllt vom gleichmäßig trüben Licht eines illusionslosen Blicks auf Alltag &amp; Mitmenschen und von einer &#8222;Leidenschaft für das eigene Ich&#8220;, die 1933 schon nicht mehr &#8222;wütend&#8220; wirkt (wie Heinrich Mann sie in seinem großen, nicht abgeschickten Brief an den Bruder 1918 bezeichnet hatte), sondern nur noch zäh und erstarrt. Der Fähigkeit zum emotional-intellektuellen Spiel, zum Konturieren und Ausleuchten von Menschen, vor allem auch zum Humor, die den Schriftsteller Thomas Mann wesentlich ausmachen, ist in den Tagebüchern meiner Erinnerung nach nicht zu finden. Ich schätze den Künstler Thomas Mann nach wie vor sehr hoch, aber seine Tagebücher haben mich auch nicht im Ansatz zum &#8222;Angehörigen einer Gemeinde&#8220; gemacht, sondern, wenn überhaupt etwas, dann ernüchtert und gelehrt, dass große Kunst nicht sosehr mit &#8222;innerer Qual&#8220; als vielmehr mit vitaler Verarmung erkauft werden kann.</p>
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