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	Kommentare zu: Der beschwerliche Weg der Gedanken vom Papier in den Kopf	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 21 Sep 2018 08:42:06 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1566</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2018 08:42:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1563&quot;&gt;Manuel&lt;/a&gt;.

Darauf habe ich ja nur gewartet! 
Es ist natürlich ein Vorschlag mit Hintergedanken: Wenn die Wissenschaft merkt, dass man ohne den ganzen Ballast endlich wieder zum Denken kommt, könnte auch das Schreiben ein anderes werden. Ich erinnere mich an das Wort &quot;Knochenarbeit&quot;, das sagten die Assistenten immer, wenn sie von ihrer Habil sprachen. Wenn man die ganzen Absicherungskotaus nach rechts und links wegließe, würde das Schreiben vielleicht auch nicht mehr so in die Knochen gehen, sondern - horribile dictu! - Spaß machen, und zwar den Schreiberinnen wie den Lesern. 
Und dann wäre das mit dem Zeitbudget auch kein Problem mehr, weil es sich dann nämlich nicht nur besser, sondern auch schneller schreibt... (und den pro forma-Text für die sog. Wissenschaft könnte man sich sparen, den würde dann sowieso niemand lesen)
P.S.: Ich habe das jetzt im vollen Bewusstsein der häretischen Potenz meiner Aussagen geschrieben!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1563">Manuel</a>.</p>
<p>Darauf habe ich ja nur gewartet!<br />
Es ist natürlich ein Vorschlag mit Hintergedanken: Wenn die Wissenschaft merkt, dass man ohne den ganzen Ballast endlich wieder zum Denken kommt, könnte auch das Schreiben ein anderes werden. Ich erinnere mich an das Wort &#8222;Knochenarbeit&#8220;, das sagten die Assistenten immer, wenn sie von ihrer Habil sprachen. Wenn man die ganzen Absicherungskotaus nach rechts und links wegließe, würde das Schreiben vielleicht auch nicht mehr so in die Knochen gehen, sondern &#8211; horribile dictu! &#8211; Spaß machen, und zwar den Schreiberinnen wie den Lesern.<br />
Und dann wäre das mit dem Zeitbudget auch kein Problem mehr, weil es sich dann nämlich nicht nur besser, sondern auch schneller schreibt&#8230; (und den pro forma-Text für die sog. Wissenschaft könnte man sich sparen, den würde dann sowieso niemand lesen)<br />
P.S.: Ich habe das jetzt im vollen Bewusstsein der häretischen Potenz meiner Aussagen geschrieben!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Manuel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1563</link>

		<dc:creator><![CDATA[Manuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Sep 2018 14:55:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Soso, das schlägst Du also vor. Wem denn? Und woher soll das Zeitbudget für die Wissenschaftlerinnen kommen, jede Publikation zweimal zu schreiben?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soso, das schlägst Du also vor. Wem denn? Und woher soll das Zeitbudget für die Wissenschaftlerinnen kommen, jede Publikation zweimal zu schreiben?</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1554</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2018 13:19:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1552&quot;&gt;Katharina Raabe&lt;/a&gt;.

Mir geht das mit dem Absichern nicht mehr aus dem Kopf. Diese Absicherungsmaßnahmen dienen nicht dem Transport von Wissen, sondern nur dem Zeigen, dass man alles Nötige weiß. Das interessiert aber den Leser nicht, nur allfällige Prüfungsinstanzen (oder missgünstige Kolleginnen, die nur auf eine Lücke warten, auf die sie sich stürzen können). 
Das Absichern ist für die genuin interessierte Leserin purer Ballast. 
Daher schlage ich vor, jeweils zwei Versionen von Wissenschaftstexten zu veröffentlichen: Eine abgesicherte für den wissenschaftsinternen Bereich, und eine ballastfreie für den Rest der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1552">Katharina Raabe</a>.</p>
<p>Mir geht das mit dem Absichern nicht mehr aus dem Kopf. Diese Absicherungsmaßnahmen dienen nicht dem Transport von Wissen, sondern nur dem Zeigen, dass man alles Nötige weiß. Das interessiert aber den Leser nicht, nur allfällige Prüfungsinstanzen (oder missgünstige Kolleginnen, die nur auf eine Lücke warten, auf die sie sich stürzen können).<br />
Das Absichern ist für die genuin interessierte Leserin purer Ballast.<br />
Daher schlage ich vor, jeweils zwei Versionen von Wissenschaftstexten zu veröffentlichen: Eine abgesicherte für den wissenschaftsinternen Bereich, und eine ballastfreie für den Rest der Welt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1553</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2018 12:39:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=13140#comment-1553</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1552&quot;&gt;Katharina Raabe&lt;/a&gt;.

Spannend, liebe Katharina, vielen Dank für den erhellenden (und so lebendig erzählten) Kommentar. “Ich will alles unterbringen, die Reihenfolge ist mir nicht so wichtig” - ein ungeheurer Satz. Ich verwende manchmal für die Veranschaulichung des Satzbaus das Bild eines Eisenbahnzugs: Die Lokomotive ist der Hauptsatz, der Motor das Verb, und die folgenden Wagen sind die angehängten Nebensätze. Diese Wagen fahren ihre Ladung (sprich: Inhalt, Bedeutung, Gedanken etc.) vom Kopf des Schreibers in den Kopf der Leserin, die dann diese Wagen wieder auspacken muss. Wenn man nun einfach alles irgendwie hineinstopft, ohne Rücksicht auf Gewicht und Volumen der einzelnen Teile, ist das Auspacken mühselig, man muss erst viel Überflüssiges wegräumen, bis man an den Schatz kommt, manchmal ist er gar nicht mehr zu sehen hinter all dem Kram, den man eben auch noch unterbringen wollte etc. 
Das zweite, was mir bei deinem Kommentar ins Auge sticht, ist das Wort &quot;absichern&quot;. Das ist der Würgegriff der Angst (laut Stephen King ist Angst der Grund für die meisten schlechten Texte...). Man opfert lieber die Verständlichkeit (und damit den Leser), als das Risiko einzugehen, etwas weggelassen oder übersehen zu haben. Als ob das dem Gedanken, wenn er etwas wert ist, viel anhaben könnte... 
Noch ein Wort zu meinen Vorbehalten gegenüber dem Wort &quot;Identität&quot;: Das hat nichts mit &quot;Trotz gegen die Großen&quot; zu tun, sondern mit der Beliebigkeit, mit der dieser Begriff oft verwendet wird. Ich bin da nicht strikt, aber immer, wenn ich das Wort verwende, weiß ich, dass ich ein wenig kneife, es mir bequem mache. Denn wenn ich es ersetzen müsste, müsste ich noch einmal ganz neu darüber nachdenken, was ich eigentlich sagen möchte... Es ist, als würde ich ein Wort von anderen verwenden und den Aufwand scheuen, es mit meinen eigenen Worten zu sagen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1552">Katharina Raabe</a>.</p>
<p>Spannend, liebe Katharina, vielen Dank für den erhellenden (und so lebendig erzählten) Kommentar. “Ich will alles unterbringen, die Reihenfolge ist mir nicht so wichtig” &#8211; ein ungeheurer Satz. Ich verwende manchmal für die Veranschaulichung des Satzbaus das Bild eines Eisenbahnzugs: Die Lokomotive ist der Hauptsatz, der Motor das Verb, und die folgenden Wagen sind die angehängten Nebensätze. Diese Wagen fahren ihre Ladung (sprich: Inhalt, Bedeutung, Gedanken etc.) vom Kopf des Schreibers in den Kopf der Leserin, die dann diese Wagen wieder auspacken muss. Wenn man nun einfach alles irgendwie hineinstopft, ohne Rücksicht auf Gewicht und Volumen der einzelnen Teile, ist das Auspacken mühselig, man muss erst viel Überflüssiges wegräumen, bis man an den Schatz kommt, manchmal ist er gar nicht mehr zu sehen hinter all dem Kram, den man eben auch noch unterbringen wollte etc.<br />
Das zweite, was mir bei deinem Kommentar ins Auge sticht, ist das Wort &#8222;absichern&#8220;. Das ist der Würgegriff der Angst (laut Stephen King ist Angst der Grund für die meisten schlechten Texte&#8230;). Man opfert lieber die Verständlichkeit (und damit den Leser), als das Risiko einzugehen, etwas weggelassen oder übersehen zu haben. Als ob das dem Gedanken, wenn er etwas wert ist, viel anhaben könnte&#8230;<br />
Noch ein Wort zu meinen Vorbehalten gegenüber dem Wort &#8222;Identität&#8220;: Das hat nichts mit &#8222;Trotz gegen die Großen&#8220; zu tun, sondern mit der Beliebigkeit, mit der dieser Begriff oft verwendet wird. Ich bin da nicht strikt, aber immer, wenn ich das Wort verwende, weiß ich, dass ich ein wenig kneife, es mir bequem mache. Denn wenn ich es ersetzen müsste, müsste ich noch einmal ganz neu darüber nachdenken, was ich eigentlich sagen möchte&#8230; Es ist, als würde ich ein Wort von anderen verwenden und den Aufwand scheuen, es mit meinen eigenen Worten zu sagen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Katharina Raabe		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1552</link>

		<dc:creator><![CDATA[Katharina Raabe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2018 12:23:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Sieglinde, 

erst heute heute bin ich auf Eure Debatte gestoßen, die ich mit Spannung gelesen habe. In der Polemik gegen die jargonbewehrte, für Laien schwer oder gar nicht verständliche Fachsprache in den Geisteswissenschaften ist der wesentliche Hinweis von Luca Giuliani ein wenig untergegangen: Wenn Grammatik und Syntax unklar werden, stimmt etwas mit der Gedankenökonomie nicht. 

Ohne fachsprachliches Vokabular kommt keine Disziplin aus; diese Sprachen haben ihre eigene Geschichte und bringen oft neue, überaus reizvolle Bildungen hervor. Bei einem schönen alten Begriff wie Identität die Schotten dicht zu machen und auf eine deutsche Entsprechung zu pochen aus Trotz gegen &quot;die Großen&quot; kommt mir wie falsch verstandene intellektuelle Askese vor. Natürlich gibt es irrwitzige Begriffsbildungen, hinter denen sich etwas Gedachtes/Gemeintes verbirgt oder auch nicht, man will es gar nicht wissen! 

Aber meist sind es nicht die Wörter oder Termini, die einen wissenschaftlichen Text unlesbar machen, sondern die Art und Weise, wie die Wörter im Satz angeordnet sind. &quot;Ich will alles unterbringen, die Reihenfolge ist mir nicht so wichtig&quot;, lautete die Antwort eines Autors, eines Historikers, der sich gegen mein Lektoren-Kannitverstan zur Wehr zu setzen versuchte. Nicht auf Schönheit der Sätze komme es an, sondern auf ihre Unwiderlegbarkeit. Wirklich? 

Ich ließ mir seinen Gedanken, das Argument erklären, und im Gespräch entpuppte sich die scheinbar unwiderlegliche These als ein schwieriger, aber durchaus nicht unaussprechlicher, sondern als klar und differenziert zu bennennder Sachverhalt. 
Da dieser Autor wusste, was er sagen wollte, sich aber zugleich nach verschiedenen Seiten hin absichern musste, hätte jede Art der Übersetzung (oder eher: Ent-Verklausulierung) nicht weitergeholfen. Statt dessen hat er Nominalkonstruktionen aufgelöst, Genetivketten zerrissen, ein paar mehr Verben zum Einsatz gebracht und die architektonische Funktion der Satzklammer entdeckt. 

Komplexe Sachverhalte brauchen eine differenzierte, manchmal auch strategisch verwendete Sprache. Aber lesbar ist alles, sofern sich das, was gesagt werden soll, im Schreiben (oder besser vorher im Kopf) klären lässt und die Sätze gut gebaut sind. 

Mehr Schreibwerkstätten für Wissenschaftsautoren!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Sieglinde, </p>
<p>erst heute heute bin ich auf Eure Debatte gestoßen, die ich mit Spannung gelesen habe. In der Polemik gegen die jargonbewehrte, für Laien schwer oder gar nicht verständliche Fachsprache in den Geisteswissenschaften ist der wesentliche Hinweis von Luca Giuliani ein wenig untergegangen: Wenn Grammatik und Syntax unklar werden, stimmt etwas mit der Gedankenökonomie nicht. </p>
<p>Ohne fachsprachliches Vokabular kommt keine Disziplin aus; diese Sprachen haben ihre eigene Geschichte und bringen oft neue, überaus reizvolle Bildungen hervor. Bei einem schönen alten Begriff wie Identität die Schotten dicht zu machen und auf eine deutsche Entsprechung zu pochen aus Trotz gegen &#8222;die Großen&#8220; kommt mir wie falsch verstandene intellektuelle Askese vor. Natürlich gibt es irrwitzige Begriffsbildungen, hinter denen sich etwas Gedachtes/Gemeintes verbirgt oder auch nicht, man will es gar nicht wissen! </p>
<p>Aber meist sind es nicht die Wörter oder Termini, die einen wissenschaftlichen Text unlesbar machen, sondern die Art und Weise, wie die Wörter im Satz angeordnet sind. &#8222;Ich will alles unterbringen, die Reihenfolge ist mir nicht so wichtig&#8220;, lautete die Antwort eines Autors, eines Historikers, der sich gegen mein Lektoren-Kannitverstan zur Wehr zu setzen versuchte. Nicht auf Schönheit der Sätze komme es an, sondern auf ihre Unwiderlegbarkeit. Wirklich? </p>
<p>Ich ließ mir seinen Gedanken, das Argument erklären, und im Gespräch entpuppte sich die scheinbar unwiderlegliche These als ein schwieriger, aber durchaus nicht unaussprechlicher, sondern als klar und differenziert zu bennennder Sachverhalt.<br />
Da dieser Autor wusste, was er sagen wollte, sich aber zugleich nach verschiedenen Seiten hin absichern musste, hätte jede Art der Übersetzung (oder eher: Ent-Verklausulierung) nicht weitergeholfen. Statt dessen hat er Nominalkonstruktionen aufgelöst, Genetivketten zerrissen, ein paar mehr Verben zum Einsatz gebracht und die architektonische Funktion der Satzklammer entdeckt. </p>
<p>Komplexe Sachverhalte brauchen eine differenzierte, manchmal auch strategisch verwendete Sprache. Aber lesbar ist alles, sofern sich das, was gesagt werden soll, im Schreiben (oder besser vorher im Kopf) klären lässt und die Sätze gut gebaut sind. </p>
<p>Mehr Schreibwerkstätten für Wissenschaftsautoren!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1429</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 20:10:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Interessanter Aspekt - vielen Dank, lieber Manuel. Allerdings würde ich Schopenhauer mit seiner Forderung nach &quot;gewöhnlichen Wörtern&quot; nicht am Stammtisch verorten. Er war ja selbst ein Meister der ungewöhnlichen Wörter und wendet sich mit seiner Polemik gegen die inszenierte Ungewöhnlichkeit des Preziösen, Gestelzten etc. Die Frage ist halt, ob die ungewöhnlichen Wörter durch einen entsprechen originellen Inhalt gedeckt sind... 
Ich klinge manchmal apodiktischer, als ich es meine (hier komme ich um das fremde Wort nicht herum, alle deutschen Entsprechungen lassen sich nicht steigern...). Es liegt mir fern, ungewöhnliche Wörter zu tabuisieren, wenn ich auch glaube, dass man mehr Wirkung erzielt, wenn man Fremdwörter soweit möglich durch entsprechende deutsche (oder ins Deutsche eingegangene) Wörter ersetzt. Ich wende mich vor allem gegen den Missbrauch der ungewöhnlichen Wörter (eben das Distinktionsgehabe, das du erwähnst) und gegen den Zwang zur gestelzten Redeweise, den ich beim akademischen Schreiben manchmal wahrnehme. 
Ob das in irgendeiner Weise transformativ ist, kann ich natürlich nicht sagen. Ich würde mir jedenfalls mehr Mut zur gewöhnlichen Sprache wünschen, vor allem würde ich die Studentinnen und Studenten gern vom Jargon erlösen. Als Erstsemester dachte ich damals: Wenn ich das Wort &quot;Identität&quot; so verwenden kann wie die Großen, dann habe ich es geschafft! Heute steht das Wort bei mir auf dem Index. Wenn man es vermeiden möchte, wird man zum Nachdenken gezwungen. Und das sollte doch Sinn &amp; Zweck der Geisteswissenschaften sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interessanter Aspekt &#8211; vielen Dank, lieber Manuel. Allerdings würde ich Schopenhauer mit seiner Forderung nach &#8222;gewöhnlichen Wörtern&#8220; nicht am Stammtisch verorten. Er war ja selbst ein Meister der ungewöhnlichen Wörter und wendet sich mit seiner Polemik gegen die inszenierte Ungewöhnlichkeit des Preziösen, Gestelzten etc. Die Frage ist halt, ob die ungewöhnlichen Wörter durch einen entsprechen originellen Inhalt gedeckt sind&#8230;<br />
Ich klinge manchmal apodiktischer, als ich es meine (hier komme ich um das fremde Wort nicht herum, alle deutschen Entsprechungen lassen sich nicht steigern&#8230;). Es liegt mir fern, ungewöhnliche Wörter zu tabuisieren, wenn ich auch glaube, dass man mehr Wirkung erzielt, wenn man Fremdwörter soweit möglich durch entsprechende deutsche (oder ins Deutsche eingegangene) Wörter ersetzt. Ich wende mich vor allem gegen den Missbrauch der ungewöhnlichen Wörter (eben das Distinktionsgehabe, das du erwähnst) und gegen den Zwang zur gestelzten Redeweise, den ich beim akademischen Schreiben manchmal wahrnehme.<br />
Ob das in irgendeiner Weise transformativ ist, kann ich natürlich nicht sagen. Ich würde mir jedenfalls mehr Mut zur gewöhnlichen Sprache wünschen, vor allem würde ich die Studentinnen und Studenten gern vom Jargon erlösen. Als Erstsemester dachte ich damals: Wenn ich das Wort &#8222;Identität&#8220; so verwenden kann wie die Großen, dann habe ich es geschafft! Heute steht das Wort bei mir auf dem Index. Wenn man es vermeiden möchte, wird man zum Nachdenken gezwungen. Und das sollte doch Sinn &#038; Zweck der Geisteswissenschaften sein.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Manuel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1422</link>

		<dc:creator><![CDATA[Manuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 09:12:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=13140#comment-1422</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1421&quot;&gt;Sieglinde Geisel&lt;/a&gt;.

O lala.. sind wir jetzt schon bei der Tabuisierung aller &quot;ungewöhnlichen&quot; Wörter?!... oder hat sich da gerade jemand, in gewöhnlichen Worten, nicht ganz präzise ausgedrückt. Schon bei früheren Kommentaren fiel mir der vom Stammtisch nicht gar so unendlich weit entfernte Affekt gegen Fremdwörter auf; diesen selbst gilt es aber zu beargwöhnen. (Cf. Adorno: &quot;Wörter aus der Fremde&quot;.) Wohlgemerkt: die grundsätzliche Stoßrichtung der Kritik (Disktinktionsgehabe durch Jargon) wird von mir anerkannt, ist aber auch schon bisschen trivial, also bzw. da ist im Vergleich zu Bourdieu etc. jetzt keine neue aktuale Erkenntnis drin und da Du sie hier in einem Forum formulierst, das auf die geistenwissenschaftliche Praxis wenig Einfluss haben dürfte, ist sie auch nicht transformativ, sondern gerät durch ihre Insistenz eher sogar selbst in den Verdacht des Distinktiven (&#039;Ich stehe hier als jemand, der weiß, was gute Sprache ist, und schimpfe auf jene, die das nicht wissen und das hier nicht lesen, aber über die wir doch alle schon mal sagen wollten wie sehr zu unrecht sie ihre Professuren haben.&#039;). Aber wenn ich in einer Zeitgeist-Landschaft, in der so viele sich wieder auf das &#039;Eigene&#039; und rückprojizierte &#039;Normalität&#039; besinnen mögen (ich weiß natürlich, dass Du mit denen nix am Hut hast, Sieglinde!) so laut anfange gegen Hypotaxen und Substantivierungen und eben FREMD-, ja nun schon sogar &quot;ungewöhnliche&quot; wörter zu trompeten: Was tue ich eigentlich damit, das heißt welche Affekte bediene ich unfreiwillig mit?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1421">Sieglinde Geisel</a>.</p>
<p>O lala.. sind wir jetzt schon bei der Tabuisierung aller &#8222;ungewöhnlichen&#8220; Wörter?!&#8230; oder hat sich da gerade jemand, in gewöhnlichen Worten, nicht ganz präzise ausgedrückt. Schon bei früheren Kommentaren fiel mir der vom Stammtisch nicht gar so unendlich weit entfernte Affekt gegen Fremdwörter auf; diesen selbst gilt es aber zu beargwöhnen. (Cf. Adorno: &#8222;Wörter aus der Fremde&#8220;.) Wohlgemerkt: die grundsätzliche Stoßrichtung der Kritik (Disktinktionsgehabe durch Jargon) wird von mir anerkannt, ist aber auch schon bisschen trivial, also bzw. da ist im Vergleich zu Bourdieu etc. jetzt keine neue aktuale Erkenntnis drin und da Du sie hier in einem Forum formulierst, das auf die geistenwissenschaftliche Praxis wenig Einfluss haben dürfte, ist sie auch nicht transformativ, sondern gerät durch ihre Insistenz eher sogar selbst in den Verdacht des Distinktiven (&#8218;Ich stehe hier als jemand, der weiß, was gute Sprache ist, und schimpfe auf jene, die das nicht wissen und das hier nicht lesen, aber über die wir doch alle schon mal sagen wollten wie sehr zu unrecht sie ihre Professuren haben.&#8216;). Aber wenn ich in einer Zeitgeist-Landschaft, in der so viele sich wieder auf das &#8218;Eigene&#8216; und rückprojizierte &#8218;Normalität&#8216; besinnen mögen (ich weiß natürlich, dass Du mit denen nix am Hut hast, Sieglinde!) so laut anfange gegen Hypotaxen und Substantivierungen und eben FREMD-, ja nun schon sogar &#8222;ungewöhnliche&#8220; wörter zu trompeten: Was tue ich eigentlich damit, das heißt welche Affekte bediene ich unfreiwillig mit?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1421</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 08:07:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=13140#comment-1421</guid>

					<description><![CDATA[Danke, lieber Anselm, für die Präzisierung und das Weiterdenken! 
Du hast recht, man darf Mandelstams Aussage nicht zum Dogma machen, und deine Beispiele leuchten ein. Mir geht es allerdings um die Fälle, wo gerade nicht neu gedacht wird, sondern der exzessive Jargon das Fehlen von Gedanken verschleiert. Da in der Sprachkritik die Kleidermetapher gern benutzt wird, vergleiche ich den Wissenschaftsjargon jetzt mal mit einem Kostümverleih: Man kann sich die ausgefallensten Kleider aussuchen und kommt dann sehr pompös daher, so dass niemand mehr fragt, was denn eigentlich in den Kleidern steckt. 
Man solle denken wie ein grosser Geist, fordert Schopenhauer in seinem Essay „Über Schriftstellerei und Stil“), jedoch dieselbe Sprache reden, wie jeder andere. Viele Gelehrte täten das Gegenteil: Sie seien „bemüht, triviale Begriffe in vornehme Worte zu hüllen und ihre sehr gewöhnlichen Gedanken in die ungewöhnlichsten Ausdrücke, die gesuchtesten, preziosesten und seltsamsten Redensarten zu kleiden“.
Wogegen ich anschreibe, ist die Unsitte des Jargons als Selbstzweck. Wie verständlich wäre die Wissenschaft, wenn tatsächlich nur dann ungewöhnliche Wörter verwendet würden, wenn ein Autor gedanklich tatsächlich an die Grenzen des bisher Sagbaren stößt!
(Anmerkung: Ich spreche hier nur von den Geisteswissenschaften.)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke, lieber Anselm, für die Präzisierung und das Weiterdenken!<br />
Du hast recht, man darf Mandelstams Aussage nicht zum Dogma machen, und deine Beispiele leuchten ein. Mir geht es allerdings um die Fälle, wo gerade nicht neu gedacht wird, sondern der exzessive Jargon das Fehlen von Gedanken verschleiert. Da in der Sprachkritik die Kleidermetapher gern benutzt wird, vergleiche ich den Wissenschaftsjargon jetzt mal mit einem Kostümverleih: Man kann sich die ausgefallensten Kleider aussuchen und kommt dann sehr pompös daher, so dass niemand mehr fragt, was denn eigentlich in den Kleidern steckt.<br />
Man solle denken wie ein grosser Geist, fordert Schopenhauer in seinem Essay „Über Schriftstellerei und Stil“), jedoch dieselbe Sprache reden, wie jeder andere. Viele Gelehrte täten das Gegenteil: Sie seien „bemüht, triviale Begriffe in vornehme Worte zu hüllen und ihre sehr gewöhnlichen Gedanken in die ungewöhnlichsten Ausdrücke, die gesuchtesten, preziosesten und seltsamsten Redensarten zu kleiden“.<br />
Wogegen ich anschreibe, ist die Unsitte des Jargons als Selbstzweck. Wie verständlich wäre die Wissenschaft, wenn tatsächlich nur dann ungewöhnliche Wörter verwendet würden, wenn ein Autor gedanklich tatsächlich an die Grenzen des bisher Sagbaren stößt!<br />
(Anmerkung: Ich spreche hier nur von den Geisteswissenschaften.)</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Anselm Bühling		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1407</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 20:05:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=13140#comment-1407</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1361&quot;&gt;Marco&lt;/a&gt;.

Jeder Satz hat seinen Gegensatz. Mandelstams Forderung (vermutlich nicht zuletzt gegen die russischen Futuristen gerichtet, deren Poetik auf Zertrümmerung der eingeführten Sprache zielte) ist ein sinnvolles Antidot gegen ein literarisches und wissenschaftliches Schreiben, das Ausdrücke beliebig neu einführt, ohne sich um Gebrauch und Verständlichkeit zu scheren. Aber sie taugt genauso wenig wie jede andere Maxime zur Verabsolutierung.

Wissenschaft, Philosophie und Literatur haben eines gemeinsam: Sie können, auf unterschiedliche Weise, an die Grenzen des Sprachlichen gehen. Sie beschreiben Neues; sie machen etwas sagbar, das vorher so noch nicht gesagt werden konnte. Das schließt ein Bemühen um Klarheit und Verständlichkeit nicht aus. Aber es geht eben auch nicht, ohne neue Ausdrücke zu prägen, die noch nicht „in die lebendige Sprache Eingang gefunden haben“. Manchmal geschieht das dann später: Begriffe wie „Selbstbewusstsein“ oder „Quantensprung“ sind in die Alltagssprache eingegangen; allerdings nicht in ihrer ursprünglichen philosophischen bzw. wissenschaftlichen Bedeutung.

Die „lebendige Sprache“ ist vielfältig. Längst nicht alle Sprecher verstehen jedes Wort. Es gibt Dialekte, Soziolekte und natürlich auch Fachsprachen – nicht nur in der Wissenschaft. Für gelernte Drucker hat etwa das Wort „Nutzen“ eine sehr spezifische Bedeutung. Und jemand, der Germanistik studiert hat, aber handwerklich nicht interessiert ist, kann sich vielleicht unter dem Wort „Flansch“ nicht sofort etwas vorstellen und muss erst nachschlagen.

Kurz: So einfach, zugänglich und klar wie möglich – das scheint mir eine sinnvolle Forderung zu sein. Aber es bedeutet eben nicht, dass alles ohne Voraussetzungen allgemeinverständlich sein muss. Das wäre kaum zu leisten. Jede Arbeit braucht geeignete Werkzeuge. Das schließt sprachliche Werkzeuge ein. Und auch für sie gilt: Sie müssen neu entwickelt werden, zweckdienlich sein, und ihre Handhabung muss gelehrt und gelernt werden. Das allein ist noch keine Hermetik und kein Herrschaftswissen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1361">Marco</a>.</p>
<p>Jeder Satz hat seinen Gegensatz. Mandelstams Forderung (vermutlich nicht zuletzt gegen die russischen Futuristen gerichtet, deren Poetik auf Zertrümmerung der eingeführten Sprache zielte) ist ein sinnvolles Antidot gegen ein literarisches und wissenschaftliches Schreiben, das Ausdrücke beliebig neu einführt, ohne sich um Gebrauch und Verständlichkeit zu scheren. Aber sie taugt genauso wenig wie jede andere Maxime zur Verabsolutierung.</p>
<p>Wissenschaft, Philosophie und Literatur haben eines gemeinsam: Sie können, auf unterschiedliche Weise, an die Grenzen des Sprachlichen gehen. Sie beschreiben Neues; sie machen etwas sagbar, das vorher so noch nicht gesagt werden konnte. Das schließt ein Bemühen um Klarheit und Verständlichkeit nicht aus. Aber es geht eben auch nicht, ohne neue Ausdrücke zu prägen, die noch nicht „in die lebendige Sprache Eingang gefunden haben“. Manchmal geschieht das dann später: Begriffe wie „Selbstbewusstsein“ oder „Quantensprung“ sind in die Alltagssprache eingegangen; allerdings nicht in ihrer ursprünglichen philosophischen bzw. wissenschaftlichen Bedeutung.</p>
<p>Die „lebendige Sprache“ ist vielfältig. Längst nicht alle Sprecher verstehen jedes Wort. Es gibt Dialekte, Soziolekte und natürlich auch Fachsprachen – nicht nur in der Wissenschaft. Für gelernte Drucker hat etwa das Wort „Nutzen“ eine sehr spezifische Bedeutung. Und jemand, der Germanistik studiert hat, aber handwerklich nicht interessiert ist, kann sich vielleicht unter dem Wort „Flansch“ nicht sofort etwas vorstellen und muss erst nachschlagen.</p>
<p>Kurz: So einfach, zugänglich und klar wie möglich – das scheint mir eine sinnvolle Forderung zu sein. Aber es bedeutet eben nicht, dass alles ohne Voraussetzungen allgemeinverständlich sein muss. Das wäre kaum zu leisten. Jede Arbeit braucht geeignete Werkzeuge. Das schließt sprachliche Werkzeuge ein. Und auch für sie gilt: Sie müssen neu entwickelt werden, zweckdienlich sein, und ihre Handhabung muss gelehrt und gelernt werden. Das allein ist noch keine Hermetik und kein Herrschaftswissen.</p>
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		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1405</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 11:53:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1361&quot;&gt;Marco&lt;/a&gt;.

Wenn ich der Wissenschaftsprosa auf den Zahn fühle, geht es mir nicht um abgekürzte Quellenangaben, und ich hoffe sehr, die Wissenschaftlichkeit beschränke sich nicht aufs korrekte Zitieren, dazu bedarf es ja keinerlei Gedanken, das kann jeder lernen. Allerdings erstaunt es mich immer wieder, wie gedankenarm viele fremdwortbewehrte und penibelst zitierende akademische Texte daherkommen. Offenbar wird das toleriert, und oft beschleicht mich der Verdacht, das ganze Beharren auf Fachjargon in den Geisteswissenschaften diene der Vernebelung der Gedankenarmut (alles nachzulesen bei Herrn Schopenhauer). Ich bin noch keinem überzeugenden Argument gegen Mandelstams Forderung begegnet, man solle nur Wörter verwenden, &quot;die in die lebendige Sprache Eingang gefunden haben oder noch nicht von ihr abgefallen sind&quot;. (Macht allerdings Arbeit, zugegeben.)
Nachdem ich jetzt gesagt habe, dass ich für mich das korrekte Zitieren mit allerlei für den Laien unverständlichen Abkürzungesformeln nicht as Problematische an der Wissenschaftsprache sei, möchte ich doch noch anmerken, dass mir etwas dabei sauer aufstößt: Die Wissenschaft scheint sich auf diese letzte Enklave des Hermetischen, nur den Eingeweihten Zugänglichen durchaus etwas einzubilden. Das nannte man einmal Herrschaftswissen - und ich sehe darin ein Armutszeugnis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-beschwerliche-weg-der-gedanken-vom-papier-in-den-kopf/#comment-1361">Marco</a>.</p>
<p>Wenn ich der Wissenschaftsprosa auf den Zahn fühle, geht es mir nicht um abgekürzte Quellenangaben, und ich hoffe sehr, die Wissenschaftlichkeit beschränke sich nicht aufs korrekte Zitieren, dazu bedarf es ja keinerlei Gedanken, das kann jeder lernen. Allerdings erstaunt es mich immer wieder, wie gedankenarm viele fremdwortbewehrte und penibelst zitierende akademische Texte daherkommen. Offenbar wird das toleriert, und oft beschleicht mich der Verdacht, das ganze Beharren auf Fachjargon in den Geisteswissenschaften diene der Vernebelung der Gedankenarmut (alles nachzulesen bei Herrn Schopenhauer). Ich bin noch keinem überzeugenden Argument gegen Mandelstams Forderung begegnet, man solle nur Wörter verwenden, &#8222;die in die lebendige Sprache Eingang gefunden haben oder noch nicht von ihr abgefallen sind&#8220;. (Macht allerdings Arbeit, zugegeben.)<br />
Nachdem ich jetzt gesagt habe, dass ich für mich das korrekte Zitieren mit allerlei für den Laien unverständlichen Abkürzungesformeln nicht as Problematische an der Wissenschaftsprache sei, möchte ich doch noch anmerken, dass mir etwas dabei sauer aufstößt: Die Wissenschaft scheint sich auf diese letzte Enklave des Hermetischen, nur den Eingeweihten Zugänglichen durchaus etwas einzubilden. Das nannte man einmal Herrschaftswissen &#8211; und ich sehe darin ein Armutszeugnis.</p>
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