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	Kommentare zu: Bleistift und Murmelspiele	</title>
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	<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/</link>
	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Thu, 07 May 2020 11:41:24 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-9152</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2020 11:41:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seltsam nur, dass Sie mit keinem Wort auf meine Argumente eingehen (&quot;Zement zum nochmals Verfestigen&quot; ist ja keine Antwort auf das, was ich bei H. stilistisch beobachte).
Was sagen Sie denn zu H.s Manierismen, zu seinem sprachlichen Aufwand angesichts von Banalitäten etc.?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seltsam nur, dass Sie mit keinem Wort auf meine Argumente eingehen (&#8222;Zement zum nochmals Verfestigen&#8220; ist ja keine Antwort auf das, was ich bei H. stilistisch beobachte).<br />
Was sagen Sie denn zu H.s Manierismen, zu seinem sprachlichen Aufwand angesichts von Banalitäten etc.?</p>
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		<title>
		Von: Alexandra Trencséni		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-9112</link>

		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Trencséni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 10:00:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was nicht passt, muss weg. So ist es üblich, und auch ich danke darum Frank Hahn für die Mühe, Handkes Arbeiten aus dem Feld von Kult (samt BilderstürmerIn;) herauszuholen - (auch, wenn Handkes Neuerscheinungen seit einer Weile für mich nicht mehr so notwendig sind und andere HausautorInnen wichtiger, wie eben u.a. Cixous:) weitaus anregenderer (und neugierig machender) Umgang mit Literatur, als Frau Geisels immergleiche Perspektive, die nichts produziert als den immergleichen Zement zum nochmals Verfestigen.. Glück auf!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was nicht passt, muss weg. So ist es üblich, und auch ich danke darum Frank Hahn für die Mühe, Handkes Arbeiten aus dem Feld von Kult (samt BilderstürmerIn;) herauszuholen &#8211; (auch, wenn Handkes Neuerscheinungen seit einer Weile für mich nicht mehr so notwendig sind und andere HausautorInnen wichtiger, wie eben u.a. Cixous:) weitaus anregenderer (und neugierig machender) Umgang mit Literatur, als Frau Geisels immergleiche Perspektive, die nichts produziert als den immergleichen Zement zum nochmals Verfestigen.. Glück auf!</p>
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		<title>
		Von: Frank Hahn		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8354</link>

		<dc:creator><![CDATA[Frank Hahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 18:10:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8179&quot;&gt;Sieglinde Geisel&lt;/a&gt;.

Kommentar Teil 2…
…Es wäre nun meinerseits anmaßend, Ihren persönlichen Trigger aufspüren zu wollen. Zu der auch von Ihnen beobachteten emotionalen Aufgeladenheit in der Debatte um Handkes Literatur biete ich daher nur eine ganz allgemeine Hypothese an, die ich aus diversen Beobachtungen – nicht nur in Bezug auf Handke – gewonnen habe. Handke schreibt sehr persönlich und er berührt Themen, die „ans Eingemachte“ gehen: Traumata aller Art, Mutter- Kind-Beziehungen, Gewalt, Tod, die Wahrnehmung der Anderen etc. Diese Texte berühren Leser - vor allem auch deren verletzliche, zarte Seiten, die nicht immer präsent sind. Da versagt die kalte Analyse, die ja vor allem Distanz schafft, und so werden solche Texte von der Wissenschaft und der Kritik häufig abgewehrt, weil man sich verbissen dagegen wehrt, beim Lesen von Literatur vor allem zunächst einmal den eigenen Gefühlen nachzuspüren. Und so bilden gerade intellektuelle Kreise eine oft aufgeregte Phalanx gegen literarische oder auch philosophische Texte, die „zu tief“ berühren könnten, d.h. auch an abgespaltene Gefühle rühren und dort etwas „triggern“. Ich habe das gerade jüngst wieder in Bezug auf einen Text von Hélène Cixous erlebt und fühlte mich dabei an die Handke-Debatte erinnert. Vielleicht steht tatsächlich das „Ethos“ des Literaturkritikers einer vertiefenden Lektüre im Weg, da dieser dem Autor auf irgendwelche Schliche kommen muss und von daher zwangsläufig eine Distanz zwischen sich und dem Werk aufbaut, die sich dem Berührtwerden in obigem Sinne verweigert. Dennoch lassen Sie sich ja berühren, sonst kämen nicht diese Wut und Aggression bei Ihnen zu Tage, und das ist ja immerhin etwas….aber dann wollen Sie diese Gefühle schnell wieder durch ihre „Stilkritik“ bändigen statt ihnen vielleicht weiter auf den Grund zu gehen.    
Nun werden Sie mich fragen, was Handke in mir „triggert“. Ich habe das eigentlich in meinen Beiträgen schon formuliert, als ich vom meditativen Klang seiner Texte gesprochen habe,  der mich an tiefere Schichten meiner eigenen Wahrnehmung  herankommen lässt.  Das geschieht auch parallel zu und auch mithilfe „Sprachanalyse“.  Sie nennen meine Art des Lesens - und das empfinde ich durchaus als freundliche Geste - eine „anempfindende Lektüre“. Zugleich –vielleicht weniger freundlich – sehen Sie darin eine Art, etwas in den Text hineinzulesen, was dort nicht steht.  Das ist ja doch gerade das Geheimnis der Sprache, dass sie immer mehr sagt, als sie sagt beziehungsweise - wie es so schön heißt - vom Überschuss an Bedeutung lebt. Ein Philosoph (ich glaube es war Paul Ricoeur)  hat einmal gesagt, dass die dichterische wie auch die prophetische Sprache im Gleichnis  sprechen. Das heißt nicht nur im Sinne eines Rätsels, das aufzulösen wäre, um die „eigentliche Bedeutung“ dahinter zu erfahren, sondern ich lese dies als Hinweis auf die Gleichzeitigkeit verschiedener Bedeutungsebenen (zugleich)  bis hin zum Verzug jeglicher einfacher Bedeutung (sogleich) – wie z.B. das Innehalten bei Handke. Wenn ich in einem Text diese Mehrschichtigkeit nicht finde, dann spricht er mich nicht an, dann steige ich als Leser aus, würde dem Autor deshalb aber trotzdem nicht das Recht bestreiten zu schreiben, da er sicher andere Leser finden wird als mich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8179">Sieglinde Geisel</a>.</p>
<p>Kommentar Teil 2…<br />
…Es wäre nun meinerseits anmaßend, Ihren persönlichen Trigger aufspüren zu wollen. Zu der auch von Ihnen beobachteten emotionalen Aufgeladenheit in der Debatte um Handkes Literatur biete ich daher nur eine ganz allgemeine Hypothese an, die ich aus diversen Beobachtungen – nicht nur in Bezug auf Handke – gewonnen habe. Handke schreibt sehr persönlich und er berührt Themen, die „ans Eingemachte“ gehen: Traumata aller Art, Mutter- Kind-Beziehungen, Gewalt, Tod, die Wahrnehmung der Anderen etc. Diese Texte berühren Leser &#8211; vor allem auch deren verletzliche, zarte Seiten, die nicht immer präsent sind. Da versagt die kalte Analyse, die ja vor allem Distanz schafft, und so werden solche Texte von der Wissenschaft und der Kritik häufig abgewehrt, weil man sich verbissen dagegen wehrt, beim Lesen von Literatur vor allem zunächst einmal den eigenen Gefühlen nachzuspüren. Und so bilden gerade intellektuelle Kreise eine oft aufgeregte Phalanx gegen literarische oder auch philosophische Texte, die „zu tief“ berühren könnten, d.h. auch an abgespaltene Gefühle rühren und dort etwas „triggern“. Ich habe das gerade jüngst wieder in Bezug auf einen Text von Hélène Cixous erlebt und fühlte mich dabei an die Handke-Debatte erinnert. Vielleicht steht tatsächlich das „Ethos“ des Literaturkritikers einer vertiefenden Lektüre im Weg, da dieser dem Autor auf irgendwelche Schliche kommen muss und von daher zwangsläufig eine Distanz zwischen sich und dem Werk aufbaut, die sich dem Berührtwerden in obigem Sinne verweigert. Dennoch lassen Sie sich ja berühren, sonst kämen nicht diese Wut und Aggression bei Ihnen zu Tage, und das ist ja immerhin etwas….aber dann wollen Sie diese Gefühle schnell wieder durch ihre „Stilkritik“ bändigen statt ihnen vielleicht weiter auf den Grund zu gehen.<br />
Nun werden Sie mich fragen, was Handke in mir „triggert“. Ich habe das eigentlich in meinen Beiträgen schon formuliert, als ich vom meditativen Klang seiner Texte gesprochen habe,  der mich an tiefere Schichten meiner eigenen Wahrnehmung  herankommen lässt.  Das geschieht auch parallel zu und auch mithilfe „Sprachanalyse“.  Sie nennen meine Art des Lesens &#8211; und das empfinde ich durchaus als freundliche Geste &#8211; eine „anempfindende Lektüre“. Zugleich –vielleicht weniger freundlich – sehen Sie darin eine Art, etwas in den Text hineinzulesen, was dort nicht steht.  Das ist ja doch gerade das Geheimnis der Sprache, dass sie immer mehr sagt, als sie sagt beziehungsweise &#8211; wie es so schön heißt &#8211; vom Überschuss an Bedeutung lebt. Ein Philosoph (ich glaube es war Paul Ricoeur)  hat einmal gesagt, dass die dichterische wie auch die prophetische Sprache im Gleichnis  sprechen. Das heißt nicht nur im Sinne eines Rätsels, das aufzulösen wäre, um die „eigentliche Bedeutung“ dahinter zu erfahren, sondern ich lese dies als Hinweis auf die Gleichzeitigkeit verschiedener Bedeutungsebenen (zugleich)  bis hin zum Verzug jeglicher einfacher Bedeutung (sogleich) – wie z.B. das Innehalten bei Handke. Wenn ich in einem Text diese Mehrschichtigkeit nicht finde, dann spricht er mich nicht an, dann steige ich als Leser aus, würde dem Autor deshalb aber trotzdem nicht das Recht bestreiten zu schreiben, da er sicher andere Leser finden wird als mich.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Frank Hahn		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8353</link>

		<dc:creator><![CDATA[Frank Hahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 18:03:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=97235#comment-8353</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8179&quot;&gt;Sieglinde Geisel&lt;/a&gt;.

Kommentar Teil 1

Liebe Frau Geisel, 
im letzten Satz Ihres Kommentars werfen Sie die Kernfrage auf: was wird durch die Lektüre von Peter Handke eigentlich getriggert? Insofern könnten Sie meine rhetorische Frage danach, ob es Ihnen nicht zuletzt gegenüber dem Autor Handke auch um „Rache“ ginge, natürlich auch so lesen: was triggert Handke in Ihnen? 
Aber vielleicht wiederum eins nach dem Anderen: was das Thema Stilkritik betrifft, pflichte ich grundsätzlich Christian Backes‘ Hinweis bei. Ich kann auch schlicht fragen, ob Sie sich z.B. bei einem Maler über seinen Stil ärgern? Ob Gerd Richter die Technik des Verschwimmens anwendet oder - die von Ihnen zitierten  - Pointilisten über das Bild Tupfer setze: das stellen wir gewöhnlich fest und haben so Unterscheidungsmerkmale zwischen den verschiedenen Schulen, denen wir jedoch allen das Recht zugestehen, Ihren jeweiligen „Stil“ zu pflegen. Manche Betrachter tun vielleicht kund, ob Ihnen der jeweilige Stil gefällt oder nicht, aber dabei bleibt es dann auch meist. Mehr nicht. Und mehr ist dazu auch nicht zu sagen. Ich erlebe es äußerst selten, dass ein Maler wegen seines „Stils“ abgewertet wird und über sein Werk abfällig gesprochen wird. Wie auch? Wie können wir uns anmaßen, dem Künstler sagen zu wollen, welcher Stilmittel er sich zu bedienen hat? Dann  wäre die Freiheit der Kunst dahin. Auch der Dichter ist vollkommen frei in der Wahl seiner „Stilmittel“. Doch ich habe den Eindruck, dass es darum in der hier stattfindenden Debatte um Peter Handke schon längst nicht mehr geht, sondern eben um die „Trigger“. Ihrem Ärger wollen Sie mit der Sprachanalyse auf den Grund gehen, sagen Sie. Mir scheint, dass dieses Verfahren (oder eben die „Stilkritik“) vor allem dazu dient, das Gefühl zu bestätigen. Warum auch nicht? Wir beide haben z.B. beim Lesen der „Obstdiebin“ den gleichen „Stil“ eines tastend verzögernden Sprachgestus entdeckt. Wir haben nur ganz entgegengesetzte Empfindungen dabei, Sie ärgern sich über das „Stottern“, wie Sie es nennen, ich genieße es als eine „Poetik des Innehaltens“. Bei uns beiden dient also augenscheinlich die „Sprachanalyse“ der Bestätigung des ersten Gefühls beim Lesen. Soweit wäre alles in Ordnung und unterschiedliche Empfindungen beim Lesen benannt. Sie aber sprechen in Ihrem jüngsten Kommentar erneut – und das empfinde ich als unredlich - ein Urteil über Handke, indem Sie ihm einfach seine Glaubwürdigkeit absprechen und ihm Scheinheiligkeit unterstellen. Auf welcher Grundlage? Ich wundere mich, wie Sie sich ein solch abfälliges Urteil über einen Menschen erlauben können. Sie nennen das Rachethema „erbärmlich“ – was bitte soll denn an dem Thema erbärmlich sein?  Mir scheinen all diese Anwürfe in dem Satz zu kulminieren, Sie wollten Handke „auf die Schliche“ kommen – so als ob er ein Unrecht begeht oder gerade dabei ist, im Verborgenen eine böse Tat auszuhecken.  Das zeigt vielleicht am deutlichsten, dass Sie voreingenommen sind und nicht Ruhe geben können, bis Sie ihn „gestellt“ haben. Aus all diesen Redewendungen höre ich eine tiefe Aggression heraus, die Sie beim Lesen Handkes befällt. Und da wären wir denn tatsächlich beim Trigger, den Sie selbst gern aufspüren würden. 
....Fortsetzung folgt in Kommentar Teil 2]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8179">Sieglinde Geisel</a>.</p>
<p>Kommentar Teil 1</p>
<p>Liebe Frau Geisel,<br />
im letzten Satz Ihres Kommentars werfen Sie die Kernfrage auf: was wird durch die Lektüre von Peter Handke eigentlich getriggert? Insofern könnten Sie meine rhetorische Frage danach, ob es Ihnen nicht zuletzt gegenüber dem Autor Handke auch um „Rache“ ginge, natürlich auch so lesen: was triggert Handke in Ihnen?<br />
Aber vielleicht wiederum eins nach dem Anderen: was das Thema Stilkritik betrifft, pflichte ich grundsätzlich Christian Backes‘ Hinweis bei. Ich kann auch schlicht fragen, ob Sie sich z.B. bei einem Maler über seinen Stil ärgern? Ob Gerd Richter die Technik des Verschwimmens anwendet oder &#8211; die von Ihnen zitierten  &#8211; Pointilisten über das Bild Tupfer setze: das stellen wir gewöhnlich fest und haben so Unterscheidungsmerkmale zwischen den verschiedenen Schulen, denen wir jedoch allen das Recht zugestehen, Ihren jeweiligen „Stil“ zu pflegen. Manche Betrachter tun vielleicht kund, ob Ihnen der jeweilige Stil gefällt oder nicht, aber dabei bleibt es dann auch meist. Mehr nicht. Und mehr ist dazu auch nicht zu sagen. Ich erlebe es äußerst selten, dass ein Maler wegen seines „Stils“ abgewertet wird und über sein Werk abfällig gesprochen wird. Wie auch? Wie können wir uns anmaßen, dem Künstler sagen zu wollen, welcher Stilmittel er sich zu bedienen hat? Dann  wäre die Freiheit der Kunst dahin. Auch der Dichter ist vollkommen frei in der Wahl seiner „Stilmittel“. Doch ich habe den Eindruck, dass es darum in der hier stattfindenden Debatte um Peter Handke schon längst nicht mehr geht, sondern eben um die „Trigger“. Ihrem Ärger wollen Sie mit der Sprachanalyse auf den Grund gehen, sagen Sie. Mir scheint, dass dieses Verfahren (oder eben die „Stilkritik“) vor allem dazu dient, das Gefühl zu bestätigen. Warum auch nicht? Wir beide haben z.B. beim Lesen der „Obstdiebin“ den gleichen „Stil“ eines tastend verzögernden Sprachgestus entdeckt. Wir haben nur ganz entgegengesetzte Empfindungen dabei, Sie ärgern sich über das „Stottern“, wie Sie es nennen, ich genieße es als eine „Poetik des Innehaltens“. Bei uns beiden dient also augenscheinlich die „Sprachanalyse“ der Bestätigung des ersten Gefühls beim Lesen. Soweit wäre alles in Ordnung und unterschiedliche Empfindungen beim Lesen benannt. Sie aber sprechen in Ihrem jüngsten Kommentar erneut – und das empfinde ich als unredlich &#8211; ein Urteil über Handke, indem Sie ihm einfach seine Glaubwürdigkeit absprechen und ihm Scheinheiligkeit unterstellen. Auf welcher Grundlage? Ich wundere mich, wie Sie sich ein solch abfälliges Urteil über einen Menschen erlauben können. Sie nennen das Rachethema „erbärmlich“ – was bitte soll denn an dem Thema erbärmlich sein?  Mir scheinen all diese Anwürfe in dem Satz zu kulminieren, Sie wollten Handke „auf die Schliche“ kommen – so als ob er ein Unrecht begeht oder gerade dabei ist, im Verborgenen eine böse Tat auszuhecken.  Das zeigt vielleicht am deutlichsten, dass Sie voreingenommen sind und nicht Ruhe geben können, bis Sie ihn „gestellt“ haben. Aus all diesen Redewendungen höre ich eine tiefe Aggression heraus, die Sie beim Lesen Handkes befällt. Und da wären wir denn tatsächlich beim Trigger, den Sie selbst gern aufspüren würden.<br />
&#8230;.Fortsetzung folgt in Kommentar Teil 2</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Marlies Fürböter		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8214</link>

		<dc:creator><![CDATA[Marlies Fürböter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2020 00:46:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielen Dank für diesen leseaufschlussreichen Artikel. Er macht noch einmal deutlich, dass man Handke nicht mal so schnell und nebenbei lesen kann bzw. wenn man ihn schnell und nebenbei liest, die Leseerfahrung nur an der Oberfläche bleibt.

Ich möchte auch noch gerne auf einen kleinen Zusammenhang hinweisen. Auf Seite 119 steht der Satz: &quot;&#039;Schließ die Pforten deiner Sinne!&#039;&quot; Dieser Satz steht auch in der &quot;Langsamen Heimkehr&quot; - der Beginn der &quot;Schreibwende&quot; bei Handke. Dort folgt dem Satz im nächsten Absatz: &quot;Er fing zu laufen an; lief eine Zeitlang blicklos;...&quot;. In &quot;Das zweite Schwert&quot; folgt dem Satz: &quot;&#039;Sie sind geschlossen.&#039;&quot; Hier - in dieser Geschichte - scheint jemand angekommen, heimgekehrt zu sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für diesen leseaufschlussreichen Artikel. Er macht noch einmal deutlich, dass man Handke nicht mal so schnell und nebenbei lesen kann bzw. wenn man ihn schnell und nebenbei liest, die Leseerfahrung nur an der Oberfläche bleibt.</p>
<p>Ich möchte auch noch gerne auf einen kleinen Zusammenhang hinweisen. Auf Seite 119 steht der Satz: &#8222;&#8218;Schließ die Pforten deiner Sinne!'&#8220; Dieser Satz steht auch in der &#8222;Langsamen Heimkehr&#8220; &#8211; der Beginn der &#8222;Schreibwende&#8220; bei Handke. Dort folgt dem Satz im nächsten Absatz: &#8222;Er fing zu laufen an; lief eine Zeitlang blicklos;&#8230;&#8220;. In &#8222;Das zweite Schwert&#8220; folgt dem Satz: &#8222;&#8218;Sie sind geschlossen.'&#8220; Hier &#8211; in dieser Geschichte &#8211; scheint jemand angekommen, heimgekehrt zu sein.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8195</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2020 16:20:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8182&quot;&gt;Elke Heinemann&lt;/a&gt;.

Warum ist es eine &#039;sogenannte Debatte&#039;, in der einem Dichter der &#039;Prozess&#039; gemacht wird, wenn in einem Medium unterschiedliche Positionen zu seinem Werk zur Sprache kommen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8182">Elke Heinemann</a>.</p>
<p>Warum ist es eine &#8217;sogenannte Debatte&#8216;, in der einem Dichter der &#8218;Prozess&#8216; gemacht wird, wenn in einem Medium unterschiedliche Positionen zu seinem Werk zur Sprache kommen?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Elke Heinemann		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8182</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elke Heinemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2020 20:26:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=97235#comment-8182</guid>

					<description><![CDATA[Ich bewundere Ihre Gründlichkeit, aber auch die Geduld, mit der Sie auf diese sogenannte &quot;Debatte&quot; reagieren, in der Dichtung und Dichter mit unglaublichem Unverständnis und oberlehrerhafter Rechthaberei der Prozess gemacht wird. Danke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bewundere Ihre Gründlichkeit, aber auch die Geduld, mit der Sie auf diese sogenannte &#8222;Debatte&#8220; reagieren, in der Dichtung und Dichter mit unglaublichem Unverständnis und oberlehrerhafter Rechthaberei der Prozess gemacht wird. Danke.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/bleistift-und-murmelspiele/#comment-8179</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2020 16:18:33 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=97235#comment-8179</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Frank Hahn, 
es geht mir nicht um Rache, sondern um Kritik: Ich folge meinem Ärger ja nicht, sondern versuche ihm mit den Methoden der Literaturkritik auf die Spur zu kommen.
Mir geht es wie Ihnen: Ich staune, wie unterschiedlich wir den gleichen Text lesen. 
Beim Lesen Ihrer Wiedergabe der Handkeschen Texte musste ich an einen Satz von Virginia Woolf denken. In ihrem Essay „Wie sollte man ein Buch lesen?“ findet sich die Aufforderung, den Geist bei der ersten Lektüre „weit zu öffnen für die rasch hereinströmenden unzähligen Eindrücke“ (bevor man sich, in einem zweiten Akt des Lesens, ans Vergleichen und Urteilen macht). Mir scheint, Sie gehen noch einen Schritt weiter: In Ihrer anempfindenden Lektüre fügen Sie dem Text von Handke manches hinzu, was nicht dasteht. Das ist vielleicht eine höhere (manche würden sagen: tiefere) Form des Lesens als das, was ich versuche. Mein Bestreben ist es zu lesen, was wirklich dasteht, also den Wörtern und dem Satzbau auf die Schliche zu kommen, mit denen der Autor arbeitet. 
Sie bezeichnen meine Wortwahl bezüglich Handkes literarischem Umgang mit dem Selbstmord seiner Mutter als „den Autor persönlich verletzend“. Es hätte an der Sache nichts geändert, wenn ich meine Feststellung zurückhaltender formuliert hätte. Ich spreche diesem Autor die Glaubwürdigkeit ab, so glaube ich ihm nicht, dass es ihm um die Mutter geht. Ich sehe in der Muttergeschichte ein Vorwand, um seine inszenierte und in der Sache erbärmliche „Rache“ zu Papier bringen zu können. Sie zitieren „liebevolle“ Aussagen über diese Mutter, doch diese Passagen empfinde ich als scheinheilig. Das Ganze Konstrukt geht ja auch logisch nicht auf: Weder behauptet der Ich-Erzähler behauptet, die Mutter habe sich wegen der Zeitungsmeldung umgebracht, noch bestreitet er ihren den Wahrheitsgehalt.
Was mich (auch bezüglich meiner eigenen Irritation) interessiert: Macht es für die Literatur einen Unterschied, ob es sich bei dieser Mutter um eine fiktive Figur handelt oder die reale Mutter des Autors? Bei einer fiktiven Mutter würde ich angesichts des sozusagen an den Haaren dieser Mutter herbeigezogenen Rachemotivs nur die Schultern zucken, mein Verdikt wäre nur ein ästhetisches. Die Tatsache, dass dieser Text in die Biografie hinüberlappt, hat mich affiziert (und zwar erst recht nach dem Wiederlesen von „Wunschloses Unglück“). 
Was Handkes mikroskopisch verzeichnete Umherschweifereien angeht: Ich kann nachvollziehen, wie man als Leser in diesem virtuosen, artifiziellen Gewebe aufgehen kann. Allerdings müsste ich mich dazu dieser Ästhetik unterwerfen und anerkennen, dass die Art und Weise dieses „anders“ Sehens und Erzählens meine ganze Aufmerksamkeit verdient, egal worauf sich dieses Sehen und Erzählen bezieht. Mir fällt auf, dass manche Handke-Verteidiger seine Verfahrensweisen feiern, ohne sie zu hinterfragen. Lothar Müller hat etwa in seiner Rezension von „Das zweite Schwert“ die Provenienzen sämtlicher Motive in Handkes eigenem Werk nachgewiesen, was von einer bestechenden Kenntnis des umfangreichen Werks zeugt. Was Müller jedoch unterlässt, ist eine literaturkritische Würdigung dieses Verfahrens: Soll ich den Text nun bewundern, weil der Autor darin so viele Motive seines bisherigen Werks wiederkehren lässt? Oder ist diese Plünderung des eigenen Werks ein Zeichen des Mangels – fällt ihm nichts mehr Neues ein? 
Es gibt kaum einen Autor, an dem die Geister sich so sehr scheiden wie bei Handke, das merke ich an den Reaktionen auf meine Stilkritik. Einerseits ernte ich scharfen Widerspruch (nicht nur bei Ihnen), ebenso jedoch heftigen Zuspruch von Lesern, die sich in ihrer eigenen Wahrnehmung geradezu erlösend bestätigt sehen.
Was ich gern verstehen würde: Warum ist die Auseinandersetzung um Handke emotional so aufgeladen? Was triggert er in seinen Lesern (auf beiden Seiten)?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Frank Hahn,<br />
es geht mir nicht um Rache, sondern um Kritik: Ich folge meinem Ärger ja nicht, sondern versuche ihm mit den Methoden der Literaturkritik auf die Spur zu kommen.<br />
Mir geht es wie Ihnen: Ich staune, wie unterschiedlich wir den gleichen Text lesen.<br />
Beim Lesen Ihrer Wiedergabe der Handkeschen Texte musste ich an einen Satz von Virginia Woolf denken. In ihrem Essay „Wie sollte man ein Buch lesen?“ findet sich die Aufforderung, den Geist bei der ersten Lektüre „weit zu öffnen für die rasch hereinströmenden unzähligen Eindrücke“ (bevor man sich, in einem zweiten Akt des Lesens, ans Vergleichen und Urteilen macht). Mir scheint, Sie gehen noch einen Schritt weiter: In Ihrer anempfindenden Lektüre fügen Sie dem Text von Handke manches hinzu, was nicht dasteht. Das ist vielleicht eine höhere (manche würden sagen: tiefere) Form des Lesens als das, was ich versuche. Mein Bestreben ist es zu lesen, was wirklich dasteht, also den Wörtern und dem Satzbau auf die Schliche zu kommen, mit denen der Autor arbeitet.<br />
Sie bezeichnen meine Wortwahl bezüglich Handkes literarischem Umgang mit dem Selbstmord seiner Mutter als „den Autor persönlich verletzend“. Es hätte an der Sache nichts geändert, wenn ich meine Feststellung zurückhaltender formuliert hätte. Ich spreche diesem Autor die Glaubwürdigkeit ab, so glaube ich ihm nicht, dass es ihm um die Mutter geht. Ich sehe in der Muttergeschichte ein Vorwand, um seine inszenierte und in der Sache erbärmliche „Rache“ zu Papier bringen zu können. Sie zitieren „liebevolle“ Aussagen über diese Mutter, doch diese Passagen empfinde ich als scheinheilig. Das Ganze Konstrukt geht ja auch logisch nicht auf: Weder behauptet der Ich-Erzähler behauptet, die Mutter habe sich wegen der Zeitungsmeldung umgebracht, noch bestreitet er ihren den Wahrheitsgehalt.<br />
Was mich (auch bezüglich meiner eigenen Irritation) interessiert: Macht es für die Literatur einen Unterschied, ob es sich bei dieser Mutter um eine fiktive Figur handelt oder die reale Mutter des Autors? Bei einer fiktiven Mutter würde ich angesichts des sozusagen an den Haaren dieser Mutter herbeigezogenen Rachemotivs nur die Schultern zucken, mein Verdikt wäre nur ein ästhetisches. Die Tatsache, dass dieser Text in die Biografie hinüberlappt, hat mich affiziert (und zwar erst recht nach dem Wiederlesen von „Wunschloses Unglück“).<br />
Was Handkes mikroskopisch verzeichnete Umherschweifereien angeht: Ich kann nachvollziehen, wie man als Leser in diesem virtuosen, artifiziellen Gewebe aufgehen kann. Allerdings müsste ich mich dazu dieser Ästhetik unterwerfen und anerkennen, dass die Art und Weise dieses „anders“ Sehens und Erzählens meine ganze Aufmerksamkeit verdient, egal worauf sich dieses Sehen und Erzählen bezieht. Mir fällt auf, dass manche Handke-Verteidiger seine Verfahrensweisen feiern, ohne sie zu hinterfragen. Lothar Müller hat etwa in seiner Rezension von „Das zweite Schwert“ die Provenienzen sämtlicher Motive in Handkes eigenem Werk nachgewiesen, was von einer bestechenden Kenntnis des umfangreichen Werks zeugt. Was Müller jedoch unterlässt, ist eine literaturkritische Würdigung dieses Verfahrens: Soll ich den Text nun bewundern, weil der Autor darin so viele Motive seines bisherigen Werks wiederkehren lässt? Oder ist diese Plünderung des eigenen Werks ein Zeichen des Mangels – fällt ihm nichts mehr Neues ein?<br />
Es gibt kaum einen Autor, an dem die Geister sich so sehr scheiden wie bei Handke, das merke ich an den Reaktionen auf meine Stilkritik. Einerseits ernte ich scharfen Widerspruch (nicht nur bei Ihnen), ebenso jedoch heftigen Zuspruch von Lesern, die sich in ihrer eigenen Wahrnehmung geradezu erlösend bestätigt sehen.<br />
Was ich gern verstehen würde: Warum ist die Auseinandersetzung um Handke emotional so aufgeladen? Was triggert er in seinen Lesern (auf beiden Seiten)?</p>
]]></content:encoded>
		
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