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	Kommentare zu: Zahlen und Atem	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Thu, 16 Dec 2021 13:50:17 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: T. Nordbruch		</title>
		<link>https://tell-review.de/zahlen-und-atem/#comment-16772</link>

		<dc:creator><![CDATA[T. Nordbruch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 13:50:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Guardini-Zitat kannte ich so nicht. Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Guardini-Zitat kannte ich so nicht. Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben!</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Von: Frank Hahn		</title>
		<link>https://tell-review.de/zahlen-und-atem/#comment-13771</link>

		<dc:creator><![CDATA[Frank Hahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 09:51:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Herr Mücke, 
ich habe den Eindruck, als ob Sie bei Vergänglichkeit und Endlichkeit ausschließlich an den Tod denken. Ich habe aber ganz bewusst nicht von Sterblichkeit gesprochen. Endlichkeit erleben wir vielfältig, so gegenüber Naturkräften, oder Bemühungen, mit denen wir scheitern. Die Vergänglichkeit zeigt sich uns, wenn wir uns des Vergangenen erinnern, aber defacto  in jedem gerade vergehenden Augenblick.  Insofern sind wir fortlaufend mit Verlust konfrontiert, lassen aber selten zu, darüber zu trauern oder auch nur dem nachzuspüren. Was ich mit der Kraft meine, die einem solchen Nachspüren entspringen kann, ist z.B. die intensivere Wahrnehmung der Unwiderbringlichkeit des Augenblicks und damit der Einmaligkeit jeden Geschehens, was zu größerer Würdigung und auch intensiverem Erleben führen kann. Das Offene, das sich darin zeigen kann, mag jeder und jede für sich aufspüren…natürlich lasse ich offen, was sich für den je einzelnen öffnet. 
Ich will dennoch Ihrem beharrlichen Nachhaken bezüglich meiner persönlichen Betroffenheit beim Thema Tod nicht ausweichen. Ich habe  verschiedentlich die Erfahrung gemacht, dass  die Annahme des Todes und die Vorbereitung auf das Sterben, wenn der Sterbende das für sich selbst vermag, nicht nur für ihn, sondern auch für die Hinterbliebenen eine Quelle von Kraft und Trost ist. In dem längeren Text, aus dem ich hier nur einen kleinen Ausschnitt präsentiert habe, zitiere ich am Schluss Etty Hillesum, die mit 29 Jahren in Auschwitz ermordet wurde, mit einem Satz aus ihrem Tagebuch: 
„… wenn man den Tod aus dem Leben verdrängt, ist das Leben nicht vollständig, und indem man den Tod in sein Leben einbezieht, erweitert und bereichert man das Leben.“
Ich habe lange diesen Satz auf mich wirken lassen und gehe ihm von Zeit zu Zeit immer wieder nach, wobei ich unterschiedliche Reaktionen bei mir selbst entdecke. Es gibt Momente, in denen ich eine ganz besondere Kraft spüre, die aus diesen Worten emporsteigt.  
Schließlich lassen Sie mich zur Frage der Verantwortung etwas sagen: ich bin für mich selbst verantwortlich und für den Nächsten, schreiben Sie. Das ist eine sehr komplexe Frage. Ist es Verantwortung, wenn ich jemandem nicht ins Gesicht huste? Ich denke, das ist das Mindestmaß an Anstand. Verantwortung für jemanden zu übernehmen kann auch übergriffig sein, zumindest wäre es mit dem Anderen auszuhandeln, was er oder sie von mir an Verhalten wünscht oder erwartet, wenn wir jetzt von Gesundheit und Hygiene sprechen, denn da gibt es durchaus unterschiedliche Herangehensweisen. In dem Sinne bin ich bereit, ihm zu antworten, so wie ich es auch von ihm wünsche. Wenn wir Verantwortung als diesen Prozess des Antwortens verstünden, kämen wir uns sicher entgegen. 
Herzliche Grüße
Frank Hahn]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Mücke,<br />
ich habe den Eindruck, als ob Sie bei Vergänglichkeit und Endlichkeit ausschließlich an den Tod denken. Ich habe aber ganz bewusst nicht von Sterblichkeit gesprochen. Endlichkeit erleben wir vielfältig, so gegenüber Naturkräften, oder Bemühungen, mit denen wir scheitern. Die Vergänglichkeit zeigt sich uns, wenn wir uns des Vergangenen erinnern, aber defacto  in jedem gerade vergehenden Augenblick.  Insofern sind wir fortlaufend mit Verlust konfrontiert, lassen aber selten zu, darüber zu trauern oder auch nur dem nachzuspüren. Was ich mit der Kraft meine, die einem solchen Nachspüren entspringen kann, ist z.B. die intensivere Wahrnehmung der Unwiderbringlichkeit des Augenblicks und damit der Einmaligkeit jeden Geschehens, was zu größerer Würdigung und auch intensiverem Erleben führen kann. Das Offene, das sich darin zeigen kann, mag jeder und jede für sich aufspüren…natürlich lasse ich offen, was sich für den je einzelnen öffnet.<br />
Ich will dennoch Ihrem beharrlichen Nachhaken bezüglich meiner persönlichen Betroffenheit beim Thema Tod nicht ausweichen. Ich habe  verschiedentlich die Erfahrung gemacht, dass  die Annahme des Todes und die Vorbereitung auf das Sterben, wenn der Sterbende das für sich selbst vermag, nicht nur für ihn, sondern auch für die Hinterbliebenen eine Quelle von Kraft und Trost ist. In dem längeren Text, aus dem ich hier nur einen kleinen Ausschnitt präsentiert habe, zitiere ich am Schluss Etty Hillesum, die mit 29 Jahren in Auschwitz ermordet wurde, mit einem Satz aus ihrem Tagebuch:<br />
„… wenn man den Tod aus dem Leben verdrängt, ist das Leben nicht vollständig, und indem man den Tod in sein Leben einbezieht, erweitert und bereichert man das Leben.“<br />
Ich habe lange diesen Satz auf mich wirken lassen und gehe ihm von Zeit zu Zeit immer wieder nach, wobei ich unterschiedliche Reaktionen bei mir selbst entdecke. Es gibt Momente, in denen ich eine ganz besondere Kraft spüre, die aus diesen Worten emporsteigt.<br />
Schließlich lassen Sie mich zur Frage der Verantwortung etwas sagen: ich bin für mich selbst verantwortlich und für den Nächsten, schreiben Sie. Das ist eine sehr komplexe Frage. Ist es Verantwortung, wenn ich jemandem nicht ins Gesicht huste? Ich denke, das ist das Mindestmaß an Anstand. Verantwortung für jemanden zu übernehmen kann auch übergriffig sein, zumindest wäre es mit dem Anderen auszuhandeln, was er oder sie von mir an Verhalten wünscht oder erwartet, wenn wir jetzt von Gesundheit und Hygiene sprechen, denn da gibt es durchaus unterschiedliche Herangehensweisen. In dem Sinne bin ich bereit, ihm zu antworten, so wie ich es auch von ihm wünsche. Wenn wir Verantwortung als diesen Prozess des Antwortens verstünden, kämen wir uns sicher entgegen.<br />
Herzliche Grüße<br />
Frank Hahn</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dr. Helge Mücke		</title>
		<link>https://tell-review.de/zahlen-und-atem/#comment-13761</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dr. Helge Mücke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Mar 2021 12:41:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Gedankengang ist interessant und bedenkenswert. Dennoch: Würden SIE PERSÖNLICH die &quot;Kraft im Annehmen von Vergänglichkeit und Endlichkeit&quot; haben, wenn Sie selber oder ein nahe verwandter Mensch betroffen wären? (Da steckt auch ein Stück Anmaßung drin.)Was heißt das konkret &quot;Eine Kraft, die Wege ins Offene zeigen würde?&quot; Was ist dann das Offene? Rein logisch gesehen würde das den Glauben an wiederholte Erdenleben voraussetzen, wie er bei Anthroposophen üblich ist. Die fordern die individuelle Freiheit (z.B. beim Maskentragen) im Vertrauen auf Schicksalsfügung. Auch bei anderen Problemstellungen wie Demenz oder Krebserkrankung kommt diese Denkrichtung immer wieder an die Grenzen: Was ist, wenn ich PERSÖNLICH (INDIVIDUELL)betroffen bin? Nein, der Staat ist nicht für x Millionen verantwortlich, aber ich bin für mich selber verantwortlich UND für den unmittelbaren Nächsten. Merken Sie, Herr Hahn, wie schnell mensch in ein vermintes Niemandsland gerät (um in Ihrem Bild zu bleiben)?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Gedankengang ist interessant und bedenkenswert. Dennoch: Würden SIE PERSÖNLICH die &#8222;Kraft im Annehmen von Vergänglichkeit und Endlichkeit&#8220; haben, wenn Sie selber oder ein nahe verwandter Mensch betroffen wären? (Da steckt auch ein Stück Anmaßung drin.)Was heißt das konkret &#8222;Eine Kraft, die Wege ins Offene zeigen würde?&#8220; Was ist dann das Offene? Rein logisch gesehen würde das den Glauben an wiederholte Erdenleben voraussetzen, wie er bei Anthroposophen üblich ist. Die fordern die individuelle Freiheit (z.B. beim Maskentragen) im Vertrauen auf Schicksalsfügung. Auch bei anderen Problemstellungen wie Demenz oder Krebserkrankung kommt diese Denkrichtung immer wieder an die Grenzen: Was ist, wenn ich PERSÖNLICH (INDIVIDUELL)betroffen bin? Nein, der Staat ist nicht für x Millionen verantwortlich, aber ich bin für mich selber verantwortlich UND für den unmittelbaren Nächsten. Merken Sie, Herr Hahn, wie schnell mensch in ein vermintes Niemandsland gerät (um in Ihrem Bild zu bleiben)?</p>
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