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	Kommentare zu: Wo beginnt der Zynismus?	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 02 Feb 2018 00:26:39 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Herwig Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/wo-beginnt-der-zynismus/#comment-278</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2016 06:59:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/wo-beginnt-der-zynismus/#comment-275&quot;&gt;Hartmut Finkeldey&lt;/a&gt;.

Wichtige Hinweise: Die simple, naturwissenschaftliche Tatsache, dass wir alle anthropologisch aus Afrika kommen, wird von manchen Iwantmycountryback-Gehirnen schon als Gutmenschscheiß denunziert. Und das zufällige Verschontsein von Armut und Hunger wird als Verdienst umgelogen.
Von mir wie von vielen Anderen: Danke für den Text!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/wo-beginnt-der-zynismus/#comment-275">Hartmut Finkeldey</a>.</p>
<p>Wichtige Hinweise: Die simple, naturwissenschaftliche Tatsache, dass wir alle anthropologisch aus Afrika kommen, wird von manchen Iwantmycountryback-Gehirnen schon als Gutmenschscheiß denunziert. Und das zufällige Verschontsein von Armut und Hunger wird als Verdienst umgelogen.<br />
Von mir wie von vielen Anderen: Danke für den Text!</p>
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		<title>
		Von: Hartmut Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/wo-beginnt-der-zynismus/#comment-275</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hartmut Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jun 2016 13:59:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor ziemlich genau einem Jahr notierte ich zum zentrum - damals zwar schon angedeutet skeptisch, aber noch hoffnungsvoll: 
&quot;Das Zentrum für politische Schönheit re-etabliert Schönheit als Politische Kategorie, und das ist zunächst einmal gut so, nach 25 Jahren postmoderner Beliebigkeit, Schmalspurklamauk, Befindlichkeitsprosa und poetologisch rückversicherter, wirklichkeitsloser Poesie. Denn Speichelleckereien sind, was immer sonst, vor allem eines: häßlich.

Die Gefahr, hier werde der Tod ästhetisiert, man selber damit schleichend faschisiert, eine Gefahr, auf die ich soeben nochmals per Email aufmerksam gemacht wurde, besteht dabei immer. Es beginnt ganz einfach – nämlich damit, klammheimlich, klammoffen nach ‚möglichst‘ hohen Totenzahlen zu schielen…weil diese Toten Sinn verleihen. Das einzig wirksame Antidot gegen jene fatal falsche Identifizierung mit den Opfern (die dann, weil identitätsstiftend, regelrecht ‚benötigt‘ werden) ist jene Warnung, die ich wieder und wieder ausspreche: die davor, Politik und persönliche Identität zu vermengen. Und das meint, sobald Schönheit politisch wird: ich warne, Schönheit und persönliche Identität zu vermengen. Solange das „Zentrum“ sich seine Realitätshärte erhält, sollte diese Befürchtung gegenstandslos sein. Aber es darf seine Aktionen weder identitär aufladen, noch übrigens, die zweite, handfestere Gefahr, zum Geschäftsmodell verkommen lassen (Stichwort „Greenpeacisierung“).&quot;

Inzwischen haben sich meine angedeuteten Befürchtungen wohl bestätigt, insofern unterschreibe ich fast alles, liebe Sieglinde (es wäre jetzt etwas albern, so zu tun, als kennten wir uns nicht). 

Fast. Nicht so ganz.

Die Sätze sind &quot;geborgt&quot;, stimmt schon, und es gibt eine billige Pose des mea culpa...aber sind sie deswegen völlig unwahr? 

Als die Geschichtswissenschaft - einzelne Vorläufer vorausgesetzt - in den 1970er Jahren als direkte 68-Folge zum ersten mal umfänglicher die ehemaligen Kolonien Europas in den Blick nahm, gab es tatsächlich zunächst eine moralische Eindeutigkeit. Verkürzt gesagt:  &quot;Wir&quot; Europäer sind schuldig, schuldig, schuldig. Dies wird inzwischen durch einen differenzierteren Blick ergänzt. Nicht, dass irgend wer auf die Idee käme, Kolonialismus etwa moralisch entschulden zu wollen - daran denkt auch heute kein Mensch, der bei Trost ist. Aber es geht schon um eine differenziertere Analyse dessen, was es für die conditio humana bedeutet, wenn zwei unterschiedliche Kulturen miteinander kollidieren. Warum hat Europa, dieser kleine, an sich geografisch unbedeutende Halbkontinent, technologisch (natürlich nicht kulturell, schon gar nicht menschlich) &#039;das Rennen gemacht&#039;? Warum hat Europa ein halbes Jahrtausend lang die Welt derart beeinflusst, dass selbst eine so großartige, im 17. und 18. Jdt. noch bewunderte Kultur wie die der Chinesen sich zeitweilig europäischen Einflüssen beugen musste (Opiumkriege, Boxeraufstand etc)? Und diese Fragen wertfrei zu stellen, führt dann in der Tat zu Antworten, die darauf hinaus laufen - man denke nur an die willkürlichen, europäischem Kolonialinteresse geschuldeten Grenzziehungen in Afrika -, Europa das Gericht zu sprechen. Noch heute gibt es in Deutschland Carl-Peters-Strassen! 

Natürlich ist es letztlich Gegenseitigkeit, die &quot;uns&quot; mit &quot;den Flüchtlingen&quot; verbindet, nämlich die Tatsache, dass wir alle dem Menschengeschlecht angehören. (Diese schlichte Tatsachenfeststellung darf inzwischen als &quot;Gutmenschentum&quot; verhöhnt werden!) Aber diese These droht ihrerseits, zum Abstrakt-Humanismus zu verkommen. Dass Afrikaner gefahrvoll nach Europa kommen, nicht umgekehrt, hat unter anderem ganz konkrete geschichtliche Gründe, und die müssen wir nennen. Brecht sagt es so: &quot;Und der Arme sagte bleich! Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich!&quot; Das hat übrigens nicht nur etwas mit Kolonialgeschichte zu tun. Man google &quot;Coltan&quot;, man informiere sich über die Besitzverhältnisse in Afrika, über enteignetes Land, und wird wissen. 

Auch Du plädierst ja dafür, den Flüchtenden (es sind Flüchtende, nicht Flücht&quot;linge&quot; - klingt so nach &quot;Sträflinge&quot;, ich schreibs aber auch meistens falsch) den Flug zu ermöglichen.

ZPS hin, ZPS her...wenn deren Aktion dazu beiträgt? Why not? Da bin ich pragmatisch. Dass Du und ich - in aller Bescheidenheit - das ZPS nicht nötig hatten...je nun.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ziemlich genau einem Jahr notierte ich zum zentrum &#8211; damals zwar schon angedeutet skeptisch, aber noch hoffnungsvoll:<br />
&#8222;Das Zentrum für politische Schönheit re-etabliert Schönheit als Politische Kategorie, und das ist zunächst einmal gut so, nach 25 Jahren postmoderner Beliebigkeit, Schmalspurklamauk, Befindlichkeitsprosa und poetologisch rückversicherter, wirklichkeitsloser Poesie. Denn Speichelleckereien sind, was immer sonst, vor allem eines: häßlich.</p>
<p>Die Gefahr, hier werde der Tod ästhetisiert, man selber damit schleichend faschisiert, eine Gefahr, auf die ich soeben nochmals per Email aufmerksam gemacht wurde, besteht dabei immer. Es beginnt ganz einfach – nämlich damit, klammheimlich, klammoffen nach ‚möglichst‘ hohen Totenzahlen zu schielen…weil diese Toten Sinn verleihen. Das einzig wirksame Antidot gegen jene fatal falsche Identifizierung mit den Opfern (die dann, weil identitätsstiftend, regelrecht ‚benötigt‘ werden) ist jene Warnung, die ich wieder und wieder ausspreche: die davor, Politik und persönliche Identität zu vermengen. Und das meint, sobald Schönheit politisch wird: ich warne, Schönheit und persönliche Identität zu vermengen. Solange das „Zentrum“ sich seine Realitätshärte erhält, sollte diese Befürchtung gegenstandslos sein. Aber es darf seine Aktionen weder identitär aufladen, noch übrigens, die zweite, handfestere Gefahr, zum Geschäftsmodell verkommen lassen (Stichwort „Greenpeacisierung“).&#8220;</p>
<p>Inzwischen haben sich meine angedeuteten Befürchtungen wohl bestätigt, insofern unterschreibe ich fast alles, liebe Sieglinde (es wäre jetzt etwas albern, so zu tun, als kennten wir uns nicht). </p>
<p>Fast. Nicht so ganz.</p>
<p>Die Sätze sind &#8222;geborgt&#8220;, stimmt schon, und es gibt eine billige Pose des mea culpa&#8230;aber sind sie deswegen völlig unwahr? </p>
<p>Als die Geschichtswissenschaft &#8211; einzelne Vorläufer vorausgesetzt &#8211; in den 1970er Jahren als direkte 68-Folge zum ersten mal umfänglicher die ehemaligen Kolonien Europas in den Blick nahm, gab es tatsächlich zunächst eine moralische Eindeutigkeit. Verkürzt gesagt:  &#8222;Wir&#8220; Europäer sind schuldig, schuldig, schuldig. Dies wird inzwischen durch einen differenzierteren Blick ergänzt. Nicht, dass irgend wer auf die Idee käme, Kolonialismus etwa moralisch entschulden zu wollen &#8211; daran denkt auch heute kein Mensch, der bei Trost ist. Aber es geht schon um eine differenziertere Analyse dessen, was es für die conditio humana bedeutet, wenn zwei unterschiedliche Kulturen miteinander kollidieren. Warum hat Europa, dieser kleine, an sich geografisch unbedeutende Halbkontinent, technologisch (natürlich nicht kulturell, schon gar nicht menschlich) &#8218;das Rennen gemacht&#8216;? Warum hat Europa ein halbes Jahrtausend lang die Welt derart beeinflusst, dass selbst eine so großartige, im 17. und 18. Jdt. noch bewunderte Kultur wie die der Chinesen sich zeitweilig europäischen Einflüssen beugen musste (Opiumkriege, Boxeraufstand etc)? Und diese Fragen wertfrei zu stellen, führt dann in der Tat zu Antworten, die darauf hinaus laufen &#8211; man denke nur an die willkürlichen, europäischem Kolonialinteresse geschuldeten Grenzziehungen in Afrika -, Europa das Gericht zu sprechen. Noch heute gibt es in Deutschland Carl-Peters-Strassen! </p>
<p>Natürlich ist es letztlich Gegenseitigkeit, die &#8222;uns&#8220; mit &#8222;den Flüchtlingen&#8220; verbindet, nämlich die Tatsache, dass wir alle dem Menschengeschlecht angehören. (Diese schlichte Tatsachenfeststellung darf inzwischen als &#8222;Gutmenschentum&#8220; verhöhnt werden!) Aber diese These droht ihrerseits, zum Abstrakt-Humanismus zu verkommen. Dass Afrikaner gefahrvoll nach Europa kommen, nicht umgekehrt, hat unter anderem ganz konkrete geschichtliche Gründe, und die müssen wir nennen. Brecht sagt es so: &#8222;Und der Arme sagte bleich! Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich!&#8220; Das hat übrigens nicht nur etwas mit Kolonialgeschichte zu tun. Man google &#8222;Coltan&#8220;, man informiere sich über die Besitzverhältnisse in Afrika, über enteignetes Land, und wird wissen. </p>
<p>Auch Du plädierst ja dafür, den Flüchtenden (es sind Flüchtende, nicht Flücht&#8220;linge&#8220; &#8211; klingt so nach &#8222;Sträflinge&#8220;, ich schreibs aber auch meistens falsch) den Flug zu ermöglichen.</p>
<p>ZPS hin, ZPS her&#8230;wenn deren Aktion dazu beiträgt? Why not? Da bin ich pragmatisch. Dass Du und ich &#8211; in aller Bescheidenheit &#8211; das ZPS nicht nötig hatten&#8230;je nun.</p>
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		Von: seinswandel		</title>
		<link>https://tell-review.de/wo-beginnt-der-zynismus/#comment-272</link>

		<dc:creator><![CDATA[seinswandel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jun 2016 09:29:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielen Dank! Dieser Beitrag drückt es wirklich sehr treffend aus. Diese Aktion hält uns den Spiegel vor. Sie ist vor allem eins: schmerzhaft. Ich finde, es geht vor allem darum, dass wir den Schmerz wahrnehmen, ihn nicht betäuben und reflexhaft abwehren. Gerade auch dann, wenn wir keine Lösung haben. Wichtig finde ich auch, dass es nicht primär um Schuld geht. &quot;Wir würden ebenfalls in ein Flugzeug steigen wollen, wenn wir in ihrer Situation wären.&quot; Ganz genau! &quot;Zynismus, also Menschenverachtung, beginnt dort, wo wir anderen nicht zugestehen, was wir für uns selbst in Anspruch nehmen.&quot; Volle Zustimmung!

Dennoch, wenn wir uns dann fragen, was es für einen Ausweg geben könnte, dann komme ich doch ganz schnell an den Punkt: Zunächst einmal aufhören, weiteren Schaden anzurichten und Elend zu verbreiten. Wir könnten etwa aufhören uns daran zu beteiligen, was ich institutionalisierte Massenvernichtung durch Hunger nenne. Die die nach EU-Norm gewachsene Banane hat das &quot;Recht&quot; komfortabel einzureisen. Unter welchen Bedingungen Menschen diese Güter von uns produziert haben, welche EU-Norm interessiert sich dafür?
https://seinswandel.wordpress.com/2014/06/14/massenvernichtung-durch-hunger/
https://seinswandel.wordpress.com/anm/der-hunger-der-welt/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank! Dieser Beitrag drückt es wirklich sehr treffend aus. Diese Aktion hält uns den Spiegel vor. Sie ist vor allem eins: schmerzhaft. Ich finde, es geht vor allem darum, dass wir den Schmerz wahrnehmen, ihn nicht betäuben und reflexhaft abwehren. Gerade auch dann, wenn wir keine Lösung haben. Wichtig finde ich auch, dass es nicht primär um Schuld geht. &#8222;Wir würden ebenfalls in ein Flugzeug steigen wollen, wenn wir in ihrer Situation wären.&#8220; Ganz genau! &#8222;Zynismus, also Menschenverachtung, beginnt dort, wo wir anderen nicht zugestehen, was wir für uns selbst in Anspruch nehmen.&#8220; Volle Zustimmung!</p>
<p>Dennoch, wenn wir uns dann fragen, was es für einen Ausweg geben könnte, dann komme ich doch ganz schnell an den Punkt: Zunächst einmal aufhören, weiteren Schaden anzurichten und Elend zu verbreiten. Wir könnten etwa aufhören uns daran zu beteiligen, was ich institutionalisierte Massenvernichtung durch Hunger nenne. Die die nach EU-Norm gewachsene Banane hat das &#8222;Recht&#8220; komfortabel einzureisen. Unter welchen Bedingungen Menschen diese Güter von uns produziert haben, welche EU-Norm interessiert sich dafür?<br />
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