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	Kommentare zu: Von Arschlöchern und Opfern	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		Von: Herwig Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/von-arschloechern-und-opfern/#comment-789</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Oct 2017 04:00:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&quot;Das Wie des rechten Redens besteht in polemischen Sprachspielen: die Herstellung von Freund-Feind-Konstellationen, gezielte Unterstellungen und Provokation. Diese Taktiken leben vom reflexhaften Widerspruch der Gegenseite.&quot;
Das wichtigste &quot;Sprachspiel&quot; fehlt noch: Die Lüge. Das kackfreche Behaupten nicht existierender &quot;Tatsachen&quot;. 

Wie umgehen mit Menschen, die zunächst einer Lüge aufsitzen, dann aber nach Entlarvung der Lüge sich nicht besinnen, sondern einfach weiter behaupten: Egal ob Lüge oder nicht, stimmen tut die Aussage doch! So geschehen beispielsweise nach den Lügen um eine &quot;Vergewaltigung im Gorki-Park&quot; in Sachsen, dem &quot;Fall Lisa&quot;, den falsch zugeordneten Bildern vom Tahir-Platz, die angeblich aus Köln stammten (&quot;sehe ich nicht als Lüge an, so sind die doch von da unten...&quot; Zitat aus einer soicial media Diskussion). Diese Lügen werden auch nach der Entlarvung einfach weiter geglaubt. Von Menschen, die auf der Strasse &quot;Lügenpresse halt die Fresse!&quot; skandieren.

Und genau hier versagen alle gut gemeinten, diskursiven Techniken, weil das &quot;Sprachspiel einfache Lüge&quot; eben nicht diskursiv angelegt ist. Sondern auf ideologischer Resonanz aufbaut. Eine Aussage muss also nicht stimmen, sie muss nur das schwingungsfähige, ideologische Grundgerüst in der Nähe der Eigenfrequenz anregen. Bleibt für mich die Frage, wie man ideologische Krusten aufbrechen kann. Und ich muss zugeben, dass ich genau an diesem Punkt ratlos bin. 
Ansonsten sind Pascal Zorns, Maximilian Steinbeis und Per Leos Ansätze richtig; v.a. für Diskussionen mit neurechten Politikern in den Massenmedien scheinen sie mir sehr geeignet. Aber sie können natürlich nicht garantieren, dass diese neurechten Politiker keine Resonanzen erzeugen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Das Wie des rechten Redens besteht in polemischen Sprachspielen: die Herstellung von Freund-Feind-Konstellationen, gezielte Unterstellungen und Provokation. Diese Taktiken leben vom reflexhaften Widerspruch der Gegenseite.&#8220;<br />
Das wichtigste &#8222;Sprachspiel&#8220; fehlt noch: Die Lüge. Das kackfreche Behaupten nicht existierender &#8222;Tatsachen&#8220;. </p>
<p>Wie umgehen mit Menschen, die zunächst einer Lüge aufsitzen, dann aber nach Entlarvung der Lüge sich nicht besinnen, sondern einfach weiter behaupten: Egal ob Lüge oder nicht, stimmen tut die Aussage doch! So geschehen beispielsweise nach den Lügen um eine &#8222;Vergewaltigung im Gorki-Park&#8220; in Sachsen, dem &#8222;Fall Lisa&#8220;, den falsch zugeordneten Bildern vom Tahir-Platz, die angeblich aus Köln stammten (&#8222;sehe ich nicht als Lüge an, so sind die doch von da unten&#8230;&#8220; Zitat aus einer soicial media Diskussion). Diese Lügen werden auch nach der Entlarvung einfach weiter geglaubt. Von Menschen, die auf der Strasse &#8222;Lügenpresse halt die Fresse!&#8220; skandieren.</p>
<p>Und genau hier versagen alle gut gemeinten, diskursiven Techniken, weil das &#8222;Sprachspiel einfache Lüge&#8220; eben nicht diskursiv angelegt ist. Sondern auf ideologischer Resonanz aufbaut. Eine Aussage muss also nicht stimmen, sie muss nur das schwingungsfähige, ideologische Grundgerüst in der Nähe der Eigenfrequenz anregen. Bleibt für mich die Frage, wie man ideologische Krusten aufbrechen kann. Und ich muss zugeben, dass ich genau an diesem Punkt ratlos bin.<br />
Ansonsten sind Pascal Zorns, Maximilian Steinbeis und Per Leos Ansätze richtig; v.a. für Diskussionen mit neurechten Politikern in den Massenmedien scheinen sie mir sehr geeignet. Aber sie können natürlich nicht garantieren, dass diese neurechten Politiker keine Resonanzen erzeugen.</p>
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