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	<title>Wende &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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	<title>Wende &#8211; tell</title>
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		<title>Das wilde Hin und Her der Ideen im Herbst 89</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hartmut Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2019 10:05:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüretipps]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Wende]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Herbst 1989 überschlugen sich in der DDR die Ereignisse. Die Tagebuchaufzeichnungen des Leipzigers Radjo Monk und des Dresdners Thomas Rosenlöcher bieten unterschiedliche Perspektiven auf die Wendezeit. Umso aufregender ist die Parallel-Lektüre dreißig Jahre danach.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-right"><p><span style="font-size: 80%">Ein halbes Jahr ist vergangen, in dem so viel geschehen ist, in dem wir uns so rasant verändert haben und doch dieselben blieben. Wir haben uns nicht an Träumen, nicht an der Zeit gemessen, sondern nur an der Vermessenheit einer Clique von übergeschnappten Greisen. </span></p><cite> <span style="font-size: 80%">Radjo Monk, 21. März&nbsp;1990</span></cite></blockquote>



<p class="has-drop-cap wp-block-paragraph">Nicht nur aus aktuellem Anlass seien zwei ältere, wieder zu entdeckende Wendetagebücher empfohlen: Das Tagebuch des Leipzigers Radjo Monk (i.e. Christian Heckel) <em>Blende 89</em> (2006) sowie Thomas Rosenlöchers <em>Die verkauften Pflastersteine – Dresdner Tagebuch</em> (1990). Beide Tagebücher ergänzen und bestätigen sich gegenseitig, und doch widersprechen sie einander subtil. Denn ihre Verfasser haben unterschiedliche DDR-Leben gelebt. Radjo Monk war als Oppositioneller in der Leipziger Liederszene aktiv, veröffentlichte in inoffiziellen Zeitschriften, wurde mehrmals verhaftet und von der Stasi observiert, wie seine dicke Akte zeigt. Thomas Rosenlöcher dagegen war SED-Mitglied, von 1976 bis 1979 Student am Leipziger Literaturinstitut Johannes R. Becher, kein Staatsdichter, sondern einer aus der großen Riege talentierter DDR-Lyriker, desillusioniert und angepasst zugleich: 1976 unterzeichnete er die Resolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann, wenn auch mit schlechtem Gewissen, wie er im Tagebuch glaubhaft darstellt und selbstkritisch reflektiert. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter, die auch Opfer waren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Autoren, auch Rosenlöcher, befürworten natürlich die Demonstrationen im Herbst 1989, an denen sie selbst auch teilnehmen, sie hoffen auf Reformen, auf Demokratie. Beide sind skeptisch über die von der Krenz-SED hurtig für sich reklamierte “Wende“. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Das gute alte Kaderwelsch zur Kirchentonart mutiert,</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">schreibt Rosenlöcher am 18.&nbsp;Oktober 1989 über die erste Rede von Egon Krenz. Monk schreibt am 24.&nbsp;Oktober: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Sie spielen nach wie vor mit der Macht und mit dem Volk Blindekuh.</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Autoren berichten empört von Misshandlungen (die friedliche Revolution war mitnichten friedlich; dass es keine Toten gab, ein Wunder), ihre Schilderungen sind quasi austauschbar: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die Polizisten schlagen noch auf ihn ein, als er schon am Boden liegt. Dann wird er auf den LKW geschleift.</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">So Rosenlöcher in Dresden, 6. Oktober 1989. Bei Monk finden sich nahezu identische Passagen. Beide berichten immer wieder, fast wie Wasserstandsmeldungen, die Zahl derjenigen, die ‚heute‘ wieder ‚rübergemacht‘ haben. Und natürlich: Stasi, Stasi, Stasi, eines der wichtigsten Themen damals. „Stasi in die Produktion“, beide dokumentieren aufmerksam diesen Demo-Slogan, den man im Wendeherbst allerorten hören konnte. Interessant, dass Rosenlöcher und Monk auch den Fall Schnur ähnlich bewerten (Wolfgang Schnur, scheinbar Dissident und Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs, war kurz vor der Volkskammerwahl im März 1990 als IM enttarnt worden). „Eigentlich“, so Rosenlöcher am 13.&nbsp;März 1990, „ist es Judas, der die Schuld der Anderen auf sich nimmt“. Und Monk, unter gleichem Datum ähnlich milde: Schnur, der ja in einem DDR-Waisenhaus aufgewachsen war, sei „wie so viele Täter und Opfer in einem“. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Geschäftler aus dem Westen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich historisch am meisten berührt und was beide Tagebücher so authentisch macht, ist das wilde Hin und Her der Ideen, die auftauchen, um sich schnell wieder zu verflüchtigen: Sozialismus, dritter Weg, die Warnung vor einem Ausverkauf der DDR. Und die wilden Gerüchte, an denen es in revolutionären Zeiten nie mangelt. Honecker soll, Mielke soll, die Stasi soll, die Leute sollen&#8230;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Realistisch war der dritte Weg nicht: Bald schon nehmen Monk und Rosenlöcher, kritischen Sinnes, den Spin in Richtung Wiedervereinigung und vor allem in Richtung Kapitalismus wahr. Bereits im Dezember spricht Rosenlöcher vom „Häuflein der Vereinigungsgegner“, die auf den Demonstrationen gegen ‚Deutschland einig Vaterland‘ nicht mehr den Hauch einer Chance hätten (6. Dezember 1989). Und Monk sieht: „Vor dem Hotel die gepflegten Limousinen der Geschäftler aus dem Westen.“ (21. Februar 1990 über einen Besuch in Dresden) Die schnelle Transformation von der Forderung nach einem demokratischen Sozialismus – man denke an Christa Wolfs Aufruf „Für unser Land“, auch an Rosenlöchers titelgebende Kolumne über die verkauften Pflastersteine – bis hin zum ‚Anschluss‘ und die D-Mark um jeden Preis: Der erdrutschartige Sieg der Allianz hat damals viele bestürzt, die der DDR zumindest Zeit geben wollten. Im März 1990, kurz vor der Volkskammerwahl, schreibt der ein zweites Mal resignierte Rosenlöcher: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Sie [die DDR-Bürger] kommen bei sich selbst an, wenn sie nun wählen werden, was sie eigentlich immer schon wollten, den Westen im Osten, oder, wie ich vor Karlis Bierbude sagen hörte: ‚Ni mehr minderwertsch sein‘.</p></blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Verlierersprache</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Ni mehr minderwertsch sein“ – das war die Grundstimmung damals im Osten, das berechtigte Gefühl, betrogen worden zu sein und die Angst, das Leben könne einem weiterhin versagt werden. Denn natürlich hat die ganze DDR immer gewusst, dass allein sie die Kriegszeche bezahlt hat (die BRD hat das übrigens auch immer gewusst!). Drei Länder haben ja bekanntlich, nach einem bitteren englischen Witz, den Heiner Müller gern erzählte, den zweiten Weltkrieg gewonnen: die USA, Westdeutschland und Japan. Hier formierten sich jene Verwerfungen, mit denen die deutsche Gesellschaft bis heute nicht klarkommt. Das wird sich auch nicht ändern, solange Sächsisch „Verlierersprache“ bleibt, wie es in einem witzigen Aufsatz Rosenlöchers heißt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens berichten beide Tagebuchschreiber – wiederum fast identisch – auch über erste Versuche westdeutscher Geschäftemacher, Ostdeutsche über den Tisch zu ziehen. Radjo Monk und Edith Tar sind im März&nbsp;1990 auf einer Party eingeladen; Mit dabei sind westdeutsche Geschäftsleute, von denen sich die Gastgeber offenbar eine Zukunftsperspektive erhoffen und die sich unmöglich aufführen. Monk zitiert das Resümee seiner Freundin: „Jetzt weiß ich, wie schnell und leicht die uns in den Sack stecken, sie machen das total sauber, wir haben keine Chance.“ Und natürlich berichten beide auch von ersten Erscheinungen von Nazigewalt: „Ausländer seien gejagt worden“, so hat Rosenlöcher gehört, wie er in einer Notiz vom 15. März 1990 notiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spannend sind in den beiden Tagebüchern auch die Schilderungen des Alltags in diesen Tagen der Wende. Das alte Lied: Um die Ecke vollzieht sich Weltgeschichte, aber an Monks Wagen geht der Zylinderkopf kaputt und bei Rosenlöchers regnet es durch. Und doppelt spannend, was diese zwei hellwachen, ständig beobachtenden Zeitgenossen verpassen: Erst nach Tagen hört Rosenlöcher von den Gewaltexzessen am Dresdner Hauptbahnhof, wo Hunderte von DDR-Bürgern die Züge nach Prag hatten stürmen wollen. Monk wiederum verpasst die erste größere Leipziger Demo und muss sich berichten lassen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Dissident und SED-Genosse</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zugleich tut sich zwischen den beiden Tagebüchern ein Spalt auf. Monk notiert am 21.&nbsp;Oktober 1989: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Ich fühle mich nicht gesprächsbereit im Sinne der jetzt überall beschworenen Gesprächsbereitschaft […], ich misstraue auch jenen, die sich jetzt anklagen.</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Und, sehr deutlich, am 22.&nbsp;Oktober 1989: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Ich wurde vergewaltigt, und das vergisst man nicht.</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Rosenlöcher, offenkundig zerknirscht und nicht mit sich im Reinen, spricht im Hinblick auf seine DDR-Jahre von seiner „ohnmächtigen Verzweiflung, bei gleichzeitiger Bereitschaft, mich einzurichten im Verfall“. Sehr ehrlich berichtet er, schon in der Rückschau, von einem Anwerbeversuch der Stasi. Er, der so schwer Nein sagen kann, lässt sich, ohne dass er direkt bereit wäre zu spitzeln, unverbindlich auf ein Gespräch ein. Erst Birgit Rosenlöcher rettet die Situation: Käme die Stasi noch einmal ins Haus, reiche sie die Scheidung ein. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven – der verhaftete, bespitzelte Dissident und der lange Zeit nur heimlich nörgelnde, halb kritische, halb resignierte SED-Genosse – machen die Parallellektüre so spannend. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Der ostdeutsche Blick auf die westdeutschen Sieger</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wirklich zufällige Koinzidenz sei noch erwähnt, an ihr zeigen sich die unterschiedlichen Perspektiven besonders klar: Beide waren während der Wende wegen lange vorher vereinbarter Termine für einige Tage im Westen: Rosenlöcher hatte am 11.&nbsp;November eine Lesung in Freiburg, Monk war im November&nbsp;1989 im Saarland, wo er und Edith Tar Oskar Lafontaine kennenlernten, dem sie gleich einen Fotokopierer fürs Neue Forum abschwatzten. Der ostdeutsche Blick auf die westdeutschen Sieger bereichert beide Tagebücher enorm. Dabei erweist sich – es ist wohl kein Zufall – Rosenlöcher als deutlich ‚westkritischer‘: Der „Westspießer“ sei noch unangenehmer als der aus dem Osten. Am 22.&nbsp;November 1989 notiert Rosenlöcher in Stuttgart:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Es schadet dem Charakter, einer der reichsten Männer der Welt zu sein.</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Monk erlebt die schnell einsetzende Reserviertheit der Westdeutschen, urteilt aber anders: Er spricht kurz nach dem Mauerfall mit einigen West-Berlinern über „die Invasion aus dem Osten“ und äußert, in einer Notiz vom 16. November 1989, Verständnis für ihre Reserviertheit: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Angesichts der Bananenfresser vor Supermärkten hatte ich Mühe, meinen Landsleuten Verständnis entgegenzubringen, ihr Benehmen war einfach peinlich.</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Später im Jahr 1990 „meidet“ Monk sogar, wenn er in Berlin ist „den Ostteil indirekt“, wie er am 2. Oktober notiert.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Rosenlöchers Tagebuch endet
mit der Volkskammerwahl am 18.&nbsp;März 1990, bei der er übrigens Wahlhelfer war,
Monks Tagebuch ein halbes Jahr später mit der Wiedervereinigung am 3.&nbsp;Oktober
1990. Beide bieten literarisch wie dokumentarisch faszinierende Einblicke in
die Wendezeit.</p>



<h6 style="text-align: right;">Beitragsbild: Hartmut Finkeldey<br>(Buchcover Wolle/Mitter: Befehle und Lageberichte des MfS)</h6>



<hr class="wp-block-separator"/>


<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zu den Büchern</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"> <div class="su-row">



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Rosenlöcher<br><strong>Die verkauften Pflastersteine</strong><br>Dresdner Tagebuch<br>Suhrkamp Verlag 2009 · 115 Seiten · 7 Euro<br>ISBN: 978-3518116357 <span><a href="javascript:"><img decoding="async" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" class="citavipicker978-3518116357" src="data:image/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAQCAYAAAAf8/9hAAAAGXRFWHRTb2Z0d2FyZQBBZG9iZSBJbWFnZVJlYWR5ccllPAAAAUlJREFUeNpiZEADV7XlEoBUPBA7oEkdAOKF2lcfLUAWZETSqACk1gOxgUBACAOvkzsDMy8fWO7v508Mn/ftZPiwYQ2IewGIA4EGPUC2VQGI398N9vj//frV/7gASA6kBqQWaiHcgPMgiT+fPsIVv1009/+DhLD/zzsa/v96+hguDlIDNeQ83M9AjGIzSDNIDIZvWOigGA5SC5VLYAIFGMjPHBpacBeB/IwMQPyPEP+DAUgtSA9IL8gAB1CAIQNeJzd4AMLAj5tX0dSA9TiADMBQDLJB/fhlBq0rDxmEYpPAYqxSsihqYHqYGAgAZl5+iAHSMljlmbD5GRl82LgabBvIW+jhAjPgACiRYAPPaooZfj99wiDV2ovhTaieA1ijEZZgQNH3fsNqrAkKFo1YE9KnvTv/P60uQklAOBMSpUmZ4szESGl2BggwAJR/ZVgK6XqqAAAAAElFTkSuQmCC" style="border: 0px none; width: 16px; height: 16px !important; margin-left: 1px !important; margin-right: 1px !important; vertical-align: bottom !important;"></a></span> <br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Radjo Monk<br><strong>Blende 89</strong><br>Edition Büchergilde 2005 · 287 Seiten · 19,90 Euro<br>ISBN: 978-3936428469 <br></p>


</div> </div></div>



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<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>
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		<title>Was heißt hier ostdeutsch?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Uli Wittstock]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2018 08:44:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ostdeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Wende]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Autor blickt auf seine zwei Lebenshälften zurück: eine in der DDR, die andere im vereinigten Deutschland. Die Geschichte einer Entfremdung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit Fotografien von <a href="https://tell-review.de/author/lars-hartmann/" target="_blank" rel="noopener">Lars Hartmann</a></strong></p>
<p><span class="dropcap">M</span>itte 2018 werde ich länger im Westen gelebt haben als im Osten. Um diesen biografischen Scheitel zu erklimmen, muss ich nur eines schaffen, nämlich 56 Jahre alt werden. Verbunden mit diesem Datum ist ein Prozess,über den nur selten geredet wird. Denn in den letzten fünfundzwanzig Jahren habe ich mich aus dem Osten entfernt, ohne tatsächlich auszuwandern, eine Entfremdung, die sich schleichend vollzog und die mir erst seit ein paar Jahren bewusst ist. Zunächst muss man aber die Voraussetzung für eine solche Sichtweise klären. Ich formuliere sie wie folgt: „Der Osten Deutschlands“ ist als Begriff eine soziokulturelle Dachmarke und beschreibt eine Art gefühliges Mehrgenerationenhaus, das die Hiergebliebenen umschließt oder, aus meiner Sicht richtiger formuliert, die Dortgebliebenen. Wobei sich hier schon das Dilemma zeigt, denn der Dortgebliebene scheint ja jener zu sein, der nicht mithalten konnte. Das allerdings wäre eine falsche Sichtweise. Zum ersten Mal wurde mir dieses Problem in einer Äußerung von Clemens Meyer deutlich, als er von jenen „dunklen neunziger Jahren“ sprach. Ich war ziemlich überrascht und fragte mich, von welchen dunklen Jahren er da wohl redete, denn ich hatte diese Zeit ganz anders als dunkel erlebt. Und das gilt es zu erklären.</p>
<h3>Zeit des Suchens und Sortierens</h3>
<p>Als ich mein Theologiestudium beendete, befand sich der Staat, dessentwegen ich jenes Studium überhaupt erst begonnen hatte, in heller Auflösung. Zuvor hatte ich ein paar Jahre als Stahlschmelzer im VEB Maschinenbaukombinat Ernst Thälmann gejobbt, da ich nach einem äußerst unschönen Armeedienst meine Studienzulassung zurückgegeben hatte. Als Lehrer mochte ich der Arbeiter- und Bauernrepublik nicht mehr zur Verfügung stehen. Aber nun waren die Verhältnisse in Bewegung und die Kanzel nur noch eine von vielen Möglichkeiten, wobei die Landeskirche recht überzeugend mitzuteilen wusste, keinen akuten Bedarf an jungen Pfarrerinnen und Pfarrern zu verspüren.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" data-attachment-id="12805" data-permalink="https://tell-review.de/neue_taten_/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2018/04/Neue_Taten_.jpg?fit=2048%2C1536&amp;ssl=1" data-orig-size="2048,1536" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;7.1&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DMC-LX7&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1439733517&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;80&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.008&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="" data-image-description="&lt;p&gt;© Lars Hartmann&lt;/p&gt;
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<p>In dieser Situation des Suchens und Sortierens traf ich einen alten Schulfreund, es war eine zufällige Straßenbegegnung mit Folgen. Dieser Schulfreund hatte noch zu DDR-Zeiten Journalismus studiert und arbeitete nun beim Radio. Und das suchte Mitarbeiter, denn das zentralistische Rundfunksystem der DDR war inzwischen ebenfalls in Auflösung begriffen. Aber niemand wollte aus den Berliner Zentralredaktionen in die Provinz wechseln. Die Folge war ein akuter Fachkräftemangel in den zukünftigen Landesfunkhäusern. So wurde ich freier Mitarbeiter für den Hörfunk, was zunächst am Fachkräftemangel nichts änderte, denn ich startete ohne jegliches Vorwissen. Ein Praktikum gab es nicht – kein Wunder, denn das ganze Land war ja im Praktikum. Aber es gab Sendezeit, viel Sendezeit für eine kleine Redaktion, die nach der Gründung der Landesfunkhäuser vom MDR übernommen wurde.</p>
<h3>Lebenswelten driften auseinander</h3>
<p>Journalistisch waren jene frühen Jahre großartig. Sachsen-Anhalt leistete sich in den ersten vier Jahren drei Ministerpräsidenten, mehrere stasibelastete Minister und eine Fülle an weiteren politischen Skandalen. Es folgte eine rot-grüne Minderheitsregierung unter Duldung der PDS, orchestriert vom Zusammenbruch der großen DDR-Kombinate. In Halle wurde Helmut Kohl mit Eiern beworfen. Auch die junge Demokratie war noch im Praktikum.</p>
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<p>Aus heutiger Sicht wird deutlich, wie stark sich in jenen Jahren die Wege in Ostdeutschland trennten. Ich war in der glücklichen Situation, Arbeitsämter nur aus journalistischen Gründen aufsuchen zu müssen. Rein theoretisch hätte ich bei solchen Terminen so manchen aus meinem Freundeskreis treffen können, denn seinerzeit ging die Arbeitslosigkeit um wie ein hartnäckiger Virus. Viele wechselten auf der Suche nach neuen Jobs in den Westen, andere zogen sich aus dem Freundeskreis zurück, auch weil man sich weniger zu sagen hatte. Die Lebenswelten drifteten zunehmend auseinander. Die Ursache dafür war das Geld, genauer gesagt die Verfügbarkeit des Geldes, die sich nun plötzlich sehr ungleich entwickelte.</p>
<h3>Umwertung der Werte</h3>
<p>Die DDR hatte es ja geschafft, die Bedeutung des Geldes zu relativieren. Das ist wohl auch der Grund, warum es in der DDR kaum Banküberfälle gab. Nicht weil man sieben Jahre auf ein Fluchtauto warten musste, wie gewitzelt wurde, sondern weil es sich schlichtweg nicht lohnte. Denn die Sehnsucht nach Freiheit war auch mit viel Ostgeld auf dem Konto nicht zu stillen. Selbst der schlitzohrigste Handwerker konnte sich mit seinem vielen Geld keine Reisefreiheit erkaufen, von der Meinungsfreiheit ganz abgesehen. Vor der Mauer waren alle gleich, es sei denn, man brach mit dem System, und das konnte man schließlich auch ohne Geld bewerkstelligen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="12804" data-permalink="https://tell-review.de/historisch_/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2018/04/Historisch_.jpg?fit=2048%2C1367&amp;ssl=1" data-orig-size="2048,1367" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;7.1&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DMC-LX7&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1363527490&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;6.9&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;800&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.002&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="" data-image-description="&lt;p&gt;© Lars Hartmann&lt;/p&gt;
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<p>Dies änderte sich radikal mit dem Ende der DDR, denn nun war zum Beispiel die Reisefreiheit ganz konkret an das Vorhandensein von Geld geknüpft. Diese in Ostdeutschland ungewohnte Rolle des Monetären stellte eine Umwertung aller bisherigen Werte dar, bis in das Private hinein. In der Folge änderten sich sowohl die Hobbys als auch der Freundeskreis. Statt Skilanglauf im Ostharz nun Abfahrtski in den Alpen. Das war kein Freizeitspaß für Dauerpunks und Lebenskünstler, sondern hier trafen sich die ostdeutschen Durchstarter: Architekten, Bauunternehmer, Ärzte – Wendegewinner jener Jahre. Ungebremst rasten wir auf langen Latten ins Tal, so wie wir auch durch den Rest des Jahres bretterten, unbekümmert, unbedarft und ziemlich ungelenk. Peinlich war uns das nicht. Waren in den ersten Jahren noch viele Polen oder Tschechen auf den Hütten im Service, so hörte man alsbald auch sächsische oder thüringische Stimmen. Die einen Ossis trugen ihre Ski zum Lift, die anderen trugen Teller aus. Warum das so war, das interessierte uns eigentlich nicht.</p>
<h3>&#8222;Sie sind doch auch nicht von hier&#8220;</h3>
<p>Überhaupt war es eine Zeit des eher indirekten Hinterfragens. Bei Interviewterminen wurde ich regelmäßig mit den Worten empfangen: „Sie kommen doch auch nicht von hier, oder?“ Die westdeutschen Sachwalterinnen und Sachwalter sprachen offenbar unter ihresgleichen anders. Wahrscheinlich war es aber nicht mein Auftreten, das diese Frage provozierte, sondern meine Funktion als politischer Korrespondent. Sie war damals für Ossis eher untypisch. Aus dieser Erfahrung zog ich meine Konsequenzen. Wenn ich mit Ostdeutschen zu tun hatte, gewöhnte ich mir an, Keywords zu verwenden, Begriffe wie „Fahnenappell, „UTP“ oder gelegentlich auch mal eine russische Vokabel. Seinerzeit konnte man sich damit noch als Ossi hinlänglich outen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="12806" data-permalink="https://tell-review.de/paradies_/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2018/04/Paradies_.jpg?fit=2048%2C1360&amp;ssl=1" data-orig-size="2048,1360" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;4.5&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Hartmann&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;NIKON D300&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1218887885&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;2008&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;35&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.008&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="" data-image-description="&lt;p&gt;© Lars Hartmann&lt;/p&gt;
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<p>Versprochen wurde den Ostdeutschen die Einführung der sozialen Marktwirtschaft, doch das rheinische Modell hatte offenbar schon ausgedient. Auf den preußischen Sozialismus der DDR folgte der preußische Kapitalismus der Treuhand. In Bataillonsstärke wurden die Entlassenen aufgestellt, um ihre eigenen Betriebe aus der Landschaft zu fräsen. Aus Angst vor der Wut des westdeutschen Steuerzahlers sollte es schnell gehen. Sachsen-Anhalt mit den großen Kombinaten für Chemie und Maschinenbau traf es besonders hart. Die Region, in der einst die Hälfte des DDR-Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet wurde, fiel zwischenzeitlich auf ein vorindustrielles Stadium zurück. Mitte der neunziger Jahre war plötzlich die Landwirtschaft die ertragreichste Branche. Über genaue Zahlen wird noch immer gestritten, aber fest steht, dass Sachsen-Anhalt in den neunziger Jahren mindestens fünfhunderttausend Industriearbeitsplätze verloren hat. Es waren harte Schnitte und Entscheidungen, für die damals das Wort „alternativlos“ noch nicht in Verwendung war. In seiner politischen Zweideutigkeit wäre aber der Begriff durchaus passend gewesen, denn das Gefühl, nicht beteiligt zu werden, nicht mehr Herr der eigenen Biografie zu sein, war weit verbreitet.</p>
<h3>Ein kalter Veränderungsschub</h3>
<p>Diese Erfahrung wirkt länger nach, als viele, ich selbst eingeschlossen, erwartet haben. Und sie führte in der Folge zu einer härteren Lebenswirklichkeit. Die Mechanismen der Auslese greifen im ostdeutschen Schulsystem unerbittlicher als im Westen. In Sachsen-Anhalt verlässt jeder Zehnte die Schule ohne Abschluss. Zugleich ist das klassische Familienmodell in Auflösung begriffen, denn 63 Prozent der Kinder werden außerehelich geboren, ebenfalls ein bundesdeutscher Spitzenwert. Dass jeder vierte Arbeitnehmer vom Mindestlohn lebt, sei noch hinzugefügt. Den Osten traf ein kalter Veränderungsschub, der „die persönliche Würde in Tauschwert aufgelöst hat“, um es mit Karl Marx und dem „Kommunistischen Manifest&#8220; zu formulieren, einem Text, der ein fester Bestandteil des DDR-Schulunterrichts war. Der Sinn dieser Worte hatte sich mir seinerzeit nicht erschlossen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="12802" data-permalink="https://tell-review.de/ddr_/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2018/04/DDR_.jpg?fit=2048%2C1360&amp;ssl=1" data-orig-size="2048,1360" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;6.3&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Lars Hartmann&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;NIKON D300&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1235916305&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;2009&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;80&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;320&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="" data-image-description="&lt;p&gt;© Lars Hartmann&lt;/p&gt;
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<p>Die Folgen dieser Leistungsideologie sind jedoch spürbar. Denn noch immer wird in Ostdeutschland Erfolg überwiegend als logische Konsequenz einer persönlichen Anstrengung wahrgenommen und Misserfolg zumeist als persönliches Scheitern. Der Blick in jene Nachwendezeit macht jedoch deutlich, dass es oft auch ein glücklicher Zufall war, der bestimmte Lebenswege prägte. Zur richtigen Zeit auf der richtigen Straßenseite den richtigen Menschen getroffen zu haben, war damals wichtiger als der Nachweis langjähriger Erfahrungen oder besonderer Fähigkeiten. Das entwertete natürlich die Bildungs- und Lebenswege mehrerer Generationen. In der Selbstzuschreibung Ostdeutschlands nimmt der Begriff „Solidarität“ eine zentrale Rolle ein, tatsächlich jedoch ist die ostdeutsche Gesellschaft tief gespalten. Nicht umsonst wird auf Demonstrationen der Ruf „Wir sind das Volk“ bemüht, als könne diese Entwicklung wieder rückgängig gemacht werden.</p>
<h3>Der Döner als Heimaterfahrung</h3>
<p>Jüngst beklagte Thomas Krüger, Ostdeutscher und Chef der Bundeszentrale für politische Bildung, eine kulturelle Hegemonie des Westens. Eigentlich geht es aber um die kulturelle Hegemonie derjenigen, die die westdeutsche Meinung machen, unter denen sich durchaus auch ostdeutsche Vertreterinnen und Vertreter finden, wie etwa die Kanzlerin oder der ehemalige Bundespräsident Gauck. Da sie im westlichen System erfolgreich sind, werden sie oft nicht mehr als ostdeutsch wahrgenommen.<br />
Identitätsprobleme sind ja nicht neu und es gibt sehr unterschiedliche Wege, sich seiner selbst zu vergewissern. Für orthodoxe Juden ist klar: Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat. Für orthodoxe Ostdeutsche ist die Abkunft von einer ostdeutschen Mutter offenbar nicht das einzige Kriterium. Und so kann man sich eine ostdeutsche Identität munter zusammenkonstruieren, parallel zu einem ostdeutschen Heimatbegriff. Einer meiner beiden Söhne lebt seit einiger Zeit in Wien. Gelegentlich kommt er zum Heimaturlaub, unter anderem wegen des Senfs und wegen des Döners. In ganz Wien, sagt er, gebe es keine vernünftige Dönerbude. Ein Drehspieß als kulturprägende Heimaterfahrung. Auch das ist Ostdeutschland.</p>
<h6 style="text-align: right;">Copyright für alle Bilder:<br />
© Lars Hartmann</h6>
<hr />
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