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	<title>Valeria Luiselli &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		<title>Was Zähne erzählen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Agnese Franceschini]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2016 10:18:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Mexikanische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophischer Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Valeria Luiselli]]></category>
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					<description><![CDATA[Valeria Luisellis Roman <em>Die Geschichte meiner Zähne</em> verbindet Experimentierlust mit Leichtigkeit und Ironie.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="dropcap">D</span>er Roman  <em>Die Geschichte meiner Zähne</em> ist, wie wir im Epilog erfahren, aus einer Zusammenarbeit mit Arbeitern einer Saftfabrik  in Ecatepec hervorgegangen, einem Randbezirk von Mexiko-City, in dem er auch spielt. Die mexikanische Autorin Valeria Luiselli hatte den Auftrag erhalten, ideelle „Brücken“ zwischen der Fabrik, dem Ort Ecatepec und der Kunstgalerie Jumex zu bauen, die das Projekt finanzierte. Um die Kluft zwischen diesen Welten zu schließen, beschloss Luiselli, die Arbeiter in den kreativen Prozess einzubeziehen. Sie hat den Roman in Fortsetzungen geschrieben, die die Arbeiter Woche für Woche lesen und kommentieren konnten. <span class="pull-left">Die Geschichten wirken wie Parabeln – als ob den Zähnen das Schicksal ihrer ursprünglichen Besitzer eingeschrieben sei.</span>Diese Diskussionen wurden aufgezeichnet und an Valeria Luiselli geschickt. Das Buch, das aus dieser „Höraufgabe“ entstanden ist, verbindet Experimentierlust mit Leichtigkeit und Ironie.</p>
<div id="attachment_2280" style="width: 224px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2280" data-attachment-id="2280" data-permalink="https://tell-review.de/valeria_luiselli_-_2015_national_book_festival_5/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/04/Valeria_Luiselli_-_2015_National_Book_Festival_5.jpg?fit=547%2C768&amp;ssl=1" data-orig-size="547,768" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Valeria_Luiselli_-_2015_National_Book_Festival_(5)" data-image-description="&lt;p&gt;https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2e/Valeria_Luiselli_-_2015_National_Book_Festival_%285%29.jpg&lt;br /&gt;
By fourandsixty (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons&lt;/p&gt;
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Die Handlung ist schnell erzählt: Gustavo Sanchez hat hässliche Zähne, die er ersetzen möchte. Er braucht Geld, und deshalb wird er Auktionator – sogar der „weltbeste Auktionator“. Er verkauft nicht nur Objekte, sondern auch deren Geschichte. Und gerade das steigert ihren Wert erheblich. Er veräußert die Zähne berühmter Menschen aller Epochen: von Platon bis Augustinus von Hippo, von Francesco Petrarca bis Virginia Woolf. Die Geschichten, die er zu jedem Gebiss erfindet, nennt er „<em>parabolische Stücke“<strong>,</strong></em> denn sie wirken  wie Parabeln <strong><em>– </em></strong>als ob den Zähnen das Schicksal ihrer ursprünglichen Besitzer eingeschrieben sei. Zudem verweisen sie teilweise auf poetologische Theorien, wie im Fall von Augustinus&#8216; Gebiss und seinen „Confessiones“:</p>
<blockquote><p><em>„Eine Reihe sammelbarer Confessiones, deren größter Zauber darin liegt, dass sie beim Lesen in den Besitz des Lesers übergehen.“</em></p></blockquote>
<p>Hier lässt Umberto Ecos „Offenes Kunstwerk“ grüßen: Der Autor ist nie der einzige Eigentümer seines Werkes; wer es liest, eignet es sich an und erweitert es durch neue Bedeutungen und Interpretationen.</p>
<p>Vier der sechs Kapitel des Romans sind nach rhetorischen Stilmitteln benannt: <em>Parabolisches</em>, <em>Hyperbolisches</em>, <em>Elliptisches</em>, <em>Allegorisches</em>. Mehrere Onkel des Protagonisten tragen denn auch Namen wie Marcelo Sanchez Proust, James Sanchez Joyce, Fredo Sanchez Dostojewski. <span class="pull-right"><em>Die Geschichte meiner Zähne</em> ist auch eine Geschichte über das Erzählen, das Schreiben, das Lesen – und das Hören.</span>Auch der Name der Autorin kommt vor: Im Allegorischen Stück 3: <em>Maus- und Rattenkostüme</em> tritt Valeria Luiselli als stotternde Schülerin in Erscheinung, die sich „allzu häufig der Adverbialendung ‚-weise‘“ bedient. Das Spiel mit der Literatur gipfelt darin, dass der Zahnarzt, der die neuen Zähne Gustavos implantiert, Don Luis Fabre, „Il Miglior Fabbro“ genannt wird – der beste Schmied. Mit dieser Bezeichnung preist Dante in der <em>Göttlichen Komödie</em> den okzitanischen Troubadour Arnaut Daniel, und T. S. Eliot verwendet sie in <em>Das wüste Land</em> für Ezra Pound.</p>
<p>Leichtigkeit, Leggerezza, Lightness – das ist <u>j</u>ene Erzählweise, die den Dingen und der Sprache das Gewicht nimmt, so Italo Calvino in seinen Harvard-Vorlesungen <em>Sechs Vorschläge für das nächste Jahrtausend</em>. Diese „sottrazione di peso“, wie Calvino es nennt, gelingt Valeria Luiselli in ihrem Buch. <em>Die Geschichte meiner Zähne</em> ist auch eine Geschichte über das Erzählen, das Schreiben, das Lesen – und das Hören,  wie die Genese des Buches zeigt. Literatur und Philosophie sind die eigentlichen Protagonistinnen. Damit gehört das Buch in die Tradition des philosophischen Romans: Sternes <em>Leben und Ansichten von Tristram Shandy</em> , Voltaires <em>Candide</em> und Musils <em>Der Mann ohne Eigenschaften</em> – ihre (Selbst-)Ironie und das literarische Spiel mit der Literatur findet sich in Luisellis Roman wieder.</p>
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">
<div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">Valeria Luiselli<br />
<strong>Die Geschichte meiner Zähne</strong><br />
Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz<br />
Verlag Antje Kunstmann 2016 · 192 Seiten · 18,95 Euro<br />
ISBN: 978-3-95614-092-1<br />
Bei <a href="http://www.amazon.de/dp/3956140923/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" target="_blank" rel="nofollow">Amazon</a> oder <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><A HREF="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&#038;site=3780&#038;type=text&#038;tnb=14&#038;prd=yes&#038;suchwert=9783956140921" TARGET="_blank">buecher.de</a><IMG SRC="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&#038;ref=776227&#038;b=0&#038;type=text&#038;tnb=14" BORDER="0" WIDTH="1" HEIGHT="1"><!-- END PARTNER PROGRAM --><br />
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<div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="2271" data-permalink="https://tell-review.de/was-zaehne-erzaehlen/geschichte_meiner_zaehne_cover/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/04/Geschichte_meiner_Z%C3%A4hne_Cover.jpg?fit=220%2C345&amp;ssl=1" data-orig-size="220,345" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Geschichte_meiner_Zähne_Cover" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/04/Geschichte_meiner_Z%C3%A4hne_Cover.jpg?fit=220%2C345&amp;ssl=1" class="wp-image-2271 aligncenter" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/04/Geschichte_meiner_Z%C3%A4hne_Cover-191x300.jpg?resize=156%2C245" alt="Geschichte_meiner_Zähne_Cover" width="156" height="245" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/04/Geschichte_meiner_Z%C3%A4hne_Cover.jpg?resize=191%2C300&amp;ssl=1 191w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/04/Geschichte_meiner_Z%C3%A4hne_Cover.jpg?resize=51%2C80&amp;ssl=1 51w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/04/Geschichte_meiner_Z%C3%A4hne_Cover.jpg?w=220&amp;ssl=1 220w" sizes="(max-width: 156px) 100vw, 156px" /></div></div></div>
</div></div>
<h6 style="text-align: right;"><em>Bildnachweise:</em><br />
<em> Autorenporträt Valeria Luiselli: By fourandsixty (Own work) [<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>], via <a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2e/Valeria_Luiselli_-_2015_National_Book_Festival_%285%29.jpg">Wikimedia Commons</a></em><br />
<em> Beitragsbild: Gebissdiagramm von Jordan Sparks [<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a> oder <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC-BY-SA-3.0</a>, via <a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Gebitsdiagram.JPG">Wikimedia Commons]</a></em><br />
<em> Coverabbildung mit Genehmigung des Verlags Antje Kunstmann</em></h6>
<hr />
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