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	<title>PC &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		<title>Unheilige Allianzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hartmut Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Oct 2017 10:12:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
		<category><![CDATA[PC]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Literaturkritiker Ulrich Greiner legt mit "Heimatlos" eine konservative Bekenntnisschrift vor. Sein Verständnis des Konservatismus erliegt jedoch immer wieder den Erzählungen der Neuen Rechten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Was heißt es heute, konservativ zu sein? Warum fühlen sich Intellektuelle von diesem Denken angezogen, und wo liegt die Grenze zum Rechtspopulismus? Mit diesen Fragen setzt sich tell in einer Reihe von Beiträgen auseinander.</p>
<p>Bisher erschienen:</p>
<ul>
<li><a href="http://tell-review.de/berechtigte-sorgen-oder-angstmacherei/" target="_blank" rel="noopener">Berechtigte Sorgen oder Angstmacherei? </a>Eine Debatte über Ulrich Greiners <em>Heimatlos</em></li>
<li><a href="http://tell-review.de/von-arschloechern-und-opfern/" target="_blank" rel="noopener">Von Arschlöchern und Opfern</a>. <a href="http://tell-review.de/author/sieglinde-geisel/" target="_blank" rel="noopener">Sieglinde Geisel</a> über eine Diskussion im Literarischen Colloquium Berlin</li>
<li><a href="http://tell-review.de/wider-die-verhunzung-des-konservatismus/" target="_blank" rel="noopener">Wider die Verhunzung des Konservatismus</a> – <a href="http://tell-review.de/author/herwig-finkeldey/" target="_blank" rel="noopener">Herwig Finkeldey</a> zur politischen Entwicklung von Thomas Mann<br />
</div></div></li>
</ul>
<p><span class="dropcap">W</span>as mach&#8216; ich nur mit diesem Buch? Immer wieder möchte ich innerhalb weniger Zeilen ein kleines „Er hat ja Recht“ und dann ein großes „Oh je“ annotieren.</p>
<p>Die Grundstruktur des Buchs ist rasch erklärt: Ulrich Greiner versteht sich als Konservativer, und zwar als ex-linker: Ein Kapitel ist seiner Heimkehr zum Konservatismus speziell wegen 1989 gewidmet. Greiner konstatiert eine kulturelle Hegemonie der Linken, die ihn, so der Buchtitel, „heimatlos“ mache. Es geht um Genderismus und Multikulturalismus, um die Stellung des Christentums und die Leitkulturdebatte, aber auch um den Selbstoptimierungswahn und, nicht zuletzt, um die Ehe für alle, die Greiner aufs Absurdeste mit der Debatte um die künstliche Befruchtung verquickt. Nichts daran ist wirklich neu, das alles konnten wir in den letzten Jahren immer wieder nachlesen, verstärkt seit Trumps Wahlsieg – ganz abgesehen davon, dass der Kulturkampf zwischen „links“ (wie immer das verstanden wird) und „konservativ“ (was immer das sei) seit Jahrzehnten schwelt, man denke etwa an Heinrich Böll versus Peter Boenisch.</p>
<h3>Das Wahre im abgrundtief Falschen</h3>
<p>Nur schüttet Greiner das Kind immer wieder schwungvoll mit dem Bade aus. Wer jetzt an die pseudofeministische Debatte über das <a href="http://tell-review.de/im-inneren-des-gedichts/" target="_blank" rel="noopener">Gomringer-Gedicht </a>denkt oder sich an die Treibjagd auf <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/westfalen-blatt-kolumnistin-barbara-eggert-ich-kann-nichts-homophobes-an-meinem-text-finden-1.2491169" target="_blank" rel="noopener">Barbara Eggert</a> erinnert, der weiß: Bestimmte Spielarten dekonstruierenden Denkens sind längst zur Neo-Inquisition mutiert. Den Gender-Gaga beispielsweise empfinde auch ich als schwer erträglich. An dieser Stelle wird auch verstehbar, warum die AfD für eine bestimmte Spielart konservativer Intelligenz so attraktiv ist, Stichwort Marc Jongen, seines Zeichens Philosoph und AfD-Funktionär.</p>
<p>Denn genau das ist das Problem, das wir mit der Neuen Rechten haben: Man kann ihr immer wieder diese Momente des Wahren im abgrundtief Falschen attestieren. Mit anderen Worten: Die Feminismuskritik Greiners zielt nicht völlig daneben, und doch geht sie völlig fehl. Denn Greiner tut (nicht anders als Marc Jongen) eben so, als zappele tatsächlich ganz Deutschland hilflos und dauerhaft im Würgegriff der PC. Gibt es islamistischen Terror? Offenkundig ja! Und natürlich muss man die islamische Welt damit konfrontieren. Aber einen islamistischen Masterplan, Europa zu überrennen, den gibt es eben nicht. Gab es vor 1989 Linke, die die DDR verharmlost haben? Ja, gab es. Aber es hat doch nicht „die“ bundesdeutsche Linke den Ostblock verharmlost – oder zählen Heinrich Böll, Peter Rühmkorf und Günter Grass nicht mehr? Ulrich Greiner erliegt den Erzählungen der Neuen Rechten immer wieder, weil er einige kleine Wahrheiten für das ganze Bild hält. So ist er etwa der Pegida-Lüge aufgesessen, nach der man nicht mehr Weihnachtsmarkt sagen dürfe, sondern Wintermarkt sagen müsse. Dieser peinliche Missgriff ist kein Zufall. Greiner tappt hier in eine selbst gestellte Falle. Zwar grenzt er sich glaubwürdig gegen AfD und Pegida ab, doch inhaltlich gebärdet er sich bisweilen wie ein AfD-Pressesprecher. Sogar den ersichtlich absurden „Lügenpresse“-Vorwurf will er zumindest „ernst nehmen“.</p>
<h3>Kulturelle Hegemonie der Linken?</h3>
<p>„Die“ Linke übt also seit Jahrzehnten kulturelle Hegemonie aus, „links-grün versifft“ nennt es die AfD, und wieder unterscheiden sich Greiner und AfD nur noch in der Wortwahl. Aber wo ist sie denn, die kulturelle Hegemonie der Linken? In Fernsehrunden, mit einem Claus Strunz als Moderator? Und wenn wir an Antonio Gramsci denken: Wie viel reale Macht hat die Linke denn dank ihrer angeblichen kulturellen Hegemonie generieren können? Schon Böll spottete über Boenischs These von der Vormacht der Linken (die These ist uralt, schon Thomas Manns Betrachtungen lebten von ihr): Man erinnere sich, so Böll sarkastisch, immer noch an die jubelnden Volksmassen, die den studentischen Protest 68 begleitet hätten. Das gilt auch heute: Angesichts der Debatte könnte man meinen, die G20-Proteste seien von flächendeckendem Verständnis begleitet gewesen.</p>
<p>Ich hätte so gerne ein echtes konservatives Bekenntnis gelesen, finde aber wieder nur Vorurteile, Meinungsmulm, verquere Gedanken. Sogar de Maizières „Leitkultur“-Vorstellung wird bedingungslos gelobt. Greiner sollte es besser wissen: In einer Demokratie kann es keine Leitkultur geben, es sei denn um den Preis ihrer gewaltsamen Verordnung. Und natürlich gehört der Islam zu Deutschland, ob das Greiner nun schmeckt oder nicht, die Muslime leben ja hier. Und Goethe, Hitler, Kukucksuhren, Lederhosen, das Satiremagazin „Titanic“ sowie Bielefeld-West gehören ebenfalls zu Deutschland, denk mal an! Sogar Greiner und ich gehören dazu.</p>
<h3>Wutbürgerrede</h3>
<p>Konservatismus ist eine Haltung, die weiß, dass der Mensch sehr konkret, sehr widersprüchlich, sehr geschichtlich, sehr verletzlich ist. Eine Haltung, die weiß, wo sie auch mal fünf gerade sein lassen kann. Eine solche Haltung habe ich immer schon als Antidot gegen jene gemeingefährlichen linken Mythen empfunden, die seit 1789 davon träumen, im Glutofen der Revolution den neuen Menschen schmieden zu können.</p>
<p>Doch Greiner erliegt einem alten konservativen Minderwertigkeitskomplex, nämlich dem Glauben, aus der Zeit gefallen zu sein. Lebt das gesamte konservative Ethos inzwischen allein davon? Das wäre schade. Das Humanisierende, das Dämpfende, das dem konservativen Denken in seinen besten Momenten eignet – davon findet sich nichts in Greiners Buch. Ich sehe nur eine Wutbürgerrede, die fast alle derzeit bespielten Vorurteile wiederholt. Schon immer ist der Konservatismus unheilige Allianzen eingegangen, wenn er nichts mehr zu sagen hatte und sich aufs bloße Nörgeln verlegte.<br />
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">
<div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">
Ulrich Greiner<br />
<strong>Heimatlos. Bekenntnisse eines Konservativen</strong><br />
Rowohlt Verlag 2017 · 160 Seiten · 19,95 Euro<br />
ISBN: 978-3498025366<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3498025368/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783498025366" target="_blank" rel="noopener">buecher.de</a><img decoding="async" class="moqrhgtsdlyczpuzglrx xbikiwmqdmeicgtnpngf" style="display: none !important;" hidden="" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --> oder im lokalen Buchhandel<br />
</div></div>
<div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" data-attachment-id="11235" data-permalink="https://tell-review.de/unheilige-allianzen/u1_978-3-498-02536-6-indd/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?fit=1506%2C2469&amp;ssl=1" data-orig-size="1506,2469" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;U1_978-3-498-02536-6.indd&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="U1_978-3-498-02536-6.indd" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?fit=628%2C1030&amp;ssl=1" class="alignleft size-medium wp-image-11235" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover-183x300.jpg?resize=183%2C300" alt="" width="183" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=183%2C300&amp;ssl=1 183w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=49%2C80&amp;ssl=1 49w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=768%2C1259&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=628%2C1030&amp;ssl=1 628w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=1300%2C2131&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?resize=300%2C492&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/09/Greiner_Cover.jpg?w=1506&amp;ssl=1 1506w" sizes="(max-width: 183px) 100vw, 183px" /></div></div></div>
</div></div>
<h6 style="text-align: right;"><em>Beitragsbild:</em><br />
<em> German garden gnome</em><br />
<em> By Colibri1968 at English Wikipedia (Transferred from en.wikipedia to Commons.)<br />
[Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGerman_garden_gnome.jpg">via Wikimedia Commons</a></em></h6>
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