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	<title>Marcel Proust &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 16 Jul 2021 07:32:46 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Marcel Proust &#8211; tell</title>
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		<title>In Prousts Segelschiff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Agnese Franceschini]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2021 07:32:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Proust]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Lektüre aller sieben Bände der „Recherche“ ist eine Zeitreise - und eine Erfahrung von literarischer Perfektion. Genau deshalb will unsere Autorin keine weiteren Texte von Proust lesen.
Dies ist der letzte Beitrag unserer Reihe zu Marcel Prousts 150. Geburtstag.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[


<p>Aus Anlass von Marcel Prousts 150. Geburtstag berichten wir eine Woche lang von unseren geglückten und gescheiterten Versuchen der Lektüre von&nbsp;<em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em>.<br>Bereits erschienen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/page-99-test-marcel-proust/" target="_blank">Page-99-Test Marcel Proust</a> von Sieglinde Geisel</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/in-den-veraestelungen-des-menschlichen-gemuets/" target="_blank">In den Verästelungen des menschlichen Gemüts</a> von Frank Heibert</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/proust-oder-joyce/" target="_blank">Proust oder Joyce?</a> von Herwig Finkeldey</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/doppeltes-scheitern/" target="_blank">Doppeltes Scheitern</a> von Sieglinde Geisel</li><li><a href="https://tell-review.de/schattenlektuere/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schattenlektüre</a> von Anselm Bühling</li></ul>





<p class="has-drop-cap">Als ich <em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em> las, hatte ich das Geld nicht, um alle sieben Bände zu kaufen, ich lieh sie mir von einer Freundin, einen nach dem anderen. Nachdem ich einen Band zurückgegeben hatte, bekam ich den nächsten. Ich musste die <em>Recherche</em> schnell lesen, damals waren diese Bände ein wertvolles Gut.</p>



<p><em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em> ist ein Schiff, ein Segelschiff, aus dem man nicht aussteigen kann, ohne zu riskieren, in das Vakuum einer Existenz zu stürzen, die nur aus dem Heutigen besteht, dem Hier und Jetzt, ohne diese schwachen, unsichtbaren, schwer fassbaren und doch starken Verbindungen zu unserer Vergangenheit. Denn das Proust-Segelschiff fliegt nicht über Meere, sondern durch Zeiten, es trägt Erinnerungen an unsere Essenz, es macht diese Erinnerungen zu unserer Essenz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Menschliche Unzulänglichkeiten</h3>



<p>Eine Madeleine, ein unebenes Pflaster, ein Geschmack oder ein Stolpern eröffnen und beschließen die doppelte Zeitreise, denn es ist nicht nur eine Reise durch die Zeit, sondern auch eine Reise der Zeit selbst. Der Leser wird an der Hand mitgezogen und kann nicht anhalten, auch wenn die Zeit stehenzubleiben scheint. Die Beschreibung einer Landschaft oder eines Abends dauert viele Seiten, die ineinander verflochtenen Wörter verbinden kaum wahrnehmbare Ereignisse: ein Blick, eine Anspielung, endlose Schichten von Gefühlen. Proust blättert sie nacheinander durch. Mehr als alle anderen Schriftsteller, die sich mit dem Universum menschlicher Gefühle beschäftigt haben, vermag er es, den Schmerz, die Illusion zu beschreiben, die Enttäuschung des Scheiterns und die Eitelkeit des Lebens.</p>



<p>Das Wohnzimmer bildet die Kulisse für menschliche Unzulänglichkeiten, die sich in Worten verkörpern. Der Protagonist, dessen Namen in der gesamten Recherche nur zwei Mal genannt wird, spiegelt sich in den Figuren, die ihn bei der Entdeckung menschlicher Abgründe begleiten, und der Leser lässt sich in eine Erzählung hineinziehen, die nirgendwohin führt, es ist wie eine Strömung, die ihren Sinn ganz in sich selbst findet. Man kann nicht gleichgültig bleiben gegenüber Swanns Schmerz, der Demütigung von Baron Charlus und der Angst des Protagonisten, der sich vielleicht nicht einmal selbst versteht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein perfektes Ende</h3>



<p>Irgendwann kehren alle Stücke an ihren Platz zurück, der Kreis schließt sich. Aus der Suche nach der verlorenen Zeit wird im siebten Band die wiedergefundene Zeit, und alles kann wieder beginnen. Zeit geht nicht verloren und findet sich nicht, Zeit ist unsere Essenz, die sich ständig wiederholt. Wir ändern uns jeden Moment, heißt es bei Proust, wir sterben jeden Tag, und doch sind wir immer die Gleichen, es sind immer wir. Ein Wunder, das sich in der Zeit abspielt.</p>



<p>So bin ich in Prousts Segelschiff gereist, bis ans Ende des siebten Bands. Es war eine Reise ohne Unterbrechungen. Immer noch voller Staunen über das perfekte Ende dieses Zyklus‘ beschloss ich, nichts anderes mehr von Proust zu lesen, und dabei ist es geblieben. Die Perfektion kann sich nicht selbst übertreffen, und der Proust der <em>Recherche</em> ist für mich der perfekte Schriftsteller.</p>





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		<title>Schattenlektüre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 09:47:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Proust]]></category>
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					<description><![CDATA[Die „Recherche“ drängt nicht zur Eile. Sie wartet geduldig auf diejenigen, die beim Lesen Zeit verlieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p>Aus Anlass von Marcel Prousts 150. Geburtstag berichten wir eine Woche lang von unseren geglückten und gescheiterten Versuchen der Lektüre von&nbsp;<em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em>.<br>Bereits erschienen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/page-99-test-marcel-proust/" target="_blank">Page-99-Test Marcel Proust</a> von Sieglinde Geisel</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/in-den-veraestelungen-des-menschlichen-gemuets/" target="_blank">In den Verästelungen des menschlichen Gemüts</a> von Frank Heibert</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/proust-oder-joyce/" target="_blank">Proust oder Joyce?</a> von Herwig Finkeldey</li><li><a href="https://tell-review.de/doppeltes-scheitern/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Doppeltes Scheitern</a> von Sieglinde Geisel</li></ul>


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<p class="has-drop-cap">Ich stand kurz vor dem Abitur und hatte seit einigen Monaten eine Freundin, die erste. Vielleicht war sie es, die mich auf Proust brachte, vielleicht jemand aus ihrem Freundeskreis. Die angejahrten Taschenbücher der „werkausgabe edition suhrkamp“ sahen genauso aus wie die in der gleichen Reihe erschienene Brecht-Gesamtausgabe. Der Name der Übersetzerin, Eva Rechel-Mertens, passte irgendwie zum sachlichen Grau des Leinenkartons. Beim Versuch, in den Bänden zu lesen, fielen sie unweigerlich auseinander.</p>



<p><em>In Swanns Welt</em> stand auf dem Einband des ersten Buchs, und ich fand mich in dieser Welt bald zurecht. Ich sah das, was sie mit meiner eigenen zu tun hatte. Die Wahrnehmungen, Erlebnisse, die Leidenschaft Swanns für Odette, die Ängste, die Selbstqual und Eifersucht, die Seligkeiten: Das alles kannte ich! Das erlebte ich doch gerade selbst! Proust wurde mein Begleiter beim Ausgang aus der Pubertät. Ich fand bei ihm das in Worte gefasst, wofür ich eine Sprache suchte.</p>



<p>Und las weiter, bis ich es nicht mehr tat. Das war schon in einer neuen Welt, der <em>Welt der Guermantes</em>. Ich klappte das Buch zu mit dem guten Gefühl, jederzeit zurückkehren zu können an diesen Ort. Das Leben war lang. Und dies war kein Werk, das mich nötigte, es in einem Stück durchzulesen. Es würde auf mich warten.</p>



<p>Das tut es bis heute. Ich habe seither manches über die <em>Recherche</em> und ihren Autor gelesen, aber die Lektüre selbst nicht fortgesetzt. Ginge das überhaupt? Wohl nicht mehr so wie damals, unmittelbar nacherlebend. Der Sinn für all das, was den Erzählenden und seine Welt vom Lesenden und der seinen unterscheidet, ist inzwischen geschärft. Der Schatten hat all die Jahrzehnte sein eigenes Leben geführt.</p>



<p>Du kehrst nicht ein zweites Mal als derselbe Mensch an denselben Ort zurück. Du tunkst die Madeleine nicht zweimal in denselben Tee. Und doch bleibt es dabei, dass dich im letzten Band dieser Satz erwartet: „In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst.“</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Wolf Gang via <a href="https://www.flickr.com/photos/wolfgangkuhnle/9017943802" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2</a>) – bearbeitet</h6>



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		<title>Doppeltes Scheitern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2021 07:38:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Proust]]></category>
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					<description><![CDATA[Berufsleser können sich die Lektüre von Monumentalwerken wie der „Recherche“ oder dem „Ulysses“ oft nicht leisten. Ein fatales Paradox der Literaturkritik.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p>Aus Anlass von Marcel Prousts 150. Geburtstag berichten wir eine Woche lang von unseren geglückten und gescheiterten Versuchen der Lektüre von&nbsp;<em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em>.<br>Bereits erschienen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/page-99-test-marcel-proust/" target="_blank">Page-99-Test Marcel Proust</a> von Sieglinde Geisel</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/in-den-veraestelungen-des-menschlichen-gemuets/" target="_blank">In den Verästelungen des menschlichen Gemüts</a> von Frank Heibert</li><li><a href="https://tell-review.de/proust-oder-joyce/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Proust oder Joyce?</a> von Herwig Finkeldey</li></ul>


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<p class="has-drop-cap">Ich muss etwas gestehen: Manchmal knicke ich Eselsohren in Bücher, und vielleicht geschieht es mir recht, dass diese Unsitte nun in Sachen Proust mein Scheitern dokumentiert. Man sei entweder beim Team Proust oder beim Team Joyce, schreibt Herwig Finkeldey im vorherigen Beitrag unserer Proust-Reihe. Ich bin an beiden Achttausendern gescheitert: In Joyce‘ <em>Ulysses</em> sitzt das Eselsohr auf Seite 206, In Prousts <em>Unterwegs zu Swann</em> auf Seite 260.</p>



<p>Es muss in meinen frühen Zwanzigern gewesen sein, als ich mir diese Werke vorgenommen hatte. Ich scheiterte nicht an der Lektüre, sondern an der Gelegenheit dazu, denn beide Werke begeisterten mich beim Lesen. Wenn ich rausging, steckte ich das Buch in den Rucksack, und sowohl <em>Ulysses</em> als auch der erste Band der <em>Recherche</em> lagen jeweils wochenlang in der Wohnung herum. Doch weil ich damals schon auf dem Weg zur Berufsleserin war und Kritiken schrieb, hatte ich Dringenderes zu lesen, nämlich Neuerscheinungen, die sofort zu rezensieren waren: stapelweise Druckfahnen, wie damals üblich. </p>



<p>Wenn man Hunderte von Seiten im Akkord zu lesen hat, bleibt für Giganten wie Proust oder Joyce weder Zeit noch Hirn. Und so verschwanden <em>Ulysses</em> und <em>Unterwegs zu Swann</em> irgendwann wieder im Regal.</p>



<p>Ausgerechnet Berufsleser kommen nicht zum Lesen. Das sollte uns Kritiker:innen sehr zu denken geben. </p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Wolf Gang via <a href="https://www.flickr.com/photos/wolfgangkuhnle/9017943802" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2</a>) – bearbeitet</h6>



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		<title>Proust oder Joyce?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 07:41:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Proust]]></category>
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					<description><![CDATA[Hat Marcel Prousts Stechapfel-Genuss seine Literatur beeinflusst? Das fragt sich unser Autor, der sich bisher noch nicht an den Achttausender der „Recherche“ herangewagt hat.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p>Aus Anlass von Marcel Prousts 150. Geburtstag berichten wir eine Woche lang von unseren geglückten und gescheiterten Versuchen der Lektüre von&nbsp;<em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em>.<br>Bereits erschienen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/page-99-test-marcel-proust/" target="_blank">Page-99-Test Marcel Proust</a> von Sieglinde Geisel</li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://tell-review.de/in-den-veraestelungen-des-menschlichen-gemuets/" target="_blank">In den Verästelungen des menschlichen Gemüts</a> von Frank Heibert</li></ul>


</div></div>



<p class="has-drop-cap">In den 60er Jahren lautete eine Grundsatzfrage der Pop-Musik: „Are you a Beatle or are you a Rolling Stone?“ Äquivalent dazu stellten wir literarisch Angehauchten uns später die Frage: „Are you James Joyce or are you Marcel Proust?“ Ich „war“ immer James Joyce. Proust wurde mir im Verlauf der Zeit eine nicht zu bewältigende, eine bedrohliche Verheißung, ein allein schon aus Zeitmangel nicht zu erklimmender Gipfel. Die meisten anderen kanonisierten Gipfel wurden genommen, teilweise mit Sauerstoffmaske, teilweise im zweiten, im dritten Anlauf. </p>



<p>Wolf Wondratschek sprach einmal von literarischen Meisterwerken als „der dünnen Luft da oben“, die es einem manchmal schwer macht und auf die es nicht immer ankommt. Prousts dünne Luft aber ließ sich so nicht wegfeuilletonisieren. Dessen wolkenverhangene Gipfel sprachen durch den Dunst: „Bevor Du mich nicht gelesen hast ist Dein Urteil über Literatur unvollständig.“</p>



<p>Nun, mittlerweile steht Eva Rechel-Mertens Übersetzung – übrigens recht preiswert antiquarisch erstanden – auch bei mir im Regal, und die ersten Satzmäander sind ganz ohne Luftnot&nbsp;bewältigt. Und machen Lust auf mehr. Ob mein literarisches Urteil dadurch fundierter wird, bleibt abzuwarten.</p>



<p>Wobei Atemnot schon das letzte Stichwort liefert. Denn der fast nur noch ans Bett gefesselte Asthmatiker Proust inhalierte bronchialerweiternde Arzneien, die das Alkaloid des Stechapfels enthielten. Und Stechapfel weitet nicht nur die Bronchien, sondern auch den Geist. Es ist ein potentes Rauschmittel. Mitunter dehnt sich dabei die Vorstellungskraft weit in den Bereich der Halluzination hinein.</p>



<p>Ob Prousts Erinnerungen und seine Suche nach der Zeit hierdurch beeinflusst wurden? Merkt man dem Text die bewußtseinserweiternde Arznei an? Ist die Erinnerung, also das Schreiben, gar selbst ein Rauschmittel, der Schreibeprozess ein Rausch? Das wäre zu überprüfen.</p>



<p>Im nächsten Jahr im November ist Marcel Prousts einhundertster Todestag. Ob ich bis dahin auf dem Gipfel gewesen sein werde, ob ich dann einen Teil meiner Fragen für mich werde beantworten können?</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Wolf Gang via <a href="https://www.flickr.com/photos/wolfgangkuhnle/9017943802" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2</a>) – bearbeitet</h6>



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		<title>In den Verästelungen des menschlichen Gemüts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Heibert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2021 06:01:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Proust]]></category>
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					<description><![CDATA[Marcel Prousts „Recherche“ gehört zum Himalaya-Gebirge der Literatur. Mit Anfang zwanzig hat unser Autor die sieben Bände gleich zwei Mal gelesen, als junger Schwuler: mit einem Auge sowohl auf die Haltung als auch den Stil des Texts.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p>Aus Anlass von Marcel Prousts 150. Geburtstag berichten wir eine Woche lang von unseren geglückten und gescheiterten Versuchen der Lektüre von&nbsp;<em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em>.<br>Bereits erschienen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://tell-review.de/page-99-test-marcel-proust/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Page-99-Test Marcel Proust von Sieglinde Geisel</a></li></ul>


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<p class="has-drop-cap">In der Jugend traut man sich alles zu und kommt gar nicht zu der selbstzweifelnden Erkenntnis, dass man sich vielleicht überhebt. Für mich als Romanistikstudent stand „Proust“ im Raum. Und da ich mit einem Literaturliebhaber zusammen war, der sich besser auskannte als ich, gab es ein klares Lektüreprogramm: Der Himalaya der neueren europäischen Literatur musste gelesen werden. Die <em>Recherche</em>, der <em>Ulysses</em>, <em>Der Mann ohne Eigenschaften</em>, um nur die Achttausender zu nennen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Proust-Lektüre in Rom</h2>



<p>1981, mit fast 21, ging ich für ein Jahr nach Italien, ursprünglich hatte es Paris werden sollen, und als wollte ich das irgendwie ausgleichen, nahm ich mir die <em>Recherche</em> auf Französisch mit nach Rom. Und las sie durch. Zurück in Deutschland, las ich sie noch einmal auf Deutsch, um auch wirklich alles zu verstehen. Beide Male komplett, wenn auch, zugegeben, nicht durchgehend mit derselben Aufmerksamkeit. Es war mehr als eine Pflichtübung, es war keine verlorene Zeit.</p>



<p>Aber was habe ich damals verstanden? Anders gefragt, was drang zu mir durch? Denn natürlich begriff ich nicht alles, weder sprachlich (im Original) noch inhaltlich. Das lässt sich am besten testen durch die Frage danach, was hängengeblieben ist – noch einmal gelesen habe ich <em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em> nämlich nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schwuler Selbsthass?</h2>



<p>Schon damals fand meine Wahrnehmung ganz offensichtlich auf den beiden Ebenen statt, die ich später in meinem Versuch, Literatur zu verstehen, als abstrakte Kategorien begriff: Einerseits reagierte ich auf die Haltung, die den Ton des Ich-Erzählers prägt. Ich mochte seine Genauigkeit im Beschreiben (auch wenn ich irgendwann vieles diagonal las) und seine Verbissenheit im Ergründen seiner Gefühle (das fand ich endlos spannend). Was ich nicht mochte, war seine seltsame Trägheit und Passivität gegenüber all dem, was ihn quälte. </p>



<p>Und noch etwas störte mich an der Haltung: Ich war enttäuscht, wie verschwiemelt und eher negativ Charlus und die anderen Homosexuellen wegkommen (verständlich für einen jungen Schwulen Anfang der 80er, der gerade lernte, dass ein Leben ohne dauerhaftes Verstecken vielleicht doch möglich war, zumindest in der Großstadt); welches Liebesleben Marcel Proust seinem Ich-Erzähler mitgibt, lässt sich auch als Monument des schwulen Selbsthasses lesen. Mit der Naivität des 20jährigen hoffte ich auf eine Auflösung, eine Erlösung, die aber ausblieb. Gemischte Gefühle also der Haltung dieses Luxusfaultiers gegenüber.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rhythmus und Prosodie</h2>



<p>Andererseits aber reagierte ich auf den Stil, auf die berühmte Sprache Prousts, den Sound. Ich hatte noch keines der notwendigen Analyseinstrumente bei der Hand, um mir ganz genau anzuschauen, wie Eva Rechel-Mertens das in ihrer Übersetzung löste. Aber ich merkte bei der direkt aufeinanderfolgenden Lektüre von Original und Übersetzung, dass diese Übersetzerin eines konnte: auf der sinnlichen, ästhetischen Seite der Sprache einen Rhythmus, eine Prosodie schaffen, wodurch ich als Leser über die Marathonstrecke des Textes getragen wurde. Ihr Deutsch ist geschmeidig, schön, fließend, eine große Einladung, sich einfach von dem Strom davontransportieren zu lassen. Das hat für mich beim Original funktioniert und, im schönsten Sinne wirkungsäquivalent, bei ihrer Übersetzung eben auch.</p>



<p>Die Übersetzung von Bernd Fischer hatte ich immer mal analysieren wollen. Ich kenne sie nur in Auszügen, ebenso wie die Teilübersetzung von Michael Kleeberg. Dass ich es nie geschafft habe, liegt aber nicht nur an dem notorischen Zeitmangel des Literaturliebhabers und -arbeiters.&nbsp; Die Auszüge haben nie richtig Lust auf die Lektüre geweckt, ich fand sie spontan spröde und manchmal hölzern; was sich hinter diesen Eindrücken verbirgt, müsste ich natürlich eigentlich analysieren, bevor ich es so verkünde, aber vielleicht nicht in diesem Beitrag, in dem ich summarisch bleiben darf. </p>



<p>Bei <em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em> gehören Rhythmus und Prosodie des Werks, noch mehr als ohnehin immer in literarischen Texten, zur zentralen Substanz. Und die Fischer-Übersetzung wirkte in den Auszügen nicht so auf mich, als wäre da eine Verbesserung von Rechel-Mertens‘ Arbeit gelungen.</p>



<p>Mir scheint, ich habe Prousts <em>Recherche</em> ausgekostet, obwohl ich damals zu jung war, um den Roman richtig zu verstehen. Von der Besteigung dieses Achttausenders habe ich die Erfahrung mitgenommen, dass Rhythmus und Prosodie Genussmittel sind – und die Erkenntnis, dass mich Literatur fesselt, wenn sie die Verästelungen des menschlichen Gemüts ausleuchtet.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Wolf Gang via <a href="https://www.flickr.com/photos/wolfgangkuhnle/9017943802" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2</a>)</h6>



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		<title>Page-99-Test: Marcel Proust</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jul 2021 08:11:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Page-99-Test]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Proust]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor 150&#160;Jahren, am 10.&#160;Juli&#160;1871, wurde Marcel Proust geboren. Wir würdigen ihn, indem wir die Übersetzungen seines Hauptwerks ins Deutsche unter die Lupe nehmen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">
Dieser Page-99-Test ist der Auftakt zu einer Proust-Woche auf tell: Ab Montag berichten wir von unseren geglückten und gescheiterten Versuchen der Lektüre von <em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</em>.<br />
</div></div>



<p class="has-drop-cap">Wer sich an Prousts <em>opus magnum</em> machen will, hat im Deutschen die Wahl zwischen der bereits klassisch gewordenen Übersetzung von Eva Rechel-Mertens von 1957 (1994 revidiert von Luzius Keller und Sibylla Laemmel), erschienen bei Suhrkamp, und der Neuübersetzung von Bernd-Jürgen Fischer von 2013-2016, erschienen bei Reclam.</p>



<p>Ich nehme die <a href="https://tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/Fischer_S.-99-1-scaled.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Seite 99 der Fischer-Übersetzung</a>, bei Rechel-Mertens findet sich der Text (abzüglich dreier Zeilen) <a href="https://tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/Rechel-Mertens_Seite-101-1-scaled.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf Seite 101</a>. Beim ersten Lesen kommt mir Rechel-Mertens eleganter vor, die Syntax läuft rund, die Wortwahl scheint mir eher edel als altmodisch. Fischer liest sich stachlig, Manches muss ich zwei Mal lesen, und Monsieur Legrandins „Hallo, Freunde“, befremdet mich ein wenig, da gefällt mir Rechel-Mertens&#8216; „Seid gegrüßt, meine Freunde!“ besser. Ein Blick ins Original scheint allerdings Fischer recht zu geben: „Salut, amis!“</p>



<p>Beginnen wir mit dem ersten Satz der Seite 99.</p>


<div class="su-tabs su-tabs-style-default su-tabs-mobile-stack su-tabs-vertical" data-active="1" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-tabs-nav"><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Rechel-Mertens</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Fischer</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Proust</span></div><div class="su-tabs-panes"><div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Rechel-Mertens">Gesellschaftlicher Ehrgeiz war ein Gefühl, das meine Großmutter so unfähig war zu hegen und beinahe auch zu verstehen, daß es ihr ganz unnütz schien, es mit solcher Heftigkeit zu bekämpfen.</div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Fischer">Weltlicher Ehrgeiz war eine Empfindung, die meine Großmutter so wenig nachvollziehen, ja kaum verstehen konnte, dass es ziemlich nutzlos erschien, so viel Eifer in seine Bekämpfung zu legen.</div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Proust">L’ambition mondaine était un sentiment que ma grand’mère était si incapable de ressentir et presque de comprendre qu’il lui paraissait bien inutile de mettre tant d’ardeur à la flétrir.</div></div></div>



<p>Die ältere Übersetzung wirkt literarischer: „ein Gefühl, das meine Großmutter so unfähig war zu hegen und beinahe auch zu verstehen, daß&#8230;“. Dafür ist Fischer im Satzbau effizienter: „eine Empfindung, die meine Großmutter so wenig nachvollziehen, ja kaum verstehen konnte, dass&#8230;“. Allerdings stört mich das Wort „nachvollziehen“ – ein Gefühl „hegen“ ist sprachlich schöner, ein aparter Einfall (Original: „ressentir“).</p>



<p>In der Mathematik gilt eine Formel dann als elegant, wenn sie eine abstrakte Erkenntnis ohne Umweg mit möglichst wenig Zeichen darstellt. In gewisser Weise gilt das auch für die sprachliche Übersetzung: „mit solcher Heftigkeit bekämpfen“ ist stärker als „so viel Eifer in die Bekämpfung legen“, auch finde ich „ganz unnütz“ stärker als „ziemlich nutzlos“.</p>



<p>Ebenso scheint mir im nächsten Satz die Wendung „mit einem normannischen Edelmann verheiratet“ (Rechel-Mertens) gelungener als „mit einem Landedelmann aus der unteren Normandie verheiratet“ (Fischer), ich muss weniger Energie dafür aufwenden (Original: „mariée […] avec un gentilhomme bas-normand“).</p>



<p>&nbsp;Überhaupt hat dieser Satz es in sich.</p>


<div class="su-tabs su-tabs-style-default su-tabs-mobile-stack su-tabs-vertical" data-active="1" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-tabs-nav"><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Rechel-Mertens</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Fischer</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Proust</span></div><div class="su-tabs-panes"><div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Rechel-Mertens">Zudem fand sie es nicht sehr geschmackvoll von Monsieur Legrandin, dessen Schwester in der Nähe von Balbec mit einem normannischen Edelmann verheiratet war, sich zu derart scharfen Attacken gegen den Adel hinreißen zu lassen, wobei der sogar so weit ging, der Revolution vorzuwerfen, daß sie nicht alle aufs Schafott geschickt habe.</div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Fischer">Außerdem fand sie es nicht sehr geschmackvoll von Monsieur Legrandin, dessen Schwester nahe Balbec mit einem Landedelmann aus der unteren Normandie verheiratet war, dass er sich zu derart wütenden Angriffen auf den Adel verstieg, bei denen er fast so weit ging, der Revolution zum Vorwurf zu machen, dass man ihn nicht ausnahmslos guillotiniert hatte.</div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Proust">De plus elle ne trouvait pas de très bon goût que M. Legrandin, dont la soeur était mariée près de Balbec avec un gentilhomme bas-normand, se livrât à des attaques aussi violentes contre les nobles, allant jusqu’à reprocher à la Révolution de ne les avoir pas tous guillotinés.</div></div></div>



<p>Aus Rechel-Mertens&#8216; eleganter Infinitiv-Konstruktion „sich zu Angriffen hinreißen zu lassen“ wird in Fischers biederer dass-Konstruktion „sich zu Angriffen verstieg“. Auch beim Verb entscheidet sich Fischer für die umständlichere und daher schwerfällige Variante: Wo Rechel-Mertens einfach das Verb „vorwerfen“ benutzt, heißt es bei Fischer „zum Vorwurf machen“ (das verhält sich analog zu &#8222;bekämpfen&#8220; vs. &#8222;in die Bekämpfung legen&#8220;).</p>



<p>Der größte Unterschied findet sich im letzten Satzteil. Bei Rechel-Mertens wirft Monsieur Legrandin der Revolution vor, „daß sie nicht alle aufs Schafott geschickt habe“, wobei sich das „alle“ auf den Adel bezieht – erstaunlicherweise hat mich der Wechsel von Singular („Adel“) zu Plural („alle“) nicht gestört, er ist mir im normalen Lesetempo gar nicht aufgefallen. Bei Fischers „dass man ihn nicht ausnahmslos guillotiniert hatte“ bin ich gestolpert, ich musste noch einmal nachschauen, worauf sich das „ihn“ bezieht. Es ist ebenfalls der Adel gemeint, doch war es paradoxerweise gerade die Übereinstimmung des Singular, die mich irritiert hat. Adel ist nur grammatisch Singular, es ist ein Oberbegriff und im Kontext des Satzes sind natürlich viele gemeint. Das Wort ist ein Abstraktum: Einen Adel, der guillotiniert wird, sehe ich nicht vor mir, bei der Wendung „alle aufs Schafott schicken“ dagegen sehe ich Bilder. (Im Original ist beides Plural, sowohl der Adel, „les nobles“, als auch das Objekt der Todesstrafe, „de ne les avoir pas tous guillotinés“.)</p>



<p>Andere Unterschiede zwischen den beiden Übersetzungen sind zwar weniger markant, doch sie bestätigen den Befund: Rechel-Mertens ist geschmeidiger, Fischer umgangssprachlicher. Heißt es bei Rechel-Mertens: „Sie haben Glück, dass Sie hier so ausgiebig leben können“, übersetzt Fischer fast flapsig: „Sie sind fein raus, dass Sie sich hier so viel aufhalten können“ (Original: „vous êtes heureux“), und statt in seinen „Winkel“ kehrt der Sprecher bei Fischer zurück „in meine Hundehütte“ (Original: „ma niche“).</p>



<p>In seinem Haus habe er alle möglichen „unnützen“ (Rechel-Mertens) bzw. „überflüssigen“ (Fischer) Dinge. „Es fehlt nur das Notwendigste“, sagt Monsieur Legrandin in der Fischer-Übersetzung mit dem Nachdruck des Superlativs, während Rechel-Mertens ihn sagen lässt: „Es fehlt nur das, was notwendig ist.“ Das ist schöner, noch schöner allerdings fände ich die wörtliche Übersetzung, für die sich seltsamerweise niemand entschieden hat: &#8222;Es fehlt nur das Notwendige.&#8220; (Original: „Il n’y manque que le nécessaire.“)</p>



<p>Insgesamt ist Bernd-Jürgen Fischer vielleicht näher am Original, zumindest in den Dialogen. „Gerade bei der direkten Rede hatte ich oft den Eindruck, dass die Leute in Prousts Text bei Weitem nicht so literarisch reden, wie in den bisherigen Übersetzungen“, so Fischer seinerzeit auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.deutschlandfunk.de/neue-proust-uebersetzung-mit-straffer-und-markanter-sprache.700.de.html?dram:article_id=278482" target="_blank">Deutschlandfunk Kultur</a>. „Natürlich der erzählende Text, Proust selbst, der ist ja hochgradig literarisch, aber die Leute selbst sprechen, das ist nicht direkt Alltagsjargon, aber es ist eben doch der Umgangssprache sehr viel näher. Und diesen Unterschied sollte man eben auch deutlich machen.“</p>



<p>Daher ein letztes Beispiel aus der Rede von Monsieur Legrandin:</p>


<div class="su-tabs su-tabs-style-default su-tabs-mobile-stack su-tabs-vertical" data-active="1" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-tabs-nav"><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Rechel-Mertens</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Fischer</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Proust</span></div><div class="su-tabs-panes"><div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Rechel-Mertens">Sie haben eine anmutige Seele [&#8230;], eine Künstlernatur; lassen Sie sie nicht darben an dem, was sie braucht.</div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Fischer">Sie haben eine glückliche Seele [&#8230;], die Natur eines Künstlers, lassen Sie es ihr nicht an dem fehlen, was ihr nottut.</div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Proust">Vous avez une jolie âme, d’une qualité rare, une nature d’artiste, ne la laissez pas manquer de ce qu’il lui faut.</div></div></div>



<p>„Künstlernatur“ vs. „Natur eines Künstlers“: Der Unterschied ist minim, und doch verändert er den Habitus des Sprechenden. Der letzte Teil des Satzes ist schwierig, das französische Original „ne la laissez pas manquer de ce qu’il lui faut“ widersetzt sich einer zwanglosen Wiedergabe im Deutschen. Rechel-Mertens erfindet die Wendung „es an etwas darben lassen“, während Fischer das unauffällige „es an etwas fehlen lassen“ verwendet. Überraschenderweise endet der Satz bei Rechel-Mertens mit dem alltagstauglichen „was sie braucht“, während Fischer sich mit „was ihr nottut“ für eine altmodischere Variante entscheidet.</p>



<p>Bernd-Jürgen Fischers Übersetzung mag näher an der Wörtlichkeit des Originals sein, doch wirkt sie manchmal etwas steif. Ich gebe Rechel-Mertens den Vorzug. Mit ihrem Gefühl für Rhythmus und Prosodie hat sie den Sound des deutschen Proust so überzeugend geprägt, dass ich davon nicht loskommen möchte.</p>



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<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"> <div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<p>Marcel Proust<br><strong>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</strong><br>Herausgegeben von Luzius Keller. Aus dem Französischen von Eva Rechel-Mertens. Revidiert von Luzius Keller und Sibylla Laemmel. Drei Bände in Kassette<br>Suhrkamp Verlag 2017 · 5200 Seiten · 49,95 Euro<br>ISBN: 978-3-518-46830-2 <span><a href="javascript:"><img decoding="async" identifier="978-3-518-46830-2" identifiertype="2" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" class="citavipicker" src="data:image/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg" style="border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;"></a></span><br></p>



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<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://mojoreads.de/book/?isbn=9783518468302&amp;ref=tell" target="_blank" rel="noopener"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" data-attachment-id="102584" data-permalink="https://tell-review.de/page-99-test-marcel-proust/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?fit=2209%2C2560&amp;ssl=1" data-orig-size="2209,2560" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?fit=889%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover.jpg?resize=259%2C300&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-102584" width="259" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=889%2C1030&amp;ssl=1 889w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=259%2C300&amp;ssl=1 259w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=69%2C80&amp;ssl=1 69w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=768%2C890&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=1325%2C1536&amp;ssl=1 1325w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=1767%2C2048&amp;ssl=1 1767w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=2000%2C2318&amp;ssl=1 2000w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=1300%2C1507&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2021/07/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit_9783518468302_cover-scaled.jpg?resize=300%2C348&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 259px) 100vw, 259px" /></a></figure>


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<p>Marcel Proust<br><strong>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit</strong><br>Übersetzt von Bernd-Jürgen Fischer. 3 Bände in Kassette<br>Reclam Verlag 2020 · 4325 Seiten · 44 Euro<br>ISBN: 978-3-15-030070-1 <span><a href="javascript:"><img decoding="async" identifier="978-3-15-030070-1" identifiertype="2" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" class="citavipicker" src="data:image/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg" style="border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important;"></a></span><br></p>



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