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	<title>Kolumbien &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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	<title>Kolumbien &#8211; tell</title>
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		<title>Märchen für die Diktatur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Mar 2017 14:28:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüretipps]]></category>
		<category><![CDATA[Rubriken]]></category>
		<category><![CDATA[Diktatur]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerikanische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffbruch]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute nennt man es Fake News: In „Bericht eines Schiffbrüchigen“ erzählt der junge Journalist Gabriel García Márquez 1955 die wahre Geschichte hinter einer Manipulation.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">In unseren Lektüretipps weisen wir auf Bücher hin, die uns begeistert, erschüttert, erheitert haben: Klassiker, Entdeckungen, Kuriositäten.</div></div>
<p><a href="http://www.amazon.de/dp/3462037579/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" data-attachment-id="7101" data-permalink="https://tell-review.de/maerchen-fuer-die-diktatur/marquez_bericht_9783462037579/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/03/M%C3%A1rquez_Bericht_9783462037579.jpg?fit=275%2C449&amp;ssl=1" data-orig-size="275,449" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Márquez_Bericht_9783462037579" data-image-description="&lt;p&gt;Buchcover Gabriel García Márquez: Bericht eines Schiffbrüchigen&lt;br /&gt;
Kiepenheuer &amp;#038; Witsch&lt;br /&gt;
http://www.kiwi-verlag.de/buch/bericht-eines-schiffbruechigen/978-3-462-03757-9/&lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/03/M%C3%A1rquez_Bericht_9783462037579.jpg?fit=275%2C449&amp;ssl=1" class="aligncenter wp-image-7101 size-medium" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/03/M%C3%A1rquez_Bericht_9783462037579-184x300.jpg?resize=184%2C300" alt="" width="184" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/03/M%C3%A1rquez_Bericht_9783462037579.jpg?resize=184%2C300&amp;ssl=1 184w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/03/M%C3%A1rquez_Bericht_9783462037579.jpg?resize=49%2C80&amp;ssl=1 49w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2017/03/M%C3%A1rquez_Bericht_9783462037579.jpg?w=275&amp;ssl=1 275w" sizes="(max-width: 184px) 100vw, 184px" /></a></p>
<p><span class="dropcap">I</span>n <em>Bericht eines Schiffbrüchigen</em> erzählt Gabriel García Márquez vom Überleben des Marinesoldaten Luis Alejandro Velasco. Velasco war im Jahr 1955 bei der Überfahrt eines Zerstörers der kolumbianischen Kriegsmarine von Mobile/Alabama nach Cartagena mit sieben anderen Besatzungsmitgliedern über Bord gegangen. Er überlebte als einziger auf einem Rettungsfloß.</p>
<p>Eindringlich schildert Márquez den verzweifelten Versuch Velascos, einem seiner Kameraden auf das Floß zu helfen. „Hierher Dicker!“ ruft der Kamerad, ehe die Karibik ihn verschluckt. Dann die Tage, die Nächte auf dem Floß. Der Durst, der Hunger, die Haie, die Halluzinationen. Die toten Kameraden, die immer wieder in Velascos Gedanken auftauchen. Das Verschwinden der äußeren Wirklichkeit:</p>
<blockquote><p>Doch ich wusste weder, ob das Floß die Richtung geändert noch ob es sich selbst gedreht hatte. Etwas Ähnliches passierte mir ab dem dritten Tag mit der Zeit.</p></blockquote>
<p>Velasco verliert die zeitliche Orientierung und damit den Lebensmut. Er berichtet:</p>
<blockquote><p>Ich machte mit dem Schlüssel einen Strich, in der Überzeugung, dass er der letzte war, und empfand Wut und Verzweiflung darüber, dass es sich als schwieriger erwies, zu sterben als weiter zu leben. An diesem Morgen hatte ich mich zwischen Leben und Tod entschieden. Ich hatte den Tod gewählt und lebte trotzdem weiter.</p></blockquote>
<p>Es folgt seine wundersame Rettung vor der kolumbianischen Küste. Er und sein Überleben werden schnell ein nationales Ereignis. General Gustavo Rojas Pinillas „folkloristische Militärdiktatur“ benötigt pausenlos Märchen, und hier bekommt sie eines geschenkt.</p>
<p>Zunächst macht dieses Märchen Velasco reich. Er wirbt für die Uhrenfirma, deren Erzeugnis ihm auf dem Floß angeblich so zuverlässig die Zeit angegeben hatte, für die unverwüstlichen Schuhe, denen die Karibik nichts hatte anhaben können. Überall Empfänge. Überall Bewunderung dafür, dass er überlebt hat. Überall er im Mittelpunkt. So endet das Märchen.</p>
<p>Und nun beginnt die Geschichte. Velasco geht zum jungen Journalisten Gabriel García Márquez, er möchte nochmals erzählen, was ihm widerfahren ist. Seine Motive erklärt er nicht. Márquez und seine Kollegen glauben zunächst an ein merkantiles Interesse und wittern einen „aufgewärmten“, zweiten  Aufguss. Sie wissen aber auch, dass das „tägliche Problem der Journalisten der Opposition“ darin besteht,</p>
<blockquote><p>Themen ohne politischen Zündstoff zur Unterhaltung der Leser zu finden.</p></blockquote>
<p>Márquez nennt diesen Journalismus eine „ehrenwerte Kochkunst“ und so hört er sich zunächst an, was dieser Velasco ihm auftischt. Es erweist sich als unverdaulich für die Diktatur. Denn Velasco erzählt auf einmal eine ganz andere Geschichte. Es war kein Sturm, der das Schiff instabil werden ließ, sondern schlecht vertäute, falsch tarierte Schmugglerware und der Zerstörer der kolumbianischen Kriegsmarine demnach nichts anderes als ein Schmugglerschiff. Márquez schreibt:</p>
<blockquote><p>Es war klar, dass der Bericht, genau wie der Zerstörer, eine schlecht vertäute, politische und moralische Fracht an Bord hatte.</p></blockquote>
<p>Aus dem Märchen von der wundersamen Rettung war die komplizierte Geschichte einer Manipulation geworden, die sieben Menschen das Leben gekostet hatte.</p>
<p>Das war nicht im Sinn der „folkloristischen Militärdiktatur“, und nach etlichen vergeblichen Versuchen, ihn umzustimmen, damit er zum Märchen zurückkehre, erhielt Velasco die Quittung. Kein Werbeverdienst mehr, keine Rückkehr in seinen Beruf als Seemann der Kriegsmarine. Und Márquez musste das Land verlassen. Wer den Diktatoren ihre Märchen wegnimmt – Fake News nennt man es heute –, darf keine Gnade erwarten.</p>
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">
Gabriel García Márquez<br />
<strong>Bericht eines Schiffbrüchigen</strong><br />
Aus dem Spanischen von Christiane und Curt Meyer-Clason<br />
Kiepenheuer &amp; Witsch 2006 • 144 Seiten • 16,90 Euro<br />
ISBN: 978-3-462-03757-9<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3462037579/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783462037579" target="_blank">buecher.de</a><img decoding="async" class="ovsuxuvhkskttnnmuywt" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --> oder im lokalen Buchhandel</div></div>
<p>&nbsp;</p>
<h6 style="text-align: right;"><em>Bildnachweis:</em><br />
<em> Beitragsbild: Gemeinfrei, via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arleigh_Burke_DDG-51.jpg" target="_blank">Wikimedia Commons</a></em><br />
<em> Buchcover: <a href="http://www.kiwi-verlag.de/buch/bericht-eines-schiffbruechigen/978-3-462-03757-9/" target="_blank">Kiepenheuer &amp; Witsch</a></em></h6>
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		<title>Die Geschichte Kolumbiens – erzählt von einer Finca</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sandro Abbate]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2016 08:45:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Héctor Abad]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach dem Tod der Mutter treffen sich die drei Geschwister in der Finca, die sich seit Generationen im Familienbesitz befindet. Sie schwelgen in Erinnerungen: In ihren Ich-Erzählungen lesen wir die Geschichte Kolumbiens. Eine Rezension von Héctor Abads Roman "La Oculta".]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="dropcap">L</span>a Oculta, die Verborgene – so heißt die Finca der Familie Ángel, verborgen, weil sie sich inmitten der kolumbianischen Berge befindet, abgeschirmt durch Wälder, erst seit kurzem mit dem Auto erreichbar. Hier treffen sich seit Jahrzehnten die Geschwister Pilar, Eva und Antonio mit ihrer Mutter Ana, um Familienfeste zu feiern.</p>
<blockquote><p>Früh an einem düsteren Wintermorgen klingelte bei mir in New York das Telefon. So früh rufen bloß Betrunkene an, die sich verwählt haben, oder jemand aus der Familie, mit einer schlechten Nachricht.</p></blockquote>
<p>Antonios Vorahnung wird bestätigt. Seine Mutter, von ihm liebevoll Anita genannt, ist mit fast neunzig Jahren gestorben, auf der Finca in den kolumbianischen Bergen, die seit Generationen im Besitz der Familie ist. Der aus Spanien eingewanderte, wohl aus einer jüdischen Familie stammende Urahn hatte sich im kolumbianischen Unabhängigkeitskrieg anfangs des 19. Jahrhunderts auf die Seite der Freiheitskämpfer geschlagen, diese mit zahlreichen Waren beliefert und als Gegenleistung ein unwirtliches Stück Land erhalten.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="1792" data-permalink="https://tell-review.de/die-geschichte-kolumbiens-erzaehlt-von-einer-finca/haus-im-wald-kolumbien/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?fit=1280%2C960&amp;ssl=1" data-orig-size="1280,960" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Haus im Wald Kolumbien" data-image-description="&lt;p&gt;Pixabay&lt;/p&gt;
" data-image-caption="&lt;p&gt;Finca in Kolumbien&lt;/p&gt;
" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?fit=900%2C675&amp;ssl=1" class="aligncenter wp-image-1792" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien-300x225.jpg?resize=507%2C380" alt="Finca in Kolumbien" width="507" height="380" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?resize=80%2C60&amp;ssl=1 80w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?resize=1030%2C773&amp;ssl=1 1030w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?resize=1200%2C900&amp;ssl=1 1200w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Haus-im-Wald-Kolumbien.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 507px) 100vw, 507px" /></p>
<p>Nun müssen die Geschwister entscheiden, was mit La Oculta geschehen soll. Jeder der drei hat eine andere Beziehung zum Familienanwesen. In Rückblenden erzählen sie aus wechselnder Perspektive Ereignisse, die sich zu einem Gesamtbild zusammensetzen und tiefe Einblicke in die Geschichte Kolumbiens eröffnen.</p>
<blockquote><p>Meinen Schwestern ist das alles egal, aber mir war es wichtig zu wissen, wie La Oculta einst entstanden ist.</p></blockquote>
<p>Antonio hat viel Zeit in die Rekonstruktion der Geschichte der Familie und des Anwesens gesteckt. Es ist eine Geschichte von Gründergeist und Aufbruchsstimmung, aber auch von Gewalt. Eva schildert die Bedrohungen, Anschläge und Gewalttaten etwa der rechten Paramilitärs, deren Opfer sie selbst einmal fast geworden war. Eines Nachts wurde sie auf La Oculta überfallen, sie entkam nur knapp, indem sie durch den See auf dem Familienanwesen tauchte.</p>
<blockquote><p>Ein Lichtstrahl glitt über meine Schulter, woraufhin ich sofort wieder untertauchte. Im selben Augenblick war ein Schuss zu hören. Um meine Verfolger zu verwirren, wandte ich mich nach links. Ich musste mich beeilen, durfte keine Sekunde verlieren.</p></blockquote>
<p>Man spürt in Abads Roman <em>La Oculta</em> den Einfluss William Faulkners, insbesondere dessen legendäres Werk <em>Schall und Wahn</em>, in dem die Geschichte der Familie Compson von vier Geschwistern erzählt wird, in ineinander verschlungenen Rückblenden, was wiederum die Beziehungen der Geschwister untereinander sichtbar werden lässt. Ebenso verhält es sich in Héctor Abads Roman. Die Handlung gibt nur den Ausschlag für eine viel größere Erzählung – die Geschichte der Familie Ángel und des Landes. Der Leser lernt die Akteure kennen und bekommt ein Gefühl von ihren Eigenheiten, ihrer Werte, ihrer Sicht auf die Dinge. Im Gegensatz zu Faulkner verleiht Abad den drei Stimmen allerdings zu wenig Persönlichkeit, zu wenig eigene Sprache, daher mangelt es den Figuren an Authentizität.</p>
<p>Doch der  wahre  Protagonist des Romans ist ohnehin keines der drei Geschwister, sondern La Oculta selbst. Die Finca ist ein Sinnbild für das gesamte Land Kolumbien. <span class="pull-right">Die drei Ich-Erzähler nehmen uns in eine Geschichte mit, die immer tiefer wird. </span>An ihr wird die Geschichte des Landes von der Einwanderung der Spanier über den Unabhängigkeitskrieg und die immer wieder aufflammenden bewaffneten Konflikte erzählt, bis in die Gegenwart der Drogenbarone, Guerilleros und Paramilitärs. Kolumbien gilt weltweit als das Land mit den meisten Binnenvertriebenen: Über fünf Millionen Menschen sind vor Gewalt und Verfolgung geflohen; ihre Zahl nimmt jedes Jahr um etwa 200.000 zu.</p>
<p>Auch der Autor Héctor Abad zählt zu den Geflohenen. Nach seinem Studium in Italien kehrte er 1987 nach Kolumbien zurück;  als jedoch sein Vater ermordet wurde, ein bekannter Arzt und Menschenrechtler, sah sich Abad noch im gleichen Jahr gezwungen, das Land wieder zu verlassen. Seit 1992 lebt er wieder in Kolumbien, als Romancier und Journalist.</p>
<div id="attachment_1793" style="width: 209px" class="wp-caption alignleft"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1793" data-attachment-id="1793" data-permalink="https://tell-review.de/die-geschichte-kolumbiens-erzaehlt-von-einer-finca/hector-abad/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?fit=2840%2C4272&amp;ssl=1" data-orig-size="2840,4272" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 450D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1282588385&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;55&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.008&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="Hector Abad" data-image-description="&lt;p&gt;Hector Abad&lt;br /&gt;
by Daniela Abad Lombana, 23. August 2010&lt;br /&gt;
Quelle: Wikimedia, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hector_Abad.jpg&lt;br /&gt;
License CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en&lt;/p&gt;
" data-image-caption="&lt;p&gt;Héctor Abad&lt;/p&gt;
" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?fit=685%2C1030&amp;ssl=1" class="size-medium wp-image-1793" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad-199x300.jpg?resize=199%2C300" alt="Héctor Abad" width="199" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?resize=199%2C300&amp;ssl=1 199w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?resize=53%2C80&amp;ssl=1 53w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?resize=768%2C1155&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?resize=685%2C1030&amp;ssl=1 685w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?resize=1200%2C1805&amp;ssl=1 1200w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?resize=1300%2C1955&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?resize=300%2C451&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?w=1800&amp;ssl=1 1800w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Hector-Abad.jpg?w=2700&amp;ssl=1 2700w" sizes="auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px" /><p id="caption-attachment-1793" class="wp-caption-text">Héctor Abad</p></div>
<p><em>La Oculta</em> ist der dritte Roman von Héctor Abad, der auf Deutsch erschienen ist, ein vielschichtiges und bewegendes Buch, das den Leser so schnell nicht los lässt. Antonio erforscht die Familiengeschichte zurück bis zu den ersten Ahnen auf dem Kontinent, vielleicht weil ihn sein schlechtes Gewissen darüber plagt, dass er der Familie keinen Nachkommen schenkt. Eva verkörpert das moderne Kolumbien, während Pilar in alten Traditionen und einem tiefen Katholizismus verwurzelt ist. Mit jedem Kapitel, jedem Wechsel der Perspektive wird man stärker in die Handlung hineingesogen: Die drei Ich-Erzähler nehmen uns in eine Geschichte mit, die immer tiefer wird.</p>
<p><em>Im Mai und Juni 2016 ist der Autor auf Lesereise in Deutschland und der Schweiz unterwegs.</em></p>
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">
Héctor Abad<br />
<div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">
<strong>La Oculta</strong><br />
Roman.<br />
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen<br />
Berenberg Verlag 2016 · 352 Seiten · 25,00 Euro<br />
ISBN-13: 978-3946334002<br />
Bei <a href="http://www.amazon.de/dp/3946334008/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" target="_blank" rel="nofollow">Amazon</a> oder <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><A HREF="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&#038;site=3780&#038;type=text&#038;tnb=14&#038;prd=yes&#038;suchwert=9783946334002" TARGET="_blank">buecher.de</a><IMG SRC="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&#038;ref=776227&#038;b=0&#038;type=text&#038;tnb=14" BORDER="0" WIDTH="1" HEIGHT="1"><!-- END PARTNER PROGRAM --></div></div>
<div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="1831" data-permalink="https://tell-review.de/die-geschichte-kolumbiens-erzaehlt-von-einer-finca/buchcover-la-oculta/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Buchcover-La-Oculta.jpg?fit=179%2C266&amp;ssl=1" data-orig-size="179,266" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Buchcover La Oculta" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Buchcover-La-Oculta.jpg?fit=179%2C266&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Buchcover-La-Oculta.jpg?resize=179%2C266" alt="Buchcover La Oculta" width="179" height="266" class="aligncenter size-full wp-image-1831" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Buchcover-La-Oculta.jpg?w=179&amp;ssl=1 179w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/03/Buchcover-La-Oculta.jpg?resize=54%2C80&amp;ssl=1 54w" sizes="auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px" /></div></div></div>
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<h6 style="text-align: right;"><em>Bilder:</em><br />
<em><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hector_Abad.jpg" target="_blank">Hector Abad, </a>by Daniela Abad Lombana, 23. August 2010, Quelle: Wikimedia. License <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">CC BY-SA 3.0</a></em><br />
<em><a href="https://pixabay.com/en/colombia-house-countryside-293573/" target="_blank">Finca in Kolumbien</a>, Quelle: Pixabay. License: CC0 Public Domain</em></h6>
<hr />
<p><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&#038;;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="aligncenter" style="height: 120px;" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady" /></a></p>
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