<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Donald Trump &#8211; tell</title>
	<atom:link href="https://tell-review.de/tag/donald-trump/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://tell-review.de</link>
	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Mon, 23 Apr 2018 07:14:44 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	

<image>
	<url>https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/02/cropped-favicon_tell-1.png?fit=32%2C32&#038;ssl=1</url>
	<title>Donald Trump &#8211; tell</title>
	<link>https://tell-review.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">108311450</site>	<item>
		<title>Die Ironie des menschlichen Treibens</title>
		<link>https://tell-review.de/die-ironie-des-menschlichen-treibens/</link>
					<comments>https://tell-review.de/die-ironie-des-menschlichen-treibens/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Nov 2016 08:51:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüretipps]]></category>
		<category><![CDATA[Rubriken]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Fantastische Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Romantik]]></category>
		<category><![CDATA[Romantische Ironie]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=5883</guid>

					<description><![CDATA[E.T.A. Hoffmanns Märchen „Klein Zaches genannt Zinnober“ erzählt von der Macht der Zuschreibung und ist damit erstaunlich aktuell. Hoffmanns Erzählstil ist ein Balanceakt: Das Erhabene ist immer auch komisch, das Alltägliche zugleich fantastisch.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">In unseren Lektüretipps weisen wir auf Bücher hin, die uns begeistert, erschüttert, erheitert haben: Klassiker, Entdeckungen, Kuriositäten.</div></div>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" data-attachment-id="5890" data-permalink="https://tell-review.de/die-ironie-des-menschlichen-treibens/buchcover_reclam_klein_zaches/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?fit=830%2C1280&amp;ssl=1" data-orig-size="830,1280" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="buchcover_reclam_klein_zaches" data-image-description="&lt;p&gt;Buchcover Hoffmann: &amp;#8222;Klein Zaches genannt Zinnober&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Reclam Verlag, https://www.reclam.de/detail/978-3-15-000306-0/Hoffmann__E__T__A_/Klein_Zaches_genannt_Zinnober&lt;/p&gt;
" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?fit=668%2C1030&amp;ssl=1" class="aligncenter size-medium wp-image-5890" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches-195x300.jpg?resize=195%2C300" alt="buchcover_reclam_klein_zaches" width="195" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?resize=195%2C300&amp;ssl=1 195w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?resize=52%2C80&amp;ssl=1 52w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?resize=768%2C1184&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?resize=668%2C1030&amp;ssl=1 668w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?resize=300%2C463&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Buchcover_Reclam_Klein_Zaches.jpg?w=830&amp;ssl=1 830w" sizes="(max-width: 195px) 100vw, 195px" /></p>
<p><span class="dropcap">E</span>in kleines, nicht besonders anziehendes Männlein mit schlechtem Benehmen wird plötzlich zur Projektionsfläche für die Gesellschaft. Die Leute sind von seinem Haar fasziniert. Sie finden eigentlich nicht viel an ihm auszusetzen. Sie loben ihn für Verdienste, die nicht seine eigenen sind. Nachdem er sich einen Namen als Entertainer gemacht hat, steht seinem kometenhaften politischen Aufstieg nichts mehr im Weg. Dass er dafür nicht im Mindesten qualifiziert ist, scheint kaum jemanden zu stören. Und sogar diejenigen, deren Leistungen er für sich reklamiert, stehen auf eigenartige Weise in seinem Bann.</p>
<p>Die Geschichte von Klein Zaches ist auch eine Satire auf Gesellschaft und Politik – und sie wirkt nach der US-Wahl im November 2016 verblüffend frisch. Aber sie erschöpft sich nicht im Satirischen. Hoffmann versteht es hervorragend, die Ambivalenz der Wahrnehmung in der Balance zu halten. Alles ist zugleich grenzenlos und beschränkt, fantastisch und alltäglich, erhaben und lächerlich.</p>
<p>Als der verliebte Student Balthasar in der Waldeinsamkeit seinen Gedanken nachhängt, wird daraus eine Urszene der romantischen Ironie:</p>
<blockquote><p>Erst jetzt fühlte er es recht, wie unaussprechlich er die schöne Candida liebe, aber auch zugleich, daß seltsam genug sich die reinste innigste Liebe im äußern Leben etwas geckenhaft gestalte, welches wohl der tiefen Ironie zuzurechnen, die die Natur in alles menschliche Treiben gelegt. Er mochte recht haben, ganz unrecht war es indessen, daß er sich darüber sehr zu ärgern begann.</p></blockquote>
<p>Und als ein Stiftsfräulein und ein Gelehrter sich zum Nachmittagskaffee treffen, wird im nächsten Augenblick ein Special-Effects-Feuerwerk abgebrannt:</p>
<blockquote>[…] damit breitete sich ihr seidenes Kleid aus, und sie schwebte als der schönste Trauermantel auf zur Decke des Zimmers. Doch sogleich sauste und brauste auch Prosper Alpanus ihr nach als tüchtiger Hirschkäfer. Ganz ermattet flatterte der Trauermantel herab und rannte als kleines Mäuschen auf dem Boden umher. Aber der Hirschkäfer sprang miauend und prustend ihm nach als grauer Kater. Das Mäuschen erhob sich wieder als glänzender Kolibri, da erhoben sich allerlei seltsame Stimmen rings um das Landhaus, und allerlei wunderbare Insekten sumseten herbei, mit ihnen seltsames Waldgeflügel, und ein goldenes Netz spann sich um die Fenster. Da stand mit einemmal die Fee Rosabelverde, in aller Pracht und Hoheit strahlend, im glänzenden weißen Gewande, den funkelnden Diamantgürtel umgetan, weiße und rote Rosen durch die dunkeln Locken geflochten, mitten im Zimmer. Vor ihr der Magus im goldgestickten Talar, eine glänzende Krone auf dem Haupt, das Rohr mit dem feuerstrahlenden Knopf in der Hand.</p></blockquote>
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">
E.T.A. Hoffmann<br />
<strong>Klein Zaches genannt Zinnober</strong><br />
Ein Märchen<br />
Reclam Verlag 1998 • 150 Seiten • 4,40 Euro<br />
ISBN: 978-3150003060<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3150003067/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow">Amazon</a> oder <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783150003060" target="_blank">buecher.de</a><img decoding="async" class="tkxdvvcpvjwmmkmzkpex" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --></p>
<p>Digital:<br />
• <a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Hoffmann,+E.+T.+A./Erz%C3%A4hlungen,+M%C3%A4rchen+und+Schriften/Klein+Zaches" target="_blank">zeno.org</a><br />
• <a href="http://gutenberg.spiegel.de/buch/klein-zaches-3089/1" target="_blank">Projekt Gutenberg</a><br />
• Gratis herunterladbares E-Book (Projekt Gutenberg, verschiedene Formate)<br />
</div></div>
<h6 style="text-align: right;"><em>Bildnachweis:</em><br />
<em> Beitragsbild: Giuseppe Arcimboldo, Der Frühling. Gemeinfrei, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGiuseppe_Arcimboldi_001.jpg">via Wikimedia Commons</a></em> (bearbeitet)<br />
<em> Buchcover: <a href="https://www.reclam.de/detail/978-3-15-000306-0/Hoffmann__E__T__A_/Klein_Zaches_genannt_Zinnober" target="_blank">Reclam Verlag</a></em></h6>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://tell-review.de/die-ironie-des-menschlichen-treibens/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">5883</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Der Faschismus des Herzens</title>
		<link>https://tell-review.de/der-faschismus-des-herzens/</link>
					<comments>https://tell-review.de/der-faschismus-des-herzens/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Nov 2016 09:01:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektüretipps]]></category>
		<category><![CDATA[Rubriken]]></category>
		<category><![CDATA[Übersetzen]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=5749</guid>

					<description><![CDATA[Zwanzig Jahre vor der Wahl von Donald Trump hat William H. Gass in seinem ästhetisch avancierten Roman "Der Tunnel" bereits ein Porträt der "Enttäuschten" des Midwest entworfen: Sie haben nicht das richtige Leben geführt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">In unseren Lektüretipps weisen wir auf Bücher hin, die uns begeistert, erschüttert, erheitert haben: Klassiker, Entdeckungen, Kuriositäten.</div></div>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="5760" data-permalink="https://tell-review.de/der-faschismus-des-herzens/cover_tunnel/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Cover_Tunnel.jpg?fit=174%2C266&amp;ssl=1" data-orig-size="174,266" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="cover_tunnel" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Cover_Tunnel.jpg?fit=174%2C266&amp;ssl=1" class="size-full wp-image-5760 aligncenter" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Cover_Tunnel.jpg?resize=174%2C266" alt="cover_tunnel" width="174" height="266" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Cover_Tunnel.jpg?w=174&amp;ssl=1 174w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Cover_Tunnel.jpg?resize=52%2C80&amp;ssl=1 52w" sizes="(max-width: 174px) 100vw, 174px" /></p>
<p><span class="dropcap">D</span>as Buch zur Wahl von Donald Trump ist über zwanzig Jahre alt: 1995 erschien in den USA <em>TheTunnel </em>von William H. Gass (*1924), 2011 kam es in der Übersetzung von Nikolaus Stingl <a href="http://www.zeit.de/2011/41/L-B-Gass" target="_blank">auf Deutsch</a> heraus.</p>
<p>Bücher seien „Behältnisse von Bewusstsein“, sagt William H. Gass. Und so graben wir uns denn lesend in das Bewusstsein von William Frederick Kohler, einem Historiker, Rilke-Leser und Hölderlin-Fan aus dem Midwest, der sich, statt an seinem Buch <em>Schuld und Unschuld in Hitlers Deutschland</em> zu schreiben, in ein schriftliches Selbstgespräch verliert, von dem er sagt:</p>
<div class="su-tabs su-tabs-style-default su-tabs-mobile-stack" data-active="1" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-tabs-nav"><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Englisch</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Deutsch</span></div><div class="su-tabs-panes"><div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Englisch"> „Are these sheets to be <strong>MEIN KAMPF</strong>? Haw haw, indeed. Bear malice! The malice I bear has borne me to my knees. I have resentment to spare for a flood; my loose change would millionaire most men.“ </div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Deutsch"> „Werden diese Blätter etwa <strong>MEIN KAMPF</strong>? Ha, ha, in der Tat! Einen Groll hegen! Der Groll, den ich hege, hat mich auf die Knie gezwungen. Ich habe so viel Ressentiment übrig, dass es für eine Flut reicht; mein Kleingeld würde die meisten zum Millionär machen.“ </div></div></div>
<p>Kohler nährt seinen Groll und pflegt sein Ressentiment, er verachtet alles und jeden, insbesondere seine Frau Martha und seine Kinder. All dies tut er als sprachlicher Virtuose, denn die Hauptfigur bekommt immer die besten Zeilen, so William H. Gass in einem Interview. <em>Der Tunnel</em> ist voll von Binnenreimen und Assonanzen, die allerdings in der Übersetzung nicht immer voll erhalten bleiben:</p>
<div class="su-tabs su-tabs-style-default su-tabs-mobile-stack" data-active="1" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-tabs-nav"><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Englisch</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Deutsch</span></div><div class="su-tabs-panes"><div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Englisch"> „There’s no height to the hills of the heart, Rainer.“<br />
„&#8230;and in the following sigh, my pistoned penis spit its seed.“<br />
„Outside I hear the power mowers mow the snow.“ </div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Deutsch"> „Die Berge des Herzens besitzen keine Höhe, Rainer.“<br />
„&#8230;und im darauffolgenden Seufzer spie mein wie ein Kolben bewegter Penis seinen Samen.“<br />
„Draußen höre ich die Schneefräsen den Schnee fräsen.“ </div></div></div>
<p><a href="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="5765" data-permalink="https://tell-review.de/der-faschismus-des-herzens/tunnel4-min/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?fit=3024%2C4032&amp;ssl=1" data-orig-size="3024,4032" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="tunnel4-min" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?fit=773%2C1030&amp;ssl=1" class="alignright wp-image-5765 size-medium" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min-225x300.jpg?resize=225%2C300" alt="tunnel4-min" width="225" height="300" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?resize=60%2C80&amp;ssl=1 60w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?resize=773%2C1030&amp;ssl=1 773w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?resize=1300%2C1733&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?resize=300%2C400&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?w=1800&amp;ssl=1 1800w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/11/Tunnel4-min.jpg?w=2700&amp;ssl=1 2700w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><br />
In<em> Der Tunnel</em> untersucht William H. Gass den „Faschismus des Herzens“. Dieser private Faschismus beginnt am Küchentisch, in der Familie. Er wird von Enttäuschungen gespeist und kennt nur passive Emotionen. Auf der ersten Seite des Buchs werden sie als Wimpel dargestellt.</p>
<p>Kohler gründet die fiktive „Party of the Disappointed People“, bisweilen „Party of the Disappointed Penis“ – das Ressentiment bezieht sich auch auf den Machtverlust der Männer. Die Partei der Enttäuschten ist gedacht für Leute mit unerfüllten Aussichten. Im Englischen versammeln sie sich unter Wörtern mit <strong>d</strong> (wie disappointment), im Deutschen mit <strong>e</strong> (wie Enttäuschung):</p>
<div class="su-tabs su-tabs-style-default su-tabs-mobile-stack" data-active="1" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-tabs-nav"><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Englisch</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Deutsch</span></div><div class="su-tabs-panes"><div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Englisch"> „disappointed, displaced, depressed, deprived.“ </div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Deutsch"> &#8222;Enttäuscht, entwurzelt, erledigt, enteignet.” </div></div></div>
<p>Man kann<em> Der Tunnel</em> auf viele Arten lesen, als Bewusstseinsstrom, Satire, Rache. Oder als Analyse der gekränkten Seelen und dem Hass, der in ihnen gärt. „Wir haben nicht das richtige Leben geführt“ – wie ein Refrain zieht sich dieser Satz durch das Buch.</p>
<p>Wir sollen uns mit diesem Führer der Enttäuschten identifizieren, deshalb sorgt Gass dafür, dass wir mit seiner Figur mitleiden. In Rückblenden erzählt uns Kohler seine Kindheit in der mentalen und landschaftlichen Ödnis des Midwest, die Mutter säuft sich ins Elend, der Vater leidet unter seiner Arthrose und seinem Charakter, &#8222;meine Eltern alterten nicht, sie siechten einfach dahin&#8220;.  Tiefer und tiefer gräbt sich das Buch in diese verletzte Seele hinein, und je näher wir dieser Wunde kommen, desto schlichter wird die Sprache, bis der Stil zur Ruhe kommt und einfach nur erzählt.</p>
<p><em>Der Tunnel</em> ist ein wildes Buch, bis zum Bersten gefüllt mit Anspielungen, Sprachwitz und Boshaftigkeiten. Das, was uns tagesaktuell nun so brennend interessiert, liegt nicht an der Oberfläche des Texts, man muss es ausgraben. Aus den Lebensenttäuschungen des deutschlandseligen Kohler schmiedet Gass einen Schlüssel, der uns Zugang verschafft zu einem unheimlichen Innenraum der amerikanischen Seele.</p>
<p>Nikolaus Stingl hat <em>Der Tunnel</em> kompetent und kreativ übersetzt. Eine besondere Herausforderung waren die schweinischen Limericks, mit denen eine Nebenfigur namens Culp die Weltgeschichte neu erzählt. Hier allerdings entschärft die Übersetzung bisweilen die Tabubrüche.</p>
<div class="su-tabs su-tabs-style-default su-tabs-mobile-stack" data-active="1" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-tabs-nav"><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Englisch</span><span class="" data-url="" data-target="blank" tabindex="0" role="button">Deutsch</span></div><div class="su-tabs-panes"><div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Englisch"> <strong>A nun went to bed with Herr Hitler,</strong><br />
<strong>whose cock just got littler and littler. </strong><br />
<strong>O what I would do</strong><br />
<strong>if you was a Jew,</strong><br />
<strong>he cried as he bit her and hit her.</strong> </div>
<div class="su-tabs-pane su-u-clearfix su-u-trim" data-title="Deutsch"> <strong>Eine Nonne schlief mal mit dem Führer,</strong><br />
<strong>der war, wie bekannt, kein A. Dürer.</strong><br />
<strong>Auch wenn er stundenlang</strong><br />
<strong>Seinen Pinsel wrang,</strong><br />
<strong>er war und blieb bloß ein Schmierer.</strong> </div></div></div>
<p>Doch das wäre wieder ein anderes Thema. <em>Der Tunnel</em> hätte viele Lektüretipps verdient.</p>
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">
William H. Gass<br />
<strong>Der Tunnel</strong><br />
Roman<br />
Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl<br />
Rowohlt Verlag 2014 · 1096 Seiten · 14.99 Euro<br />
ISBN: 978-3499240911<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3499240912/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow">Amazon</a> oder <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783499240911" target="_blank">buecher.de</a><img loading="lazy" decoding="async" class="kydgmmofkkclbigjtzpx" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --></div></div>
<h6 style="text-align: right;"><span style="text-decoration: underline;">Bildnachweis:</span><br />
Beitragsbild: Aus <em>Der Tunnel</em>, Rowohlt-Verlag<br />
Buchcover: Rowohlt-Verlag</h6>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://tell-review.de/der-faschismus-des-herzens/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">5749</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Wir können auch anders!</title>
		<link>https://tell-review.de/wir-koennen-auch-anders/</link>
					<comments>https://tell-review.de/wir-koennen-auch-anders/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2016 14:26:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=5643</guid>

					<description><![CDATA[Die Gekränkten Amerikas haben sich einen starken Mann gewählt und die Welt damit schockiert. Was heißt das für die Zukunft der Demokratie?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="dropcap">D</span>ie Wahl von Trump ist eine Absage an die westliche Welt, wie wir sie kennen oder zu kennen glaubten. Dass Trump sich nicht um die Wirklichkeit schert, ist sein Erfolgsrezept: Er ist stärker als die Wirklichkeit, und das ist der Inbegriff von Macht.</p>
<p>Es muss ein ungeheures Machtgefühl sein, einen Mann zum amerikanischen Präsidenten zu wählen, der es in den meisten Städten nicht einmal zum Bürgermeister bringen würde, weil er sich über alles hinwegsetzt, was die Vernunft oder auch nur der Anstand gebietet. Ein Machtgefühl, dessen Rausch alle Bedenken hinwegfegt: <em>Oh yes, we can!</em> Wir geben einem Verächter der Wirklichkeit die Macht, die Wirklichkeit zu gestalten! Die abweichenden Prognosen zeigen immerhin, dass es Hemmungen gibt, diesen Tabubruch zuzugeben, das kennt man bereits vom Brexit und dem Minarettverbot in der Schweiz. Gut möglich, dass nun auch in den USA auf den Rausch der Kater folgt. <em>Oops!</em> <em>War nicht so gemeint!</em> Man hatte doch nur mal auf den Tisch hauen, es den anderen zeigen wollen (wer immer sie auch seien). Und dann wundert man sich am nächsten Tag, dass die Wahlurne kein Stammtisch ist.</p>
<h4>Die Rache der Gekränkten</h4>
<p>Es sind die zu kurz Gekommenen, die so wählen, pardon: diejenigen, die das Gefühl haben, zu kurz zu kommen, denn Emotionen sind bekanntlich die neuen Fakten. Kein Gefühl ist so leicht entflammbar wie das Ressentiment, denn es lässt sich nicht in Frage stellen. Wir alle kennen die Gekränkten aus unserem Privatleben, und wir alle fürchten sie. Sie sind Argumenten unzugänglich, denn in ihrem Tunnelblick für das vermeintliche Unrecht, das ihnen geschehen ist, fühlen sie sich ganz und gar im Recht. Die Grenze zum Wahn ist fließend.</p>
<p>Die Enttäuschten aller Länder wollen ernst genommen werden, und in Amerika hat das Kalkül funktioniert. &#8222;Wir können auch anders!&#8220; Mit dem Stimmzettel haben die Wähler diese Drohung wahr gemacht, doch die Analysemaschine war schon lange zuvor in Gang. Im Wettbewerb, wer dem Phänomen spektakulärer Dummheit auf die intelligenteste Weise zu Leibe rückt, ist der amerikanische Qualitätsjournalismus in den letzten Tagen zur Hochform aufgelaufen.</p>
<blockquote><p>He’s not Hitler, as his wife recently said? Well, of course he isn’t. But then Hitler wasn’t Hitler — until he was.</p></blockquote>
<h6 style="text-align: right;">Adam Gopnik, <a href="http://www.newyorker.com/news/daily-comment/the-dangerous-acceptance-of-donald-trump" target="_blank"><em>The New Yorker</em></a></h6>
<blockquote><p>With his simple, mean, boy’s heart, Mr. Trump wants us to follow him blind into a restoration that is not possible and could not be endured if it were.</p></blockquote>
<h6 style="text-align: right;">Harry Belafonte, <a href="http://www.nytimes.com/2016/11/07/opinion/campaign-stops/harry-belafonte-what-do-we-have-to-lose-everything.html?smid=fb-nytimes&amp;smtyp=cur" target="_blank"><em>The New York Times</em></a></h6>
<p>Die Analyse der eigenen Schwächen war schon immer Amerikas grösste Stärke. Nur nützt es dem Land nichts, wenn die Wähler von diesen Analysen nichts wissen wollen. Sie schauen lieber fern und vertrauen sich damit dem zynischsten aller Medien an.</p>
<blockquote><p>It may not be good for America, but it’s damn good for CBS.</p></blockquote>
<h6 style="text-align: right;"><a href="http://www.hollywoodreporter.com/news/leslie-moonves-donald-trump-may-871464" target="_blank">Les Moonves</a>, CEO von CBS, über den Wahlkampf</h6>
<h4>Rattenfänger-Narrativ</h4>
<p>Der Realitätsverlust wird gefeiert, weil sich viele Bürger nicht mehr als Teil dieser Realität erfahren. Die zunehmende Komplexität der modernen Welt erscheint als Zumutung: Es wird kompliziert, wenn man es nicht mehr nur mit Seinesgleichen zu tun hat, sondern mit dem Anderen, in seiner vielfältigen Erscheinung. Auch die Polit-Bürokratie ist kompliziert und erst recht ist es die Finanzkrise, die niemand versteht und für die offenbar niemand büßen musste außer den Opfern. Dem Instinkttäter Trump ist es gelungen, sämtliche Konflikte auf ein mehrheitsfähiges „Wir gegen sie“ herunterzubrechen, wer auch immer gegen wen auch immer – ein Rattenfänger-Narrativ.</p>
<p>Wählen, was einem gut tut, zerstört Demokratien. Die Wahl eines <em>strongman</em> wie Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt zeigt, von wem heute die grösste Gefahr für die Volksherrschaft ausgeht: vom Volk.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://tell-review.de/wir-koennen-auch-anders/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">5643</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
