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	<title>Belletristik &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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	<title>Belletristik &#8211; tell</title>
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		<title>10 x Belletristik: Juni 2017</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2017 08:39:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[tell-Listen]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
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					<description><![CDATA[Jahrestage: Jane Austen. Meine Familie und ich. Doku-Fiktion. Nachgelassenes.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Unsere kommentierte Liste mit Neuerscheinungen erscheint zweimal im Monat. Am 1. des Monats stellen wir jeweils zehn Sachbücher vor, am 15. des Monats zehn Belletristik-Titel. Die Auswahl folgt unserer Neugier. Haben wir das Wichtigste übersehen? Dann <a href="mailto://redaktion@tell-review.de">lassen Sie es uns bitte wissen</a>!</div></div>
<h2>Jahrestage: Jane Austen, 200. Todestag am 18.7.2017</h2>
<a href="https://tell-review.de/10-x-belletristik-juni-2017/#gallery-10455-1-slideshow">Klicke, um die Diashow aufzurufen.</a>
<hr />
<h4>Jane Austen<br />
<strong>Vernunft und Gefühl</strong></h4>
<p>Roman<br />
<em>Aus dem Englischen von Andrea Ott</em><br />
<em>Mit einem Nachwort von Denis Scheck</em></p>
<blockquote><p>Nun feuerten sich die beiden in ihrem Schmerz gegenseitig an. Der Gram, der sie anfangs überwältigt hatte, wurde aus freien Stücken aufgefrischt, gesucht, immer wieder wachgerufen. Sie überließen sich gänzlich ihrem Kummer, zogen aus jedem Gedanken, der sich dafür anbot, eine Steigerung ihres Leids und waren entschlossen, sich nie und nimmer trösten zu lassen.</p></blockquote>
<p>Neuübersetzung des Klassikers <em>Sense and Sensibility.</em> Zwei ungleiche Schwestern verlieben sich unglücklich – jede auf ihre Art.</p>
<p>Manesse Verlag, 416 S., 26,95 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
In der Buchhandlung Ihres Vertrauens (oder bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3717523546/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783717523543" target="_blank" rel="noopener noreferrer">buecher.de</a><img decoding="async" class="ehmssuzdbtygzoufiixb usntenhhptdtyhrkzdvg nzmlrojbkqgloilhdcca kilfnrshbpzbjodrqore vgtchyklqszuwsuygvfy qebhpdpanzuhurgzxfsv" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM -->)</p>
<hr />
<h4>Jane Austen<br />
<strong>Mansfield Park</strong></h4>
<p>Roman<br />
<em>Aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié</em></p>
<blockquote><p>Ich will nicht behaupten, dass sie so liebreizend würde wie ihre Cousinen. Das bestimmt nicht; aber sie würde in die Gesellschaft dieser Gegend unter so glücklichen Vorzeichen eingeführt, dass sie, nach allem, was wir voraussagen können, gut unterkäme. Sie haben Bedenken wegen Ihrer Söhne – aber sehen Sie denn nicht, dass so etwas gerade dann am unwahrscheinlichsten ist, wenn sie gemeinsam aufwachsen wie Bruder und Schwester? Dann <em>kann</em> es ja gar nicht geschehen. Ich habe nie von einem Fall gehört. Ja, es ist sogar die einzig verlässliche Methode, eine solche Verbindung zu verhindern.</p></blockquote>
<p>Neuübersetzung von Jane Austens drittem Roman. Hauptfigur ist Fanny Price, die als Neunjährige in den wohlhabenden Haushalt ihrer Tante kommt, dort mehr geduldet ist als willkommen – und die Charakterstärke zeigt in den Intrigen und Kabalen von Mansfield Park.</p>
<p>S. Fischer, 576 S., 22 Euro<br />
(Erscheint am 22. Juni 2017)<br />
In der Buchhandlung Ihres Vertrauens (oder bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3103972717/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783103972719" target="_blank" rel="noopener noreferrer">buecher.de</a><img decoding="async" class="ehmssuzdbtygzoufiixb usntenhhptdtyhrkzdvg nzmlrojbkqgloilhdcca kilfnrshbpzbjodrqore vgtchyklqszuwsuygvfy qebhpdpanzuhurgzxfsv" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM -->)</p>
<hr />
<h4>Holly Ivins<br />
<strong>Jane Austen</strong><br />
Eine Entdeckungsreise durch die Welt</h4>
<p><em>Aus dem Englischen von Sabine Roth</em></p>
<blockquote><p><strong>Apropos</strong>: Schon damals fragten sich viele Leser, ob Austens Figuren lebende Menschen zum Vorbild hatten – ob es einen echten Mr Darcy oder eine echte Elizabeth Bennet gab. Janes Familie wies derlei Spekulationen konsequent zurück: Sie wolle „erschaffen, nicht reproduzieren“, und sei zu stolz auf ihre Gentlemen, um sich mit dem bloßen Abbild eines Mr A oder Oberst B zu begnügen.</p></blockquote>
<p>Wie ging es zu in den Herrenhäusern, in denen Jane Austens Romane spielen? Wie kleidet man sich als Dame, und wie macht ein Gentleman einer Dame den Hof? Holly Ivins schildert den Alltag in der Regency-Zeit, die sozialen Dos and Don’ts der Salonwelt und die Lebensstationen von Jane Austen.</p>
<p>Deutsche Verlags-Anstalt, 240 S., 14,99 Euro<br />
(Erschienen im April 2017)<br />
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<hr />
<h2>Meine Familie und ich</h2>
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<hr />
<h4>Gerhard Henschel<br />
<strong>Arbeiterroman</strong></h4>
<p>Roman</p>
<blockquote><p>Unser Alltag sei ihr „irgendwie zu einförmig“, sagte Andrea, aber er hätte schlimmer sein können. Täglich ein paar Stunden Arbeit in der Spedition (ich) bzw. als Babysitterin und Putzfrau (Andrea), im übrigen viel freie Zeit fürs Schreiben, Lesen und Klavierspielen (ich) bzw. für die Beschäftigung mit Astrologie und Bauchtanz (Andrea), morgens Brötchen, mittags Müsli, nachmittags Tee und am Abend was Warmes, vielleicht ein Spaziergang oder ein Kinobesuch, in Ausnahmefällen auch mal ein Fernsehkrimi und zu gegebener Zeit Sex.<br />
Was sollte falsch an einem solchen Leben sein? Mir fehlte nichts zum Glück außer einem Verlag. Und mehr Geld für Bücher.</p></blockquote>
<p>2004 begann Gerhard Henschel mit seinem autobiografischen Großprojekt, der Martin-Schlosser-Chronik. Nun sind wir, nach 3500 Seiten, beim 7. Band angelangt. Er beginnt 1988 in Oldenburg. Martin versucht, als Schriftsteller Fuß zu fassen und erlebt die Wendejahre aus der Sicht der Normalität der westdeutschen Provinz.</p>
<p>Hoffmann &amp; Campe, 528 S., 25 Euro<br />
(Erschienen im Februar 2017)<br />
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<hr />
<h4>Birk Meinhardt<br />
<strong>Brüder und Schwestern.<br />
</strong>Die Jahre 1989-2001</h4>
<p>Roman</p>
<blockquote><p>Erik ging ein paar Meter nach rechts, an einem französischen Spruch vorbei, der mit dem Wort <em>Boum </em>endete. Nach noch ein paar Metern las er, <em>Wusel komm rüber</em>, und zur Fluchthilfe war passenderweise gleich daneben ein Loch gemalt, so plastisch sah es aus, als könnte man wahrhaft problemlos hindurchschlüpfen. Plötzlich begriff Erik, daß er all die Jahre davon ausgegangen war, die Mauer wäre auf ihrer Westseite ebenso grau und kahl wie auf der Seite bei ihm.</p></blockquote>
<p>Der Roman beginnt in der Nacht des 9. November 1989 und begleitet die Familie Werchow auf dem Weg in die neue Gesellschaft. Nun geht es um die Generation der Kinder: Birk Meinhardt setzt damit den vor vier Jahren erschienenen ersten Band der Familienchronik fort, die im Jahr 1973 begonnen hatte.</p>
<p>Carl Hanser, 672 S., 26 Euro<br />
(Erschienen im Februar 2017)<br />
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<hr />
<h4>Miljenko Jergović<br />
<strong>Die unerhörte Geschichte meiner Familie</strong></h4>
<p>Roman<br />
<em>Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert</em></p>
<blockquote><p>Auf welcher Seite stand sie, was hat unsere Cousine Regina Dragnev 1941 bis 1945 gemacht? Hat die mit einem Bulgaren verheiratete Banatschwäbin mit dem Feind kollaboriert? Die Frage bereitete meinem Nano Bauchschmerzen, trotzdem suchte er nach ihr. Er war kein Held, hatte Fracksausen, es könnte eines Tages an seine Tür wummern und er verhört werden, warum er die Frau suche, ob er am Ende eine Konterrevolution anzetteln wolle?, aber er konnte nicht anders, die Suche war unverzichtbarer Teil seiner und unserer familiären Identität geworden.</p></blockquote>
<p>Die autobiografische Familiensaga ist zugleich ein zeithistorisches Porträt der ehemaligen jugoslawischen Gesellschaft und eine Geschichte der Stadt Sarajevo. Anhand des Niedergangs der Familie Stubler zeigt der kroatische Autor mit vielen Exkursen und ohne Chronologie, wie es sich in einem Vielvölkerstaat lebt, wenn man zu den Zugereisten gehört: zu den „Anderen“.</p>
<p>Schöffling, 1044 S., 34 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<hr />
<h2>Doku-Fiction</h2>
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<hr />
<h4>Emmanuel Carrère<br />
<strong>Ein russischer Roman</strong></h4>
<p><em>Aus dem Französischen von Claudia Hamm</em></p>
<blockquote><p>Der Zug rollt, es ist Nacht, auf der schmalen Liegestatt schlafe ich mit Sophie, und diesmal ist es wirklich sie. Normalerweise sind die Partnerinnen in meinen erotischen Träumen schwer zu identifizieren, sie sind mehrere Frauen in einer und haben dennoch das Gesicht von keiner von ihnen, aber diesmal ist es anders, ich erkenne eindeutig Sophies Stimme wieder, ihre Worte und ihre gespreizten Beine.</p></blockquote>
<p>Der Autor reist als Reporter in die russische Provinz: Er recherchiert das Schicksal eines ungarischen Kriegsgefangenen, der ein halbes Jahrhundert in der Psychiatrie von Kotelnitsch vergessen wurde. Doch dabei verstrickt Emmanuel Carrère sich in seine eigenen Geschichten: zum einen geht es um das Verschwinden seines aus Georgien emigrierten Großvaters, zum anderen um die Liebesgeschichte mit Sophie, die in einem Psychogramm seines eigenen selbstzerstörerischen Verhaltens mündet.</p>
<p>Matthes &amp; Seitz, 282 S., 24 Euro<br />
(Erschienen im April 2017)<br />
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<hr />
<h4>David Van Reybrouck<br />
<strong>Zink</strong></h4>
<p><em>Aus dem Niederländischen von Waltraut Hüsmert</em></p>
<blockquote><p>Innerhalb weniger Stunden in dem stillen Haus erfuhr ich, dass er nicht nur elf Kinder, sondern auch fünf Staatsangehörigkeiten und zwei Identitäten gehabt hatte. Ein sehr bewegtes und dabei alles andere als rosiges Leben. (…) Es gibt Menschen, in deren Körper die Geschichte so viele Linien zieht, kratzt und kerbt, dass still dasitzen, sobald es möglich ist, die einzige Wahl sein kann.</p></blockquote>
<p>Anhand der Biografie eines Bewohners erzählt David Van Reybrouck (der Autor der Studie <em>Kongo</em>, 2012) die höchst bewegte Geschichte der Mikronation Neutral-Moresnet, vier Quadratkilometer groß, sieben Kilometer südwestlich von Aachen gelegen. Bedeutung hatte der Landfleck wegen des Abbaus von Zink. Es gab Pläne, in Neutral-Moresnet den ersten Esperanto-Staat der Welt auszurufen.</p>
<p>edition suhrkamp, 86 Seiten, 10 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<hr />
<h2>Nachgelassenes</h2>
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<hr />
<h4>Szilárd Borbély<br />
<strong>Kafkas Sohn</strong></h4>
<p>Prosa<br />
<em>Aus dem Ungarischen von Heike Flemming und Laszlo Kornitzer</em></p>
<blockquote><p>Die osteuropäischen Diktatoren wollen die Menschen in den Wahnsinn treiben, weshalb sie die Stille verstaatlicht haben, die als ein Relikt der alten Welt gilt. Sie haben sie aus dem Verkehr gezogen, so wie die alten Geldscheine, auf denen die Fotos und symbolischen Gegenstände vorausgegangener Diktatoren abgebildet waren. Auch die Worte haben sie verstaatlicht, haben die alten abgeschafft und neue in Betrieb genommen. Die neuen Worte sind viel lauter, als es die alten gewesen sind.</p></blockquote>
<p>Sein Roman <em>Die Mittellosen</em> (Suhrkamp, 2014) gehört zu den literarischen Ereignissen unserer Zeit. Als Szilárd Borbély sich im Februar 2014 das Leben nahm, war sein nächstes Prosawerk schon weit fortgeschritten. Aus dem Nachlass werden nun die Fragmente seines Kafka-Romans herausgegeben. Sein Interesse an Kafka sei fast bis zur Identifikation gegangen, so die Übersetzerin Heike Flemming in ihrem Nachwort. Borbély hatte sich in der Heimatlosigkeit und Verlorenheit von Kafkas Texten wiedererkannt.</p>
<p>Suhrkamp, 200 S. 24 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<hr />
<h4>Peter Rühmkorf<br />
<strong>Des Reiches genialste Schandschnauze</strong><br />
Texte und Briefe zu Walther von der Vogelweide</h4>
<p><em>Herausgegeben von Stephan Opitz</em></p>
<blockquote><p>Das Paradies ist mir verwehrt,<br />
da steh ich nackt und ausgesperrt:<br />
müßig, noch weiter an das Tor zu klopfen.<br />
Erklär mir einer die verkehrte Welt:<br />
Daß rechts und links von mir der Regen fällt,<br />
und von dem Segen trifft mich nicht ein Tropfen!</p></blockquote>
<p>Als „freundschaftlich-kollegiale Anverwandtschaft“ bezeichnet der Herausgeber Stephan Opitz im Vorwort die Nähe Peter Rühmkorfs zu Walther von der Vogelweide; Rühmkorf selbst nannte es „Versuch einer Nachstellung“. Die Auseinandersetzung mit dem acht Jahrhunderte früheren Dichter half Rühmkorf in den 1970er-Jahren, eine Schreibkrise zu überwinden. Der Band dokumentiert nicht nur die Übersetzung einer großen Zahl der Gedichte Walthers, sondern auch einen literaturwissenschaftlichen Essay sowie einen Briefwechsel mit dem Mediävisten Peter Wapnewski, bei dem sich Rühmkorf fachlichen Rat holte.</p>
<p>Wallstein, 280 S., 19,90<br />
(Erschienen im Februar 2017)<br />
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<h6 style="text-align: right;"><em>Beitragsbild:<br />
Schaufenster Buchhandlung <a href="http://www.uslarundrai.de/" target="_blank" rel="noopener">Uslar &amp; Rai</a>, Berlin<br />
</em><em>Sieglinde Geisel</em></h6>
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		<title>10 x Belletristik – Mai 2017</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2017 15:06:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
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					<description><![CDATA[Romane und Essays aus der Türkei. Prosa und Lyrik aus dem arabischen Raum. Autobiografisches.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">Unsere kommentierte Liste mit Neuerscheinungen erscheint zweimal im Monat. Am 1. des Monats stellen wir jeweils zehn Sachbücher vor, am 15. des Monats zehn Belletristik-Titel. Die Auswahl folgt unserer Neugier. Haben wir das Wichtigste übersehen? Dann <a href="mailto://redaktion@tell-review.de">lassen Sie es uns bitte wissen</a>!</div></div>
<h2><strong>Türkei</strong></h2>
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<hr />
<h4>Gaye Boralıoğlu<br />
<strong>Der Fall Ibrahim</strong></h4>
<p>Roman<br />
<em>Aus dem Türkischen von Wolfgang Riemann.</em></p>
<blockquote><p>Am Morgen nach jener Nacht, in der sich zwei Vögel mit riesigen Flügeln vereinten und zwei hohe Türme in der Hauptstadt der Welt dem Erdboden gleich machten, in der sich Fatima aus Kandahar zum ersten Mal unter der Burka die Lippen schminkte und in der der Palästinenser Ziyad einen Schlag erhielt, vier Finger unterhalb der Leber, in jener Nacht, in der ein Zug entgleiste, der Picassos Bild <em>Die Vierohrigen</em> von Diyarbakır nach Kayseri hätte transportieren sollen, in derselben Nacht, als die letzte übrig gebliebene  Olive auf Arafats Frühstücksteller, just als er sie mit der Gabel aufspießen wollte, davon hüpfte und in einem Mauseloch verschwand,<em>  </em>in jener Nacht, in der alle Mannequins im Lolita-Look in ihren Träumen die Haare voller Kakerlaken hatten, am Morgen nach jener Nacht verschwand Ibrahim.</p></blockquote>
<p>Eine Journalistin recherchiert das Verschwinden des jungen Mannes. Sie lässt Verwandte und Freunde von Ibrahim zu Wort kommen. Was am Schluss bleibt, ist ein 24 Reportagen umfassendes Dossier: Es gibt zwar keinen Aufschluss über den Vermissten, dafür zeichnet es das Porträt einer von paternalistischen Ideologien, Gewalt und Missbrauch geprägten Gesellschaft.</p>
<p>binooki Verlag. Mit 24 Schwarz-Weiß-Fotografien von Manuel Çıtak. 250 S., 19,80 Euro<br />
(Erschienen im April 2017)<br />
In der Buchhandlung Ihres Vertrauens (oder bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3943562611/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow noopener noreferrer">Amazon</a>, <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783943562613" target="_blank" rel="noopener noreferrer">buecher.de</a><img decoding="async" class="ehmssuzdbtygzoufiixb usntenhhptdtyhrkzdvg nzmlrojbkqgloilhdcca kilfnrshbpzbjodrqore vgtchyklqszuwsuygvfy" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM -->)</p>
<hr />
<h4>Aslı Erdoğan<br />
<strong>Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch</strong></h4>
<p>Essays<br />
<em> Mit einem Vorwort von Cem Özdemir. Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe, Şebnem Bahadır, Angelika Gillitz-Acar, Angelika Hoch-Hettmann, Oliver Kontny, Gerhard Meier.</em></p>
<blockquote><p>Und ich fühle mich, als sei ich an der entferntesten und mir fremdesten Ecke der Welt gelandet. Zwischen Nichtwegkönnen und Nichtbleibenkönnen bin ich unter nagenden Zweifeln zum Fragezeichen zusammengekrümmt.</p></blockquote>
<p>Aslı Erdoğan ist in den letzten Jahren zu einer Symbolfigur des Widerstands gegen das autoritäre türkische Regime geworden – in der Türkei konnten ihre politischen Essays nicht erscheinen. Die Autorin war mehr als vier Monate inhaftiert und ist nun unter Auflagen frei, bis zu ihrem Gerichtsprozess.</p>
<p>Knaus Verlag, 192 S., 17,99 Euro<br />
(Erschienen im April 2017)<br />
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<h2>Deutschland/Türkei</h2>
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<h4>Fatma Aydemir<strong>:<br />
Ellbogen</strong></h4>
<p>Roman</p>
<blockquote><p>Es dauerte keine zwei Sekunden und sie fing selbst an zu heulen. Da wusste ich: Okay. Ich habe wirklich große Scheiße gebaut.</p></blockquote>
<p>Die 17-jährige Hazal lebt in Berlin zwischen den Kulturen. Ihre Eltern fühlen sich immer noch fremd in Deutschland, Hazal wiederum sucht nach ihrer Heimat. Dabei kommt sie mit der Polizei in Konflikt – und macht sich schließlich davon nach Istanbul.</p>
<p>Hanser-Verlag, 272 S., 20 Euro<br />
(Erschienen im Januar 2017)<br />
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<h4>Aras Ören<br />
<strong>Wir neuen Europäer</strong></h4>
<p>Ein Lesebuch<em><br />
Herausgegeben von Sophie Fahrenholz.</em></p>
<blockquote><p>Die ersten, die in diese Straße kamen, sind gegangen,<br />
die danach kamen, wohl auch:<br />
die einen Neuanfang versuchten und wie in den Wolken<br />
schwebend keinen Fuß auf die Erde brachten.</p></blockquote>
<p>Romane, Gedichte, Reden. Dieses Lesebuch präsentiert einen Querschnitt durch das Werk des 77-jährigen Autors, der in Istanbul geboren wurde und seit 1969 in Berlin lebt.</p>
<p>Verbrecher-Verlag 2017, 260 S., 16 Euro<br />
(Erschienen im April 2017)<br />
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<h2>Arabischer Raum</h2>
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<h4>Hamed Abboud<br />
<strong>Der Tod backt einen Geburtstagskuchen</strong></h4>
<p>Prosa<br />
<em> Auf Deutsch und Arabisch. Aus dem Arabischen von Larissa Bender.</em></p>
<blockquote><p>Niemand hat dir gesagt, dass du in einen Krieg geraten bist, dessen Tod noch nicht reif ist. Die Ereignisse stolzieren einher, sie kommen und gehen und lasten auf den Herzen. Dem Kaffee brauchst du nicht mehr beizubringen, was er zu tun hat, während dir vor dem Facebook-Fenster, wo ein Massaker schon das nächste ankündigt, die Wut aufkocht.</p></blockquote>
<p>16 Prosastücke aus Syrien, mal impressionistisch, mal essayistisch angelegt. Sarkasmus, Rage, Zärtlichkeit und Verzweiflung. Ein junger syrischer Dichter versucht, den Krieg auszudrücken.</p>
<p>edition pudelundpinscher 2017, 150 S., 19 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<hr />
<h4>Niroz Malek<br />
<strong>Der Spaziergänger von Aleppo</strong></h4>
<p>Prosa<br />
<em>Aus dem Arabischen von Larissa Bender.</em></p>
<blockquote><p>„Sag mal, welche Dummheit hat dich eigentlich veranlaßt, aus Frankreich zurückzukommen?“ Er schaute mich verblüfft an. „Oh nein&#8230;! Wenn gerade du so etwas sagst, dann heißt das, daß die Zerstörung das ganze Land erfaßt hat!“</p></blockquote>
<p>57 Miniaturen aus dem Aleppo des Krieges. Die meisten davon hat Niroz Malek, zunächst Maler, seit 1970 Schriftsteller, vorher als Facebook-Postings veröffentlicht. In einem Ton fassungslosen Entsetzens wechseln sich Schilderung und Hinterfragen der unbegreiflichen Ereignisse ab.</p>
<p>Weidle Verlag 2017, 144 S., 17 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<h4>Khalid Al-Maaly (Hg.)<br />
<strong>Die Flügel meines schweren Herzens</strong></h4>
<p>Lyrik arabischer Dichterinnen vom 5. Jahrhundert bis heute<br />
<em> Aus dem Arabischen von Heribert Becker und Khalid Al-Maaly.</em></p>
<blockquote><p>Ich lief in der Arena der Leidenschaft mit den Liebenden<br />
um die Wette, ich wurde Siegerin und kehrte langsam zurück.</p></blockquote>
<p>Über 50 Dichterinnen aus dem ganzen arabischen Raum kommen in dieser zweisprachigen Sammlung zu Wort. Der Bogen ist weit gespannt: Er reicht von der freizügigen Erotik des 7. Jahrhunderts über die Härten des Beduinenalltags bis zu moderner Lyrik über Krieg und Flucht.</p>
<p>Manesse-Verlag, 192 S., 19,95 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<h4>Hamid Sulaiman<br />
<strong>Freedom Hospital</strong></h4>
<p>Graphic Novel<br />
<em> Aus dem Französischen von Kai Pfeiffer.</em></p>
<blockquote><p>„Wir sind verrückt, so was zu machen, während Tausende aus Syrien fliehen, um ihr Leben zu retten.“<br />
„Unser kleiner Trip macht dir Angst?“</p></blockquote>
<p>Das Freedom Hospital ist ein Untergrund-Krankenhaus für verwundete Rebellen. Im Jahr 2012 trifft sich hier die zerrissene syrische Gesellschaft – und eine französische Journalistin, die einen Dokumentarfilm drehen will.</p>
<p>Hanser Berlin, 288 S., 24 Euro<br />
(Erschienen im Januar 2017)<br />
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<hr />
<h2>Autobiografisches</h2>
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<h4>Karl-Heinz Bohrer<br />
<strong>Jetzt. Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie</strong></h4>
<blockquote><p>…denn die bürgerliche Gesellschaft, die immerzu angegriffen werden sollte, war ein Schutz für die Phantasie, auch wenn sie selbst keine besaß.</p></blockquote>
<p>5 Jahrzehnte in 9 Kapiteln. Es ist das Leben eines streitbaren Intellektuellen zwischen Wissenschaft und Essayistik, in Metropolen und an Universitäten, und ein Leben in Beziehungen zu Frauen und Freunden, Weggefährten und Gegnern. Karl Heinz Bohrer erzählt seine Autobiografie nicht aus der Sicht des allwissend Zurückblickenden, sondern aus der Perspektive des aktuellen Erlebens.</p>
<p>Suhrkamp, 542 S., 26 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<hr />
<h4>Tomas Venclova<br />
<strong>Der magnetische Norden</strong></h4>
<p>Gespräche mit Ellen Hinsey<br />
<em> Aus dem amerikanischen Englisch von Claudia Sinnig.</em></p>
<blockquote><p>Sie sagten, dass mir das Dienstmädchen (…) die Tauben auf dem Dachboden zeigen würde. Ich ging neugierig hinauf, doch es waren keine Tauben zu sehen, und als ich zurückkam, waren meine Eltern gegangen. Ich verstand zum ersten Mal im Leben, dass man betrogen werden kann.</p></blockquote>
<p>Der litauische Dichter Tomas Venclova (*1937) spricht mit Ellen Hinsey über Dichtung und die Politik der Großmächte, die Geschichte Mittelosteuropas und sein Exil in Amerika. Eine Besichtigung des 20. Jahrhunderts und seiner Dichter: Joseph Brodsky, Czesław Miłosz, Boris Pasternak, Anna Achmatowa – Venclova hat sie alle gekannt.</p>
<p>Suhrkamp, 652 S., 36 Euro<br />
(Erschienen im März 2017)<br />
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<h6 style="text-align: right;">Beitragsbild:<br />
Büchertisch in der <a href="https://www.buchboxberlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buchbox</a>, Berlin<br />
Von Sieglinde Geisel</h6>
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