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	<title>Autobahn &#8211; tell</title>
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		<title>Autonauten auf der Kosmobahn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lars Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2016 08:09:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lektüretipps]]></category>
		<category><![CDATA[Autobahn]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[Julio Cortázar und Carol Dunlop fahren in einem alten VW-Bus von Paris nach Marseille und legen sich dabei strenge Regeln auf. Dabei entsteht ein Buch, das reich an Witz ist und mit einem Hauch Melancholie endet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">In unseren Lektüretipps weisen wir auf Bücher hin, die uns begeistert, erschüttert, erheitert haben: Klassiker, Entdeckungen, Kuriositäten.</div></div>
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<p>Es ist ein Buch, das ich jedes Jahr aufs Neue lesen möchte – so reich an Witz. Und es ist mit großer Liebe geschrieben. Dabei handelt es sich bloß um eine Autobahnfahrt von Paris nach Marseille. Allerdings in einem alten VW-Bus. Ein ethnologisch-surreales Experiment, das sich als wissenschaftliche Beobachtung tarnt. Diese Reise unterliegt Regeln, und die gehen so:</p>
<blockquote><p>1. Die Strecke Paris–Marseille zurücklegen, ohne ein einziges Mal die Autobahn zu verlassen.</p>
<p>2. Alle Rastplätze erforschen, und zwar jeweils zwei pro Tag, wobei auf dem zweiten immer und ohne Ausnahme die Nacht zu verbringen ist.</p>
<p>3. Auf jedem Rastplatz wissenschaftliche Erhebungen durchführen und die entsprechenden Beobachtungen aufzeichnen.</p>
<p>4. In Anlehnung an die Reiseberichte der großen Forscher der Vergangenheit ein Buch über die Expedition schreiben.</p></blockquote>
<p>Das klingt langweilig, und das ist es auch. Aber aus der vermeintlichen Öde schlägt der Reisebericht Funken, denn die protokollarische Exaktheit ist absurd:</p>
<blockquote><p>7.30 h. Schöner Morgen, 19 °C.<br />
Frühstück: Orangensaft, Madeleines, Kaffee.<br />
8.59 h. Sabotage? Der Rastplatz von FLEURY ist geschlossen. Gezwungen bis zum nächsten weiterzufahren.</p></blockquote>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" data-attachment-id="5061" data-permalink="https://tell-review.de/autonauten-auf-der-kosmobahn/p1140080/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?fit=1639%2C1096&amp;ssl=1" data-orig-size="1639,1096" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;2.1&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;DMC-LX7&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1476022187&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;13.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0125&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="p1140080" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?fit=300%2C201&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?fit=900%2C602&amp;ssl=1" class="aligncenter size-full wp-image-5061" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=900%2C602" alt="p1140080" width="900" height="602" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?w=1639&amp;ssl=1 1639w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=80%2C53&amp;ssl=1 80w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=300%2C201&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=768%2C514&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=1030%2C689&amp;ssl=1 1030w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=1200%2C802&amp;ssl=1 1200w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=450%2C300&amp;ssl=1 450w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2016/10/P1140080.jpg?resize=1300%2C869&amp;ssl=1 1300w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></p>
<p>Unterbrochen werden die Tagesprotokolle von ethnologischen Berichten:</p>
<blockquote><p>… die fortschreitende Veränderung des gewohnten Begriffs der Autobahn, die Ablösung ihrer faden und fast abstrakten Funktionalität durch ein Erscheinungsbild voller Leben und Reichtum: die Leute, die Haltepausen, die Episoden auf ihren mehr oder minder bewaldeten Bühnen, aufeinanderfolgende Akte eines Theaterstücks, das uns in seinen Bann zieht und dessen einzige Zuschauer wir sind.</p></blockquote>
<p>Diese literarische Reise von Julio Cortázar und seiner Lebensgefährtin Carol Dunlop zeigt, wie man unseren Alltagsmythen mit Phantasie zu Leibe rückt. Aber wie alle schönen Dinge im Leben, die mit Liebe getan werden, verfliegt die Zeit viel zu schnell:</p>
<blockquote><p>Wie könnte ich Bärchens Satz vergessen: „Oh, Julio, wie kurz war doch die Reise …“ Wie könnte ich vergessen, daß uns in dem Augenblick, als wir das Schild lasen, auf dem das Ende der Autobahn angekündigt wurde, eine Beklommenheit erfüllte, deren wir nur durch beharrliches Schweigen Herr werden konnten, bis wir in den Lärm von Marseille eintauchten.</p></blockquote>
<p>Allerdings endet dieser Bericht nicht nur deshalb mit einem Hauch Melancholie, weil jede Reise sich einmal ihrem Ende neigt, sondern Carol Dunlop starb, kurz bevor das Buch fertig wurde. Es ist eine Liebeserklärung ans Leben und an einen geliebten Menschen.</p>
<blockquote><p>… daß ich dieses Buch allein zu Ende bringe. Ich weiß wohl Bärchen, daß du dasselbe getan hättest, wenn ich vor Dir hätte gehen müssen, und daß deine Hand zusammen mit meiner diese letzten Worte schreibt, in denen der Schmerz nicht stärker ist, noch jemals sein wird als das Leben, das du mich gelehrt hast, wie wir es vielleicht bei diesem Abenteuer zeigen konnten, das hier sein Ende findet, aber dennoch weitergeht, in unserem Drachen weitergeht, für immer auf unserer Autobahn weitergeht.</p></blockquote>
<div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px">
Julio Cortázar, Carol Dunlop<br />
<strong>Die Autonauten auf der Kosmobahn</strong><br />
Eine zeitlose Reise Paris – Marseille<br />
Aus dem Spanischen übersetzt von Wilfried Böhringer<br />
Suhrkamp Verlag 2014 · 358 Seiten · 22,95 Euro<br />
ISBN: 978-3-518-22481-6<br />
Bei <a title="Mit Ihrer Bestellung bei Amazon unterstützen Sie tell. Wir danken Ihnen!" href="http://www.amazon.de/dp/3518224816/ref=nosim?tag=wwwtellreview-21" target="_blank" rel="nofollow">Amazon</a> oder <!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><a href="http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=776227&amp;site=3780&amp;type=text&amp;tnb=14&amp;prd=yes&amp;suchwert=9783518224816" target="_blank">buecher.de</a><img decoding="async" class="ydstxaqwndxglngiyint nzeaycwuhwogwrjohhjn" src="http://banners.webmasterplan.com/view.asp?site=3780&amp;ref=776227&amp;b=0&amp;type=text&amp;tnb=14" width="1" height="1" border="0" /><!-- END PARTNER PROGRAM --></div></div>
<h6 style="text-align: right;"><em>Bildnachweis:</em><br />
<em> Beitragsbild © Lars Hartmann<br />
Buchcover: <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/die_autonauten_auf_der_kosmobahn-julio_cortazar_22481.html" target="_blank">Suhrkamp</a><br />
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