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	<title>Amerika &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		<title>Wir können auch anders!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2016 14:26:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenossenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gekränkten Amerikas haben sich einen starken Mann gewählt und die Welt damit schockiert. Was heißt das für die Zukunft der Demokratie?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="dropcap">D</span>ie Wahl von Trump ist eine Absage an die westliche Welt, wie wir sie kennen oder zu kennen glaubten. Dass Trump sich nicht um die Wirklichkeit schert, ist sein Erfolgsrezept: Er ist stärker als die Wirklichkeit, und das ist der Inbegriff von Macht.</p>
<p>Es muss ein ungeheures Machtgefühl sein, einen Mann zum amerikanischen Präsidenten zu wählen, der es in den meisten Städten nicht einmal zum Bürgermeister bringen würde, weil er sich über alles hinwegsetzt, was die Vernunft oder auch nur der Anstand gebietet. Ein Machtgefühl, dessen Rausch alle Bedenken hinwegfegt: <em>Oh yes, we can!</em> Wir geben einem Verächter der Wirklichkeit die Macht, die Wirklichkeit zu gestalten! Die abweichenden Prognosen zeigen immerhin, dass es Hemmungen gibt, diesen Tabubruch zuzugeben, das kennt man bereits vom Brexit und dem Minarettverbot in der Schweiz. Gut möglich, dass nun auch in den USA auf den Rausch der Kater folgt. <em>Oops!</em> <em>War nicht so gemeint!</em> Man hatte doch nur mal auf den Tisch hauen, es den anderen zeigen wollen (wer immer sie auch seien). Und dann wundert man sich am nächsten Tag, dass die Wahlurne kein Stammtisch ist.</p>
<h4>Die Rache der Gekränkten</h4>
<p>Es sind die zu kurz Gekommenen, die so wählen, pardon: diejenigen, die das Gefühl haben, zu kurz zu kommen, denn Emotionen sind bekanntlich die neuen Fakten. Kein Gefühl ist so leicht entflammbar wie das Ressentiment, denn es lässt sich nicht in Frage stellen. Wir alle kennen die Gekränkten aus unserem Privatleben, und wir alle fürchten sie. Sie sind Argumenten unzugänglich, denn in ihrem Tunnelblick für das vermeintliche Unrecht, das ihnen geschehen ist, fühlen sie sich ganz und gar im Recht. Die Grenze zum Wahn ist fließend.</p>
<p>Die Enttäuschten aller Länder wollen ernst genommen werden, und in Amerika hat das Kalkül funktioniert. &#8222;Wir können auch anders!&#8220; Mit dem Stimmzettel haben die Wähler diese Drohung wahr gemacht, doch die Analysemaschine war schon lange zuvor in Gang. Im Wettbewerb, wer dem Phänomen spektakulärer Dummheit auf die intelligenteste Weise zu Leibe rückt, ist der amerikanische Qualitätsjournalismus in den letzten Tagen zur Hochform aufgelaufen.</p>
<blockquote><p>He’s not Hitler, as his wife recently said? Well, of course he isn’t. But then Hitler wasn’t Hitler — until he was.</p></blockquote>
<h6 style="text-align: right;">Adam Gopnik, <a href="http://www.newyorker.com/news/daily-comment/the-dangerous-acceptance-of-donald-trump" target="_blank"><em>The New Yorker</em></a></h6>
<blockquote><p>With his simple, mean, boy’s heart, Mr. Trump wants us to follow him blind into a restoration that is not possible and could not be endured if it were.</p></blockquote>
<h6 style="text-align: right;">Harry Belafonte, <a href="http://www.nytimes.com/2016/11/07/opinion/campaign-stops/harry-belafonte-what-do-we-have-to-lose-everything.html?smid=fb-nytimes&amp;smtyp=cur" target="_blank"><em>The New York Times</em></a></h6>
<p>Die Analyse der eigenen Schwächen war schon immer Amerikas grösste Stärke. Nur nützt es dem Land nichts, wenn die Wähler von diesen Analysen nichts wissen wollen. Sie schauen lieber fern und vertrauen sich damit dem zynischsten aller Medien an.</p>
<blockquote><p>It may not be good for America, but it’s damn good for CBS.</p></blockquote>
<h6 style="text-align: right;"><a href="http://www.hollywoodreporter.com/news/leslie-moonves-donald-trump-may-871464" target="_blank">Les Moonves</a>, CEO von CBS, über den Wahlkampf</h6>
<h4>Rattenfänger-Narrativ</h4>
<p>Der Realitätsverlust wird gefeiert, weil sich viele Bürger nicht mehr als Teil dieser Realität erfahren. Die zunehmende Komplexität der modernen Welt erscheint als Zumutung: Es wird kompliziert, wenn man es nicht mehr nur mit Seinesgleichen zu tun hat, sondern mit dem Anderen, in seiner vielfältigen Erscheinung. Auch die Polit-Bürokratie ist kompliziert und erst recht ist es die Finanzkrise, die niemand versteht und für die offenbar niemand büßen musste außer den Opfern. Dem Instinkttäter Trump ist es gelungen, sämtliche Konflikte auf ein mehrheitsfähiges „Wir gegen sie“ herunterzubrechen, wer auch immer gegen wen auch immer – ein Rattenfänger-Narrativ.</p>
<p>Wählen, was einem gut tut, zerstört Demokratien. Die Wahl eines <em>strongman</em> wie Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt zeigt, von wem heute die grösste Gefahr für die Volksherrschaft ausgeht: vom Volk.</p>
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