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	Kommentare zu: Satz für Satz 4: Stimmigkeit	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 02 Feb 2018 00:12:43 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>
		Von: ziggev		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-213</link>

		<dc:creator><![CDATA[ziggev]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 May 2016 22:20:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-193&quot;&gt;Reinhard Matern&lt;/a&gt;.

Arizona-Wüsten, Tal des Tode, verkarstete Berglandschaften: Es gibt sie aber einfach nicht, die zeitgenössische deutsche Literatur, die einer Kritik würdig wäre.Literaturkritik muss also selber Literatur sein. Das sehe ich nicht als einen elitären Anspruch, sondern das ergibt sich aus dem  vorgefundenen Material beinahe logisch-notwendig. Überzeugungstäterliteraturkritiken, &lt;i&gt;mindestens&lt;/i&gt; 1000 Wörter, würde ich also begrüßen. Gibt also dieser oder jener Text genug her, damit solche Lobeshymnen möglich wären - natürlich, wenn wir das vorgefundene Material betrachten, natürlich nicht ! Daraus aber die Konsequenz zu ziehen, sich mit Klappentext-Gebrauchstexten zufriedenzugeben - dagegen anzugehen, so glaube ich, hat sich Tell zur Aufgabe gemacht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-193">Reinhard Matern</a>.</p>
<p>Arizona-Wüsten, Tal des Tode, verkarstete Berglandschaften: Es gibt sie aber einfach nicht, die zeitgenössische deutsche Literatur, die einer Kritik würdig wäre.Literaturkritik muss also selber Literatur sein. Das sehe ich nicht als einen elitären Anspruch, sondern das ergibt sich aus dem  vorgefundenen Material beinahe logisch-notwendig. Überzeugungstäterliteraturkritiken, <i>mindestens</i> 1000 Wörter, würde ich also begrüßen. Gibt also dieser oder jener Text genug her, damit solche Lobeshymnen möglich wären &#8211; natürlich, wenn wir das vorgefundene Material betrachten, natürlich nicht ! Daraus aber die Konsequenz zu ziehen, sich mit Klappentext-Gebrauchstexten zufriedenzugeben &#8211; dagegen anzugehen, so glaube ich, hat sich Tell zur Aufgabe gemacht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Jürgen Kiel		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-194</link>

		<dc:creator><![CDATA[Jürgen Kiel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 May 2016 08:32:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-192&quot;&gt;ziggev&lt;/a&gt;.

Zur Frage des Dialogs hier noch ein, wie ich finde, recht gut passendes Prominentenzitat: &quot;Dialog kann deliziös sein, wenn dramatisch oder komisch stilisiert oder kunstvoll mit beschreibenden Prosapartien untermischt, mit anderen Worten; überall da, wo er stil- und strukturbildend wirkt. Wo das nicht der Fall ist, ist er nichts als automatisches Maschineschreiben, amorphes Gebrabbel, das Seite um Seite füllt, über die der Blick des Lesers hinweggleitet wie eine Fliegende Untertasse über die Staubwüste.&quot;
(Vladimir Nabokov, &quot;Deutliche Worte&quot;)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-192">ziggev</a>.</p>
<p>Zur Frage des Dialogs hier noch ein, wie ich finde, recht gut passendes Prominentenzitat: &#8222;Dialog kann deliziös sein, wenn dramatisch oder komisch stilisiert oder kunstvoll mit beschreibenden Prosapartien untermischt, mit anderen Worten; überall da, wo er stil- und strukturbildend wirkt. Wo das nicht der Fall ist, ist er nichts als automatisches Maschineschreiben, amorphes Gebrabbel, das Seite um Seite füllt, über die der Blick des Lesers hinweggleitet wie eine Fliegende Untertasse über die Staubwüste.&#8220;<br />
(Vladimir Nabokov, &#8222;Deutliche Worte&#8220;)</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-193</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 2016 19:31:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich möchte noch den nicht leichten Weg zur Kritik einschlagen. Bislang sind lediglich konzeptionelle Faktoren in Bezug auf Texte berücksichtigt worden, mögliche Kriterien, die auch relevant für eine Kritik sein könnten. Eine Kritik aber wird keineswegs leichter, falls ein Text (auch) zu einem intellektuellen Abenteuer wird, dem manche Leser / Kritiker eventuell nicht gewachsen sind. So wie ein Autor abzuschätzen hat, was sein jeweiliger Erzähler / Dichter (und andere Figuren) wissen / sagen könnte, wäre eventuell auch von einem Kritiker zu verlangen, auf sich als Kritiker zu achten. Ich bin kein Kritiker und möchte solchen keineswegs vorschreiben, wie sie zu agieren haben, lediglich dazu ermuntern, die Überlegung in die Tätigkeit einzubeziehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte noch den nicht leichten Weg zur Kritik einschlagen. Bislang sind lediglich konzeptionelle Faktoren in Bezug auf Texte berücksichtigt worden, mögliche Kriterien, die auch relevant für eine Kritik sein könnten. Eine Kritik aber wird keineswegs leichter, falls ein Text (auch) zu einem intellektuellen Abenteuer wird, dem manche Leser / Kritiker eventuell nicht gewachsen sind. So wie ein Autor abzuschätzen hat, was sein jeweiliger Erzähler / Dichter (und andere Figuren) wissen / sagen könnte, wäre eventuell auch von einem Kritiker zu verlangen, auf sich als Kritiker zu achten. Ich bin kein Kritiker und möchte solchen keineswegs vorschreiben, wie sie zu agieren haben, lediglich dazu ermuntern, die Überlegung in die Tätigkeit einzubeziehen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: ziggev		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-192</link>

		<dc:creator><![CDATA[ziggev]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 2016 16:04:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=2294#comment-192</guid>

					<description><![CDATA[Statt des page 99-Tests praktiziere ich den &quot;Messertest&quot;. Ich schlage im Buchladen eine beliebige Seite irgendwo in der Mitte auf, und wenn ich auf einen Dialog in direkter Rede stoße, überfliege ich die Stelle und ggf. die einleitenden Sätze. Wenig verwundert, dass ich nicht begeistert bin, wiederhole ich die Prozedur noch ein- bis zweimal. Bin ich auf diese Weise genötigt, zwei oder mehr Seiten mit Dialogen zu lesen und sind dieselben nicht plausibel eingeleitet, wenn zum Beispiel sich ein Witz ergibt, hat sich das Buch für mich erledigt und ich muss Obacht geben, dass es nicht meinen entkräfteten Händen entgleitet.

Vielleicht irre ich mich, aber mir schient der Buchmarkt überschwemmt von Büchern, die lediglich eine Geschichte erzählen wollen. Stimmt dies aber, dann verwundert nicht der geringe Anteil an wörtlicher Rede in heutiger Literatur, die konstitutiv für die Stimmigkeit eines Textes ist, weil die gesprochene Sprache sich immer weniger an der Schriftsprache orientiert. Paradoxerweise -  obwohl soviel gelesen wird wie nie zuvor, allerdings jetzt überwiegend short messages auf Whatsapp usw. Sofern sich gesprochenes Deutsch an geschriebenem orientiert, handelt es sich dann oft um verstümmelte Sprache. Aber auch ein naiver Realismus der gesprochenen Sprache ist kaum mehr möglich.

Ich komme also zu dem Schluss, dass gerade dann, wenn ein Roman &quot;nach seinen eigenen Regeln wenig realistische Figurenrede will&quot; (Kommentator Frank Heibert hier im Thread), dies seine literarische Qualität erst diskussionswürdig macht. Niemand weiß mehr, wie Menschen &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; sprechen. &quot;Scripted Realaty&quot; ist die konsequente Folge. Die direkte Rede birgt daher die Gefahr, jede Formgesetzlichkeit, auch die des Realismus, zu sprengen. Die Anwesenheit des Autors oder Erzählers im Text, was Dialoge betrifft, ist also zu begrüßen, nicht weil er eine gewisse formale Geschlossenheit garantiert und damit eine beim Leser im Entstehen begriffene Welt glaubwürdig macht, sondern weil eine solche Welt ohnehin aus formalen Gründen nicht anstrebbar ist. Figurenrede bringt Klischees und Floskeln beinahe notwendig mit sich.

Klischees und Floskeln zu vermeiden muss aber nicht notwendig und und in allen Fällen einem Gesetz der Genauigkeit gehorchen, damit eine &#039;Welt&#039; plastisch wird und zu leuchten beginnt. Dies kann auch ein Gesetz des Stils sein. Einen &quot;sprachlichen Glanz&quot; zu erzeugen, indem der Entwicklung der künstlerischen - hier der erzählerischen - Verfahrensweisen der ihr zustehende Tribut gezollt wird. Endlich hätten wir weltlose Literatur, es bliebe die Tiefendimension der Sprache/des Stils und die Befreiung vom Affekt, der uns sonst nur zu Urteilen des Geschmacks verführen würde. Ein Buch, das einen gleich zu Beginn auffordert, einzuschlafen, wäre demnach geschmacklich das Ideal (Proust).

Oder anders: Affekte, die die Lektüre hervorruft, oder die Neigung zu bestimmten geschmacklichen Urteilen, können zur Selbstreflexion, zu fragen, wie dieses Urteil oder jener Affekt zustande kommt, dienen - sofern es sich nicht bloß um die Wut über ein schiefes Bild oder schlechten Stil handelt. &quot;Stimmigkeit&quot; oder Autonomie eines Kunstwerks könnte auch einen geschlossenen Stil bedeuten, der auf solch eine fremde Welt hindeutet, dass jedes Geschmacksurteil versagt. Vielleicht desh. meine Präferenz für Übersetzungen oder gleich Versuche, fremdsprachliche Texte im Original zu lesen. (Oder antike Klassiker.)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Statt des page 99-Tests praktiziere ich den &#8222;Messertest&#8220;. Ich schlage im Buchladen eine beliebige Seite irgendwo in der Mitte auf, und wenn ich auf einen Dialog in direkter Rede stoße, überfliege ich die Stelle und ggf. die einleitenden Sätze. Wenig verwundert, dass ich nicht begeistert bin, wiederhole ich die Prozedur noch ein- bis zweimal. Bin ich auf diese Weise genötigt, zwei oder mehr Seiten mit Dialogen zu lesen und sind dieselben nicht plausibel eingeleitet, wenn zum Beispiel sich ein Witz ergibt, hat sich das Buch für mich erledigt und ich muss Obacht geben, dass es nicht meinen entkräfteten Händen entgleitet.</p>
<p>Vielleicht irre ich mich, aber mir schient der Buchmarkt überschwemmt von Büchern, die lediglich eine Geschichte erzählen wollen. Stimmt dies aber, dann verwundert nicht der geringe Anteil an wörtlicher Rede in heutiger Literatur, die konstitutiv für die Stimmigkeit eines Textes ist, weil die gesprochene Sprache sich immer weniger an der Schriftsprache orientiert. Paradoxerweise &#8211;  obwohl soviel gelesen wird wie nie zuvor, allerdings jetzt überwiegend short messages auf Whatsapp usw. Sofern sich gesprochenes Deutsch an geschriebenem orientiert, handelt es sich dann oft um verstümmelte Sprache. Aber auch ein naiver Realismus der gesprochenen Sprache ist kaum mehr möglich.</p>
<p>Ich komme also zu dem Schluss, dass gerade dann, wenn ein Roman &#8222;nach seinen eigenen Regeln wenig realistische Figurenrede will&#8220; (Kommentator Frank Heibert hier im Thread), dies seine literarische Qualität erst diskussionswürdig macht. Niemand weiß mehr, wie Menschen <i>wirklich</i> sprechen. &#8222;Scripted Realaty&#8220; ist die konsequente Folge. Die direkte Rede birgt daher die Gefahr, jede Formgesetzlichkeit, auch die des Realismus, zu sprengen. Die Anwesenheit des Autors oder Erzählers im Text, was Dialoge betrifft, ist also zu begrüßen, nicht weil er eine gewisse formale Geschlossenheit garantiert und damit eine beim Leser im Entstehen begriffene Welt glaubwürdig macht, sondern weil eine solche Welt ohnehin aus formalen Gründen nicht anstrebbar ist. Figurenrede bringt Klischees und Floskeln beinahe notwendig mit sich.</p>
<p>Klischees und Floskeln zu vermeiden muss aber nicht notwendig und und in allen Fällen einem Gesetz der Genauigkeit gehorchen, damit eine &#8218;Welt&#8216; plastisch wird und zu leuchten beginnt. Dies kann auch ein Gesetz des Stils sein. Einen &#8222;sprachlichen Glanz&#8220; zu erzeugen, indem der Entwicklung der künstlerischen &#8211; hier der erzählerischen &#8211; Verfahrensweisen der ihr zustehende Tribut gezollt wird. Endlich hätten wir weltlose Literatur, es bliebe die Tiefendimension der Sprache/des Stils und die Befreiung vom Affekt, der uns sonst nur zu Urteilen des Geschmacks verführen würde. Ein Buch, das einen gleich zu Beginn auffordert, einzuschlafen, wäre demnach geschmacklich das Ideal (Proust).</p>
<p>Oder anders: Affekte, die die Lektüre hervorruft, oder die Neigung zu bestimmten geschmacklichen Urteilen, können zur Selbstreflexion, zu fragen, wie dieses Urteil oder jener Affekt zustande kommt, dienen &#8211; sofern es sich nicht bloß um die Wut über ein schiefes Bild oder schlechten Stil handelt. &#8222;Stimmigkeit&#8220; oder Autonomie eines Kunstwerks könnte auch einen geschlossenen Stil bedeuten, der auf solch eine fremde Welt hindeutet, dass jedes Geschmacksurteil versagt. Vielleicht desh. meine Präferenz für Übersetzungen oder gleich Versuche, fremdsprachliche Texte im Original zu lesen. (Oder antike Klassiker.)</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: holio		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-186</link>

		<dc:creator><![CDATA[holio]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 May 2016 09:14:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Senthuran Varatharajahs Vor der Zunahme der Zeichen wurde in Klagenfurt vorgeworfen, dass sich auf Facebook niemand so ausdrücke. Woher wollen Strigl und Spinnen das wissen? Sehr hat mich gestört, wie die &quot;Wissenden&quot; da ihre Vorurteile oder Ausschnittskenntnis - vermutlich nur vermittelt über die Massenmedien, denn Feßmann widerspricht und hätten sie sich selbst dort Freunde gesucht so wie Hildegard Keller, dann ... - über etwas durchaus Plausibles stülpen. Gut, fragen kann man wie Keller, ob das Hineinschlüpfen des Autors in den weiblichen Dialogpartner gelungen ist, wie das bei Flaubert m.E. auch immer zu fragen bleibt, vielleicht weniger bei Joyce. Vielleicht sollte man es so machen wie Martin Walser mit Thekla Chabbi. Aber zumindest Senthil Vasuthevans nächtliche Ausführungen auf Hegelniveau - so erinnere ich den Vorwurf - erschienen mir völlig realistisch und nachvollziehbar, so auch das erneute Posten eines verlorenen Beitrags auf Seite 80 fast wortgleich auf Seite 82, wobei man erst denkt, erneut reinkopiert, was außerhalb im Editor formuliert, aber dann doch kleine abweichungen aufweist und auch mal sind größere teile weggelassen, was ein Reinkopieren und Überarbeiten doch unwahrscheinlich macht, sodass man (ich) am Ende denkt, Senthils Sprachmaschine hat das Wohlformulierte einfach noch einmal erzeugt (gegen Juri Steiner) und ist im Großen und Ganzen zum selben Ergebnis gekommen mit kleinen Abweichungen und großen Auslassungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Senthuran Varatharajahs Vor der Zunahme der Zeichen wurde in Klagenfurt vorgeworfen, dass sich auf Facebook niemand so ausdrücke. Woher wollen Strigl und Spinnen das wissen? Sehr hat mich gestört, wie die &#8222;Wissenden&#8220; da ihre Vorurteile oder Ausschnittskenntnis &#8211; vermutlich nur vermittelt über die Massenmedien, denn Feßmann widerspricht und hätten sie sich selbst dort Freunde gesucht so wie Hildegard Keller, dann &#8230; &#8211; über etwas durchaus Plausibles stülpen. Gut, fragen kann man wie Keller, ob das Hineinschlüpfen des Autors in den weiblichen Dialogpartner gelungen ist, wie das bei Flaubert m.E. auch immer zu fragen bleibt, vielleicht weniger bei Joyce. Vielleicht sollte man es so machen wie Martin Walser mit Thekla Chabbi. Aber zumindest Senthil Vasuthevans nächtliche Ausführungen auf Hegelniveau &#8211; so erinnere ich den Vorwurf &#8211; erschienen mir völlig realistisch und nachvollziehbar, so auch das erneute Posten eines verlorenen Beitrags auf Seite 80 fast wortgleich auf Seite 82, wobei man erst denkt, erneut reinkopiert, was außerhalb im Editor formuliert, aber dann doch kleine abweichungen aufweist und auch mal sind größere teile weggelassen, was ein Reinkopieren und Überarbeiten doch unwahrscheinlich macht, sodass man (ich) am Ende denkt, Senthils Sprachmaschine hat das Wohlformulierte einfach noch einmal erzeugt (gegen Juri Steiner) und ist im Großen und Ganzen zum selben Ergebnis gekommen mit kleinen Abweichungen und großen Auslassungen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: einrechner		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-185</link>

		<dc:creator><![CDATA[einrechner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 May 2016 07:16:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Gefühl der Unglaubwürdigkeit, gerade in der Figurenrede, wo es einem die ganze Lektüre unter den Augen zerfrisst, kenne ich auch nur zu gut. Gerade wenn man Figuren selber reden lassen will. Aber warum glaubt man eigentlich der einen Rede und einer anderen nicht? Sieglinde Geisels Fragen, die sie zu ihren drei Beispielen stellt, zielen alle auf diese unheimlich neblige Ebene namens Realität. Denn ob je ein Wehrmachtssoldat so geredet hat wie diese Figur, das lässt sich auch durch eine Million Friedhofsinterviews mit verstorbenen Wehrmachtssoldaten nicht beantworten. Und auch, ob je ein Kind so gesprochen hat oder geschrieben wie Kully in Irmgard Keuns Kind aller Länder oder wie Fritz Kocher in den Aufsätzen von Robert Walser, wird sich nicht wissen lassen. Bei einem Erzählen, das, im Rahmen gegenwärtiger Konventionen, realistisch wirkt, ist man dennoch geneigt, in den erwähnten Nebel zu gucken. Was aber nur den Blick dafür verstellt, dass auch die realistische Rede ziemlich irreal ist. Auch in Filmen übrigens, wo einem der Realismuseffekt oft noch nackter ins Gesicht springt. Aber wohin sonst sollte man schauen? Schließlich gibt es dieses hartnäckige Gefühl der Unglaubwürdigkeit. Woran bemisst sich Glaubwürdigkeit? Stimmigkeit wäre hier beides, innere Kohärenz, dass in der Welt des Romans nämlich so und nur so gesprochen werden kann, und auch Durchdrungenheit des Sprechens der Figuren von der Stimme des Autors. Und ich glaube, es macht keinen Unterschied, ob in einer fiktiven Welt das Schwabisch eines Werner oder das Fontanisch eines Theodor gesprochen wird. Ein realistisches Sprechen gibt es auch im realistischen Roman nicht. Unglaubwürdigkeit entsteht dann im Rahmen der jeweiligen Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gefühl der Unglaubwürdigkeit, gerade in der Figurenrede, wo es einem die ganze Lektüre unter den Augen zerfrisst, kenne ich auch nur zu gut. Gerade wenn man Figuren selber reden lassen will. Aber warum glaubt man eigentlich der einen Rede und einer anderen nicht? Sieglinde Geisels Fragen, die sie zu ihren drei Beispielen stellt, zielen alle auf diese unheimlich neblige Ebene namens Realität. Denn ob je ein Wehrmachtssoldat so geredet hat wie diese Figur, das lässt sich auch durch eine Million Friedhofsinterviews mit verstorbenen Wehrmachtssoldaten nicht beantworten. Und auch, ob je ein Kind so gesprochen hat oder geschrieben wie Kully in Irmgard Keuns Kind aller Länder oder wie Fritz Kocher in den Aufsätzen von Robert Walser, wird sich nicht wissen lassen. Bei einem Erzählen, das, im Rahmen gegenwärtiger Konventionen, realistisch wirkt, ist man dennoch geneigt, in den erwähnten Nebel zu gucken. Was aber nur den Blick dafür verstellt, dass auch die realistische Rede ziemlich irreal ist. Auch in Filmen übrigens, wo einem der Realismuseffekt oft noch nackter ins Gesicht springt. Aber wohin sonst sollte man schauen? Schließlich gibt es dieses hartnäckige Gefühl der Unglaubwürdigkeit. Woran bemisst sich Glaubwürdigkeit? Stimmigkeit wäre hier beides, innere Kohärenz, dass in der Welt des Romans nämlich so und nur so gesprochen werden kann, und auch Durchdrungenheit des Sprechens der Figuren von der Stimme des Autors. Und ich glaube, es macht keinen Unterschied, ob in einer fiktiven Welt das Schwabisch eines Werner oder das Fontanisch eines Theodor gesprochen wird. Ein realistisches Sprechen gibt es auch im realistischen Roman nicht. Unglaubwürdigkeit entsteht dann im Rahmen der jeweiligen Welt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-184</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2016 09:51:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=2294#comment-184</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-183&quot;&gt;Sieglinde Geisel&lt;/a&gt;.

Noch ein kleiner Zusatz über textinterne Regeln: in Abhängigkeit von Erzählern ließen sich diese brechen. Literatur gewänne dadurch eine spielerische Note - ob als neue Regel oder nicht. In der Musik waren leiter- bzw. harmoniefremde Töne nie ein ernstes Problem. Aufgrund eines möglichweise auch autonomen Umgangs mit Regeln, wäre eine Rede von &#039;Gesetzen&#039; nach meinem Ermessen völlig überzogen. Mögliche Anforderungen an entwickelbare Erzähler / Dichter steigen freilich zusehens ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-183">Sieglinde Geisel</a>.</p>
<p>Noch ein kleiner Zusatz über textinterne Regeln: in Abhängigkeit von Erzählern ließen sich diese brechen. Literatur gewänne dadurch eine spielerische Note &#8211; ob als neue Regel oder nicht. In der Musik waren leiter- bzw. harmoniefremde Töne nie ein ernstes Problem. Aufgrund eines möglichweise auch autonomen Umgangs mit Regeln, wäre eine Rede von &#8218;Gesetzen&#8216; nach meinem Ermessen völlig überzogen. Mögliche Anforderungen an entwickelbare Erzähler / Dichter steigen freilich zusehens &#8230;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-183</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2016 09:03:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=2294#comment-183</guid>

					<description><![CDATA[Großartig, diese Diskussion - hier entsteht das, was ich mir unter einem &quot;digitalen Salon&quot; vorstelle! Das Schönste daran ist, dass mich Ihre Beiträge buchstäblich aus dem Konzept bringen. Eigentlich habe ich mir für die Rubrik &quot;Satz für Satz&quot; eine Art Aufbau vorgenommen, so dass die Beiträge in einer gewissen Logik aufeinander folgen. Nun wird diese Logik auf wunderbare Weise verändert: Die Kommentare regen mich zu Beiträgen an, die ich sonst nicht geschrieben hätte. Das war diesmal so - und es wird auch beim nächsten Beitrag der Fall sein. 
Und dann immer so weiter!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Großartig, diese Diskussion &#8211; hier entsteht das, was ich mir unter einem &#8222;digitalen Salon&#8220; vorstelle! Das Schönste daran ist, dass mich Ihre Beiträge buchstäblich aus dem Konzept bringen. Eigentlich habe ich mir für die Rubrik &#8222;Satz für Satz&#8220; eine Art Aufbau vorgenommen, so dass die Beiträge in einer gewissen Logik aufeinander folgen. Nun wird diese Logik auf wunderbare Weise verändert: Die Kommentare regen mich zu Beiträgen an, die ich sonst nicht geschrieben hätte. Das war diesmal so &#8211; und es wird auch beim nächsten Beitrag der Fall sein.<br />
Und dann immer so weiter!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: J. Kienbaum		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-180</link>

		<dc:creator><![CDATA[J. Kienbaum]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Apr 2016 12:53:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=2294#comment-180</guid>

					<description><![CDATA[Ich sage an dieser Stelle einfach mal danke für dieses Serie. Ich lese die Beiträge jedesmal mit Gewinn (auch für meine eigenen bescheidenen Versuche des Schreibens über Literatur). 
lg_jochen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sage an dieser Stelle einfach mal danke für dieses Serie. Ich lese die Beiträge jedesmal mit Gewinn (auch für meine eigenen bescheidenen Versuche des Schreibens über Literatur).<br />
lg_jochen</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/stimmigkeit/#comment-179</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Apr 2016 09:53:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=2294#comment-179</guid>

					<description><![CDATA[Die Erörterung von &#039;Stimmigkeit&#039; gefällt mir ziemlich gut, zumal künstlerische Autonomie berücksichtigt wurde. &#039;Glaubwürdigkeit&#039; (von Figuren, ihrer Rede, Erzählern ...) fragt lediglich nach Möglichkeiten (empirischen, logischen, a-logischen), nach Vorstellbarkeiten, nicht nach Naturalismus oder Realismus. Auch ein Butt kann in der Literatur sprechen. Ich glaube, die Erweiterung durch Frank Heibert, in der sich auf den jeweiligen literarischen Text berufen wird, wäre gar nicht erforderlich gewesen. 
Die Frage nach Regeln (nicht nach &#039;Gesetzen&#039;) wäre aber vor allem abhängig vom entwickelten Erzähler, falls er überhaupt eine offenkundige Rolle spielt. Der jeweilige ERZÄHLER bzw. DICHTER wäre besonders relevant. Falls mir lediglich ein belletristischer Autor etwas erzählen möchte, dies könnte er auch in einer Kneipe oder einem Cafe machen, um mich zu langweilen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Erörterung von &#8218;Stimmigkeit&#8216; gefällt mir ziemlich gut, zumal künstlerische Autonomie berücksichtigt wurde. &#8218;Glaubwürdigkeit&#8216; (von Figuren, ihrer Rede, Erzählern &#8230;) fragt lediglich nach Möglichkeiten (empirischen, logischen, a-logischen), nach Vorstellbarkeiten, nicht nach Naturalismus oder Realismus. Auch ein Butt kann in der Literatur sprechen. Ich glaube, die Erweiterung durch Frank Heibert, in der sich auf den jeweiligen literarischen Text berufen wird, wäre gar nicht erforderlich gewesen.<br />
Die Frage nach Regeln (nicht nach &#8218;Gesetzen&#8216;) wäre aber vor allem abhängig vom entwickelten Erzähler, falls er überhaupt eine offenkundige Rolle spielt. Der jeweilige ERZÄHLER bzw. DICHTER wäre besonders relevant. Falls mir lediglich ein belletristischer Autor etwas erzählen möchte, dies könnte er auch in einer Kneipe oder einem Cafe machen, um mich zu langweilen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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