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	Kommentare zu: »Spooks«	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 09 May 2025 08:43:41 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Thierry Borel		</title>
		<link>https://tell-review.de/spooks/#comment-55780</link>

		<dc:creator><![CDATA[Thierry Borel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 May 2025 08:43:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielen Dank, Herr Heibert. Die Sache ist wirklich schwierig. Rein spielerisch (als pensionierter Bundesangestellter ohne jeglichen Bezug zum literarischen Übersetzen) habe ich mir überlegt, ob es heissen könnte, &quot;ist es Schwarze Magie oder ein harmloser Zauber, der die beiden verbirgt?&quot;. Das wäre unbeholfen. - Was die Glaubhaftigkeit anbelangt: Offenbar hat es so einen Vorfall tatsächlich gegeben. Zu einer Fehlinterpretation (von nun an Wikipedia) veröffentlichte Roth im September 2012 einen Brief im New Yorker, .... Der Auslöser für den Roman sei ein Erlebnis seines Freundes Melvin Tumin gewesen, eines Soziologieprofessors in Princeton, der in seiner Soziologie-Klasse im Herbst 1985 denselben Ausspruch getätigt habe, den er im Roman Coleman Silk in den Mund legte. Ungeachtet einer langen akademischen Karriere, in der er sich gerade auch als Spezialist zu Rassenfragen einen Namen gemacht hatte,sah sich Tumin wie Silk einer Hexenjagd ausgesetzt und musste sich mit mehreren Erklärungen gegen den Vorwurf der „Hate Speech“ verteidigen.
Freundliche Grüsse

In der vollen Dramatik wurde Roths Einspruch und Korrektur hier dargestellt:
https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article109112546/Philip-Roth-und-sein-bizarrer-Streit-mit-Wikipedia.html]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank, Herr Heibert. Die Sache ist wirklich schwierig. Rein spielerisch (als pensionierter Bundesangestellter ohne jeglichen Bezug zum literarischen Übersetzen) habe ich mir überlegt, ob es heissen könnte, &#8222;ist es Schwarze Magie oder ein harmloser Zauber, der die beiden verbirgt?&#8220;. Das wäre unbeholfen. &#8211; Was die Glaubhaftigkeit anbelangt: Offenbar hat es so einen Vorfall tatsächlich gegeben. Zu einer Fehlinterpretation (von nun an Wikipedia) veröffentlichte Roth im September 2012 einen Brief im New Yorker, &#8230;. Der Auslöser für den Roman sei ein Erlebnis seines Freundes Melvin Tumin gewesen, eines Soziologieprofessors in Princeton, der in seiner Soziologie-Klasse im Herbst 1985 denselben Ausspruch getätigt habe, den er im Roman Coleman Silk in den Mund legte. Ungeachtet einer langen akademischen Karriere, in der er sich gerade auch als Spezialist zu Rassenfragen einen Namen gemacht hatte,sah sich Tumin wie Silk einer Hexenjagd ausgesetzt und musste sich mit mehreren Erklärungen gegen den Vorwurf der „Hate Speech“ verteidigen.<br />
Freundliche Grüsse</p>
<p>In der vollen Dramatik wurde Roths Einspruch und Korrektur hier dargestellt:<br />
<a href="https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article109112546/Philip-Roth-und-sein-bizarrer-Streit-mit-Wikipedia.html" rel="nofollow ugc">https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article109112546/Philip-Roth-und-sein-bizarrer-Streit-mit-Wikipedia.html</a></p>
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		<title>
		Von: Frank Heibert		</title>
		<link>https://tell-review.de/spooks/#comment-55715</link>

		<dc:creator><![CDATA[Frank Heibert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2025 09:26:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Thierry Borel, danke für den Hinweis, das ist interessant (ich hatte diesen Auslöser aus Roths Roman nicht mehr im Kopf). Bei Roth (und vielleicht auch bei Ford) ist die eigentlich zunächst &quot;unschuldig&quot; gemeinte Verwendung von &quot;spooks&quot; ein bisschen gewollt, ehrlich gesagt, so als deutliche Plattform für das Wortspiel und die daraus erwachsende Problematik. Wie plausibel ist es, dass ein Professor nicht erscheinende Studierende als &quot;spooks&quot; bezeichnet? Das &#039;Geisterhafte&#039; im Englischen umfasst ja meines Wissens noch nicht die Unterbedeutung &quot;Karteileiche&quot;. Ähnlich herbeigezogen als Kompromiss erscheint mir &quot;dunkle Gestalten&quot;, denn auch das würde in dieser Situation kaum ein Professor sagen. Beim Drübernachdenken fiel mir eher ein anderer Weg ein, hier ein riskantes Wortspiel zu machen, das dann vielleicht auch einen Shitstorm auslösen könnte. &quot;Ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich sie auf die Schwarze Liste setzen soll.&quot; ... Auch kein direktes rassistisches Schimpfwort, aber zumindest etwas plausibler als &quot;dunkle Gestalten&quot; und durchaus als &#039;unschuldig verwendbar&#039; vorzustellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Thierry Borel, danke für den Hinweis, das ist interessant (ich hatte diesen Auslöser aus Roths Roman nicht mehr im Kopf). Bei Roth (und vielleicht auch bei Ford) ist die eigentlich zunächst &#8222;unschuldig&#8220; gemeinte Verwendung von &#8222;spooks&#8220; ein bisschen gewollt, ehrlich gesagt, so als deutliche Plattform für das Wortspiel und die daraus erwachsende Problematik. Wie plausibel ist es, dass ein Professor nicht erscheinende Studierende als &#8222;spooks&#8220; bezeichnet? Das &#8218;Geisterhafte&#8216; im Englischen umfasst ja meines Wissens noch nicht die Unterbedeutung &#8222;Karteileiche&#8220;. Ähnlich herbeigezogen als Kompromiss erscheint mir &#8222;dunkle Gestalten&#8220;, denn auch das würde in dieser Situation kaum ein Professor sagen. Beim Drübernachdenken fiel mir eher ein anderer Weg ein, hier ein riskantes Wortspiel zu machen, das dann vielleicht auch einen Shitstorm auslösen könnte. &#8222;Ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich sie auf die Schwarze Liste setzen soll.&#8220; &#8230; Auch kein direktes rassistisches Schimpfwort, aber zumindest etwas plausibler als &#8222;dunkle Gestalten&#8220; und durchaus als &#8218;unschuldig verwendbar&#8216; vorzustellen.</p>
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		<title>
		Von: Thierry Borel		</title>
		<link>https://tell-review.de/spooks/#comment-55714</link>

		<dc:creator><![CDATA[Thierry Borel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2025 09:09:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich habe diesen Text erst jetzt gelesen. Dabei ist mir eingefallen, was im «Menschlichen Makel» von Philip Roth die Handlung in Gang bringt: Ein Literaturprofessor fragt nach zwei Studenten, die noch nie an seinen Vorlesungen erschienen sind und deshalb vielleicht spooks seien. Er meint damit Geister, denn er weiss nicht, dass die Studenten schwarz sind. Roth hat sich am Beispiel eines Freundes orientiert. Dieser hatte zwei abwesende Studenten als spooks bezeichnet, ohne zu wissen, dass sie schwarz waren. Dies löste eine Hetzjagd auf ihn aus.

In Wikipedia steht zur Übersetzung Folgendes: Der deutsche Übersetzer Dirk van Gunsteren wies im Vorwort des Romans darauf hin, dass das Wortspiel um Coleman Silks vermeintlich rassistische Bemerkung nicht übersetzbar war. Im englischen Original verwendete Roth den Begriff „Spooks“, der sich als „Gespenster“ übersetzen lässt, aber bis in die 1950er Jahre auch eine abfällige Bezeichnung für Schwarze war. Um die Zweideutigkeit des originalen Ausdrucks ins Deutsche zu retten, wich van Gunsteren auf die Phrase „dunkle Gestalten“ aus.[6]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe diesen Text erst jetzt gelesen. Dabei ist mir eingefallen, was im «Menschlichen Makel» von Philip Roth die Handlung in Gang bringt: Ein Literaturprofessor fragt nach zwei Studenten, die noch nie an seinen Vorlesungen erschienen sind und deshalb vielleicht spooks seien. Er meint damit Geister, denn er weiss nicht, dass die Studenten schwarz sind. Roth hat sich am Beispiel eines Freundes orientiert. Dieser hatte zwei abwesende Studenten als spooks bezeichnet, ohne zu wissen, dass sie schwarz waren. Dies löste eine Hetzjagd auf ihn aus.</p>
<p>In Wikipedia steht zur Übersetzung Folgendes: Der deutsche Übersetzer Dirk van Gunsteren wies im Vorwort des Romans darauf hin, dass das Wortspiel um Coleman Silks vermeintlich rassistische Bemerkung nicht übersetzbar war. Im englischen Original verwendete Roth den Begriff „Spooks“, der sich als „Gespenster“ übersetzen lässt, aber bis in die 1950er Jahre auch eine abfällige Bezeichnung für Schwarze war. Um die Zweideutigkeit des originalen Ausdrucks ins Deutsche zu retten, wich van Gunsteren auf die Phrase „dunkle Gestalten“ aus.[6]</p>
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