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	Kommentare zu: Eine Soap Opera der DDR-Literatur	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		Von: bersarin		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bersarin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jun 2023 11:06:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bei Biermann würde ich allerdings sagen, daß er ab den 1980er Jahren und eigentlich bereits mit seiner &quot;Trotz alledem&quot;-LP (1978) sich von der DDR auch in seinem Schaffen verabschiedet hat und zunehmend sich den Verhältnissen in der BRD widmete. Insofern verständlich, daß er in diesem Raster kaum Platz findet. Eine kleine, für Biermanns Verhältnisse lyrische, ja nachgerade leise und melancholische Reminiszenz an die DDR findet sich noch 1979 in &quot;Hälfte des Lebens&quot;. Dann aber ging es 1980 und mit der Gründung der Grünen und damit korrespondierend dem FJS-HS-Kanzlerkampf, mit Gorleben, Karl Carstens (eines der herrlichsten Stücke: &quot;Heil Hitler, teurer Wandersfreund&quot;) tief in die Politik der alten BRD - was man auf der Live-Platte &quot;Ins in die Fresse, mein Herzblatt&quot; von 1980 findet. Und ab 1982 mäanderte es bei Biermann ins Privat-Politische, die Trennung von seiner Frau Tine, Reisen nach Paris, und weg von all den sozialistischen Utopien. 

Richtig ist freilich, daß diese Ausbürgerung 1976 ein Schnitt war und es danach also irgendwie eine DDR-Literatur-West und eine DDR-Literatur-Ost gab. Aber ich würde es diesem Buch erst einmal nicht anlasten, daß Meyer diesen Westteil nicht weiter zur Kenntnis nimmt – was insofern konsequent ist, da es ihm um das Leben und Schreiben in der DDR geht. Auch wenn diese von Dir genannten ausgebürgerten oder weggegangenen bzw. vertriebenen Autoren wichtig sind – was man an Brasch und S. Kirsch, aber auch an Jürgen Fuchs&#039; Roman Magdalena sehen kann (Spitznahme eben für die Stasi, man erinnere sich nur an Bettina Wegeners wunderbaren Song: &quot;Magdalena war so schwarz und hatte große Hände/ wen sie liebte streichelte sie in die Wände/ weiß und kalkig ward ihr Liebster endlich noch/ dabei liebte Magdalena jeden doch&quot;.) Fuchs gerade geht es explizit auch im Westen noch um den Unterdrückungsapparat der DDR. 

Auf alle Fälle aber scheint mir dieses Buch ein guter Auftakt zu sein, um sich mit der Geschichte der DDR-Literatur-Ost und der DDR-Literatur-West zu befassen. Zu wünschen wäre es sicherlich, daß diese Betrachtungen und Fragen mehr in der öffentlichen Debatte vorkommen. Und da hat Clemens Meyer sicherlich ein gutes Buch geliefert – zumindest wenn ich diese Rezension nehme.

Hinzuweisen ist vielleicht auch noch auf die Hörbuchfassung, wo man Clemens Meyers wunderbare Stimme, den ziemlich geilen Sound seiner Art zu lesen, mal in live hören kann. Lesungen mit Meyer sind ein Genuß. 

https://www.argon-verlag.de/hoerbuch/clemens-meyer-clemens-meyer-clemens-meyer-ueber-christa-wolf-9783732406401]]></description>
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<p>Richtig ist freilich, daß diese Ausbürgerung 1976 ein Schnitt war und es danach also irgendwie eine DDR-Literatur-West und eine DDR-Literatur-Ost gab. Aber ich würde es diesem Buch erst einmal nicht anlasten, daß Meyer diesen Westteil nicht weiter zur Kenntnis nimmt – was insofern konsequent ist, da es ihm um das Leben und Schreiben in der DDR geht. Auch wenn diese von Dir genannten ausgebürgerten oder weggegangenen bzw. vertriebenen Autoren wichtig sind – was man an Brasch und S. Kirsch, aber auch an Jürgen Fuchs&#8216; Roman Magdalena sehen kann (Spitznahme eben für die Stasi, man erinnere sich nur an Bettina Wegeners wunderbaren Song: &#8222;Magdalena war so schwarz und hatte große Hände/ wen sie liebte streichelte sie in die Wände/ weiß und kalkig ward ihr Liebster endlich noch/ dabei liebte Magdalena jeden doch&#8220;.) Fuchs gerade geht es explizit auch im Westen noch um den Unterdrückungsapparat der DDR. </p>
<p>Auf alle Fälle aber scheint mir dieses Buch ein guter Auftakt zu sein, um sich mit der Geschichte der DDR-Literatur-Ost und der DDR-Literatur-West zu befassen. Zu wünschen wäre es sicherlich, daß diese Betrachtungen und Fragen mehr in der öffentlichen Debatte vorkommen. Und da hat Clemens Meyer sicherlich ein gutes Buch geliefert – zumindest wenn ich diese Rezension nehme.</p>
<p>Hinzuweisen ist vielleicht auch noch auf die Hörbuchfassung, wo man Clemens Meyers wunderbare Stimme, den ziemlich geilen Sound seiner Art zu lesen, mal in live hören kann. Lesungen mit Meyer sind ein Genuß. </p>
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