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	Kommentare zu: Schule des Sehens	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Thu, 06 Dec 2018 10:38:47 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>
		Von: Lars Hartmann		</title>
		<link>https://tell-review.de/schule-des-sehens/#comment-233</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lars Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 06:01:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich bin mit dem Begriff der „Postmoderne“ nie ganz glücklich gewesen, weil er zu Unterschiedliches unter sich subsumiert und oft als Chiffre für Beliebigkeit gebraucht wurde. Aber es ist richtig, dass Kessler ein Beobachter war, der verschiedene Positionen der Kunst gelten lassen konnte und damit ihrer Vielfalt gerecht wurde – insbesondere ihrer Modernität und Innovation. Manchmal sicherlich unfreiwillig und ohne das Instrument der Analyse. Ihm fehlte ein festes Kriterium, so heißt es in der Einleitung zum zweiten Band seiner Tagebücher. Das kann man als Manko nehmen. Aber ebenso als großen Gewinn fürs Schauen ohne Vorurteil. Ging es ihm zunächst noch um das Schöne im Sinne des Ästhetizismus, wie er mit Wilde, John Ruskin und später dann im flirrenden Licht der Impressionisten seine Vertreter fand, so verschloss er sich doch niemals dem Neuen. Völlig zuwider war ihm der Geist des Wilhelminismus. Kessler verschrieb sich keinem Klassizismus und ewigen Werten der Kunst. Mit einem Blick erkannte er 1917 das Potential von George Grosz, dessen Zeichnungen und Gemälde einer neu hereinbrechenden Zeit geschuldet waren.

Zu beiden Aspekten habe ich zwei feine Kessler-Zitate, die einmal auf amüsante und beim zweiten auf gescheite Weise unterstreichen, dass seine große Fähigkeit im Wahrnehmen und Bemerken lag. Aber ich will das Pulver nicht zu früh verschießen. Ein andermal bei tell mehr davon.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin mit dem Begriff der „Postmoderne“ nie ganz glücklich gewesen, weil er zu Unterschiedliches unter sich subsumiert und oft als Chiffre für Beliebigkeit gebraucht wurde. Aber es ist richtig, dass Kessler ein Beobachter war, der verschiedene Positionen der Kunst gelten lassen konnte und damit ihrer Vielfalt gerecht wurde – insbesondere ihrer Modernität und Innovation. Manchmal sicherlich unfreiwillig und ohne das Instrument der Analyse. Ihm fehlte ein festes Kriterium, so heißt es in der Einleitung zum zweiten Band seiner Tagebücher. Das kann man als Manko nehmen. Aber ebenso als großen Gewinn fürs Schauen ohne Vorurteil. Ging es ihm zunächst noch um das Schöne im Sinne des Ästhetizismus, wie er mit Wilde, John Ruskin und später dann im flirrenden Licht der Impressionisten seine Vertreter fand, so verschloss er sich doch niemals dem Neuen. Völlig zuwider war ihm der Geist des Wilhelminismus. Kessler verschrieb sich keinem Klassizismus und ewigen Werten der Kunst. Mit einem Blick erkannte er 1917 das Potential von George Grosz, dessen Zeichnungen und Gemälde einer neu hereinbrechenden Zeit geschuldet waren.</p>
<p>Zu beiden Aspekten habe ich zwei feine Kessler-Zitate, die einmal auf amüsante und beim zweiten auf gescheite Weise unterstreichen, dass seine große Fähigkeit im Wahrnehmen und Bemerken lag. Aber ich will das Pulver nicht zu früh verschießen. Ein andermal bei tell mehr davon.</p>
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		<title>
		Von: Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/schule-des-sehens/#comment-232</link>

		<dc:creator><![CDATA[Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 May 2016 18:24:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wunderbar, vielen Dank. Die neue Edition der Tagebücher, das ist natürlich auch eine Kostenfrage. Als 400€-Hilfsbibliothekar habe ich privilegierten Zugang und darf immer mal wieder genießen. Darf man sagen &quot;Deutschlands erster Postmoderner&quot;? Es wäre etwas holzschnittartig, aber wohl nicht falsch. Er hatte keine Kriterien für Kunst und Literatur...außer: &quot;gefällt mir&quot;. Diese Nase aber war unbestechlich und mit einem Sinn für Qualität ohnegleichen ausgestattet. Im kaiserlichen Deutschland hätte er, protegiert von Kaiser Wilhelm (ob der sein Vater war, lassen wir mal dahin gestellt) Diplomatenkarriere machen können, war dazu aber zu weltläufig, zu gerecht, zu wenig &quot;national&quot;, obwohl ein Mann seines Formats der deutschen Diplomatie vor 1914 gut getan hätte...(naja, sie hätten ihn verraten, so, wie sie Lichnowsky verrieten). Danke für den Bericht; vielleicht schaffe ich es in den nächsten Wochen nach Berlin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wunderbar, vielen Dank. Die neue Edition der Tagebücher, das ist natürlich auch eine Kostenfrage. Als 400€-Hilfsbibliothekar habe ich privilegierten Zugang und darf immer mal wieder genießen. Darf man sagen &#8222;Deutschlands erster Postmoderner&#8220;? Es wäre etwas holzschnittartig, aber wohl nicht falsch. Er hatte keine Kriterien für Kunst und Literatur&#8230;außer: &#8222;gefällt mir&#8220;. Diese Nase aber war unbestechlich und mit einem Sinn für Qualität ohnegleichen ausgestattet. Im kaiserlichen Deutschland hätte er, protegiert von Kaiser Wilhelm (ob der sein Vater war, lassen wir mal dahin gestellt) Diplomatenkarriere machen können, war dazu aber zu weltläufig, zu gerecht, zu wenig &#8222;national&#8220;, obwohl ein Mann seines Formats der deutschen Diplomatie vor 1914 gut getan hätte&#8230;(naja, sie hätten ihn verraten, so, wie sie Lichnowsky verrieten). Danke für den Bericht; vielleicht schaffe ich es in den nächsten Wochen nach Berlin.</p>
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