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	Kommentare zu: Satz für Satz 5: Reden auf Papier	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Sun, 25 Mar 2018 13:39:26 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-5-reden-auf-papier/#comment-216</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2016 11:54:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich teile die von Sieglinde Geisel gegebene Einschätzung - fast ;-) Bei JR denke ich etwas anders: Mir wäre die zitierte Passage zu holprig, wäre sie beispielhaft für viele Gespräche. Gegen ein Gespräch (samt des Missverständnisses und ...) ließe sich nichts einwenden, ginge dies jedoch stets so weiter, käme in mir die Frage auf, weshalb die Figuren überhaupt miteinander reden. Nicht nur die Worte sind in ihrer Wahrscheinlichkeit abzuschätzen, sondern entstehende Gespräche überhaupt.

Der Ansicht, &quot;Mögen die Sätze Rothmanns auch stilisierte Autorenrede sein&quot;, wäre entgegenzuhalten, weshalb Rothmann nicht eine geeignete Figur entworfen hat.

Zusätzlich möchte ich mich für die Integration von intelligenten Figuren einsetzen, auch falls es schwer fällt. Lediglich Durchschnitte darzustellen, dazu wäre mir Literatur zu schade, ob als Erzähler oder als agierende Figur. Die Frage nach einer Wahrscheinlichkeit würde dadurch nicht getrübt, jedoch gekitzelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich teile die von Sieglinde Geisel gegebene Einschätzung &#8211; fast ;-) Bei JR denke ich etwas anders: Mir wäre die zitierte Passage zu holprig, wäre sie beispielhaft für viele Gespräche. Gegen ein Gespräch (samt des Missverständnisses und &#8230;) ließe sich nichts einwenden, ginge dies jedoch stets so weiter, käme in mir die Frage auf, weshalb die Figuren überhaupt miteinander reden. Nicht nur die Worte sind in ihrer Wahrscheinlichkeit abzuschätzen, sondern entstehende Gespräche überhaupt.</p>
<p>Der Ansicht, &#8222;Mögen die Sätze Rothmanns auch stilisierte Autorenrede sein&#8220;, wäre entgegenzuhalten, weshalb Rothmann nicht eine geeignete Figur entworfen hat.</p>
<p>Zusätzlich möchte ich mich für die Integration von intelligenten Figuren einsetzen, auch falls es schwer fällt. Lediglich Durchschnitte darzustellen, dazu wäre mir Literatur zu schade, ob als Erzähler oder als agierende Figur. Die Frage nach einer Wahrscheinlichkeit würde dadurch nicht getrübt, jedoch gekitzelt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Lars Hartmann		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-5-reden-auf-papier/#comment-214</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lars Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2016 08:07:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Genau umgekehrt der Eindruck bei mir: Rothmann bringt mit wenigen Sätzen jenen Krieg in eine Sprachform. Vielleicht zu schön (oder zu elaboriert), um wirklich zu sein, aber doch stilisiert genug, um den Schrecken spürbar zu machen und damit wahrhaftig zu wirken. Indem Rothmann im Stil einen eigenen Ton findet. Insofern trägt in diesem Fall die Autorenrede zum Gelingen bei. Ohne das Buch zu kennen, sprechen bereits diese wenigen Sätze zu mir. Während Gaddis – zumindest in diesem Dialog – Triviales als Triviales auf triviale Weise zeigt. Einfache Widerspiegelung der Wirklichkeit. Literarisch ist &lt;i&gt;das&lt;/i&gt; nun gerade nicht. Gaddis bleibt im Modus eins zu eins und pinselt ab. Sozusagen der Bitterfelder Weg auf amerikanisch. 

Das Problematische mag das Beispiel selbst sein, das hier krude für sich steht, weil eine Szene aus einem Kontext gerissen wurde. Wenn ich jedoch nur diese Zeilen lese, möchte ich aus diesem Buch eigentlich gar nichts mehr lesen und fühle mich unendlich gelangweilt. Die Rede wirkt in einer Weise lebendig, daß sie literarisch leblos wird. Während ich bei Rothmann oder Lindgren denke: da will ich mehr von lesen. Bei Rothmann verdichtet sich in wenigen Sätzen eine Atmosphäre – nämlich die Soldatenrede: „Jetze und hier biste in den Arsch gekniffen!“ Mögen die Sätze Rothmanns auch stilisierte Autorenrede sein und nicht die einer konkreten, lebendigen Personen. (Anders als bei Lindgren, wo man sofort jener Pippi Langstrumpf nahe kommt, und ahnt, wie die tickt. Sprachlich mit einfachen, aber schönen Mitteln gemacht, und es entsteht der Sog.)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Genau umgekehrt der Eindruck bei mir: Rothmann bringt mit wenigen Sätzen jenen Krieg in eine Sprachform. Vielleicht zu schön (oder zu elaboriert), um wirklich zu sein, aber doch stilisiert genug, um den Schrecken spürbar zu machen und damit wahrhaftig zu wirken. Indem Rothmann im Stil einen eigenen Ton findet. Insofern trägt in diesem Fall die Autorenrede zum Gelingen bei. Ohne das Buch zu kennen, sprechen bereits diese wenigen Sätze zu mir. Während Gaddis – zumindest in diesem Dialog – Triviales als Triviales auf triviale Weise zeigt. Einfache Widerspiegelung der Wirklichkeit. Literarisch ist <i>das</i> nun gerade nicht. Gaddis bleibt im Modus eins zu eins und pinselt ab. Sozusagen der Bitterfelder Weg auf amerikanisch. </p>
<p>Das Problematische mag das Beispiel selbst sein, das hier krude für sich steht, weil eine Szene aus einem Kontext gerissen wurde. Wenn ich jedoch nur diese Zeilen lese, möchte ich aus diesem Buch eigentlich gar nichts mehr lesen und fühle mich unendlich gelangweilt. Die Rede wirkt in einer Weise lebendig, daß sie literarisch leblos wird. Während ich bei Rothmann oder Lindgren denke: da will ich mehr von lesen. Bei Rothmann verdichtet sich in wenigen Sätzen eine Atmosphäre – nämlich die Soldatenrede: „Jetze und hier biste in den Arsch gekniffen!“ Mögen die Sätze Rothmanns auch stilisierte Autorenrede sein und nicht die einer konkreten, lebendigen Personen. (Anders als bei Lindgren, wo man sofort jener Pippi Langstrumpf nahe kommt, und ahnt, wie die tickt. Sprachlich mit einfachen, aber schönen Mitteln gemacht, und es entsteht der Sog.)</p>
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