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	Kommentare zu: Satz für Satz 1 – Mit dem Körper lesen	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Tue, 12 Jun 2018 08:52:52 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>
		Von: Manuel		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-115</link>

		<dc:creator><![CDATA[Manuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2016 20:40:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn Dir Thomas Mann &quot;nicht schmeckt&quot;, so ist auch das ein Urteil, aber eines das eben ganz fern ist vom &quot;Mir schmeckt Kaffee nicht&quot;, eines das Intersubjektivität birgt. Nämlich wenn Du dem nachgehst, warum er Dir nicht schmeckt. Dann wirst Du etwas an seinem Sachgehalt kritisch aufdecken, und das kann Dein anderes &quot;Urteil&quot; (das für mich aber weniger interessant ist), nämlich das nach dem &quot;Rang&quot;, der handwerklichen Qualität usw., geradezu in den Hintergrund treten lassen. Lieber mit der Hellsicht der Distanz etwas Licht an das Werk bringen (obwohl ich zugebe, dass der, der von einem Autor geradezu gelangweilt ist, dafür einen enormen Arbeitsaufwand benötigte), als mit blinder Liebe die Süffigkeit von etwas anpreisen, auf das die Perspektive dann eher flach bleibt..]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Dir Thomas Mann &#8222;nicht schmeckt&#8220;, so ist auch das ein Urteil, aber eines das eben ganz fern ist vom &#8222;Mir schmeckt Kaffee nicht&#8220;, eines das Intersubjektivität birgt. Nämlich wenn Du dem nachgehst, warum er Dir nicht schmeckt. Dann wirst Du etwas an seinem Sachgehalt kritisch aufdecken, und das kann Dein anderes &#8222;Urteil&#8220; (das für mich aber weniger interessant ist), nämlich das nach dem &#8222;Rang&#8220;, der handwerklichen Qualität usw., geradezu in den Hintergrund treten lassen. Lieber mit der Hellsicht der Distanz etwas Licht an das Werk bringen (obwohl ich zugebe, dass der, der von einem Autor geradezu gelangweilt ist, dafür einen enormen Arbeitsaufwand benötigte), als mit blinder Liebe die Süffigkeit von etwas anpreisen, auf das die Perspektive dann eher flach bleibt..</p>
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		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-113</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2016 20:26:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich freue mich für Sie, Sieglinde Geisel, dass es unter Ihrem Beitrag inzwischen etwas lebhafter geworden ist. Ich teile Ihre persönliche Ansicht über Thomas Mann fast. Vom Zauberberg ist mir z.B. lediglich der Satz geblieben: &quot;Die Niederlage des Gefühls vor dem Leben, das ist die Unzulänglichkeit, für die es keine Gnade, kein Mitleid und keine Würde gibt.&quot; Aber sogenannte Geschmacksurteile sind - auch unter Berücksichtung der Metapher und etwaigem intersubjektiven Gerede -, emotionale Reaktionen, die bei unterschiedlichen Menschen verschieden ausfallen; etwas für die Psychologie. Was man Thomas Mann aus fachlicher Sicht vorwerfen könnte, wäre eventuell eine geringe Variabilität. Ich halte seine Prosa für zu wenig künstlerisch motiviert, viel zu stilversessen. Er ist, um es bildlich zu fassen, ein eleganter bürgerlicher Plauderer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich für Sie, Sieglinde Geisel, dass es unter Ihrem Beitrag inzwischen etwas lebhafter geworden ist. Ich teile Ihre persönliche Ansicht über Thomas Mann fast. Vom Zauberberg ist mir z.B. lediglich der Satz geblieben: &#8222;Die Niederlage des Gefühls vor dem Leben, das ist die Unzulänglichkeit, für die es keine Gnade, kein Mitleid und keine Würde gibt.&#8220; Aber sogenannte Geschmacksurteile sind &#8211; auch unter Berücksichtung der Metapher und etwaigem intersubjektiven Gerede -, emotionale Reaktionen, die bei unterschiedlichen Menschen verschieden ausfallen; etwas für die Psychologie. Was man Thomas Mann aus fachlicher Sicht vorwerfen könnte, wäre eventuell eine geringe Variabilität. Ich halte seine Prosa für zu wenig künstlerisch motiviert, viel zu stilversessen. Er ist, um es bildlich zu fassen, ein eleganter bürgerlicher Plauderer.</p>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-106</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2016 15:54:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-102&quot;&gt;Manuel&lt;/a&gt;.

Ich sehe schon, der Begriff des &quot;Geschmacks&quot; ist ein weites Feld, und hier bin ich noch lange nicht fertig mit Nachdenken. Die körperliche Reaktion, die ich meine, geht über das reine Geschmacksempfinden hinaus, von stilistischen Patzern kann man auch Zahnweh bekommen, und wenn ich etwas Langweiliges lese, steigt ein Widerwillen in mir hoch, den ich ganz körperlich wahrnehmen (als müsste ich k. - sorry). 
Der Geschmack ist noch kein Urteil, sondern ein Signal. Dann fängt die Arbeit erst an (um die es im nächsten Beitrag gehen wird). Urteil und Geschmacksempfinden können auch auseinandergehen. Beispielsweise &quot;schmeckt&quot; mir Thomas Mann nicht, er lässt mich kalt, ich komme nicht in diese Gefühlswelt hinein - gleichzeitig zweifle ich nicht an seinem Rang. Ich anerkenne, dass die Zutaten erstklassig, die Zubereitung raffiniert und kenntnisreich ist, ich sehe, was er macht, und doch esse ich dann lieber etwas anderes. 
Ist das hilfreich?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-102">Manuel</a>.</p>
<p>Ich sehe schon, der Begriff des &#8222;Geschmacks&#8220; ist ein weites Feld, und hier bin ich noch lange nicht fertig mit Nachdenken. Die körperliche Reaktion, die ich meine, geht über das reine Geschmacksempfinden hinaus, von stilistischen Patzern kann man auch Zahnweh bekommen, und wenn ich etwas Langweiliges lese, steigt ein Widerwillen in mir hoch, den ich ganz körperlich wahrnehmen (als müsste ich k. &#8211; sorry).<br />
Der Geschmack ist noch kein Urteil, sondern ein Signal. Dann fängt die Arbeit erst an (um die es im nächsten Beitrag gehen wird). Urteil und Geschmacksempfinden können auch auseinandergehen. Beispielsweise &#8222;schmeckt&#8220; mir Thomas Mann nicht, er lässt mich kalt, ich komme nicht in diese Gefühlswelt hinein &#8211; gleichzeitig zweifle ich nicht an seinem Rang. Ich anerkenne, dass die Zutaten erstklassig, die Zubereitung raffiniert und kenntnisreich ist, ich sehe, was er macht, und doch esse ich dann lieber etwas anderes.<br />
Ist das hilfreich?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Manuel		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-102</link>

		<dc:creator><![CDATA[Manuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2016 19:02:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich schlage in die Kerbe von Wolf-Dieter. &quot;Geschmack&quot; im Sinne der primär körperlichen Reaktion in den Mittelpunkt zu stellen, liefert das &quot;Geschmacksurteil&quot; der Gefahr aus, mit dem &quot;Angenehmen&quot; etc. enggeführt zu werden, das ja in Bezug auf den Speisen-Geschmack den Ausschlag gibt. Aber gutes oder schlechtes Buch ist eben etwas ganz anderes als Mir schmeckt Tee oder Mir schmeckt Kaffee. Es gibt die intersubjektive Dimension, ohne die ja auch jedes Streiten über den Geschmack müßig wäre. Es geht in dieser Dimension, auch schon diesseits des Geistigen, auf das Du vermutlich in Teil 2 hinauswillst, um etwas Verbindendes. Kant sah dies im Geschmacksurteil insofern verwurzelt, als in diesem ästhetischen Urteil (über das Schöne, das Erhabene) ein Appell an den &quot;sensus communis&quot; implizit ist, der die Diskussion eben derart geraten lässt, dass man &quot;streiten muss&quot;, aber schwer &quot;disputieren&quot; kann. (Letzteres dann erst möglich durch geistige Gehalte, über die Kant, der die Urteilskraft ja am Naturschönen, nicht an Kunstwerken ablas, erstmal nichts sagt.) Dass der Körper reagiert, ist zuzugeben, aber, wie Wolf-Dieter zurecht betont, weder notwendige noch hinreichende Bedingung für ästhetisches Vergnügen. Ich will jetzt gar nicht damit anfangen dass heftig gesetzte Reize in der Kunst (Ekel, Schrecken, Sex etc.) körperliche Reaktionen geradezu erzwingen können, ohne dass dies irgend etwas über die ästhetische Qualität der Lektüre sagte...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schlage in die Kerbe von Wolf-Dieter. &#8222;Geschmack&#8220; im Sinne der primär körperlichen Reaktion in den Mittelpunkt zu stellen, liefert das &#8222;Geschmacksurteil&#8220; der Gefahr aus, mit dem &#8222;Angenehmen&#8220; etc. enggeführt zu werden, das ja in Bezug auf den Speisen-Geschmack den Ausschlag gibt. Aber gutes oder schlechtes Buch ist eben etwas ganz anderes als Mir schmeckt Tee oder Mir schmeckt Kaffee. Es gibt die intersubjektive Dimension, ohne die ja auch jedes Streiten über den Geschmack müßig wäre. Es geht in dieser Dimension, auch schon diesseits des Geistigen, auf das Du vermutlich in Teil 2 hinauswillst, um etwas Verbindendes. Kant sah dies im Geschmacksurteil insofern verwurzelt, als in diesem ästhetischen Urteil (über das Schöne, das Erhabene) ein Appell an den &#8222;sensus communis&#8220; implizit ist, der die Diskussion eben derart geraten lässt, dass man &#8222;streiten muss&#8220;, aber schwer &#8222;disputieren&#8220; kann. (Letzteres dann erst möglich durch geistige Gehalte, über die Kant, der die Urteilskraft ja am Naturschönen, nicht an Kunstwerken ablas, erstmal nichts sagt.) Dass der Körper reagiert, ist zuzugeben, aber, wie Wolf-Dieter zurecht betont, weder notwendige noch hinreichende Bedingung für ästhetisches Vergnügen. Ich will jetzt gar nicht damit anfangen dass heftig gesetzte Reize in der Kunst (Ekel, Schrecken, Sex etc.) körperliche Reaktionen geradezu erzwingen können, ohne dass dies irgend etwas über die ästhetische Qualität der Lektüre sagte&#8230;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Schröersche		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-98</link>

		<dc:creator><![CDATA[Schröersche]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Apr 2016 07:44:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mir gefiel Vargas Llosas Buch &quot;Die ewige Orgie&quot;, in dem er über den Stil und die Arbeitsweise von Flaubert nachdenkt. Flaubert las, hin und herwandelnd, seine Texte laut, um Klang und Fluss zu überprüfen und auszufeilen. Gute Literatur ist der Musik verwandt. Ich mag aber auch den Aspekt der Architektur in der Literatur, und der gebraucht eher Verstand. Am wichtigsten ist mir aber, dass dem Autoren das, worüber er schreibt, im Innersten angeht. Dass dies beim Lesen dann berührt, das heisst, den ganzen Menschen mit Körper und Verstand erreicht, ist ein guter Indikator für große Literatur. Beim Lesen im Granta Magazin entdeckte ich unter zahlreichen Texten Anderer beispielsweise John MacGahern und jetzt - zufällig auch Ire -Philip Ó Cealleigh. Die entsprechen da meiner Vorstellung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir gefiel Vargas Llosas Buch &#8222;Die ewige Orgie&#8220;, in dem er über den Stil und die Arbeitsweise von Flaubert nachdenkt. Flaubert las, hin und herwandelnd, seine Texte laut, um Klang und Fluss zu überprüfen und auszufeilen. Gute Literatur ist der Musik verwandt. Ich mag aber auch den Aspekt der Architektur in der Literatur, und der gebraucht eher Verstand. Am wichtigsten ist mir aber, dass dem Autoren das, worüber er schreibt, im Innersten angeht. Dass dies beim Lesen dann berührt, das heisst, den ganzen Menschen mit Körper und Verstand erreicht, ist ein guter Indikator für große Literatur. Beim Lesen im Granta Magazin entdeckte ich unter zahlreichen Texten Anderer beispielsweise John MacGahern und jetzt &#8211; zufällig auch Ire -Philip Ó Cealleigh. Die entsprechen da meiner Vorstellung.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Wolf-Dieter		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-94</link>

		<dc:creator><![CDATA[Wolf-Dieter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2016 09:25:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Kunst, allgemein „mit der Körper“ wahrgenommen, ist kein schlechtes Sinnbild. 

Ein Kunstwerk – Buch, Gedicht, Bild – bringt Information außerhalb der Verbalisierung. Sie entzieht sich dem gesprochenen Wort. Um sie verbal mitzuteilen, ist der Umweg über die Metapher nötig.

Der „Körper“, die „Reaktion der Magengrube“, das ist hier die Metapher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kunst, allgemein „mit der Körper“ wahrgenommen, ist kein schlechtes Sinnbild. </p>
<p>Ein Kunstwerk – Buch, Gedicht, Bild – bringt Information außerhalb der Verbalisierung. Sie entzieht sich dem gesprochenen Wort. Um sie verbal mitzuteilen, ist der Umweg über die Metapher nötig.</p>
<p>Der „Körper“, die „Reaktion der Magengrube“, das ist hier die Metapher.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Reinhard Matern		</title>
		<link>https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/#comment-91</link>

		<dc:creator><![CDATA[Reinhard Matern]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2016 08:35:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=1908#comment-91</guid>

					<description><![CDATA[Fragelos gibt es körperliche Reaktionen auf Texte. Besonders als Jugendlicher und junger Erwachsener hatte ich dies erfahren: Z.B. beim Lesen der Romane von Hesse (Narziss und Goldmund; Demian) und Stendhal (Rot und Schwarz). Körperliche Reaktionen lernte ich aber auch später von Texten kennen, die mir weniger zusagten. Im Grunde ist die Körperlichkeit sachlich wenig differenziert - und sie geschieht vermutlich in Abhängigkeit vom Verstehen bzw. Nichtverstehen. Den Magen oder die Geschmäcklerei in ein Zentrum zu stellen, könnte z.B. erläutern helfen, dass die Ahnung in Bezug auf einen Text nicht besonders groß ist. Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass körperliche Gefühle darüber Auskunft geben könnten, welche Texte gut oder schlecht sind: &quot;Er (der Körper) weiß, dass es gut ist, aber er kann nicht sagen, warum.&quot; Ich hielte dies für einen Irrweg.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fragelos gibt es körperliche Reaktionen auf Texte. Besonders als Jugendlicher und junger Erwachsener hatte ich dies erfahren: Z.B. beim Lesen der Romane von Hesse (Narziss und Goldmund; Demian) und Stendhal (Rot und Schwarz). Körperliche Reaktionen lernte ich aber auch später von Texten kennen, die mir weniger zusagten. Im Grunde ist die Körperlichkeit sachlich wenig differenziert &#8211; und sie geschieht vermutlich in Abhängigkeit vom Verstehen bzw. Nichtverstehen. Den Magen oder die Geschmäcklerei in ein Zentrum zu stellen, könnte z.B. erläutern helfen, dass die Ahnung in Bezug auf einen Text nicht besonders groß ist. Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass körperliche Gefühle darüber Auskunft geben könnten, welche Texte gut oder schlecht sind: &#8222;Er (der Körper) weiß, dass es gut ist, aber er kann nicht sagen, warum.&#8220; Ich hielte dies für einen Irrweg.</p>
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