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	Kommentare zu: PS zu Anne Garréta, „Sphinx“	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		<title>
		Von: Frank Heibert		</title>
		<link>https://tell-review.de/ps-zu-anne-garreta-sphinx/#comment-626</link>

		<dc:creator><![CDATA[Frank Heibert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2017 12:43:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Interessante Überlegungen! Die Lektüre des gesamten Romans lässt aber darauf schließen, dass dieser Deutungsausweg, es handele sich bei dem Ich und A*** womöglich um zwei Seiten einer Person, eher unwahrscheinlich ist. Sicher, multiple Persönlichkeiten könnten auch erzählende Hauptfiguren von Literatur werden, aber so viele und verschiedene Situationen der sozialen und sexuellen Auseinandersetzung miteinander, so häufiges &quot;An verschiedenen Orten sein&quot; wäre selbst für Menschen mit multipler Persönlichkeit wohl kaum vorstellbar.
Die Frage der Übersetzbarkeit in noch stärker durchgegenderte Sprachen muss sich die Autorin natürlich nicht stellen -- Luxus. Damit kommen wir in den Bereich der Unübersetzbarkeit aufgrund der manifest anders funktionierenden Sprachsysteme. Das tun Sprachsysteme immer; zum Übersetzungsproblem wird es nur dann, wenn ein entscheidender Anteil der angestrebten inhaltlichen und ästhetischen Wirkung des Werks von einer spezifischen Eigenschaft der Originalsprache abhängt: nämlich derjenigen, dass dem starken geschlechtlichen Zuordnungsbedürfnis in der Gesellschaft eine schwächere Zuordnungsnotwendigkeit (oder -pflicht!) in der Sprachgrammatik gegenübersteht. Das literarische Experiment, sich dieser gesellschaftlichen Konvention zu entziehen, gelingt natürlich nur in Sprachen, die bei der Zuordnungspflicht Spielräume lassen.
Da die Sprache ja immer auch das Denken beeinflusst, dürfte die fehlende oder verweigerte Geschlechtszuordnung in den slawischen Kulturen noch überraschender und ungewöhnlicher wirken. Und, je nach Unkonventionalität der Verlage, erst recht (oder gar nicht!) ein Bedürfnis nach der Übersetzung auslösen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interessante Überlegungen! Die Lektüre des gesamten Romans lässt aber darauf schließen, dass dieser Deutungsausweg, es handele sich bei dem Ich und A*** womöglich um zwei Seiten einer Person, eher unwahrscheinlich ist. Sicher, multiple Persönlichkeiten könnten auch erzählende Hauptfiguren von Literatur werden, aber so viele und verschiedene Situationen der sozialen und sexuellen Auseinandersetzung miteinander, so häufiges &#8222;An verschiedenen Orten sein&#8220; wäre selbst für Menschen mit multipler Persönlichkeit wohl kaum vorstellbar.<br />
Die Frage der Übersetzbarkeit in noch stärker durchgegenderte Sprachen muss sich die Autorin natürlich nicht stellen &#8212; Luxus. Damit kommen wir in den Bereich der Unübersetzbarkeit aufgrund der manifest anders funktionierenden Sprachsysteme. Das tun Sprachsysteme immer; zum Übersetzungsproblem wird es nur dann, wenn ein entscheidender Anteil der angestrebten inhaltlichen und ästhetischen Wirkung des Werks von einer spezifischen Eigenschaft der Originalsprache abhängt: nämlich derjenigen, dass dem starken geschlechtlichen Zuordnungsbedürfnis in der Gesellschaft eine schwächere Zuordnungsnotwendigkeit (oder -pflicht!) in der Sprachgrammatik gegenübersteht. Das literarische Experiment, sich dieser gesellschaftlichen Konvention zu entziehen, gelingt natürlich nur in Sprachen, die bei der Zuordnungspflicht Spielräume lassen.<br />
Da die Sprache ja immer auch das Denken beeinflusst, dürfte die fehlende oder verweigerte Geschlechtszuordnung in den slawischen Kulturen noch überraschender und ungewöhnlicher wirken. Und, je nach Unkonventionalität der Verlage, erst recht (oder gar nicht!) ein Bedürfnis nach der Übersetzung auslösen &#8230;</p>
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		Von: Anselm Bühling		</title>
		<link>https://tell-review.de/ps-zu-anne-garreta-sphinx/#comment-625</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2017 11:58:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Und noch etwas anderes: Es wäre interessant, sich verschiedene Sprachen mal daraufhin anzusehen, ob und wie sich eine Liebesgeschichte ohne geschlechtliche Festlegung in ihnen erzählen ließe. Im Russischen und anderen slawischen Sprachen wäre es beispielsweise noch viel schwerer, weil auch Adjektive und Verben viel stärker „durchgegendert“ sind – Verben lassen sich z.B. in den Vergangenheitsformen nicht ohne Genus-Festlegung verwenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und noch etwas anderes: Es wäre interessant, sich verschiedene Sprachen mal daraufhin anzusehen, ob und wie sich eine Liebesgeschichte ohne geschlechtliche Festlegung in ihnen erzählen ließe. Im Russischen und anderen slawischen Sprachen wäre es beispielsweise noch viel schwerer, weil auch Adjektive und Verben viel stärker „durchgegendert“ sind – Verben lassen sich z.B. in den Vergangenheitsformen nicht ohne Genus-Festlegung verwenden.</p>
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		<title>
		Von: Anselm Bühling		</title>
		<link>https://tell-review.de/ps-zu-anne-garreta-sphinx/#comment-624</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2017 11:51:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zum „androgynen Aussehen der Autorin“ fällt mir noch ein, dass der Vorname „Anne“ in Frankreich vor allem im 16. und 17. Jahrhundert durchaus auch für Männer üblich war. Wenn die beiden Hauptpersonen „ich“ und „A***“ heißen, könnte das auch noch eine weitere Lesart erschließen: Vielleicht ist nicht nur das Geschlecht der Hauptpersonen unbestimmt; vielleicht ist sogar offen, ob es sich um zwei Personen handelt oder um zwei Seiten einer Person?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum „androgynen Aussehen der Autorin“ fällt mir noch ein, dass der Vorname „Anne“ in Frankreich vor allem im 16. und 17. Jahrhundert durchaus auch für Männer üblich war. Wenn die beiden Hauptpersonen „ich“ und „A***“ heißen, könnte das auch noch eine weitere Lesart erschließen: Vielleicht ist nicht nur das Geschlecht der Hauptpersonen unbestimmt; vielleicht ist sogar offen, ob es sich um zwei Personen handelt oder um zwei Seiten einer Person?</p>
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