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	Kommentare zu: Page-99-Test: Michel Houellebecq	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Thu, 14 Feb 2019 20:46:06 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Dieter Kief		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-michel-houellebecq/#comment-3092</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dieter Kief]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2019 20:46:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In welcher Zeitung wäre je etwas über die Lage der Normannischen Milchbauern gestanden?- Ich ess&#039; dauernd deren Käse, aber wie es ihnen geht, lese ich erst via Houellebecq - und seh&#039; es an den Gelbwesten-Protesten - Chapeau an diesen Romancier mit der kalten Hand am heißen Puls der Zeit! - Er hat diesen Volksauftsand kommen sehen.
Mit Jordan B. Peterson zu enden: SEROTONIN!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In welcher Zeitung wäre je etwas über die Lage der Normannischen Milchbauern gestanden?- Ich ess&#8216; dauernd deren Käse, aber wie es ihnen geht, lese ich erst via Houellebecq &#8211; und seh&#8216; es an den Gelbwesten-Protesten &#8211; Chapeau an diesen Romancier mit der kalten Hand am heißen Puls der Zeit! &#8211; Er hat diesen Volksauftsand kommen sehen.<br />
Mit Jordan B. Peterson zu enden: SEROTONIN!</p>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-michel-houellebecq/#comment-2929</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jan 2019 10:11:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das sind erhellende Beobachtungen zur Langeweile, die man durch die Langeweile selbst erzeugt... 
Inzwischen habe ich das ganze Buch gelesen, und was mir beim Page-99-Test aufgefallen ist, trifft vor allem auf die erste Hälfte zu. Als sich der Ich-Erzähler aus Paris absetzt in die Normandie, verändert sich der Duktus. Nun ist es eine solide Erzählung, mit einem Abstecher in journalistisches Gelände (dort, wo es um den Protest der normannischen Milchbauern geht). Nur brauche ich für EU-Kritik keine Literatur, dafür lese ich Zeitung...).
Seltsam zusammengeschustertes Werk.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das sind erhellende Beobachtungen zur Langeweile, die man durch die Langeweile selbst erzeugt&#8230;<br />
Inzwischen habe ich das ganze Buch gelesen, und was mir beim Page-99-Test aufgefallen ist, trifft vor allem auf die erste Hälfte zu. Als sich der Ich-Erzähler aus Paris absetzt in die Normandie, verändert sich der Duktus. Nun ist es eine solide Erzählung, mit einem Abstecher in journalistisches Gelände (dort, wo es um den Protest der normannischen Milchbauern geht). Nur brauche ich für EU-Kritik keine Literatur, dafür lese ich Zeitung&#8230;).<br />
Seltsam zusammengeschustertes Werk.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: ziggev		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-michel-houellebecq/#comment-2743</link>

		<dc:creator><![CDATA[ziggev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2019 18:21:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[charakteristisch scheint mir hier weniger die (abschwächende) Relativierung, sondern mehr die neben- oder untergeordnete Ergänzung zu sein. Houellebecq ist wild entschlossen, seine Leser mit seiner eigenen langen Weile zu langweilen. Dass es ihm gelingt, ist aber nicht gerade ein Kunststück. Belanglose Sachverhalte werden um weitere, noch uninteressantere ergänzt (&quot;wobei&quot;). Form- und Inhaltsleere kommen über das Mittel der formalen Redundanz zur Deckung. Relativierung würde irgendeine - und sei es eine noch so schwache - Wertung voraussetzten. Als könnte die eine Langweiligkeit durch eine weitere - ironisch - relativiert oder gesteigert werden. Langeweile ist einfach lange Weile, sie kann nicht gesteigert oder ironisiert werden. Besonders fordert sie nicht einmal einen Houellebecq.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>charakteristisch scheint mir hier weniger die (abschwächende) Relativierung, sondern mehr die neben- oder untergeordnete Ergänzung zu sein. Houellebecq ist wild entschlossen, seine Leser mit seiner eigenen langen Weile zu langweilen. Dass es ihm gelingt, ist aber nicht gerade ein Kunststück. Belanglose Sachverhalte werden um weitere, noch uninteressantere ergänzt (&#8222;wobei&#8220;). Form- und Inhaltsleere kommen über das Mittel der formalen Redundanz zur Deckung. Relativierung würde irgendeine &#8211; und sei es eine noch so schwache &#8211; Wertung voraussetzten. Als könnte die eine Langweiligkeit durch eine weitere &#8211; ironisch &#8211; relativiert oder gesteigert werden. Langeweile ist einfach lange Weile, sie kann nicht gesteigert oder ironisiert werden. Besonders fordert sie nicht einmal einen Houellebecq.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: holio		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-michel-houellebecq/#comment-2738</link>

		<dc:creator><![CDATA[holio]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2019 08:47:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Beide Relativierungen führen ins Schwächere, Verwaschenere hinab. Mit der Bekanntschaft von Claire und dem Krisenkommunikationsmanager ist es nicht weit her und das Theaterstück von Bataille ist mehr vom Regisseur. Zu optimistische Annahmen werden auf den Boden der Realität zurückgekullert. Die kaskadierten Relativierungen zeigen im Kleinen Niedergang auf. Affektiv mögen sie Enttäuschung ausdrücken, Anklage oder wollen uns zum Lachen bringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beide Relativierungen führen ins Schwächere, Verwaschenere hinab. Mit der Bekanntschaft von Claire und dem Krisenkommunikationsmanager ist es nicht weit her und das Theaterstück von Bataille ist mehr vom Regisseur. Zu optimistische Annahmen werden auf den Boden der Realität zurückgekullert. Die kaskadierten Relativierungen zeigen im Kleinen Niedergang auf. Affektiv mögen sie Enttäuschung ausdrücken, Anklage oder wollen uns zum Lachen bringen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-michel-houellebecq/#comment-2724</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2019 12:17:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Grundsätzlich bin ich mit Hans-Werner Bott einverstanden: Literatur muss nicht gradlinig erzählt sein, deshalb interessieren mich ja Autoren wie Thomas Harlan oder William H. Gass so sehr. Doch nicht alles, was der Abschweifung, dem &quot;umzingelnden&quot; und uneigentlichen Sprechen huldigt, ist deswegen schon bemerkenswerte Literatur im Sinn eines Jean Paul oder Laurence Sterne. Nicht einmal das Zusammenfallen von Form und Inhalt garantiert für sich genommen schon Kunst von Rang.
Es gibt halt auch den Kitsch der Avantgarde. Und ich fürchte, Houellebecq geht sehr in diese Richtung. 
&quot;Unterwerfung&quot; fand ich stark: Dort ist der Protagonist zwar auch das, was man gemeinhin ein Arschloch nennt, aber er ist es so, dass er mich als Figur trotzdem interessiert, ich habe, naiv gesagt, meine Freude an ihm, obwohl ich ihn ablehne. DAS ist für mich ein viel verlässlicheres Kriterium für Kunst: Dass es Lebenskraft hat, rein durch die Sprache, die Energie, mit der es aufgeladen ist. Und das vermisse ich in &quot;Serotonin&quot;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grundsätzlich bin ich mit Hans-Werner Bott einverstanden: Literatur muss nicht gradlinig erzählt sein, deshalb interessieren mich ja Autoren wie Thomas Harlan oder William H. Gass so sehr. Doch nicht alles, was der Abschweifung, dem &#8222;umzingelnden&#8220; und uneigentlichen Sprechen huldigt, ist deswegen schon bemerkenswerte Literatur im Sinn eines Jean Paul oder Laurence Sterne. Nicht einmal das Zusammenfallen von Form und Inhalt garantiert für sich genommen schon Kunst von Rang.<br />
Es gibt halt auch den Kitsch der Avantgarde. Und ich fürchte, Houellebecq geht sehr in diese Richtung.<br />
&#8222;Unterwerfung&#8220; fand ich stark: Dort ist der Protagonist zwar auch das, was man gemeinhin ein Arschloch nennt, aber er ist es so, dass er mich als Figur trotzdem interessiert, ich habe, naiv gesagt, meine Freude an ihm, obwohl ich ihn ablehne. DAS ist für mich ein viel verlässlicheres Kriterium für Kunst: Dass es Lebenskraft hat, rein durch die Sprache, die Energie, mit der es aufgeladen ist. Und das vermisse ich in &#8222;Serotonin&#8220;.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Lars Hartmann		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-michel-houellebecq/#comment-2723</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lars Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2019 12:00:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dem Herrn Bott möchte ich mich da nur anschließen. 

Was den Gedankenstrich betrifft, so ist dieser nicht nur ein Stilmittel der Relativierung, sondern genauso der Präzisierung und ebenso verweist er auf Nebenaspekte, die ein Autor gleichsam in die Klammer setzen möchte. Perspektiven, die er vielleicht nicht fürs Wesentliche hält, die aber ebensowenig zum Verschwinden gebracht werden sollen. Parenthese heißt dieses Zeichen nicht umsonst.

Der vorletzte Absatz scheint mir das principium stilisationis des Romans recht gut zu bezeichnen und ich werte dies als positiv: „Übereinstimmung von Form und Inhalt (..). Wir schauen in diesem Roman einem Mann beim Verschwinden zu, und das obsessiv uneigentliche Sprechen wäre dann gewissermaßen ein Vollzug des Verschwindens.“

Und was kann man Besseres tut als dieses Verschwinden in dieser Form dazustellen. Wir erinnern, insofern ist dies ein sehr guter Satz, liebe Sieglinde Geisel, und man erinnert sich auch noch, wie jene Frau in der Wand verschwand. Da aber war es Mord. Und auch bei Bachmanns &quot;Maline&quot;-Roman funktionierte diese Art der Darstellung, wo nach einer Identität gefragt wird. Genauso scheint mir dies bei Houellebecq konsistent eingelöst - zumindest nach dem, was ich bisher las.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Herrn Bott möchte ich mich da nur anschließen. </p>
<p>Was den Gedankenstrich betrifft, so ist dieser nicht nur ein Stilmittel der Relativierung, sondern genauso der Präzisierung und ebenso verweist er auf Nebenaspekte, die ein Autor gleichsam in die Klammer setzen möchte. Perspektiven, die er vielleicht nicht fürs Wesentliche hält, die aber ebensowenig zum Verschwinden gebracht werden sollen. Parenthese heißt dieses Zeichen nicht umsonst.</p>
<p>Der vorletzte Absatz scheint mir das principium stilisationis des Romans recht gut zu bezeichnen und ich werte dies als positiv: „Übereinstimmung von Form und Inhalt (..). Wir schauen in diesem Roman einem Mann beim Verschwinden zu, und das obsessiv uneigentliche Sprechen wäre dann gewissermaßen ein Vollzug des Verschwindens.“</p>
<p>Und was kann man Besseres tut als dieses Verschwinden in dieser Form dazustellen. Wir erinnern, insofern ist dies ein sehr guter Satz, liebe Sieglinde Geisel, und man erinnert sich auch noch, wie jene Frau in der Wand verschwand. Da aber war es Mord. Und auch bei Bachmanns &#8222;Maline&#8220;-Roman funktionierte diese Art der Darstellung, wo nach einer Identität gefragt wird. Genauso scheint mir dies bei Houellebecq konsistent eingelöst &#8211; zumindest nach dem, was ich bisher las.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: hans-werner bott		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-michel-houellebecq/#comment-2722</link>

		<dc:creator><![CDATA[hans-werner bott]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2019 11:04:44 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=14608#comment-2722</guid>

					<description><![CDATA[Liebe Frau Geisel, mag sein, dass das in der Luft hängen bleiben ermüdend ist - aber, ehrlich, das Dasein ist es auch oder es darf zumindest so beschrieben werden, wenn man an der Kultur krankt. Wer krankt denn nicht. Mit den 7 Literaturkritikern, die das Fernsehen kennt und all den erwartungsfrohen Germanisten, die sich gerne an einer geradlinigen story (wie die Zahlen zeigen ist es eine Story a la Seethaler) erfreuen würden. Nur, ist das uns umzingelnde Sprechen eher uneigentlich, schwammig, hohl and what not und gering ist die Zahl der Schreiber, die es wagen, die Wirklichkeit einholen zu wollen. Gerade erst enttäuscht mich der Wagemut der Inger-Maria Mahlke. Immerhin, sie hat ihn. Monsieur Houllebeque hat ihn ganz bestimmt und die Seite 99 lese ich anders, sagen wir: im Uneigentlichen finde ich was wieder . Mit besten Grüßen Hans-Werner Bott]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Frau Geisel, mag sein, dass das in der Luft hängen bleiben ermüdend ist &#8211; aber, ehrlich, das Dasein ist es auch oder es darf zumindest so beschrieben werden, wenn man an der Kultur krankt. Wer krankt denn nicht. Mit den 7 Literaturkritikern, die das Fernsehen kennt und all den erwartungsfrohen Germanisten, die sich gerne an einer geradlinigen story (wie die Zahlen zeigen ist es eine Story a la Seethaler) erfreuen würden. Nur, ist das uns umzingelnde Sprechen eher uneigentlich, schwammig, hohl and what not und gering ist die Zahl der Schreiber, die es wagen, die Wirklichkeit einholen zu wollen. Gerade erst enttäuscht mich der Wagemut der Inger-Maria Mahlke. Immerhin, sie hat ihn. Monsieur Houllebeque hat ihn ganz bestimmt und die Seite 99 lese ich anders, sagen wir: im Uneigentlichen finde ich was wieder . Mit besten Grüßen Hans-Werner Bott</p>
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