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	Kommentare zu: Page-99-Test: Karl-Ove Knausgård	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Mon, 09 Dec 2024 11:17:47 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>
		Von: Alexandra Trencséni		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-740</link>

		<dc:creator><![CDATA[Alexandra Trencséni]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2017 11:08:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Frank, ...vielen Dank für deine Exkursion zu S.99:)) 
Mir gefiel dein Gedanke, das qua &#039;toter&#039; Sprache die LeserInnen zu AutorInnen werden lassen könnte, ( wie immer man das finden mag;), oder dazu verführt, die Allmacht aus Projektion und Identifikation zu genießen - 

..Bisher mochte ich mich auch noch nicht in die Lektüre werfen, aus den schon genannten Gründen:).
...Lese ich nun die Seite 99, dann finde ich sie schon beinahe Drehbuchschreiben: 

: zwei Situationen, unter- oder oberschwellig mit Widerständen aufgeladen, und kein Metakommentar: der Erzähler scheint über keine andere Möglichkeit von Anteilnahme, Distanzierung, oder Reflexion zur Verfügung als eben die, alles aufzuschreiben, &quot;wie es war&quot;.
(Das hat etwas von dezent renitenter Wehrlosigkeit...:/).

Die seltsame Ungeheuerlichkeit des kleinen Dialogs zur Gewalt mit der Tochter, in dem der Vater seine Macht als Drohung durch schlichtes Aussprechen(können) einer Brutalität demonstriert, und die Kleine will sich trotz seines Einsatzes weiterhin nicht von ihm die Zähne putzen lassen, und die Gattin nichts weiter zum Abschied sagen - 
In U.S. Filmen könnten daraus dann ja auch Amokläufer mit Schlips hervorgehen..;)

- Aber wenn ihm daran gelegen sein sollte, das Gespinst alltäglichster Macht- wie Drohverhältnisse und Renitenzen abzubilden, das man zuweilen noch Familie nennt, und sich dann sozusagen nur noch mittels Aufschreiben ins Außen zu retten, dann wäre das ungefähr so im Ergebnis wie Seite 99, glaube ich...

- Allerdings werde ich das Gefühl einer dezent larmoyanten Perspektive des Familienvaters/Autors nicht los, der wenig in der Lage scheint, sich selbst auch mal nur mit den Augen seiner Nächsten zu sehen, nicht nur in deren schmal gewordenen Augen, sondern im Warum dafür...
&#039;Warum&#039;, das scheint er verweigern zu wollen. Kann man natürlich vielfältig ästhetisch begründen, zeitgenössisch, usw.

Mir kommt in seinem Text eine stete Mischung aus Entblößen und Fixieren entgegen... 
Dieses &quot;Aufschreiben&quot; scheint in der Tat ohne eigene Haltung, wie Du es auch angemerkt hattest: 

Aber darin liegt schon etwas in sich Aggressives, wie auch in den beiden Szenen auf S. 99: 
scheinbar deutlich in der Rede (Auffordern, Drohen, Beschweren, Einfordern), zugleich aber ohne Artikulation des Ichs über sich, wird es erst recht zum Nabel des Ganzen;
- beinahe wie ein passsjv-aggressives Autorenich, das sich so durch alle Details und Ereignisse, die es &quot;nur aufschreibt&quot; als alleinig prägende Perspektive festsetzt.

Die ultimative, sozusagen hermetische Ich-Perspektive... ://
(Ich denke, der Roman ist sehr zeitgenössisch, leider.)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Frank, &#8230;vielen Dank für deine Exkursion zu S.99:))<br />
Mir gefiel dein Gedanke, das qua &#8218;toter&#8216; Sprache die LeserInnen zu AutorInnen werden lassen könnte, ( wie immer man das finden mag;), oder dazu verführt, die Allmacht aus Projektion und Identifikation zu genießen &#8211; </p>
<p>..Bisher mochte ich mich auch noch nicht in die Lektüre werfen, aus den schon genannten Gründen:).<br />
&#8230;Lese ich nun die Seite 99, dann finde ich sie schon beinahe Drehbuchschreiben: </p>
<p>: zwei Situationen, unter- oder oberschwellig mit Widerständen aufgeladen, und kein Metakommentar: der Erzähler scheint über keine andere Möglichkeit von Anteilnahme, Distanzierung, oder Reflexion zur Verfügung als eben die, alles aufzuschreiben, &#8222;wie es war&#8220;.<br />
(Das hat etwas von dezent renitenter Wehrlosigkeit&#8230;:/).</p>
<p>Die seltsame Ungeheuerlichkeit des kleinen Dialogs zur Gewalt mit der Tochter, in dem der Vater seine Macht als Drohung durch schlichtes Aussprechen(können) einer Brutalität demonstriert, und die Kleine will sich trotz seines Einsatzes weiterhin nicht von ihm die Zähne putzen lassen, und die Gattin nichts weiter zum Abschied sagen &#8211;<br />
In U.S. Filmen könnten daraus dann ja auch Amokläufer mit Schlips hervorgehen..;)</p>
<p>&#8211; Aber wenn ihm daran gelegen sein sollte, das Gespinst alltäglichster Macht- wie Drohverhältnisse und Renitenzen abzubilden, das man zuweilen noch Familie nennt, und sich dann sozusagen nur noch mittels Aufschreiben ins Außen zu retten, dann wäre das ungefähr so im Ergebnis wie Seite 99, glaube ich&#8230;</p>
<p>&#8211; Allerdings werde ich das Gefühl einer dezent larmoyanten Perspektive des Familienvaters/Autors nicht los, der wenig in der Lage scheint, sich selbst auch mal nur mit den Augen seiner Nächsten zu sehen, nicht nur in deren schmal gewordenen Augen, sondern im Warum dafür&#8230;<br />
&#8218;Warum&#8216;, das scheint er verweigern zu wollen. Kann man natürlich vielfältig ästhetisch begründen, zeitgenössisch, usw.</p>
<p>Mir kommt in seinem Text eine stete Mischung aus Entblößen und Fixieren entgegen&#8230;<br />
Dieses &#8222;Aufschreiben&#8220; scheint in der Tat ohne eigene Haltung, wie Du es auch angemerkt hattest: </p>
<p>Aber darin liegt schon etwas in sich Aggressives, wie auch in den beiden Szenen auf S. 99:<br />
scheinbar deutlich in der Rede (Auffordern, Drohen, Beschweren, Einfordern), zugleich aber ohne Artikulation des Ichs über sich, wird es erst recht zum Nabel des Ganzen;<br />
&#8211; beinahe wie ein passsjv-aggressives Autorenich, das sich so durch alle Details und Ereignisse, die es &#8222;nur aufschreibt&#8220; als alleinig prägende Perspektive festsetzt.</p>
<p>Die ultimative, sozusagen hermetische Ich-Perspektive&#8230; ://<br />
(Ich denke, der Roman ist sehr zeitgenössisch, leider.)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Beate		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-732</link>

		<dc:creator><![CDATA[Beate]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jun 2017 10:34:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Frank Heibert, ich hatte mich vor einiger Zeit an Knausgårds Werk anzunähern versucht und mich sehr gewundert, was eine so große Zahl von Lesern daran findet. Mir kommt es auch ein wenig so vor, als fände man hier das zerfledderte postmoderne Ich noch einmal in trivialer. weil eben stilistisch so &quot;unprätentiöser&quot; Weise aus der Kontingenz in die Kohärenz zurückgezwungen und sei sie auch noch so alltäglich. Denn die vermeintliche Radikalität bezieht sich ja weniger auf das, was erzählt wird, sondern auf die, wie ich finde, krasse Weise, mit der Knausgård Leben und Schreiben auf ein und dieselbe Sphäre verpflichtet, was aber dieser Tage keinesfalls mehr grundstürzend, sondern eher traurige Wirklichkeit ist. Ich bin Ihnen jedenfalls sehr dankbar für die klaren Beobachtungen und dafür, dass ich hier etwas lesen durfte, was nicht in den Jubelchor einstimmt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Frank Heibert, ich hatte mich vor einiger Zeit an Knausgårds Werk anzunähern versucht und mich sehr gewundert, was eine so große Zahl von Lesern daran findet. Mir kommt es auch ein wenig so vor, als fände man hier das zerfledderte postmoderne Ich noch einmal in trivialer. weil eben stilistisch so &#8222;unprätentiöser&#8220; Weise aus der Kontingenz in die Kohärenz zurückgezwungen und sei sie auch noch so alltäglich. Denn die vermeintliche Radikalität bezieht sich ja weniger auf das, was erzählt wird, sondern auf die, wie ich finde, krasse Weise, mit der Knausgård Leben und Schreiben auf ein und dieselbe Sphäre verpflichtet, was aber dieser Tage keinesfalls mehr grundstürzend, sondern eher traurige Wirklichkeit ist. Ich bin Ihnen jedenfalls sehr dankbar für die klaren Beobachtungen und dafür, dass ich hier etwas lesen durfte, was nicht in den Jubelchor einstimmt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-726</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2017 06:37:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-725&quot;&gt;Simone64&lt;/a&gt;.

Knausgard sei wie ein locker gehäkeltes Gewebe, hat mir ein Freund einmal gesagt. Durch die &quot;Löcher&quot; könne er sein eigenes Leben parallel mitlaufen lassen und lese also gewissermaßen sich selber mit, wenn er Knausgard lese. Das finde ich eine spannende Lese-Erfahrung. 
Zum Lesen gehören ja immer zwei, der Autor und der Leser, und damit sind auch zwei Haltungen im Spiel. Mit anderen Worten: Es ist auch die Frage, was ich von Literatur bekommen möchte. Bei mir hat dieses locker Gehäkelte den umgekehrten Effekt: Ich verliere beim Lesen Energie, es ist, als würde mir die Zeit wie Sand durch die Finger rieseln. Ich suche in der Literatur eine Aufladung, etwas Verdichtetes, Intensiviertes, das mir Energie zuführt (ein Kriterium, das ich vor Jahren einmal bei Virginia Woolf gefunden habe). Und das habe ich bisher bei Knausgard nicht finden können. 
Umso mehr bin ich gespannt auf die Passagen, die Sie uns nach Ihrer Rückkehr hoffentlich mitteilen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-725">Simone64</a>.</p>
<p>Knausgard sei wie ein locker gehäkeltes Gewebe, hat mir ein Freund einmal gesagt. Durch die &#8222;Löcher&#8220; könne er sein eigenes Leben parallel mitlaufen lassen und lese also gewissermaßen sich selber mit, wenn er Knausgard lese. Das finde ich eine spannende Lese-Erfahrung.<br />
Zum Lesen gehören ja immer zwei, der Autor und der Leser, und damit sind auch zwei Haltungen im Spiel. Mit anderen Worten: Es ist auch die Frage, was ich von Literatur bekommen möchte. Bei mir hat dieses locker Gehäkelte den umgekehrten Effekt: Ich verliere beim Lesen Energie, es ist, als würde mir die Zeit wie Sand durch die Finger rieseln. Ich suche in der Literatur eine Aufladung, etwas Verdichtetes, Intensiviertes, das mir Energie zuführt (ein Kriterium, das ich vor Jahren einmal bei Virginia Woolf gefunden habe). Und das habe ich bisher bei Knausgard nicht finden können.<br />
Umso mehr bin ich gespannt auf die Passagen, die Sie uns nach Ihrer Rückkehr hoffentlich mitteilen!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Simone64		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-725</link>

		<dc:creator><![CDATA[Simone64]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 May 2017 18:09:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10158#comment-725</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-724&quot;&gt;Frank Heibert&lt;/a&gt;.

Ja, gerne suche ich die Passagen raus, ich bin allerdings zurzeit in den Ferien und habe keinen Zugriff auf die Bücher, zudem habe ich eines noch ausgeliehen.
Betr. Identifikation: mir gefällt Ihre Beschreibung, es komme eigentlich drauf an, wie einfach man Knausgård &quot;mitschreiben&quot; könne, eigentlich ganz gut. Wobei ich mir dann gesagt habe: darum geht es ja eigentlich immer. Dass ein beschriebenes Leben eben ähnlich ist wie das eigene oder aber ganz anders, aber so gut beschrieben, dass man darin eintauchen kann, z.B. in ein Leben in einer anderen sozialen Klasse, oder einer andern Zeit, oder in einem anderen Geschlecht etc. Bei Knausgård finde ich beide Formen der Identifikationsmöglichkeit...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-724">Frank Heibert</a>.</p>
<p>Ja, gerne suche ich die Passagen raus, ich bin allerdings zurzeit in den Ferien und habe keinen Zugriff auf die Bücher, zudem habe ich eines noch ausgeliehen.<br />
Betr. Identifikation: mir gefällt Ihre Beschreibung, es komme eigentlich drauf an, wie einfach man Knausgård &#8222;mitschreiben&#8220; könne, eigentlich ganz gut. Wobei ich mir dann gesagt habe: darum geht es ja eigentlich immer. Dass ein beschriebenes Leben eben ähnlich ist wie das eigene oder aber ganz anders, aber so gut beschrieben, dass man darin eintauchen kann, z.B. in ein Leben in einer anderen sozialen Klasse, oder einer andern Zeit, oder in einem anderen Geschlecht etc. Bei Knausgård finde ich beide Formen der Identifikationsmöglichkeit&#8230;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Frank Heibert		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-724</link>

		<dc:creator><![CDATA[Frank Heibert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 May 2017 08:11:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10158#comment-724</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-723&quot;&gt;Simone64&lt;/a&gt;.

Liebe Simone, vielen Dank für den Kommentar. Der spielerische Ansatz des Seite-99-Tests beinhaltet ja immer auch das Risiko, etwas zu übersehen, das auf den vielen anderen Seiten stattfindet; insofern sind Ergänzungen oder Widersprüche wie jetzt durch Ihren Kommentar immer besonders spannend. Meine Sprachbetrachtung kann natürlich nur eine Hochrechnung sein; ich würde weiterhin vertreten, dass auf dieser Seite die Sprache auffällig unmarkiert ist, in stilistischer Hinsicht wie auch in Bezug auf eine spürbare Haltung. Die anderen Stellen, die Sie erwähnen, weisen offenbar eine deutliche Haltung auf -- und damit wäre die Sprache dort auch nicht mehr &quot;tot&quot;. Für Sie als Leserin der anderen Bände stellt sich dadurch natürlich ein Kontext her, der Sie die hier fehlende Haltung ergänzen lässt (das wäre meine Hypothese). Wenn Sie noch wissen, wo die Stellen standen, wäre ich natürlich jetzt sehr neugierig darauf, sie mir direkt anzuschauen ... Und was meine Erwähnung von Trivialliteratur betrifft, meinte ich nicht, dass dort die Sprache ähnlich eingesetzt werde wie bei Knausgard, die Gemeinsamkeit ist nur die Tendenz, eher möglichst konventionell zu formulieren, nicht originell oder gar experimentell. In der Trivialliteratur ist die Haltung hinter der Sprache, anders als auf dieser S. 99, immer deutlich erkennbar. -- Nach dem, was Sie schreiben, vermute ich, Sie würden mir aber zustimmen, dass für Sie der Reiz von Knausgards Büchern in einem besonders starken Identifikationsangebot an Sie als Leserin besteht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-723">Simone64</a>.</p>
<p>Liebe Simone, vielen Dank für den Kommentar. Der spielerische Ansatz des Seite-99-Tests beinhaltet ja immer auch das Risiko, etwas zu übersehen, das auf den vielen anderen Seiten stattfindet; insofern sind Ergänzungen oder Widersprüche wie jetzt durch Ihren Kommentar immer besonders spannend. Meine Sprachbetrachtung kann natürlich nur eine Hochrechnung sein; ich würde weiterhin vertreten, dass auf dieser Seite die Sprache auffällig unmarkiert ist, in stilistischer Hinsicht wie auch in Bezug auf eine spürbare Haltung. Die anderen Stellen, die Sie erwähnen, weisen offenbar eine deutliche Haltung auf &#8212; und damit wäre die Sprache dort auch nicht mehr &#8222;tot&#8220;. Für Sie als Leserin der anderen Bände stellt sich dadurch natürlich ein Kontext her, der Sie die hier fehlende Haltung ergänzen lässt (das wäre meine Hypothese). Wenn Sie noch wissen, wo die Stellen standen, wäre ich natürlich jetzt sehr neugierig darauf, sie mir direkt anzuschauen &#8230; Und was meine Erwähnung von Trivialliteratur betrifft, meinte ich nicht, dass dort die Sprache ähnlich eingesetzt werde wie bei Knausgard, die Gemeinsamkeit ist nur die Tendenz, eher möglichst konventionell zu formulieren, nicht originell oder gar experimentell. In der Trivialliteratur ist die Haltung hinter der Sprache, anders als auf dieser S. 99, immer deutlich erkennbar. &#8212; Nach dem, was Sie schreiben, vermute ich, Sie würden mir aber zustimmen, dass für Sie der Reiz von Knausgards Büchern in einem besonders starken Identifikationsangebot an Sie als Leserin besteht?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Simone64		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-723</link>

		<dc:creator><![CDATA[Simone64]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 May 2017 07:44:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hm. Ich kannte den Seite-99 Test bisher nicht. Und vom neuen Knausgård-Buch habe ich noch nicht einmal eine Seite gelesen, sondern nur die abgedruckte Passage. Tote Sprache, wie sie eigentlich nur Trivialliteratur anwendet? Ich kann nur sagen, dass dieser kurze Dialog bei mir Erinnerungen an andere Textstellen aus früheren Büchern der Reihe aulöst. Einige davon haben mich tief berührt, etwa die Beschreibung von Heidis Geburt, nach der das Kind seine Eltern aus dunklen Augen anstarrt und Knausgård merkt, wie das kleine Herz hämmert; andere haben mich ergriffen, wie Knausgårds Schilderung seiner Angst, gegenüber seinen Kindern ähnlich zu versagen wie sein eigener Vater. Und wieder andere waren einfach todlustig in ihrer feinen Beobachtung, wie die Beschreibung eines Kindergeburtstages, an welchen Heidi ebenfalls eingeladen ist. Dort gibt es übrigens einen Satz, der sich über mehrere Seiten hinzieht. Ja, ich gehöre zu denen, die Knausgård genial finden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hm. Ich kannte den Seite-99 Test bisher nicht. Und vom neuen Knausgård-Buch habe ich noch nicht einmal eine Seite gelesen, sondern nur die abgedruckte Passage. Tote Sprache, wie sie eigentlich nur Trivialliteratur anwendet? Ich kann nur sagen, dass dieser kurze Dialog bei mir Erinnerungen an andere Textstellen aus früheren Büchern der Reihe aulöst. Einige davon haben mich tief berührt, etwa die Beschreibung von Heidis Geburt, nach der das Kind seine Eltern aus dunklen Augen anstarrt und Knausgård merkt, wie das kleine Herz hämmert; andere haben mich ergriffen, wie Knausgårds Schilderung seiner Angst, gegenüber seinen Kindern ähnlich zu versagen wie sein eigener Vater. Und wieder andere waren einfach todlustig in ihrer feinen Beobachtung, wie die Beschreibung eines Kindergeburtstages, an welchen Heidi ebenfalls eingeladen ist. Dort gibt es übrigens einen Satz, der sich über mehrere Seiten hinzieht. Ja, ich gehöre zu denen, die Knausgård genial finden.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: fheibert		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-720</link>

		<dc:creator><![CDATA[fheibert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 22:15:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10158#comment-720</guid>

					<description><![CDATA[Das mag sein. Ich kann mich tatsächlich nur zu dieser einen Seite äußern, andere Passagen, wie die zitierten, kenne ich (noch) nicht. Aber es ging mir hier nicht darum, &quot;Nickligkeiten&quot; oder Nichtigkeiten an der Übersetzung zu kritisieren. Darum geht es bei der Betrachtung des Werks von diesem Autor nicht. Sondern um die frappierende Eigenheit der Knausgårdschen Sprache: den Verzicht auf einen charakteristischen, gestalteten Ton. Was sich natürlich auch übersetzerisch niederschlagen muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das mag sein. Ich kann mich tatsächlich nur zu dieser einen Seite äußern, andere Passagen, wie die zitierten, kenne ich (noch) nicht. Aber es ging mir hier nicht darum, &#8222;Nickligkeiten&#8220; oder Nichtigkeiten an der Übersetzung zu kritisieren. Darum geht es bei der Betrachtung des Werks von diesem Autor nicht. Sondern um die frappierende Eigenheit der Knausgårdschen Sprache: den Verzicht auf einen charakteristischen, gestalteten Ton. Was sich natürlich auch übersetzerisch niederschlagen muss.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: holio (@holiode)		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-karl-ove-knausgard/#comment-719</link>

		<dc:creator><![CDATA[holio (@holiode)]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 14:48:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10158#comment-719</guid>

					<description><![CDATA[Mich stören auch Dinge an der Übersetzung. Einmal heißt es: &quot;kein Eigentumsrecht genießt und mir daher, weder juristisch noch moralisch, irgendetwas im Wege gestanden hätte&quot;. Streiche ich die Apposition, wie erlaubt sein müsste, geht die Negation verloren. Und viele andere Kleinigkeiten mehr. Aufzüge fahren in unvorhersehbaren Mustern auf und ab. Noch gerade akzeptabel, obwohl wir Zeitmuster nicht so kennen. Eine Schulabschlussfeier wird als Séance bezeichnet. &quot;Es war wie bei der Suche nach den Superstars.&quot; Da hätte ich &quot;Es war wie bei DSDS.&quot; präferiert, also zumindest Singular. Naja, Nickligkeiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mich stören auch Dinge an der Übersetzung. Einmal heißt es: &#8222;kein Eigentumsrecht genießt und mir daher, weder juristisch noch moralisch, irgendetwas im Wege gestanden hätte&#8220;. Streiche ich die Apposition, wie erlaubt sein müsste, geht die Negation verloren. Und viele andere Kleinigkeiten mehr. Aufzüge fahren in unvorhersehbaren Mustern auf und ab. Noch gerade akzeptabel, obwohl wir Zeitmuster nicht so kennen. Eine Schulabschlussfeier wird als Séance bezeichnet. &#8222;Es war wie bei der Suche nach den Superstars.&#8220; Da hätte ich &#8222;Es war wie bei DSDS.&#8220; präferiert, also zumindest Singular. Naja, Nickligkeiten.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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