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	Kommentare zu: Page-99-Test: Angelika Meier	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 Mar 2022 17:32:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Tobias Herold		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-angelika-meier/#comment-17798</link>

		<dc:creator><![CDATA[Tobias Herold]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 17:32:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo Frau Geisel,
Danke, das ist ein sehr schöner &quot;page 99-Test&quot;. Ich teile Ihre Begeisterung für das Buch - und dass der Seite 99-Würfel hier gerade auf diese Passage fällt, in der die Raffinesse, mit der die für den Roman so wesentliche Selbstbetrachtung des Ich-Erzählers gestaltet ist, so exemplarisch-plastisch zum Tragen kommt, spricht einmal mehr für das Format! Ist doch verrückt, wie sich auch bei erzählender Prosa bisweilen bereits in einem kleinen Auszug Qualitäten und Charakteristika des Ganzen abzeichnen.
Den Einwand, Sie hätten nicht genau hingeschaut kann ich übrigens gar nicht nachvollziehen. Das zunächst kontraintuitiv Anmutende am &quot;meditativen Charakter&quot; der Rachefantasien ist offensichtlich wohlkalkuliert und keine &quot;Schwurbelei&quot;. Zumindest kleine Rachefantasien haben wir ja alle, die wir zur passenden Gelegenheit auch gerne wider besseren Wissens hervorholen. Denn, wie wir hier von Meiers Protagonisten Josef von Házy lernen, es liegt abgründigerweise auch immer ein Moment der Selbstberuhigung in ihnen.
Der Satz verdichtet und verschränkt auf engstem Raum die komplexe, oft parallel auf verschiedenen Reflexions- und Eigentlichkeitsebenen ablaufende Introspektion bzw. Selbstreflexion des Icherzählers, deren Stimme poetologisch (denke ich) im Zentrum des Romans steht und im Verlauf immer weiter nuanciert wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Frau Geisel,<br />
Danke, das ist ein sehr schöner &#8222;page 99-Test&#8220;. Ich teile Ihre Begeisterung für das Buch &#8211; und dass der Seite 99-Würfel hier gerade auf diese Passage fällt, in der die Raffinesse, mit der die für den Roman so wesentliche Selbstbetrachtung des Ich-Erzählers gestaltet ist, so exemplarisch-plastisch zum Tragen kommt, spricht einmal mehr für das Format! Ist doch verrückt, wie sich auch bei erzählender Prosa bisweilen bereits in einem kleinen Auszug Qualitäten und Charakteristika des Ganzen abzeichnen.<br />
Den Einwand, Sie hätten nicht genau hingeschaut kann ich übrigens gar nicht nachvollziehen. Das zunächst kontraintuitiv Anmutende am &#8222;meditativen Charakter&#8220; der Rachefantasien ist offensichtlich wohlkalkuliert und keine &#8222;Schwurbelei&#8220;. Zumindest kleine Rachefantasien haben wir ja alle, die wir zur passenden Gelegenheit auch gerne wider besseren Wissens hervorholen. Denn, wie wir hier von Meiers Protagonisten Josef von Házy lernen, es liegt abgründigerweise auch immer ein Moment der Selbstberuhigung in ihnen.<br />
Der Satz verdichtet und verschränkt auf engstem Raum die komplexe, oft parallel auf verschiedenen Reflexions- und Eigentlichkeitsebenen ablaufende Introspektion bzw. Selbstreflexion des Icherzählers, deren Stimme poetologisch (denke ich) im Zentrum des Romans steht und im Verlauf immer weiter nuanciert wird.</p>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-angelika-meier/#comment-17456</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Feb 2022 16:27:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Danke fürs genaue Hinschauen, liebe Elke. Ich gebe dir bei diesem letzten Satz recht, das hätte man eleganter machen können. Allerdings würde ich von dieser einen Seite noch nicht darauf schließen, dass es sich um die Sorte &quot;ganz ordentlich realistisch und gradlinig erzählte&quot; Gegenwartsliteratur handelt, die du, so nehme ich an, für künstlerisch nicht weiter interessante Massenware hältst. Dazu gibt es hier doch zu viele Kanten, zu viel Spiel mit der Leser-Erwartung. 
Ein Preis und zwei Stipendien (laut Wikipedia) bei sechs belletristischen Büchern - das ist noch nicht das, was ich &quot;arriviert&quot; nennen würde oder was auch immer das Gegenteil von Geheimtipp wäre. Doch das ist natürlich Ansichtssache.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke fürs genaue Hinschauen, liebe Elke. Ich gebe dir bei diesem letzten Satz recht, das hätte man eleganter machen können. Allerdings würde ich von dieser einen Seite noch nicht darauf schließen, dass es sich um die Sorte &#8222;ganz ordentlich realistisch und gradlinig erzählte&#8220; Gegenwartsliteratur handelt, die du, so nehme ich an, für künstlerisch nicht weiter interessante Massenware hältst. Dazu gibt es hier doch zu viele Kanten, zu viel Spiel mit der Leser-Erwartung.<br />
Ein Preis und zwei Stipendien (laut Wikipedia) bei sechs belletristischen Büchern &#8211; das ist noch nicht das, was ich &#8222;arriviert&#8220; nennen würde oder was auch immer das Gegenteil von Geheimtipp wäre. Doch das ist natürlich Ansichtssache.</p>
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		<title>
		Von: Elke Heinemann		</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-angelika-meier/#comment-17421</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elke Heinemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Feb 2022 17:20:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich kann deine Begeisterung nicht recht nachvollziehen, liebe Sieglinde. Gerade das letzte Zitat zeigt mir einen Satz, der inhaltlich und grammatikalisch das ist, was man salopp reichlich verschwurbelt nennen könnte: Das erzählende Ich lernt mit der Zeit, seine Fantasie von der Bestialität seiner Rachefantasien abzulösen - schon allein das ist für mich ein missglückter sprachlicher Purzelbaum -, die so bestialisch ja nicht sind in diesem Satz, sondern vielmehr - und da zeigt sich ein Widerspruch zu bisher zitierten Sätzen - &quot;ausgesprochen meditativen Charakters&quot;, was nun wirklich keine überzeugende Beschreibung von Rachefantasien ist. Irgendetwas soll sicher damit zum Ausdruck gebracht werden, aber was nur? Ansonsten ist das insgesamt sicher ganz ordentlich realistisch und gradlinig erzählt, wobei es vielleicht nicht in überaus bemerkenswerter Weise aus der überwältigenden Fülle ganz ordentlich realistisch und gradlinig erzählter Gegenwartsliteratur hervorzuragen scheint. Gleichwohl hat die Autorin ein paar Auszeichnungen erhalten und Rezensionen im überregionalen Feuilleton, so dass sie – sorry – schwerlich als Geheimtipp zu handeln ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann deine Begeisterung nicht recht nachvollziehen, liebe Sieglinde. Gerade das letzte Zitat zeigt mir einen Satz, der inhaltlich und grammatikalisch das ist, was man salopp reichlich verschwurbelt nennen könnte: Das erzählende Ich lernt mit der Zeit, seine Fantasie von der Bestialität seiner Rachefantasien abzulösen &#8211; schon allein das ist für mich ein missglückter sprachlicher Purzelbaum -, die so bestialisch ja nicht sind in diesem Satz, sondern vielmehr &#8211; und da zeigt sich ein Widerspruch zu bisher zitierten Sätzen &#8211; &#8222;ausgesprochen meditativen Charakters&#8220;, was nun wirklich keine überzeugende Beschreibung von Rachefantasien ist. Irgendetwas soll sicher damit zum Ausdruck gebracht werden, aber was nur? Ansonsten ist das insgesamt sicher ganz ordentlich realistisch und gradlinig erzählt, wobei es vielleicht nicht in überaus bemerkenswerter Weise aus der überwältigenden Fülle ganz ordentlich realistisch und gradlinig erzählter Gegenwartsliteratur hervorzuragen scheint. Gleichwohl hat die Autorin ein paar Auszeichnungen erhalten und Rezensionen im überregionalen Feuilleton, so dass sie – sorry – schwerlich als Geheimtipp zu handeln ist.</p>
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