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	Kommentare zu: Literatur für Journalisten	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Sun, 09 May 2021 11:20:20 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Manuel		</title>
		<link>https://tell-review.de/literatur-fuer-journalisten/#comment-14243</link>

		<dc:creator><![CDATA[Manuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 May 2021 11:20:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dieser Artikel hat beim ersten Lesen meine emphatische Zustimmung gefunden, denn er bringt in seinem Insistieren auf Konstruktion der Wirklichkeit durch Form eine Differenz in Erinnerung, die ein vulgäres Verständnis von Realismus - um ein prominentes Beispiel zu nennen - einstmals so weit eliminiert hatte, dass sie alles moderne Erkunden der Innenwelt nicht-proletarischer Figuren als &quot;dekadent&quot; verwarf, einfach weil sie dieses &quot;Thema&quot; (um in der Sprache des Artikels zu bleiben) für nicht diskutierenswert hielt, und statt dessen nach einem Fokus auf Fabrikhallen, Konzernzentralen und überhaupt Haupt- statt Nebenwidersprüche rief. Wie weit jene, die Literatur primär nach ihren Stoffen sortieren und gewichten, sich - auch jenseits des von Ihnen beschriebenen journalistischen Interesses - im Grunde einer solchen Spät-Lukàcsschen Ästhetik zuneigen, ruft Ihr Beitrag in Erinnerung, und das finde ich unendlich wichtig. Indes: Gleich meldete sich bei mir auch die andere Stimme: nämlich dass in erzählender und um einen mimetisch-realistischen Anspruch niemals ganz herumkommender Literatur es zwar sehr darauf ankommt, WIE Wirklichkeit konstruiert wird, aber - im selben Atemzug - natürlich auch darum, WELCHE. Erich Auerbach, dem man gewiss nicht vorwerfen kann das Wie und die Form in seinem Realismus-Begriff vernachlässigt zu haben, hat diesen Pol der Stofflichkeit eben AUCH als einen beschrieben, in dem Fortschritt - oder sagen wir lieber: Fortschreiten - der literarischen Entwicklung sicher ereignet. So wenn in der Spätantike im selben Moment, da der hohe Ton bröckelt, der Blick auf die Nebenakteure z. B. in Gerichtsprozessen erst frei wird; so wenn in dem Moment, wo Schiller mit der Familie Luise Millers die kleinbürgerliche Wirklichkeit das erste Mal in den Blick nimmt, dadurch auch etwas Neues in die Rollenprosa des Sturm und Drang gerät; so wenn Virginia Woolf die Technik des Bewusstseinsstroms eben nicht nur dazu nutzt, ein Erleben unterhalb der großen Handlungen in den Mittelpunkt zu rücken, sondern eben auch ein spezifisch weibliches Erleben. In all diesen Beispielen steht eine Erweiterung der Stofflichkeit - der Themen, der für thematisierungswürdig befundenen Menschen und Szenerien - als dialektisches Moment jener der Form gegenüber. Ich würde Ihnen zustimmen dass im Journalismus nicht Dialektik am Werk ist, sondern einfach Stofflichkeitsfetischismus und damit Ignoranz gegenüber Kunst. Aber das Interesse am Stoff ist gleichwohl Teil des legitimen Interesses an Literatur, und damit gibt es dann auch ein gesellschaftspolitisches, meinetwegen auch genuin &quot;journalistisches&quot; Kriterium bei Auswahl etc., das sich Geltung verschafft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Artikel hat beim ersten Lesen meine emphatische Zustimmung gefunden, denn er bringt in seinem Insistieren auf Konstruktion der Wirklichkeit durch Form eine Differenz in Erinnerung, die ein vulgäres Verständnis von Realismus &#8211; um ein prominentes Beispiel zu nennen &#8211; einstmals so weit eliminiert hatte, dass sie alles moderne Erkunden der Innenwelt nicht-proletarischer Figuren als &#8222;dekadent&#8220; verwarf, einfach weil sie dieses &#8222;Thema&#8220; (um in der Sprache des Artikels zu bleiben) für nicht diskutierenswert hielt, und statt dessen nach einem Fokus auf Fabrikhallen, Konzernzentralen und überhaupt Haupt- statt Nebenwidersprüche rief. Wie weit jene, die Literatur primär nach ihren Stoffen sortieren und gewichten, sich &#8211; auch jenseits des von Ihnen beschriebenen journalistischen Interesses &#8211; im Grunde einer solchen Spät-Lukàcsschen Ästhetik zuneigen, ruft Ihr Beitrag in Erinnerung, und das finde ich unendlich wichtig. Indes: Gleich meldete sich bei mir auch die andere Stimme: nämlich dass in erzählender und um einen mimetisch-realistischen Anspruch niemals ganz herumkommender Literatur es zwar sehr darauf ankommt, WIE Wirklichkeit konstruiert wird, aber &#8211; im selben Atemzug &#8211; natürlich auch darum, WELCHE. Erich Auerbach, dem man gewiss nicht vorwerfen kann das Wie und die Form in seinem Realismus-Begriff vernachlässigt zu haben, hat diesen Pol der Stofflichkeit eben AUCH als einen beschrieben, in dem Fortschritt &#8211; oder sagen wir lieber: Fortschreiten &#8211; der literarischen Entwicklung sicher ereignet. So wenn in der Spätantike im selben Moment, da der hohe Ton bröckelt, der Blick auf die Nebenakteure z. B. in Gerichtsprozessen erst frei wird; so wenn in dem Moment, wo Schiller mit der Familie Luise Millers die kleinbürgerliche Wirklichkeit das erste Mal in den Blick nimmt, dadurch auch etwas Neues in die Rollenprosa des Sturm und Drang gerät; so wenn Virginia Woolf die Technik des Bewusstseinsstroms eben nicht nur dazu nutzt, ein Erleben unterhalb der großen Handlungen in den Mittelpunkt zu rücken, sondern eben auch ein spezifisch weibliches Erleben. In all diesen Beispielen steht eine Erweiterung der Stofflichkeit &#8211; der Themen, der für thematisierungswürdig befundenen Menschen und Szenerien &#8211; als dialektisches Moment jener der Form gegenüber. Ich würde Ihnen zustimmen dass im Journalismus nicht Dialektik am Werk ist, sondern einfach Stofflichkeitsfetischismus und damit Ignoranz gegenüber Kunst. Aber das Interesse am Stoff ist gleichwohl Teil des legitimen Interesses an Literatur, und damit gibt es dann auch ein gesellschaftspolitisches, meinetwegen auch genuin &#8222;journalistisches&#8220; Kriterium bei Auswahl etc., das sich Geltung verschafft.</p>
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		Von: Laubeiter		</title>
		<link>https://tell-review.de/literatur-fuer-journalisten/#comment-14182</link>

		<dc:creator><![CDATA[Laubeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Apr 2021 14:16:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Artikel deutet eine Passage eines gedruckten Artikels. Ich verstehe nicht ganz den aus dem gedruckten Artikel zitierten Begriff &quot;Klassismus&quot; und finde den Artikel zu kurz, um ihn gut zu verstehen, und ich finde die Frage, wie viel ein Buch beiträgt zu aktuellen Debatten, interessant; viel Ahnung von neuen Büchern aus D habe ich nicht. Adichies Americanah schien mir sehr nah dran an der aktuellen Debatte. Und was ist mit Jonathan Franzens und Ian McEwans Romanen? Ich lese sie als Bücher zu aktuellen Debatten.   Jelinek fand ich immer dran am Aktuellen, sie schreibt mehr für&#039;s Theater. Kunst kann aktuelle Debatten ignorieren oder auch sie spiegeln. Wenn Knipphals sich wünscht, dass für einen Literaturpreis mindestens ein Buch nah am aktuellen geschrieben sein sollte, so kann ich das verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Artikel deutet eine Passage eines gedruckten Artikels. Ich verstehe nicht ganz den aus dem gedruckten Artikel zitierten Begriff &#8222;Klassismus&#8220; und finde den Artikel zu kurz, um ihn gut zu verstehen, und ich finde die Frage, wie viel ein Buch beiträgt zu aktuellen Debatten, interessant; viel Ahnung von neuen Büchern aus D habe ich nicht. Adichies Americanah schien mir sehr nah dran an der aktuellen Debatte. Und was ist mit Jonathan Franzens und Ian McEwans Romanen? Ich lese sie als Bücher zu aktuellen Debatten.   Jelinek fand ich immer dran am Aktuellen, sie schreibt mehr für&#8217;s Theater. Kunst kann aktuelle Debatten ignorieren oder auch sie spiegeln. Wenn Knipphals sich wünscht, dass für einen Literaturpreis mindestens ein Buch nah am aktuellen geschrieben sein sollte, so kann ich das verstehen.</p>
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		<title>
		Von: Florian Knöppler		</title>
		<link>https://tell-review.de/literatur-fuer-journalisten/#comment-14069</link>

		<dc:creator><![CDATA[Florian Knöppler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Apr 2021 08:53:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auf den Punkt gebracht, was ich seit einiger Zeit immer wieder mal unklar und halb fertig denke. Danke!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den Punkt gebracht, was ich seit einiger Zeit immer wieder mal unklar und halb fertig denke. Danke!</p>
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