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	Kommentare zu: Ist der Page-99-Test bühnentauglich?	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Wed, 13 Jan 2021 14:12:26 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Rainer Kohlmayer		</title>
		<link>https://tell-review.de/ist-der-page-99-test-buehnentauglich/#comment-12745</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Kohlmayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2021 14:12:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/ist-der-page-99-test-buehnentauglich/#comment-12742&quot;&gt;Urs Bircher&lt;/a&gt;.

Mir ist nicht klar, inwiefern das mit Punkt 1 meines Kommentars zusammenhängen soll; also mit der These, dass Ihre Analyse traditionell germanistisch und textbezogen war; also das Textganze berücksichtigte.
Dass man Tartuffe so interpretieren kann, wie Sie das schildern, ist völlig legitim; das könnte auch schon ein moderner Leser so interpretieren. Der Text wird ja gerade ernst genommen, als gegebener Ausgangspunkt, nicht als ein semiotisches Element unter anderen, wie Sie das in Ihrem Anfangsteil darstellten.
Im ersten Teil werteten Sie den Text doch ab und unterwarfen ihn völlig der Autonomie des Theaters - wie man das ja auch tatsächlich aus vielen Inszenierungen kennt (Überschreibungen usw.).
Falls Sie doch festhalten am Wortlaut der (großen) Texte und lediglich für interessante Neuinterpretationen plädieren, stehen wir tatsächlich auf derselben Seite - und vermutlich gegen viele, viele profilsüchtige Regisseure, die ihre Autonomie erheblich stärker ausreizen möchten. Nichts gegen Fritsch; er ist oft köstlich; ich plädiere eben nur für eine gewisse Priorität der Texte innerhalb der semiotischen Vielfalt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/ist-der-page-99-test-buehnentauglich/#comment-12742">Urs Bircher</a>.</p>
<p>Mir ist nicht klar, inwiefern das mit Punkt 1 meines Kommentars zusammenhängen soll; also mit der These, dass Ihre Analyse traditionell germanistisch und textbezogen war; also das Textganze berücksichtigte.<br />
Dass man Tartuffe so interpretieren kann, wie Sie das schildern, ist völlig legitim; das könnte auch schon ein moderner Leser so interpretieren. Der Text wird ja gerade ernst genommen, als gegebener Ausgangspunkt, nicht als ein semiotisches Element unter anderen, wie Sie das in Ihrem Anfangsteil darstellten.<br />
Im ersten Teil werteten Sie den Text doch ab und unterwarfen ihn völlig der Autonomie des Theaters &#8211; wie man das ja auch tatsächlich aus vielen Inszenierungen kennt (Überschreibungen usw.).<br />
Falls Sie doch festhalten am Wortlaut der (großen) Texte und lediglich für interessante Neuinterpretationen plädieren, stehen wir tatsächlich auf derselben Seite &#8211; und vermutlich gegen viele, viele profilsüchtige Regisseure, die ihre Autonomie erheblich stärker ausreizen möchten. Nichts gegen Fritsch; er ist oft köstlich; ich plädiere eben nur für eine gewisse Priorität der Texte innerhalb der semiotischen Vielfalt.</p>
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		<title>
		Von: Urs Bircher		</title>
		<link>https://tell-review.de/ist-der-page-99-test-buehnentauglich/#comment-12742</link>

		<dc:creator><![CDATA[Urs Bircher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2021 13:01:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Grosses Missverständnis Herr Kollege!

Ich plädiere nicht für das postdramatische Regietheater (Fritsch, Castorf u.a.), ich spreche von der grundsätzlichen Mehrsprachigkeit jedes Theaters.  
 
Sie loben die Comédie Française. Gut so. Ein Beispiel: In Molières &quot;Tartuffe&quot; predigt der angeblich fromme Tartuffe Elmire, der Frau seines Gönners, Gottesfurcht und Tugendhaftigkeit. So sein Sprech-Text. 
Die Situation aber erzählt das Gegenteil: Sie erzählt: &quot;Ich bin geil auf dich und will dich flachlegen.&quot;

Diese Heuchelei ist die Botschaft, die den Zuschauer fasziniert. Sie resultiert aus der widersprüchlichen Kombination von Sprech-Text und Situation. Egal ob die Inszenierung &#039;klassisch&#039; oder &#039;modern&#039; ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grosses Missverständnis Herr Kollege!</p>
<p>Ich plädiere nicht für das postdramatische Regietheater (Fritsch, Castorf u.a.), ich spreche von der grundsätzlichen Mehrsprachigkeit jedes Theaters.  </p>
<p>Sie loben die Comédie Française. Gut so. Ein Beispiel: In Molières &#8222;Tartuffe&#8220; predigt der angeblich fromme Tartuffe Elmire, der Frau seines Gönners, Gottesfurcht und Tugendhaftigkeit. So sein Sprech-Text.<br />
Die Situation aber erzählt das Gegenteil: Sie erzählt: &#8222;Ich bin geil auf dich und will dich flachlegen.&#8220;</p>
<p>Diese Heuchelei ist die Botschaft, die den Zuschauer fasziniert. Sie resultiert aus der widersprüchlichen Kombination von Sprech-Text und Situation. Egal ob die Inszenierung &#8218;klassisch&#8216; oder &#8218;modern&#8216; ist.</p>
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		<title>
		Von: Rainer Kohlmayer		</title>
		<link>https://tell-review.de/ist-der-page-99-test-buehnentauglich/#comment-12740</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rainer Kohlmayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2021 10:13:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Interessanter Beitrag von Urs Bircher, reizt tatsächlich zum Widerspruch.
1. Der Seite 99-Test ist gut als Einstieg oder Ausgangspunkt einer Analyse; aber ohne den Blick aufs Ganze bliebe er fast wertlos. Sein Wert besteht in der Anregung, der fruchtbaren Provokation. Das zeigt der Dramaturg in seinem Beitrag sehr schön. Dabei spielt es keine Rolle, was er in der Einleitung theoretisch über die derzeitige Theatersemiotik sagt. Seine Analyse ist ja nur auf den Text bezogen, eben durch den Blick aufs Ganze, verkürzt gesagt. Also kann man folgern, dass der Test auch für Bühnentexte taugt bzw. einen provokanten Ansatz bringt, der durch den Blick auf den Gesamttext relativiert werden muss.
2. Was der erfahrene Dramaturg in der Einleitung sagt, ist die Kurzfassung der zurzeit geltenden Theaterauffassung (&#039;Regietheater&#039;), also die Benutzung des Textes als eine &#039;Sprache&#039; unter vielen. Der Erfolg dieser Theatertheorie beruht vor allem darauf, dass das Theater dadurch völlig autonom wird, geradezu dazu aufgefordert wird, Texte eben nur als notwendiges Übel zu betrachten, um daraus - entsprechend dem jeweils gerade waltenden Hausgenius - etwas völlig Neues, möglichst Unerwartetes zu machen. Statt den Text neu zu &#039;lesen&#039; und zu interpretieren, wird er ersetzt. Das ist oft wirkungsvoll, höchst theatralisch (zB Fritsch). Aber manchmal tut es auch richtig gut, wieder einen starken Text mit starken Figuren &#039;gefeiert&#039; zu sehen. Die tausend Bühnen der deutschsprachigen Theater sollten gelegentlich auch &#039;respektvoll&#039; mit schönen Texten umgehen. Oder nicht?
Also: Einverstanden mit Birchers völlig traditionellen germanistischen Textanalyse. Aber ein großes Fragezeichen hinter der völligen Freigabe des Textes an die Beliebigkeit der Regie. Die Comedie francaise respektiert die Texte, macht aber daraus immer etwas erstaunlich Neues.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interessanter Beitrag von Urs Bircher, reizt tatsächlich zum Widerspruch.<br />
1. Der Seite 99-Test ist gut als Einstieg oder Ausgangspunkt einer Analyse; aber ohne den Blick aufs Ganze bliebe er fast wertlos. Sein Wert besteht in der Anregung, der fruchtbaren Provokation. Das zeigt der Dramaturg in seinem Beitrag sehr schön. Dabei spielt es keine Rolle, was er in der Einleitung theoretisch über die derzeitige Theatersemiotik sagt. Seine Analyse ist ja nur auf den Text bezogen, eben durch den Blick aufs Ganze, verkürzt gesagt. Also kann man folgern, dass der Test auch für Bühnentexte taugt bzw. einen provokanten Ansatz bringt, der durch den Blick auf den Gesamttext relativiert werden muss.<br />
2. Was der erfahrene Dramaturg in der Einleitung sagt, ist die Kurzfassung der zurzeit geltenden Theaterauffassung (&#8218;Regietheater&#8216;), also die Benutzung des Textes als eine &#8218;Sprache&#8216; unter vielen. Der Erfolg dieser Theatertheorie beruht vor allem darauf, dass das Theater dadurch völlig autonom wird, geradezu dazu aufgefordert wird, Texte eben nur als notwendiges Übel zu betrachten, um daraus &#8211; entsprechend dem jeweils gerade waltenden Hausgenius &#8211; etwas völlig Neues, möglichst Unerwartetes zu machen. Statt den Text neu zu &#8218;lesen&#8216; und zu interpretieren, wird er ersetzt. Das ist oft wirkungsvoll, höchst theatralisch (zB Fritsch). Aber manchmal tut es auch richtig gut, wieder einen starken Text mit starken Figuren &#8218;gefeiert&#8216; zu sehen. Die tausend Bühnen der deutschsprachigen Theater sollten gelegentlich auch &#8218;respektvoll&#8216; mit schönen Texten umgehen. Oder nicht?<br />
Also: Einverstanden mit Birchers völlig traditionellen germanistischen Textanalyse. Aber ein großes Fragezeichen hinter der völligen Freigabe des Textes an die Beliebigkeit der Regie. Die Comedie francaise respektiert die Texte, macht aber daraus immer etwas erstaunlich Neues.</p>
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