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	Kommentare zu: Identifikationslektüre für Zeitgenossen	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Tue, 10 Apr 2018 12:15:17 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Manuel		</title>
		<link>https://tell-review.de/identifikationslektuere-fuer-zeitgenossen/#comment-903</link>

		<dc:creator><![CDATA[Manuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2018 12:15:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Beides sind Wirkungen, die es braucht. Das Ritualistische an der Erbauungsliteratur (und an aller &quot;Nicht wahr?&quot;-Rhetorik) lädt die Gleichgesinnten zur Zusammenkunft ein und mobilisiert sie auf diese Art und Weise. Keine politische Anhängerschaft, und also auch keine politische Bewegung, ohne dieses auch immer ausschließende, den Antagonisten konstruierende Moment.  Freilich ist auch keine politische Progression möglich ohne die aktive Anerkenntnis wirklicher Vielfalt, und dieses Moment ist immer schwächer im öffentlichen Raum der sich zwischen Menschen aufspannt. &quot;Hearing the other side&quot; (Diane Mutz) ist risikoreicher und nicht so schnell und eindeutig &quot;lohnend&quot;. Ritualismus und Pluralität stehen als definitorische Momente des Politischen so in einer immer nur empirisch teil-auflösbaren Spannung zueinander. Hoch mobilisierte Partizipation lebt auch von Gegnerschaft; Deliberation braucht Fallibilismus und eigene Beweglichkeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beides sind Wirkungen, die es braucht. Das Ritualistische an der Erbauungsliteratur (und an aller &#8222;Nicht wahr?&#8220;-Rhetorik) lädt die Gleichgesinnten zur Zusammenkunft ein und mobilisiert sie auf diese Art und Weise. Keine politische Anhängerschaft, und also auch keine politische Bewegung, ohne dieses auch immer ausschließende, den Antagonisten konstruierende Moment.  Freilich ist auch keine politische Progression möglich ohne die aktive Anerkenntnis wirklicher Vielfalt, und dieses Moment ist immer schwächer im öffentlichen Raum der sich zwischen Menschen aufspannt. &#8222;Hearing the other side&#8220; (Diane Mutz) ist risikoreicher und nicht so schnell und eindeutig &#8222;lohnend&#8220;. Ritualismus und Pluralität stehen als definitorische Momente des Politischen so in einer immer nur empirisch teil-auflösbaren Spannung zueinander. Hoch mobilisierte Partizipation lebt auch von Gegnerschaft; Deliberation braucht Fallibilismus und eigene Beweglichkeit.</p>
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		<title>
		Von: Lars Hartmann		</title>
		<link>https://tell-review.de/identifikationslektuere-fuer-zeitgenossen/#comment-902</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lars Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2018 11:32:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&quot;Prüfet aber alles, und das Gute behaltet&quot; heißt es im 1. Thessalonicher und so sollte man auch bei der Lektüre von Büchern verfahren. (Wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, was das Gute ist.) Wer liest, um eine Heimat zu finden, der liest am Text vorbei, denn dann wird ihm, sei es von rechts oder von links, das Buch keine Überraschungen bieten. Es schaut aus dem Text das heraus, was man hineingetan hat –die klassische Referenzrahmenbestätigung. Oder man reagiert mit den bekannten Abwehrreflexen, weil der Leser nicht das fand, was er suchte. Ulrich Greiners „Heimatlos“ ist eigentlich – im Sinne einer hermeneutischen Leserexistenz, als Ethik des Interpretierens – ein guter Titel. Für den Intellektuellen ist diese Heimatlosigkeit ein ganz ausgezeichneter Ort. 

Welzers Beispiel mit dem Saal ist leider eines aus der Schublade des Populismus und des Zu-kurz-gedacht. Denn eine Gesellschaft ist keine Diskothek oder eine Gaststätte. Insofern würde ich dieses Beispiel gerade nicht als ein Argument beschreiben. Und daß sich Rechte und Dschihadisten ähnlich sind, ist die unheilvolle und trübsinnige Logik, die man genauso zurückspiegeln kann. Und so setzt sich auf diese Weise das Spiel der unendlichen Vorwürfe fort. In diesem Sinne ist es dann interessant, auf das letzte Buch in der Liste im ersten Absatz zu kommen. Denn es unterläuft genau diese Logik gespiegelter Vorwürfe: X ist ja wie Y.

Ausgesprochen unglücklich ist es allerdings, das Buch von Leo, Steinbeis, Zorn unter der Rubrik Identifikationslektüre zu führen. Denn das Buch ist genau das Gegenteil. Es ermutigt zum Perspektivenwechsel. Und es entzieht sich zudem dem bipolaren Rastern „links oder recht?“. Man kann diese Kritik an Rechtsaußen nämlich von ganz unterschiedlichen Lagern aus betreiben - auch vom nicht-linken Lager aus. In diesem Sinne fällt das Buch aus dem Raster der Identitätslektüren auf eine angenehme Weise heraus und ermuntert zum Selberdenken und zum Argumentieren, und es bietet zugleich in einer erzählerisch-spielerischen Form auch auf einer intuitiven bzw. rhetorischen Ebene Möglichkeiten, diesen Perspektivenwechsel zu probieren. Insofern gehört dieses Buch nur dann in diese Liste, wenn man damit den Ausbruch aus dem Schema anzeigen möchte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Prüfet aber alles, und das Gute behaltet&#8220; heißt es im 1. Thessalonicher und so sollte man auch bei der Lektüre von Büchern verfahren. (Wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, was das Gute ist.) Wer liest, um eine Heimat zu finden, der liest am Text vorbei, denn dann wird ihm, sei es von rechts oder von links, das Buch keine Überraschungen bieten. Es schaut aus dem Text das heraus, was man hineingetan hat –die klassische Referenzrahmenbestätigung. Oder man reagiert mit den bekannten Abwehrreflexen, weil der Leser nicht das fand, was er suchte. Ulrich Greiners „Heimatlos“ ist eigentlich – im Sinne einer hermeneutischen Leserexistenz, als Ethik des Interpretierens – ein guter Titel. Für den Intellektuellen ist diese Heimatlosigkeit ein ganz ausgezeichneter Ort. </p>
<p>Welzers Beispiel mit dem Saal ist leider eines aus der Schublade des Populismus und des Zu-kurz-gedacht. Denn eine Gesellschaft ist keine Diskothek oder eine Gaststätte. Insofern würde ich dieses Beispiel gerade nicht als ein Argument beschreiben. Und daß sich Rechte und Dschihadisten ähnlich sind, ist die unheilvolle und trübsinnige Logik, die man genauso zurückspiegeln kann. Und so setzt sich auf diese Weise das Spiel der unendlichen Vorwürfe fort. In diesem Sinne ist es dann interessant, auf das letzte Buch in der Liste im ersten Absatz zu kommen. Denn es unterläuft genau diese Logik gespiegelter Vorwürfe: X ist ja wie Y.</p>
<p>Ausgesprochen unglücklich ist es allerdings, das Buch von Leo, Steinbeis, Zorn unter der Rubrik Identifikationslektüre zu führen. Denn das Buch ist genau das Gegenteil. Es ermutigt zum Perspektivenwechsel. Und es entzieht sich zudem dem bipolaren Rastern „links oder recht?“. Man kann diese Kritik an Rechtsaußen nämlich von ganz unterschiedlichen Lagern aus betreiben &#8211; auch vom nicht-linken Lager aus. In diesem Sinne fällt das Buch aus dem Raster der Identitätslektüren auf eine angenehme Weise heraus und ermuntert zum Selberdenken und zum Argumentieren, und es bietet zugleich in einer erzählerisch-spielerischen Form auch auf einer intuitiven bzw. rhetorischen Ebene Möglichkeiten, diesen Perspektivenwechsel zu probieren. Insofern gehört dieses Buch nur dann in diese Liste, wenn man damit den Ausbruch aus dem Schema anzeigen möchte.</p>
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