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	Kommentare zu: Grundanders anfangen	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Mon, 24 Feb 2020 14:08:58 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Wolfgang Stauch		</title>
		<link>https://tell-review.de/grundanders-anfangen/#comment-6337</link>

		<dc:creator><![CDATA[Wolfgang Stauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2019 14:43:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wer Handke nicht will soll ihn nicht lesen. Basta!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Handke nicht will soll ihn nicht lesen. Basta!</p>
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		<title>
		Von: Marc Djizmedjian		</title>
		<link>https://tell-review.de/grundanders-anfangen/#comment-6295</link>

		<dc:creator><![CDATA[Marc Djizmedjian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Nov 2019 19:00:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Danke für diese sorgfältige Textkritik, die Bedenkenswertes enthält und etwas von den textimmanenten Ambivalenzen spürbar werden lässt. Ich nehme sie zum Anlass für einige weiterführende Überlegungen. In der Debatte geht es meiner Ansicht nach längst nicht mehr nur um die Sätze, die Handke formuliert hat, die Frage, wie sie zu verstehen oder nicht zu verstehen seien, sondern auch um folgendes:

1. Die Person Peter Handke
2. Die Frage, welche Literatur «man» heute will

Die Person Peter Handke polarisiert, was daran liegen mag, dass er selber nie zimperlich im Austeilen war, in der Kritik an anderen, und dies lange vor den Serbientexten. Er hat sich verschiedentlich in harscher, herablassender, auch vulgärer und verletzender Weise über andere geäussert, aus einer, wie es scheint, irrationalen, unkontrollierten Reizbarkeit heraus. Diese (Un-)Art steht in einem scharfen Kontrast zu seiner Poetik ab ca. 1980, in der er sein besseres Selbst gestaltet und sich dem Lesepublikum als feinsinnigen, friedliebenden Alleingänger, mit Vorliebe in der Natur, vorstellt, der beobachtet und sich so seine Gedanken zu dies und jenem macht. Aber wie es scheint, wurde mit dem Nobelpreis etwas aktiviert, was lange geschlafen hat und nicht nur Handkes politischen Äusserungen zu Serbien meint, sondern direkt auf seine Persönlichkeit abzielt, auf diese unberechenbare und destruktive Seite, die im Übrigen seine Annäherung an die serbische Autokratie ein Stück weit erklären könnte. Jetzt wird versucht, zurecht oder nicht, den alten, janusgesichtigen König endlich zu stürzen.

An Handke entzündet sich ausserdem die Debatte um die Frage, welche Literatur «man» heute eigentlich (noch) will. «Innerlichkeit» steht, so mein Eindruck, beim überwiegenden Teil der Kritik eher tief im Kurs, der Begriff wird zum Teil als Schimpfwort benutzt. Man will Handlung, man will Eindeutigkeit, man will vor allem das &quot;Richtige&quot;, und deshalb soll Dichtung (oder was sich dafür ausgibt) mindestens implizit eine politische Dimension besitzen. Der diesjährige Büchnerpreisträger steht idealtypisch für diese Position eines expliziten politischen, also richtigen Schreibens, bei dem man die Frage nach der dichterischen Qualität, also der Sprache, getrost vernachlässigen darf. Handke steht in vielen seiner Bücher für die genaue Gegenposition dieses Schreibverständnisses, steht für das Betrachten und Verweilen bei den Dingen, die Dinge selbst sollen erzählen, sie sollen Sprache sein, jenseits von Politik, und auch deshalb eignet sich seine Literatur so gut für die Schmähung. Womit Marcel Reich-Ranicki einst begonnen hat, der Handke so wohlfeil wie langweilig als «langweilig» taxierte, damit will man nun endgültig zu einem Ende kommen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für diese sorgfältige Textkritik, die Bedenkenswertes enthält und etwas von den textimmanenten Ambivalenzen spürbar werden lässt. Ich nehme sie zum Anlass für einige weiterführende Überlegungen. In der Debatte geht es meiner Ansicht nach längst nicht mehr nur um die Sätze, die Handke formuliert hat, die Frage, wie sie zu verstehen oder nicht zu verstehen seien, sondern auch um folgendes:</p>
<p>1. Die Person Peter Handke<br />
2. Die Frage, welche Literatur «man» heute will</p>
<p>Die Person Peter Handke polarisiert, was daran liegen mag, dass er selber nie zimperlich im Austeilen war, in der Kritik an anderen, und dies lange vor den Serbientexten. Er hat sich verschiedentlich in harscher, herablassender, auch vulgärer und verletzender Weise über andere geäussert, aus einer, wie es scheint, irrationalen, unkontrollierten Reizbarkeit heraus. Diese (Un-)Art steht in einem scharfen Kontrast zu seiner Poetik ab ca. 1980, in der er sein besseres Selbst gestaltet und sich dem Lesepublikum als feinsinnigen, friedliebenden Alleingänger, mit Vorliebe in der Natur, vorstellt, der beobachtet und sich so seine Gedanken zu dies und jenem macht. Aber wie es scheint, wurde mit dem Nobelpreis etwas aktiviert, was lange geschlafen hat und nicht nur Handkes politischen Äusserungen zu Serbien meint, sondern direkt auf seine Persönlichkeit abzielt, auf diese unberechenbare und destruktive Seite, die im Übrigen seine Annäherung an die serbische Autokratie ein Stück weit erklären könnte. Jetzt wird versucht, zurecht oder nicht, den alten, janusgesichtigen König endlich zu stürzen.</p>
<p>An Handke entzündet sich ausserdem die Debatte um die Frage, welche Literatur «man» heute eigentlich (noch) will. «Innerlichkeit» steht, so mein Eindruck, beim überwiegenden Teil der Kritik eher tief im Kurs, der Begriff wird zum Teil als Schimpfwort benutzt. Man will Handlung, man will Eindeutigkeit, man will vor allem das &#8222;Richtige&#8220;, und deshalb soll Dichtung (oder was sich dafür ausgibt) mindestens implizit eine politische Dimension besitzen. Der diesjährige Büchnerpreisträger steht idealtypisch für diese Position eines expliziten politischen, also richtigen Schreibens, bei dem man die Frage nach der dichterischen Qualität, also der Sprache, getrost vernachlässigen darf. Handke steht in vielen seiner Bücher für die genaue Gegenposition dieses Schreibverständnisses, steht für das Betrachten und Verweilen bei den Dingen, die Dinge selbst sollen erzählen, sie sollen Sprache sein, jenseits von Politik, und auch deshalb eignet sich seine Literatur so gut für die Schmähung. Womit Marcel Reich-Ranicki einst begonnen hat, der Handke so wohlfeil wie langweilig als «langweilig» taxierte, damit will man nun endgültig zu einem Ende kommen.</p>
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		<title>
		Von: Sieglinde Geisel		</title>
		<link>https://tell-review.de/grundanders-anfangen/#comment-6286</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 22:02:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Auf der einen Seite haben wir einen Autor, der sich ausdrücklich nicht vorbereitet, der auf Notizen verzichtet und auf seiner Reise auch keine Fragen stellen will(das sagt Handke in einem der betreffenden Aufsätze). Auf der anderen Seite haben wir einen professionell arbeitenden Journalisten, der sich vorbereitet, recherchiert und mit Zeugen über das spricht, was sie erlebt haben, wobei er transparent macht, unter welchen Umständen wer was gesagt hat. Man hätte es nüchterner schreiben können, also ohne bare Füße oder smaragdgrünes Wasser unter der Brücke. Doch dass diese Beigaben wichtiger sind, als die Verbrechen, um die es in der Reportage von Chris Hedges geht, scheint mir symptomatisch für die ganze Debatte. Der Reporter lässt die Opfer nicht aus Sensationslust von den Verbrechen erzählen, sondern weil diese Verbrechen geschehen sind. Sensationslüstern ist nicht der Journalist, sondern allenfalls der Leser, der bei der Lektüre offenbar einen Kitzel verspürt.
Und das nennt sich &quot;Medienkritik&quot;? Wenn ein ausdrücklich auf jegliche Recherche verzichtender Autor einem recherchierenden Reporter vorwirft, er erzähle Märchen, dann erinnert mich das sehr an diejenigen, die den seriösen Medien &quot;Lügenpresse&quot; hinterherschreien - und im Gegenzug Medien vertrauen, die nachweislich fake news verbreiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der einen Seite haben wir einen Autor, der sich ausdrücklich nicht vorbereitet, der auf Notizen verzichtet und auf seiner Reise auch keine Fragen stellen will(das sagt Handke in einem der betreffenden Aufsätze). Auf der anderen Seite haben wir einen professionell arbeitenden Journalisten, der sich vorbereitet, recherchiert und mit Zeugen über das spricht, was sie erlebt haben, wobei er transparent macht, unter welchen Umständen wer was gesagt hat. Man hätte es nüchterner schreiben können, also ohne bare Füße oder smaragdgrünes Wasser unter der Brücke. Doch dass diese Beigaben wichtiger sind, als die Verbrechen, um die es in der Reportage von Chris Hedges geht, scheint mir symptomatisch für die ganze Debatte. Der Reporter lässt die Opfer nicht aus Sensationslust von den Verbrechen erzählen, sondern weil diese Verbrechen geschehen sind. Sensationslüstern ist nicht der Journalist, sondern allenfalls der Leser, der bei der Lektüre offenbar einen Kitzel verspürt.<br />
Und das nennt sich &#8222;Medienkritik&#8220;? Wenn ein ausdrücklich auf jegliche Recherche verzichtender Autor einem recherchierenden Reporter vorwirft, er erzähle Märchen, dann erinnert mich das sehr an diejenigen, die den seriösen Medien &#8222;Lügenpresse&#8220; hinterherschreien &#8211; und im Gegenzug Medien vertrauen, die nachweislich fake news verbreiten.</p>
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		<title>
		Von: Beobachter		</title>
		<link>https://tell-review.de/grundanders-anfangen/#comment-6281</link>

		<dc:creator><![CDATA[Beobachter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 11:45:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Handke hat mit seinen Texten und Interviews politische Aussagen treffen wollen, also ist es auch gerechtfertigt, sie entsprechend kritisch zu hinterfragen, anstatt sie als Literatur vor Kritik zu immunisieren.

Auch in Ihrem Text: Viele Worte, mit denen versucht wird, Handkes Methodik zu rechtfertigen, die sich in ähnlicher Form in den letzten Jahren in den russischen Propagandamedien beobachten ließ - was vermeintlich als &quot;Frage&quot; daherkommt, dient in erster Linie dazu, Zweifel zu sähen. Gerne auch, indem die Integrität einer Person in Zweifel gezogen wird. (Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass der von Ihnen zitierte &quot;Handke-Experte&quot; Lothar Struck den Begriff &quot;Manhattan-Journalist&quot; ohne Anführungszeichen verwendet und damit die Distanz zur &quot;Medienkritik&quot; des Dichters aufgibt.)

Was Handkes politische Einstellungen betrifft, so muss man sich gar nicht seine manierierten Prosatexte antun. Es genügt, ein von ihm autorisiertes NZZ-Interview von 2006 zu lesen. Dort steht in bedrückender Klarheit alles, was man über seine Haltung zu den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien wissen muss - gruselig ist insbesondere, wie stark seine Äußerungen dem Sound ähneln, den wir heute von AfD-Funktionären, Trump-Anhängern, Putin-Propagandisten und Nazis kennen: 

Da ist von &quot;Soros-Demokraten&quot; die Rede (gemeint ist die serbische Opposition gegen Milosevic, angeblich aus dem Ausland gesteuert), da kommt eine Variante des &#039;Geburten-Jihads&#039; ins Spiel (&quot;Es ist tragisch: zwei Millionen Kosovo-Albaner. Da war für die Kosovo-Serben schon demografisch nichts zu machen.&quot;) und eine Form von &#039;wenn der Führer das wüsste&#039; (&quot;Milosevic war nicht einmal Autokrat im strengen Sinn. Er hat alle die Schwindlergruppen um ihn herum einfach nicht in der Hand gehabt.&quot;), und der Krieg gegen Bosnien-Herzegowina wird mit dem Argument, Izetbegovic habe dort einen islamischen Gottesstaat errichten wollen, de facto als Antiterror-Unternehmen legitimiert.

https://t1p.de/i9k5]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Handke hat mit seinen Texten und Interviews politische Aussagen treffen wollen, also ist es auch gerechtfertigt, sie entsprechend kritisch zu hinterfragen, anstatt sie als Literatur vor Kritik zu immunisieren.</p>
<p>Auch in Ihrem Text: Viele Worte, mit denen versucht wird, Handkes Methodik zu rechtfertigen, die sich in ähnlicher Form in den letzten Jahren in den russischen Propagandamedien beobachten ließ &#8211; was vermeintlich als &#8222;Frage&#8220; daherkommt, dient in erster Linie dazu, Zweifel zu sähen. Gerne auch, indem die Integrität einer Person in Zweifel gezogen wird. (Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass der von Ihnen zitierte &#8222;Handke-Experte&#8220; Lothar Struck den Begriff &#8222;Manhattan-Journalist&#8220; ohne Anführungszeichen verwendet und damit die Distanz zur &#8222;Medienkritik&#8220; des Dichters aufgibt.)</p>
<p>Was Handkes politische Einstellungen betrifft, so muss man sich gar nicht seine manierierten Prosatexte antun. Es genügt, ein von ihm autorisiertes NZZ-Interview von 2006 zu lesen. Dort steht in bedrückender Klarheit alles, was man über seine Haltung zu den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien wissen muss &#8211; gruselig ist insbesondere, wie stark seine Äußerungen dem Sound ähneln, den wir heute von AfD-Funktionären, Trump-Anhängern, Putin-Propagandisten und Nazis kennen: </p>
<p>Da ist von &#8222;Soros-Demokraten&#8220; die Rede (gemeint ist die serbische Opposition gegen Milosevic, angeblich aus dem Ausland gesteuert), da kommt eine Variante des &#8218;Geburten-Jihads&#8216; ins Spiel (&#8222;Es ist tragisch: zwei Millionen Kosovo-Albaner. Da war für die Kosovo-Serben schon demografisch nichts zu machen.&#8220;) und eine Form von &#8218;wenn der Führer das wüsste&#8216; (&#8222;Milosevic war nicht einmal Autokrat im strengen Sinn. Er hat alle die Schwindlergruppen um ihn herum einfach nicht in der Hand gehabt.&#8220;), und der Krieg gegen Bosnien-Herzegowina wird mit dem Argument, Izetbegovic habe dort einen islamischen Gottesstaat errichten wollen, de facto als Antiterror-Unternehmen legitimiert.</p>
<p><a href="https://t1p.de/i9k5" rel="nofollow ugc">https://t1p.de/i9k5</a></p>
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		<item>
		<title>
		Von: mikefromffm		</title>
		<link>https://tell-review.de/grundanders-anfangen/#comment-6279</link>

		<dc:creator><![CDATA[mikefromffm]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 08:41:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich frage mich, wann den Handke-Verstehern auffällt, dass sie mit jedem Versuch, ihren Meister reinzuwaschen, in Wirklichkeit das Grab ein bisschen tiefer legen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich frage mich, wann den Handke-Verstehern auffällt, dass sie mit jedem Versuch, ihren Meister reinzuwaschen, in Wirklichkeit das Grab ein bisschen tiefer legen.</p>
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