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	Kommentare zu: Erlösung durch Gewalt	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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		Von: Laubeiter		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laubeiter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jul 2024 06:53:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Diese Betrachtungen zu Kafkas In der Strafkolonie, die die Veränderung der eigenen Sicht auf den Text vom ersten Lesen vor längerer Zeit bis zur Lektüre heute als einen Gegenstand wählt, finde ich klasse, weil sie neu, persönlich und fragend ist, vielen Dank!
Ich finde in der Erzählung nicht nur die Maschine, sondern auch die Personen eine Revue von Sadismus und Sadisten. In der Erzählung wird das Vorgehen der Maschine mehrfach wiedergegeben, jedesmal mit anderen Einzelheiten, mal geht es um ihr vorgeblich aufsehenerrregendes elegantes Töten in der Vergangenheit, mal um ihre verminderte Kapazität zum Zeitpunkt der Erzählung, mal um Beize, die die Schmerzen steigern sollte. All das zu lesen, erzeugt doch auch Qualen, oder? Für mich oszilliert der Text daher zwischen dem verschwörerischen Enthüllen von Geheimnissen der früheren tödlichen Maschinen-Orgien und der prahlerischen Ankündigung der unmittelbar bevorstehenden erneuten Aufführung einer weiteren .
Der Offizier, der früher zig Verurteilte mit der Maschine tötete, sorgt sich, dass ihm diese Aufgabe des Tötens mittels der von ihm geliebten Maschine weggenommen werden könnte. Als es für ihn so aussieht, als würde sich auch ein externer Gutachter auf die Seite derer schlagen, die die Maschine einmotten und ihn arbeitslos machen wollen, legt sich der Offizier selbst in seine Maschine und lässt sich von der Maschine töten, was ihm gelingt, weil keiner die Maschine anhält.
Der Offizier ist in Teilen so geschildert, dass man etwas an ihm sympathisch finden kann, wenn er scheinbar rührend an seiner Maschine hängt und mit warmen Worten um Verständnis, ja sogar um Bewunderung für das Strafen und Töten mittels seiner Maschine wirbt. Doch ist er deswegen etwas anderes als ein Sadist? Es gibt für mich geradezu ekelhafte Stellen, in denen der Offizier von seiner Genugtuung über einen vorhersagbar eintretenden Umschwung der Gefühle der in der Maschine Gequälten spricht, wenn diese erkennen lassen, dass sie die Hoffnung auf ein Überleben aufgeben. Und dann ist da noch das durchsichtige Material Glas, das an den Stellen an der Maschine eingebaut ist, an denen BetrachterInnen ermöglicht werden soll, Blut fliessen zu sehen - zu welchem anderen Zweck als einem sadistischen? 
Der in Kamerun lehrende Germanist David Simo betrachtete 1999 die Konstellation von Kolonisten und Kolonisierten in Kafkas Erzählung und wies auf Bezüge Kafkas zum Roman Garten der Qualen von Octave Mirbeau hin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Betrachtungen zu Kafkas In der Strafkolonie, die die Veränderung der eigenen Sicht auf den Text vom ersten Lesen vor längerer Zeit bis zur Lektüre heute als einen Gegenstand wählt, finde ich klasse, weil sie neu, persönlich und fragend ist, vielen Dank!<br />
Ich finde in der Erzählung nicht nur die Maschine, sondern auch die Personen eine Revue von Sadismus und Sadisten. In der Erzählung wird das Vorgehen der Maschine mehrfach wiedergegeben, jedesmal mit anderen Einzelheiten, mal geht es um ihr vorgeblich aufsehenerrregendes elegantes Töten in der Vergangenheit, mal um ihre verminderte Kapazität zum Zeitpunkt der Erzählung, mal um Beize, die die Schmerzen steigern sollte. All das zu lesen, erzeugt doch auch Qualen, oder? Für mich oszilliert der Text daher zwischen dem verschwörerischen Enthüllen von Geheimnissen der früheren tödlichen Maschinen-Orgien und der prahlerischen Ankündigung der unmittelbar bevorstehenden erneuten Aufführung einer weiteren .<br />
Der Offizier, der früher zig Verurteilte mit der Maschine tötete, sorgt sich, dass ihm diese Aufgabe des Tötens mittels der von ihm geliebten Maschine weggenommen werden könnte. Als es für ihn so aussieht, als würde sich auch ein externer Gutachter auf die Seite derer schlagen, die die Maschine einmotten und ihn arbeitslos machen wollen, legt sich der Offizier selbst in seine Maschine und lässt sich von der Maschine töten, was ihm gelingt, weil keiner die Maschine anhält.<br />
Der Offizier ist in Teilen so geschildert, dass man etwas an ihm sympathisch finden kann, wenn er scheinbar rührend an seiner Maschine hängt und mit warmen Worten um Verständnis, ja sogar um Bewunderung für das Strafen und Töten mittels seiner Maschine wirbt. Doch ist er deswegen etwas anderes als ein Sadist? Es gibt für mich geradezu ekelhafte Stellen, in denen der Offizier von seiner Genugtuung über einen vorhersagbar eintretenden Umschwung der Gefühle der in der Maschine Gequälten spricht, wenn diese erkennen lassen, dass sie die Hoffnung auf ein Überleben aufgeben. Und dann ist da noch das durchsichtige Material Glas, das an den Stellen an der Maschine eingebaut ist, an denen BetrachterInnen ermöglicht werden soll, Blut fliessen zu sehen &#8211; zu welchem anderen Zweck als einem sadistischen?<br />
Der in Kamerun lehrende Germanist David Simo betrachtete 1999 die Konstellation von Kolonisten und Kolonisierten in Kafkas Erzählung und wies auf Bezüge Kafkas zum Roman Garten der Qualen von Octave Mirbeau hin.</p>
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