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	Kommentare zu: Die Wunden eines Psychonauten	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 22 May 2020 16:24:50 +0000</lastBuildDate>
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		Von: Hernand Frie		</title>
		<link>https://tell-review.de/die-wunden-eines-psychonauten/#comment-9346</link>

		<dc:creator><![CDATA[Hernand Frie]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2020 16:24:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich fand in Ernst Jüngers Prosa zu viele Spuren für Bearbeitung, Umstellung, Herausstreichen, Verschweigen und Triumph, als dass ich seine Prosa für Zeugnisse von Erlebnissen lesen könnte, aus denen man etwas lernen könnte über Spuren von Krieg und Leid im Krieg. Als Offizier war Jünger privilegiert. Jünger war gern Soldat und suchte das Soldatenleben so sehr, dass er sogar zur Légion étrangère im Süden Frankreichs ging.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich fand in Ernst Jüngers Prosa zu viele Spuren für Bearbeitung, Umstellung, Herausstreichen, Verschweigen und Triumph, als dass ich seine Prosa für Zeugnisse von Erlebnissen lesen könnte, aus denen man etwas lernen könnte über Spuren von Krieg und Leid im Krieg. Als Offizier war Jünger privilegiert. Jünger war gern Soldat und suchte das Soldatenleben so sehr, dass er sogar zur Légion étrangère im Süden Frankreichs ging.</p>
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		Von: Herwig Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/die-wunden-eines-psychonauten/#comment-688</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 May 2017 12:52:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hier ist sicherlich Ort und Gelegenheit, ergänzend an den Neurologen Hermann Oppenheim zu erinnern. Er hat als erster die Kriegsneurose oder &quot;traumatische Neurose&quot; (heute porttraumatische Belastungstörung) deskriptiv als das erfasst, was sie auch war und ist: Eine absolut adäquate Reaktion auf eine absolut irrsinnige Situation. Wenn auch seine damalige, pathophysiologische Erklärung noch unzureichend gewesen gewesen sein mag.

Dass ihm akademische Anerkennung versagt blieb, hatte v.a. mit seinem Unwillen zu konvertieren zu tun; und dann war es später wohl auch die Folge seiner Forschungen zu den Kriegszitterern. Nicht die &quot;schwachen, undeutschen Nerven&quot; des &quot;unheldischen Versagers&quot; waren schuld sondern die unheldische Situation Krieg? Das konnte ja nur von einem Juden kommen, so der damalige, deutschnationale Konsens. Die von ihm initiierte Gesellschaft Deutscher Nervenärzte wurde folgerichtig 1935 aufgelöst. Seine Erkenntnisse waren nicht gefragt. Und genau hier verflechtet sich sein Schiksal mit dem Ernst Jüngers. Denn hätte sich sein Konzept durchgesetzt, so mancher Jünger des Heldentums (der Kalauer sei mir erlaubt) wäre vielleicht bekehrt worden und hätte nicht wie Ernst Jünger seine posttraumatische Störung mit Hilfe von Drogen kuppieren müssen. Auch viele IS-Kämpfer, die aus Kriegsgebieten stammen, nehmen Drogen und sind was das Töten angeht abgestumpft. Das dürfte kein Zufall sein.

Abschließend fällt mir noch Heiner Müller ein, der über Jünger sinngemäß sagte, dass er vor den Frauen den Krieg erfuhr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier ist sicherlich Ort und Gelegenheit, ergänzend an den Neurologen Hermann Oppenheim zu erinnern. Er hat als erster die Kriegsneurose oder &#8222;traumatische Neurose&#8220; (heute porttraumatische Belastungstörung) deskriptiv als das erfasst, was sie auch war und ist: Eine absolut adäquate Reaktion auf eine absolut irrsinnige Situation. Wenn auch seine damalige, pathophysiologische Erklärung noch unzureichend gewesen gewesen sein mag.</p>
<p>Dass ihm akademische Anerkennung versagt blieb, hatte v.a. mit seinem Unwillen zu konvertieren zu tun; und dann war es später wohl auch die Folge seiner Forschungen zu den Kriegszitterern. Nicht die &#8222;schwachen, undeutschen Nerven&#8220; des &#8222;unheldischen Versagers&#8220; waren schuld sondern die unheldische Situation Krieg? Das konnte ja nur von einem Juden kommen, so der damalige, deutschnationale Konsens. Die von ihm initiierte Gesellschaft Deutscher Nervenärzte wurde folgerichtig 1935 aufgelöst. Seine Erkenntnisse waren nicht gefragt. Und genau hier verflechtet sich sein Schiksal mit dem Ernst Jüngers. Denn hätte sich sein Konzept durchgesetzt, so mancher Jünger des Heldentums (der Kalauer sei mir erlaubt) wäre vielleicht bekehrt worden und hätte nicht wie Ernst Jünger seine posttraumatische Störung mit Hilfe von Drogen kuppieren müssen. Auch viele IS-Kämpfer, die aus Kriegsgebieten stammen, nehmen Drogen und sind was das Töten angeht abgestumpft. Das dürfte kein Zufall sein.</p>
<p>Abschließend fällt mir noch Heiner Müller ein, der über Jünger sinngemäß sagte, dass er vor den Frauen den Krieg erfuhr.</p>
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