<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: Der Rausch des Plötzlichen	</title>
	<atom:link href="https://tell-review.de/der-rausch-des-ploetzlichen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://tell-review.de/der-rausch-des-ploetzlichen/</link>
	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Wed, 14 Jun 2017 11:06:01 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>
		Von: Herwig Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-rausch-des-ploetzlichen/#comment-736</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2017 11:06:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10393#comment-736</guid>

					<description><![CDATA[So wäre Bohrer gewissermaßen das &quot;rechte&quot; Gegenstück zum &quot;linken&quot; Sebastian Haffner. Von der Anglophilie, dem Bezogensein zu England mehr beeinflusst als vom politischen Koordinatensystem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So wäre Bohrer gewissermaßen das &#8222;rechte&#8220; Gegenstück zum &#8222;linken&#8220; Sebastian Haffner. Von der Anglophilie, dem Bezogensein zu England mehr beeinflusst als vom politischen Koordinatensystem.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Lars Hartmann		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-rausch-des-ploetzlichen/#comment-735</link>

		<dc:creator><![CDATA[Lars Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 17:28:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10393#comment-735</guid>

					<description><![CDATA[In der Tat ist die Ablehnung jenes Juste Milieu nicht per se konservativ. Die Kritik an jener „Linken“ erfolgt von vielen Positionen heraus. Bohrer ist zudem kein später Teilnehmer einer Konservativen Revolution, auch wenn er Jünger und Schmitt liest. Bohrer ist in diesem Sinne kein konservativer Konservativer, aber auch kein traditioneller Konservativer des CDU-Milieus. Der Kanzler Kohl schreckte ihn und jene Piefigkeit der Bonner Republik und auch die des vereinten Deutschlands als Provinzland fand er genauso entsetzlich wie die banalen und erwartbaren Attitüden der sogenannten 68er. Konservativ ist Bohrer jedoch in seiner Bejahung des Nationalstaates. Konservativ ist er, wenn er die Reduzierung der deutschen Geschichte auf Auschwitz kritisiert und jenen Sühnestolz verachtet. Er sieht sich als Patriot – ein Begriff, den kein Linker je in den Mund nehmen würde –, begrüßte die Wiedervereinigung von ganzen Herzen, und ihn erzürnte die Zaghaftigkeit der Republik, diese Einheit mit Freude und Lust zu begehen. Darin kritisierte er auch seinen Freund Habermas vehement und stritt sich mit ihm.

Bohrer hielt sich zwar mit Parolen zurück, nicht aber mit dem Politischen. Er kritisiert die Entpolitisierung des Denkens – auch das freilich kein konservativer Zug per se –, kritisierte den deutschen Hang, sich aus jedem Konflikt herauszuhalten. Gut zeigt sich dies in seiner Parteinahme für den Falklandkrieg, nachzulesen in dem Aufsatz „Falkland und die Deutschen“ in dem Sammelband „Provinzialismus“, wo man, wie auch in dem Merkur-Essay „Der ästhetische Staat“, dem politischen Bohrer begegnet. 


Deutlich wird dieses konservative Moment vielleicht an jenem Satz, wo Bohrer über die Ausfahrt der englischen Truppen schreibt. Es „klang auch die alte Melodie ‚Scotland the Brave‘, als die zum Truppentransporter umgewandelte Queen Elizabeth II mit der schottischen und walisischen Garde an Bord langsam aufs offene Meer hinausfuhr, noch immer so emotionell. Es war weder hurrapatriotisch noch anachronistisch. Es war ein Stück europäische Zivilisation. Nur die Mainzelmännchen kichern darüber.“

Es ist die Haltung eines echten (englischen) Konservativen. In diesem Sinne ist Bohrer, was den Sinn für die Nation betrifft, eher britisch. Die Jahre in England, sowohl als junger Mann und später als Erwachsener, prägten Bohrer. Ein klassischer BRD-Konservativer ist Bohrer sicherlich nicht. Was sich schon in einem Satz wie diesem zeigt: „Die Revolution war das Ereignis der Moderne schlechthin. Sie war die plötzliche Unterbrechung des Absehbaren, sie müsste ein Potential innerhalb unserer Gegenwart bleiben.“ Bohrer geht es um „Energieimpulse“: Wie auch bei Ernst Jünger hat er etwas von einem Anarchisten, einem abenteuerlichen Herz, einem Don Quichote.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Tat ist die Ablehnung jenes Juste Milieu nicht per se konservativ. Die Kritik an jener „Linken“ erfolgt von vielen Positionen heraus. Bohrer ist zudem kein später Teilnehmer einer Konservativen Revolution, auch wenn er Jünger und Schmitt liest. Bohrer ist in diesem Sinne kein konservativer Konservativer, aber auch kein traditioneller Konservativer des CDU-Milieus. Der Kanzler Kohl schreckte ihn und jene Piefigkeit der Bonner Republik und auch die des vereinten Deutschlands als Provinzland fand er genauso entsetzlich wie die banalen und erwartbaren Attitüden der sogenannten 68er. Konservativ ist Bohrer jedoch in seiner Bejahung des Nationalstaates. Konservativ ist er, wenn er die Reduzierung der deutschen Geschichte auf Auschwitz kritisiert und jenen Sühnestolz verachtet. Er sieht sich als Patriot – ein Begriff, den kein Linker je in den Mund nehmen würde –, begrüßte die Wiedervereinigung von ganzen Herzen, und ihn erzürnte die Zaghaftigkeit der Republik, diese Einheit mit Freude und Lust zu begehen. Darin kritisierte er auch seinen Freund Habermas vehement und stritt sich mit ihm.</p>
<p>Bohrer hielt sich zwar mit Parolen zurück, nicht aber mit dem Politischen. Er kritisiert die Entpolitisierung des Denkens – auch das freilich kein konservativer Zug per se –, kritisierte den deutschen Hang, sich aus jedem Konflikt herauszuhalten. Gut zeigt sich dies in seiner Parteinahme für den Falklandkrieg, nachzulesen in dem Aufsatz „Falkland und die Deutschen“ in dem Sammelband „Provinzialismus“, wo man, wie auch in dem Merkur-Essay „Der ästhetische Staat“, dem politischen Bohrer begegnet. </p>
<p>Deutlich wird dieses konservative Moment vielleicht an jenem Satz, wo Bohrer über die Ausfahrt der englischen Truppen schreibt. Es „klang auch die alte Melodie ‚Scotland the Brave‘, als die zum Truppentransporter umgewandelte Queen Elizabeth II mit der schottischen und walisischen Garde an Bord langsam aufs offene Meer hinausfuhr, noch immer so emotionell. Es war weder hurrapatriotisch noch anachronistisch. Es war ein Stück europäische Zivilisation. Nur die Mainzelmännchen kichern darüber.“</p>
<p>Es ist die Haltung eines echten (englischen) Konservativen. In diesem Sinne ist Bohrer, was den Sinn für die Nation betrifft, eher britisch. Die Jahre in England, sowohl als junger Mann und später als Erwachsener, prägten Bohrer. Ein klassischer BRD-Konservativer ist Bohrer sicherlich nicht. Was sich schon in einem Satz wie diesem zeigt: „Die Revolution war das Ereignis der Moderne schlechthin. Sie war die plötzliche Unterbrechung des Absehbaren, sie müsste ein Potential innerhalb unserer Gegenwart bleiben.“ Bohrer geht es um „Energieimpulse“: Wie auch bei Ernst Jünger hat er etwas von einem Anarchisten, einem abenteuerlichen Herz, einem Don Quichote.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Herwig Finkeldey		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-rausch-des-ploetzlichen/#comment-734</link>

		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 15:50:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://tell-review.de/?p=10393#comment-734</guid>

					<description><![CDATA[Mir wird nicht ganz klar, worin das Konservative bei Bohrer besteht. Die Ablehnung des linksliberalen Juste Milieu alleine ist ja noch nicht konservativ, das verwechseln aktuell viele. (Und schon gar nicht konservativ ist die Revolte, das Wutbürgertum. Wutbürger in der Revolte heben ihren Konservativismus auf, wenn sie ihn denn je gehabt haben. Aber auch mit Wutbürgerei hat Bohrer eigentlich nichts zu tun).

Ich hatte ihn immer als einen radikalen Ästheten eingeschätzt, der von der politischen Gefährlichkeit dieses radikalen Ästhetizismus weiß und der sich deswegen tunlichst zurückhielt mit Parolen. Radikaler Ästhet, nun gut, aber nochmals gefragt: Worin besteht sein Konservativismus?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir wird nicht ganz klar, worin das Konservative bei Bohrer besteht. Die Ablehnung des linksliberalen Juste Milieu alleine ist ja noch nicht konservativ, das verwechseln aktuell viele. (Und schon gar nicht konservativ ist die Revolte, das Wutbürgertum. Wutbürger in der Revolte heben ihren Konservativismus auf, wenn sie ihn denn je gehabt haben. Aber auch mit Wutbürgerei hat Bohrer eigentlich nichts zu tun).</p>
<p>Ich hatte ihn immer als einen radikalen Ästheten eingeschätzt, der von der politischen Gefährlichkeit dieses radikalen Ästhetizismus weiß und der sich deswegen tunlichst zurückhielt mit Parolen. Radikaler Ästhet, nun gut, aber nochmals gefragt: Worin besteht sein Konservativismus?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
