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	Kommentare zu: Der Nazi an der Wand	</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
	<lastBuildDate>Mon, 15 Mar 2021 15:55:42 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>
		Von: Paula Res		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-13700</link>

		<dc:creator><![CDATA[Paula Res]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2021 15:55:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo Herr Knöppler, klar. Das würde auch jeder verstehen. Trotzdem wissen Sie ja eigentlich gar nichts über den Künstler. War er in der NSDAP? War er in der Reichskulturkammer? Vielleicht hat er den einen oder anderen offiziellen Auftrag ausgeführt und versucht, seine Familie zu ernähren? Dennoch muß man das Werk erst einmal für sich sprechen lassen. Deswegen habe ich Sie ermuntert, mal genauer hinzusehen. Mir scheint, Sie tun ihm unrecht. Der beste Weg, um die Intention des Künstlers in einem Werk zu erfassen, ist nicht die Ableitung über die Biografie, sondern die genaue Werkbeschreibung. Und wenn ich das Bild - eine Radierung, meine ich, oder? - für mich beschreibe und analysiere, komme ich zu etwas anderem als zu Nazikunst und zu einer anderen Haltung als die, die Sie hier skizzieren. Ganz nebenbei: Ich würde für die sehr schöne Radierung auch ein professionelles Passepartout verwenden, kostet nicht viel, und einen größeren Rahmen, es braucht oben und unten mehr Platz.
Übrigens: Man kann Landschaften auch als Selbstbildnisse deuten.
Viel Freude weiterhin mit dem schönen Werk.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Herr Knöppler, klar. Das würde auch jeder verstehen. Trotzdem wissen Sie ja eigentlich gar nichts über den Künstler. War er in der NSDAP? War er in der Reichskulturkammer? Vielleicht hat er den einen oder anderen offiziellen Auftrag ausgeführt und versucht, seine Familie zu ernähren? Dennoch muß man das Werk erst einmal für sich sprechen lassen. Deswegen habe ich Sie ermuntert, mal genauer hinzusehen. Mir scheint, Sie tun ihm unrecht. Der beste Weg, um die Intention des Künstlers in einem Werk zu erfassen, ist nicht die Ableitung über die Biografie, sondern die genaue Werkbeschreibung. Und wenn ich das Bild &#8211; eine Radierung, meine ich, oder? &#8211; für mich beschreibe und analysiere, komme ich zu etwas anderem als zu Nazikunst und zu einer anderen Haltung als die, die Sie hier skizzieren. Ganz nebenbei: Ich würde für die sehr schöne Radierung auch ein professionelles Passepartout verwenden, kostet nicht viel, und einen größeren Rahmen, es braucht oben und unten mehr Platz.<br />
Übrigens: Man kann Landschaften auch als Selbstbildnisse deuten.<br />
Viel Freude weiterhin mit dem schönen Werk.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Florian Knöppler		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-13694</link>

		<dc:creator><![CDATA[Florian Knöppler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2021 08:37:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo Frau Res, ich glaube ganz wie Sie, dass man von Künstlern moralisch gesehen nicht mehr erwarten kann und darf als von anderen Menschen. Solche übersteigerten Erwartungen habe ich vermutlich nie gehabt, auch nicht als jüngerer Mann. Aber ich glaube auch, dass man ein Kunstwerk nie ganz von dem Urheber trennen kann. In dieser Frage finde ich beide Extreme abwegig, sowohl die vollständige Trennung vom Künstler als auch das Ineinssetzen von Werk und Künstler. Im Alltag wirkt sich das bei mir so aus, dass ich Noldes Gemälde ohne einen Gedanken an den Mann mit Pinseln oder Teetassen in der Hand betrachte. Hätte er damals aber in einem Gestapokeller Kommunisten verhört, dann würde ich die Nähe dieser Bilder und damit auch dieses Mannes nicht ertragen können. Denn natürlich - da werden Sie mir vermutlich recht geben - ist der Künstler in seinem Werk gegenwärtig, bis zu einem gewissen Grad, der wohl von Werk zu Werk variiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Frau Res, ich glaube ganz wie Sie, dass man von Künstlern moralisch gesehen nicht mehr erwarten kann und darf als von anderen Menschen. Solche übersteigerten Erwartungen habe ich vermutlich nie gehabt, auch nicht als jüngerer Mann. Aber ich glaube auch, dass man ein Kunstwerk nie ganz von dem Urheber trennen kann. In dieser Frage finde ich beide Extreme abwegig, sowohl die vollständige Trennung vom Künstler als auch das Ineinssetzen von Werk und Künstler. Im Alltag wirkt sich das bei mir so aus, dass ich Noldes Gemälde ohne einen Gedanken an den Mann mit Pinseln oder Teetassen in der Hand betrachte. Hätte er damals aber in einem Gestapokeller Kommunisten verhört, dann würde ich die Nähe dieser Bilder und damit auch dieses Mannes nicht ertragen können. Denn natürlich &#8211; da werden Sie mir vermutlich recht geben &#8211; ist der Künstler in seinem Werk gegenwärtig, bis zu einem gewissen Grad, der wohl von Werk zu Werk variiert.</p>
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		<title>
		Von: Paula Res		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-13663</link>

		<dc:creator><![CDATA[Paula Res]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Mar 2021 14:26:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo Herr Knöppler, wir sind da sicher nah beieinander. Das war auch gar kein persönlich gemeinter Einwand. Sie würden die Diskussion ja nicht eröffnen, wenn Sie es sich leichtmachten. Gleichwohl eine Frage: Bemerken Sie, dass Sie die ganze Zeit mit Ihrer Sprache das Bild personalisieren und beides in eins setzen? &quot;Ein Nazi an der Wand&quot;, &quot;einen Denunzianten und Schläger hätte ich nicht mehr anschauen mögen&quot;.

Ich kann Ihnen nur raten, viel deutlicher zu trennen. Künstler sind keine Helden. Wohl gab es eine Zeit der Kunstgeschichtsschreibung, die dies versuchte, Künstler zu &quot;Helden&quot; zu erklären und die, die Gefallen an ihnen fanden, zu &quot;Gefolgschaften&quot;. Es gab &quot;Sieger&quot;, &quot;Gewinner&quot; und &quot;Verlierer&quot;. Die Abfolge von Kunstströmungen wurden in einer antagonistischen Terminologie erzählt, die an kriegerische Ereignisse erinnerte. Künstler wurden überhöht: Sie waren Propheten, sie &quot;sahen&quot; oder &quot;waren&quot; ihrer Zeit voraus. Sie &quot;ahnten&quot; Kommendes. 

Doch diese Zeit ist vorbei. Die Kunstgeschichte sieht dies mittlerweile anders (wenn es auch wieder gesellschaftliche Strömungen gibt, die Wissenschaft als Ideologie betreiben). 
Daher würde ich mir immer vor Augen halten, dass es besser ist, Künstler von ihren Podesten herunterzuholen. Künstler sind Menschen, vielfach solche, die ihre Situation, ihre Traumata, ihr Leiden, ihre Widersprüche nur aushalten können, weil sie die Möglichkeit haben, Kunst zu machen. Deswegen würde ich mich ganz anderen Fragen widmen an Ihrer Stelle und mich tatsächlich auf das Bild konzentrieren. Sehen Sie da etwas Nationalsozialistisches? Wenn ja, was? Wenn nein, was sehen Sie?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Herr Knöppler, wir sind da sicher nah beieinander. Das war auch gar kein persönlich gemeinter Einwand. Sie würden die Diskussion ja nicht eröffnen, wenn Sie es sich leichtmachten. Gleichwohl eine Frage: Bemerken Sie, dass Sie die ganze Zeit mit Ihrer Sprache das Bild personalisieren und beides in eins setzen? &#8222;Ein Nazi an der Wand&#8220;, &#8222;einen Denunzianten und Schläger hätte ich nicht mehr anschauen mögen&#8220;.</p>
<p>Ich kann Ihnen nur raten, viel deutlicher zu trennen. Künstler sind keine Helden. Wohl gab es eine Zeit der Kunstgeschichtsschreibung, die dies versuchte, Künstler zu &#8222;Helden&#8220; zu erklären und die, die Gefallen an ihnen fanden, zu &#8222;Gefolgschaften&#8220;. Es gab &#8222;Sieger&#8220;, &#8222;Gewinner&#8220; und &#8222;Verlierer&#8220;. Die Abfolge von Kunstströmungen wurden in einer antagonistischen Terminologie erzählt, die an kriegerische Ereignisse erinnerte. Künstler wurden überhöht: Sie waren Propheten, sie &#8222;sahen&#8220; oder &#8222;waren&#8220; ihrer Zeit voraus. Sie &#8222;ahnten&#8220; Kommendes. </p>
<p>Doch diese Zeit ist vorbei. Die Kunstgeschichte sieht dies mittlerweile anders (wenn es auch wieder gesellschaftliche Strömungen gibt, die Wissenschaft als Ideologie betreiben).<br />
Daher würde ich mir immer vor Augen halten, dass es besser ist, Künstler von ihren Podesten herunterzuholen. Künstler sind Menschen, vielfach solche, die ihre Situation, ihre Traumata, ihr Leiden, ihre Widersprüche nur aushalten können, weil sie die Möglichkeit haben, Kunst zu machen. Deswegen würde ich mich ganz anderen Fragen widmen an Ihrer Stelle und mich tatsächlich auf das Bild konzentrieren. Sehen Sie da etwas Nationalsozialistisches? Wenn ja, was? Wenn nein, was sehen Sie?</p>
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		<title>
		Von: Florian Knöppler		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-13652</link>

		<dc:creator><![CDATA[Florian Knöppler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Mar 2021 18:38:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich gebe Ihnen, Frau Res, vollkommen recht, dass man einem Künstler und auch einem Kunstwerk nicht gerecht wird, wenn man den ästhetischen Wert eines Werks außer acht lässt. Aber ich wollte Otto Thämer von Anfang an nicht hinsichtlich seiner Qualität als Künstler bewerten. Mir ging es schon im Ansatz nur um die Frage, ob ich das Bild an meiner Wand haben möchte. Ich finde einen solchen Ansatz legitim und ich vermute, dass Sie das ebenfalls so sehen. Davon unabhängig glaube ich nicht, dass ich es mir leicht mache bei der Bewertung Thämers als historischer Persönlichkeit. Schließlich habe ich mir im Beitrag auch darüber Gedanken gemacht, ob ich mich besser verhalten hätte.

Nach meinem Beitrag im Januar habe ich übrigens im Laufe der Wochen immer weniger in Betracht gezogen, das Bild abzuhängen. Das liegt zum einen daran, dass ich auch einige Drucke von Emil Nolde in der Wohnung verteilt habe, auf die ich nicht leicht verzichten könnte, obwohl er abstoßende antisemitische Aussagen getätigt hat, zum anderen liegt es daran, dass ich über Otto Thämer nichts herausbekommen habe, das ihn als widerlichen Aggressor entlarvt hätte. Einen Denunzianten oder Schläger hätte ich nicht mehr anschauen mögen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe Ihnen, Frau Res, vollkommen recht, dass man einem Künstler und auch einem Kunstwerk nicht gerecht wird, wenn man den ästhetischen Wert eines Werks außer acht lässt. Aber ich wollte Otto Thämer von Anfang an nicht hinsichtlich seiner Qualität als Künstler bewerten. Mir ging es schon im Ansatz nur um die Frage, ob ich das Bild an meiner Wand haben möchte. Ich finde einen solchen Ansatz legitim und ich vermute, dass Sie das ebenfalls so sehen. Davon unabhängig glaube ich nicht, dass ich es mir leicht mache bei der Bewertung Thämers als historischer Persönlichkeit. Schließlich habe ich mir im Beitrag auch darüber Gedanken gemacht, ob ich mich besser verhalten hätte.</p>
<p>Nach meinem Beitrag im Januar habe ich übrigens im Laufe der Wochen immer weniger in Betracht gezogen, das Bild abzuhängen. Das liegt zum einen daran, dass ich auch einige Drucke von Emil Nolde in der Wohnung verteilt habe, auf die ich nicht leicht verzichten könnte, obwohl er abstoßende antisemitische Aussagen getätigt hat, zum anderen liegt es daran, dass ich über Otto Thämer nichts herausbekommen habe, das ihn als widerlichen Aggressor entlarvt hätte. Einen Denunzianten oder Schläger hätte ich nicht mehr anschauen mögen.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Paula Res		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-13649</link>

		<dc:creator><![CDATA[Paula Res]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Mar 2021 12:15:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Kunsthistorikerin finde ich die Diskussion äußerst befremdlich. Es geht hier nirgends um die ästhetische Qualität des Bildes. Grundsätzlich wissen wir, dass Künstler auch schlechte Menschen sein können und gewesen sind und in ihrem Urteil - auch dem politischen - fehlen können und gefehlt haben. Wollen wir deswegen alle Caravaggios abhängen? Selbstverständlich ist das Wissen um die historischen Hintergründe relevant, unentbehrlich und gehört zur kunsthistorischen Analyse und Bearbeitung einer Künstlerpersönlichkeit hinzu. 
Die &quot;Bewertung&quot; historischer Persönlichkeiten ex post sollten wir uns - abgesehen von den Menschheitsverbrechern, die wir hier alle nennen würden - allerdings nicht allzu leicht machen aus unserer bequemen rechtssicheren Gegenwart.

Insofern würde ich die ästhetische Beurteilung auf einer anderen Ebene ansiedeln als die der Künstlerpersönlichkeit. Mir scheint die Arbeit qualitätvoll, ich möchte die Gründe hier nicht alle aufzählen, aber es gibt eine ganze Reihe und insofern verdient das Bild Beachtung. Die Frage, ob man das Bild eines Nazi-Künstlers, Parteigängers oder Mitläufer (je nachdem, wie die Beurteilung ausfällt), in seinen vier Wänden haben möchte, würde ich davon unterscheiden und die Antwort ist auch eher eine persönliche. Das Bild aufzuhängen kann gut gehen, muß aber nicht. Mit der Qualität des Werks als solchem hat es nichts zu tun, es unterscheidet sich in ästhetischer Hinsicht wenig etwa von den Werken der Worpsweder Maler oder überhaupt norddeutscher Malerei jener Zeit, es ist heimatverbunden (das waren viele), es ist aber nicht konservativ in der Wahl seiner Mittel, sondern durchaus modern oder knüpft zumindest an eine Moderne an, wie sie Walter Leistikow (allerdings etwas früher) vertrat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Kunsthistorikerin finde ich die Diskussion äußerst befremdlich. Es geht hier nirgends um die ästhetische Qualität des Bildes. Grundsätzlich wissen wir, dass Künstler auch schlechte Menschen sein können und gewesen sind und in ihrem Urteil &#8211; auch dem politischen &#8211; fehlen können und gefehlt haben. Wollen wir deswegen alle Caravaggios abhängen? Selbstverständlich ist das Wissen um die historischen Hintergründe relevant, unentbehrlich und gehört zur kunsthistorischen Analyse und Bearbeitung einer Künstlerpersönlichkeit hinzu.<br />
Die &#8222;Bewertung&#8220; historischer Persönlichkeiten ex post sollten wir uns &#8211; abgesehen von den Menschheitsverbrechern, die wir hier alle nennen würden &#8211; allerdings nicht allzu leicht machen aus unserer bequemen rechtssicheren Gegenwart.</p>
<p>Insofern würde ich die ästhetische Beurteilung auf einer anderen Ebene ansiedeln als die der Künstlerpersönlichkeit. Mir scheint die Arbeit qualitätvoll, ich möchte die Gründe hier nicht alle aufzählen, aber es gibt eine ganze Reihe und insofern verdient das Bild Beachtung. Die Frage, ob man das Bild eines Nazi-Künstlers, Parteigängers oder Mitläufer (je nachdem, wie die Beurteilung ausfällt), in seinen vier Wänden haben möchte, würde ich davon unterscheiden und die Antwort ist auch eher eine persönliche. Das Bild aufzuhängen kann gut gehen, muß aber nicht. Mit der Qualität des Werks als solchem hat es nichts zu tun, es unterscheidet sich in ästhetischer Hinsicht wenig etwa von den Werken der Worpsweder Maler oder überhaupt norddeutscher Malerei jener Zeit, es ist heimatverbunden (das waren viele), es ist aber nicht konservativ in der Wahl seiner Mittel, sondern durchaus modern oder knüpft zumindest an eine Moderne an, wie sie Walter Leistikow (allerdings etwas früher) vertrat.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Anselm Bühling		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12915</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2021 15:14:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12913&quot;&gt;ralph&lt;/a&gt;.

Lieber Ralph, ich finde das auch ärgerlich, aber es lässt sich leider nicht umprogrammieren. Ich kann nur empfehlen, längere Kommentare erst in einem Editor oder einer Textverarbeitung zu schreiben und lokal zu speichern, damit sie nicht bei einem kleinen Fehler im Nirwana verschwinden...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12913">ralph</a>.</p>
<p>Lieber Ralph, ich finde das auch ärgerlich, aber es lässt sich leider nicht umprogrammieren. Ich kann nur empfehlen, längere Kommentare erst in einem Editor oder einer Textverarbeitung zu schreiben und lokal zu speichern, damit sie nicht bei einem kleinen Fehler im Nirwana verschwinden&#8230;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: ralph		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12913</link>

		<dc:creator><![CDATA[ralph]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2021 13:05:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(ein ausführlicher nachtrag wurde gerade gelöscht, weil ich nicht erneut die anderen felder ausgefüllt hatte - läßt sich das umprogrammieren?)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(ein ausführlicher nachtrag wurde gerade gelöscht, weil ich nicht erneut die anderen felder ausgefüllt hatte &#8211; läßt sich das umprogrammieren?)</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: ralph		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12909</link>

		<dc:creator><![CDATA[ralph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2021 23:26:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12907&quot;&gt;Anselm Bühling&lt;/a&gt;.

es wird zunehmend esoterisch hier. ich denke: wir wissen all das nicht. wir waren + sind nicht in diesen umständen. und auch jetzt - sind wir alle ... nicht vorbildlich. was uns unsere kinder, hätten wir sie denn, dereinst vorwerfen werden - wir wissen es nicht. es gäbe so einiges ...

eine kurze frage ist manchmal besser als lange antworten.

und ein bild ist - trotz allem - ein bild. darin hat viel platz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12907">Anselm Bühling</a>.</p>
<p>es wird zunehmend esoterisch hier. ich denke: wir wissen all das nicht. wir waren + sind nicht in diesen umständen. und auch jetzt &#8211; sind wir alle &#8230; nicht vorbildlich. was uns unsere kinder, hätten wir sie denn, dereinst vorwerfen werden &#8211; wir wissen es nicht. es gäbe so einiges &#8230;</p>
<p>eine kurze frage ist manchmal besser als lange antworten.</p>
<p>und ein bild ist &#8211; trotz allem &#8211; ein bild. darin hat viel platz.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Anselm Bühling		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12907</link>

		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jan 2021 21:53:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=100194#comment-12907</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Florian Knoeppler, vielen Dank für Ihre Klarstellung! Sie zeigt mir, dass wir wirklich nicht sehr weit auseinanderliegen. Was die Einfühlung angeht: Ich finde sie schwierig, weil sie so leicht in Identifizierung umschlägt. Sie setzt die Fähigkeit zur Distanzierung und kritischen Reflexion voraus. Dann kann sie in bestimmten Zusammenhängen vielleicht wirklich erkenntnisfördernd sein. Ansonsten glaube ich, dass sich Lebensgeschichten auch ohne Einfühlung verstehend nachvollziehen lassen.

Und zum moralischen Maßstab: Mir scheint, der darf sich nicht danach richten, ob es der Mehrheit auch nicht zu unbequem wird, ihm gerecht zu werden. Es kann doch nicht sein, dass der Maßstab für moralisch richtiges Handeln in dem Maß sinkt, in dem ein unmoralisches Herrschaftssystem die Kosten dafür erhöht. Natürlich würden die meisten – wohl auch wir beide – vor dem Gedanken zurückschrecken, für anständiges Verhalten mit der Existenz oder gar mit dem Leben zu bezahlen. Aber das heißt doch, dass wir es gar nicht erst dahin kommen lassen dürfen – dass wir ein Mindestmaß an Verantwortung übernehmen müssen für die Gesellschaft, in der wir leben. 

Die ersten, die damals mitmachten oder wegschauten, haben den Weg zur Repression überhaupt erst geebnet. Die letzten wollten das nackte Leben retten. Wir haben kein Recht, ihnen das vorzuwerfen. Aber gerade sie wussten genau, dass sie moralisch gebrochen wurden und würden nicht von sich behaupten, sie hätten nach dem Maßstab der damaligen Zeit vorbildlich richtig gehandelt. Das ist der Punkt, auf den es mir ankommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Florian Knoeppler, vielen Dank für Ihre Klarstellung! Sie zeigt mir, dass wir wirklich nicht sehr weit auseinanderliegen. Was die Einfühlung angeht: Ich finde sie schwierig, weil sie so leicht in Identifizierung umschlägt. Sie setzt die Fähigkeit zur Distanzierung und kritischen Reflexion voraus. Dann kann sie in bestimmten Zusammenhängen vielleicht wirklich erkenntnisfördernd sein. Ansonsten glaube ich, dass sich Lebensgeschichten auch ohne Einfühlung verstehend nachvollziehen lassen.</p>
<p>Und zum moralischen Maßstab: Mir scheint, der darf sich nicht danach richten, ob es der Mehrheit auch nicht zu unbequem wird, ihm gerecht zu werden. Es kann doch nicht sein, dass der Maßstab für moralisch richtiges Handeln in dem Maß sinkt, in dem ein unmoralisches Herrschaftssystem die Kosten dafür erhöht. Natürlich würden die meisten – wohl auch wir beide – vor dem Gedanken zurückschrecken, für anständiges Verhalten mit der Existenz oder gar mit dem Leben zu bezahlen. Aber das heißt doch, dass wir es gar nicht erst dahin kommen lassen dürfen – dass wir ein Mindestmaß an Verantwortung übernehmen müssen für die Gesellschaft, in der wir leben. </p>
<p>Die ersten, die damals mitmachten oder wegschauten, haben den Weg zur Repression überhaupt erst geebnet. Die letzten wollten das nackte Leben retten. Wir haben kein Recht, ihnen das vorzuwerfen. Aber gerade sie wussten genau, dass sie moralisch gebrochen wurden und würden nicht von sich behaupten, sie hätten nach dem Maßstab der damaligen Zeit vorbildlich richtig gehandelt. Das ist der Punkt, auf den es mir ankommt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Florian Knöppler		</title>
		<link>https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12885</link>

		<dc:creator><![CDATA[Florian Knöppler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2021 13:23:30 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=100194#comment-12885</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12883&quot;&gt;Anselm Bühling&lt;/a&gt;.

Lieber Anselm Bühling,
in Bezug auf das Pendeln habe ich mich vielleicht nicht ganz klar oder nicht ausführlich genug ausgedrückt. Es darf kein Pendeln bei der moralischen Beurteilung geben, es darf kein Relativieren geben, wenn Menschen moralisch versagt haben, mit dem Hinweis, es sei doch letztlich menschlich gewesen. Das wird klarer, wenn man sich noch extremeres Fehlverhalten vorstellt und beispielsweise an einen KZ-Wärter oder einen NS-Politiker denkt. Dass es psychologische oder soziale Gründe für ihr Verhalten gibt, darf die moralische Beurteilung nicht relativieren.
Was ich mit &quot;Pendeln&quot; meinte, war etwas anderes: Ich bin der Ansicht, dass man als Historiker wie als Laie sich auch immer wieder einfühlen sollte, weil einem sonst die Möglichkeit zum Verstehen vieler Vorgänge verwehrt bleibt. In dem Punkt geben Sie mir doch recht, oder? Das habe ich jedenfalls aus Ihrem ersten Kommentar herausgelesen. Wir sind uns also einig? Kein moralisch hohes Ross und keine dauerhafte, immerwährende Distanz zu den Menschen von damals, weil man sonst zu viel nicht verstehen kann?
Trotzdem bleibt vielleicht ein Unterschied zwischen Ihrer und meiner Meinung übrig. Sie bestehen darauf, dass eine Haltung wie die des Vaters von Joachim Fest der moralische Maßstab sein muss. Ich könnte mich allenfalls mit dem Begriff &quot;positiver Orientierungspunkt&quot; anfreunden. Eine solche Verweigerung sollte als Folie sichtbar bleiben und auch mir heute Orientierung dabei geben, wie ich mich verhalte. Das ja. Aber es bedarf außerordentlicher Charakterstärke, Widerständler oder konsequenter Verweigerer zu werden. Anders gesagt: Es ist viel verlangt, wenn man das in vollem Umfang von jedem einfordert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://tell-review.de/der-nazi-an-der-wand/#comment-12883">Anselm Bühling</a>.</p>
<p>Lieber Anselm Bühling,<br />
in Bezug auf das Pendeln habe ich mich vielleicht nicht ganz klar oder nicht ausführlich genug ausgedrückt. Es darf kein Pendeln bei der moralischen Beurteilung geben, es darf kein Relativieren geben, wenn Menschen moralisch versagt haben, mit dem Hinweis, es sei doch letztlich menschlich gewesen. Das wird klarer, wenn man sich noch extremeres Fehlverhalten vorstellt und beispielsweise an einen KZ-Wärter oder einen NS-Politiker denkt. Dass es psychologische oder soziale Gründe für ihr Verhalten gibt, darf die moralische Beurteilung nicht relativieren.<br />
Was ich mit &#8222;Pendeln&#8220; meinte, war etwas anderes: Ich bin der Ansicht, dass man als Historiker wie als Laie sich auch immer wieder einfühlen sollte, weil einem sonst die Möglichkeit zum Verstehen vieler Vorgänge verwehrt bleibt. In dem Punkt geben Sie mir doch recht, oder? Das habe ich jedenfalls aus Ihrem ersten Kommentar herausgelesen. Wir sind uns also einig? Kein moralisch hohes Ross und keine dauerhafte, immerwährende Distanz zu den Menschen von damals, weil man sonst zu viel nicht verstehen kann?<br />
Trotzdem bleibt vielleicht ein Unterschied zwischen Ihrer und meiner Meinung übrig. Sie bestehen darauf, dass eine Haltung wie die des Vaters von Joachim Fest der moralische Maßstab sein muss. Ich könnte mich allenfalls mit dem Begriff &#8222;positiver Orientierungspunkt&#8220; anfreunden. Eine solche Verweigerung sollte als Folie sichtbar bleiben und auch mir heute Orientierung dabei geben, wie ich mich verhalte. Das ja. Aber es bedarf außerordentlicher Charakterstärke, Widerständler oder konsequenter Verweigerer zu werden. Anders gesagt: Es ist viel verlangt, wenn man das in vollem Umfang von jedem einfordert.</p>
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