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	<title>Karl-Josef Müller &#8211; tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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	<title>Karl-Josef Müller &#8211; tell</title>
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		<title>Vorweihnacht in Plötzensee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karl-Josef Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2022 09:54:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Hinrichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwei Tage vor Heiligabend werden 1942 in Berlin-Plötzensee mehrere Männer und Frauen des politischen Widerstandes hingerichtet. In seinem Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ stellt Peter Weiss im Verweis auf den Kreuzigungsstod die quälende Frage nach dem Sinn dieses Sterbens.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p>Triggerwarnung: Peter Weiss&#8216; Schilderungen der Hinrichtung durch Strang und Fallbeil, die in diesem Beitrag zitiert werden, sind an der Grenze des Erträglichen. Was sie schildern, steht im größten denkbaren Gegensatz zu jeder Weihnachtsstimmung. </p>



<p>Die Gewalt nimmt keine Rücksicht auf solche Dinge <em>–</em> damals wie heute.</p>


</div></div>
</div></div>



<p style="font-size:15px"><em>In der Frühe des Weihnachtsmorgens gegen halb vier Uhr kamen die Läuterbuben ins Mesmerhaus. Dort hatte ihnen die Mesmermutter den Tisch mit Milchkaffee und Kuchen gedeckt. Er stand neben dem Christbaum, dessen Duft von Tannen und Lichtern noch vom Hl. Abend her in der warmen Stube lag. Seit Wochen, wenn nicht das ganze Jahr, freuten sich die Läuterbuben auf diese Stunde im Mesmerhaus.</em><br>Martin Heidegger: Vom Geheimnis des Glockenturms (1954)</p>



<p style="font-size:15px"><em>Sterne hoch die Kreise schlingen,<br>Aus des Schnees Einsamkeit<br>Steigt&#8217;s wie wunderbares Singen –<br>O du gnadenreiche Zeit!</em><br>Joseph Freiherr von Eichendorff: Weihnachten (1864)</p>



<p style="font-size:15px"><em>jetzt aber frech verhöhnet,</em><br><em>gegrüßet seist du mir!</em><br>Paul Gerhardt: O Haupt voll Blut und Wunden (1656)</p>



<p>Plötzensee, 22. Dezember 1942:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Er sah sich schon am Heiligen Abend im Kreis der Familie, in Weißensee, in der Langhansstraße Hundertdreiundvierzig.</p></blockquote>



<p>Der 22. Dezember 1942 ist ein Dienstag. Wilhelm Röttger muss noch arbeiten, erst morgen wird er „seinen Weihnachtsurlaub antreten“. </p>



<p>Wilhelm Röttger ist Scharfrichter, und an diesem 22. Dezember gilt es, noch einige Todesurteile zu vollstrecken. Elf Angeklagte der sogenannten <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/widerstand-im-zweiten-weltkrieg/rote-kapelle.html" target="_blank">Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe</a> sollen guillotiniert und erhängt werden. Die Frauen werden an diesem späten Nachmittag durch das Fallbeil zu Tode kommen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die acht Männer wußten noch nicht, daß für sie der entehrende Tod durch den Strang bestimmt worden war.</p></blockquote>



<p>Peter Weiss hätte es bei solcherart Andeutungen belassen können, doch er scheut sich nicht davor, den Leser zum Augenzeugen des Geschehens zu machen. </p>



<p>Auf einer Sondermarke der DDR 1982 anlässlich des vierzigsten Jahrestages dieser Hinrichtungen ist Folgendes zu lesen: „Ehrendes Gedenken der Schulze-Boysen/Harnack-Widerstandsorganisation, den Kämpfern gegen Faschismus und Krieg, aus Anlaß des 40. Jahrestages ihrer Ermordung.“ Während das staatliche Erinnern die Ehre der Ermordeten hervorhebt, richtet sich die Aufmerksamkeit des Schriftstellers auf die „tiefste Erniedrigung“ dieser Menschen, er übernimmt dabei die Perspektive des Gefängnisseelsorgers <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.katholisch.de/artikel/34076-seelsorger-im-widerstand-vor-50-jahren-starb-harald-poelchau" target="_blank">Harald Poelchau</a>:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Weil in der Welt, in der auch er ein Gefangener war, alles in Kot, Urin und in dampfenden Lachen von Blut verging, hielt er fest an seinen Handlungen, die irgendwo noch als eine Art Sühne erkannt werden müßten.</p></blockquote>



<p>Fraglos steht der Autor und Mensch Peter Weiss auf der Seite der Widerstandskämpfer, und dennoch kann er seinen Blick nicht abwenden von dem, was mit diesen Männern und Frauen geschieht. Wie lässt sich aus einem solchen Sterben so etwas wie ein höherer, überindividueller Sinn extrahieren?</p>



<p>Heilmann wird als erster gehängt: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Roselieb schob diesem die Hanfschlinge über den Kopf. Der Strick verfing sich an Nase und Lippen. Die Gesellen zogen den Strick herunter und rückten ihn auf dem Hals zurecht. Poelchau betete laut. Während die Gesellen den leichten Körper hochhoben, streckte Röttger über ihm die Hände aus. Roselieb reichte ihm die Schlaufe oben an der Schlinge, die er in den Haken steckte. Die Gesellen ließen den Körper fallen. Sie hängten sich an die um sich stoßenden Beine. Das Knacken der Wirbelknochen war zu vernehmen. Das Gesicht wurde schwärzlich blau. Die Augäpfel traten hervor. Einige Sekunden schlug die Zunge rasend schnell im weit aufgerissenen Mund hin und her. Immer noch betete Poelchau. Konvulsionen durchfuhren den Körper und die Beine des Gehenkten.</p></blockquote>



<p>„Laßt mir doch, laßt mir doch mein Leben, schrie sie“ – doch Libertas, die Frau von Harry Schulze-Boysen, wird in wenigen Augenblicken den Tod erleiden müssen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>und jetzt ging alles so schnell, daß er mit lautem Beten nicht nachkam, der Scharfrichter hatte, mit einem Ruck an der Schnur, den Vorhang in der Mitte aufgerissen, knirschend waren die Hälften auseinandergefahren, die drei Gesellen (&#8230;) waren aus dem Hintergrund hervorgesprungen, hatten sich über die Frau geworfen und sie, deren Beine zappelten, an das aufrecht stehende Brett gedrückt, dieses an seinem Scharnier umgekippt, den obern Teil der hölzernen Halskrause im Gestell niederfallen lassen, und schon sauste von oben, aus einer Verkleidung, das riesige Beil mit der schrägen schneide herab, und trennte vom Körper das Haupt, das, überschüttet von Blut, in den Weidenkorb fiel. In Stößen schoß noch das Blut aus dem Hals, (&#8230;).</p></blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Verweise auf die Bibel</h3>



<p>Besinnlich, friedlich, still und voller Hoffnung soll es sein, das Weihnachtsfest. Doch das Kind in der Krippe wird am Kreuz hängen, einen qualvollen Tod erwartend: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Im Roman von Peter Weiss sind an diesem 22. Dezember 1942 Anfang und Ende, die Geburt des Erlösers wie sein Tod am Kreuz, präsent; allerdings wird die Freude über die Geburt des Gottessohnes zu Weihnachten verdeckt durch die Zeichen, die auf seinen Tod am Karfreitag verweisen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>(&#8230;) und zur Linken die hohe, mit Stacheldraht gekrönte Mauer (&#8230;). </p></blockquote>



<p>Der Vorhang der Hinrichtungsstätte wird „in der Mitte aufgerissen“ und deutet unverkennbar auf den Tod am Kreuz: „Und es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über dem Land bis an die neunte Stunde. Und die Sonne verlor ihren Schein. Und der Vorhang des Tempels zerriss mitten entzwei.“</p>



<p>Der Theologie, der Wissenschaft vom Göttlichen, ist es vorbehalten, den blutigen Tod am Kreuz als Keimzelle einer absoluten Hoffnung zu deuten. Das Ehrenbuch der Opfer von Berlin-Plötzensee knüpft an dieses Deutungsmuster an: „Mit unbeugsamer Entschlossenheit und dem Bewußtsein des kommenden Sieges erfüllten sie ihre Aufgaben im Kampf gegen die faschistischen Schergen (&#8230;)“.</p>



<p>Mit dem Tempelvorhang aber hat es eine ganz eigene Bewandtnis. Im Tempel trennt ein Vorhang das Allerheiligste vom Rest des Tempels und damit von den Menschen, die durch ihre Sünden von Gott getrennt sind. Nur der Hohepriester darf einmal im Jahr hinter den Vorhang gehen, um für das Volk Israel Buße zu tun. Nach christlicher Deutung symbolisiert der zerreißende Vorhang, dass das vergossene Blut Christi den gläubigen Menschen von seinen Sünden erlöst und ihm das ewige Leben geschenkt hat.</p>



<p>Wenn Paul Gerhardt das „Haupt voll Blut und Wunden“ beschwört, rücken zunächst allein die Zeichen unsäglichen Leides in den Blick:</p>



<p><em>O Haupt voll Blut und Wunden,<br>voll Schmerz und voller Hohn,<br>o Haupt, zum Spott gebunden<br>mit einer Dornenkron,<br>o Haupt, sonst schön gezieret<br>mit höchster Ehr und Zier,<br>jetzt aber hoch schimpfieret:<br>gegrüßet seist du mir!</em></p>



<p>Als Kirchenlied, von Johann Sebastian Bach für die Matthäus-Passion vertont und gesungen in der Karwoche, verdeckt die Vertrautheit mit Text und Lied die ganze Brutalität des geschilderten Geschehens.</p>



<p>Anders bei Peter Weiss in seiner Schilderung der Ereignisse an diesem Dienstag im Jahr 1942, zwei Tage vor Weihnachten: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>(&#8230;) Kuckhoff an den Füßen aufgehängt, mit einem Sack über dem Kopf, Coppi nackt, die Haut blau und zerplatzt, in der Lache des Wassers, mit dem man ihn übergossen hatte, um ihn aus der Ohnmacht zu holen, und Heilmann, abgemagert zum Skelett, doch aufrecht gehalten vom Triumph, daß es der Folter nicht gelungen war, Bekenntnisse aus ihm herauszupressen.</p></blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Frevel an Weihnachten</h3>



<p>Unübersehbar verweisen im Romantext eine Fülle von Zeichen, beispielhaft der mehrfach geschilderte aufreißende Vorhang der Hinrichtungsstätte, aber auch das „kreuzförmige Haus Drei“, oder das bereits erwähnte „Haupt, (&#8230;) überschüttet von Blut“ und die auf das dornengekrönte Haupt Christi verweisende „hohe, mit Stacheldraht gekrönte Mauer“, auf die Texte des Neuen Testamentes und damit einhergehend auf deren Bestreben, den Tod am Kreuz zum absoluten Zeichen größter Hoffnung zu verwandeln. Bestehen allerdings bleibt die Spannung zwischen der Brutalität der Hinrichtungen – vor annähernd 2000 Jahren wie im Jahr 1942 – und dem Versuch, eben diesen an Menschen verübten unsäglichen Qualen einen fraglosen und unhinterfragbaren Sinn zu geben.</p>



<p>Dass die von Weiss geschilderten Hinrichtungen zwei Tage vor dem Weihnachtsfest 1942 stattfanden, mag Zufall sein, das Urteil war am 19. Dezember gesprochen worden; dennoch steigert das weihnachtlich-hoffnungsvolle Bild, wie es etwa in „der warmen Stube“ aus Heideggers Erzählung erscheint, noch zusätzlich die Freveltaten derer, die sich gegen eine höhere moralische Ordnung, wie sie sich dem Gläubigen im Göttlichen zeigt, meinen straflos erheben zu können. Es herrscht ein Regime, das selbst in dieser gnadenreichen Zeit seinem rasenden Vernichtungswillen keinerlei Einhalt gebietet.</p>



<p>Zu Stein verwandelt wird, so heißt es in der griechischen Mythologie, wer das grässliche Haupt der Medusa anschaut. Allein indirekt wie Perseus, der seiner nur im Spiegel des Kampfschildes ansichtig wird, lässt sich der Anblick ertragen. Dies gilt, bei aller Drastik der Darstellung, wohl auch für die Kunst, die uns lediglich Visionen eines Geschehens liefert, dessen Augenzeugen wir auch bei der Lektüre eines Textes oder beim Anblick eines Bildes nicht werden. Dennoch führen die Schilderungen von Peter Weiss uns an den Rand des Erträglichen, gerade indem sie das Unerträgliche untrennbar verzahnen mit den Zeichen der Hoffnung und mit dem Versuch einer Sinngebung eben dieser geschilderten Gräuel.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwischen Hoffnung und Verzweiflung</h3>



<p>Die <em>Ästhetische Theorie</em> Theodor W. Adornos kreist um die Frage nach dem Wesen von Kunst allgemein, insbesondere aber nach deren Stellenwert nach Auschwitz. Sein Denken oszilliert haltlos zwischen einem Rest Hoffnung und drohender absoluter Verzweiflung. In den <em>Meditationen zur Metaphysik</em>, dem letzten Teil seines Buches <em>Negative Dialektik</em>, heißt es über die Kultur, deren Teil jegliche Kunst ja zweifelsohne ist: „Alle Kultur nach Auschwitz, samt der dringlichen Kritik daran, ist Müll.“</p>



<p>In  <em>Ästhetische Theorie</em> hingegen beschwört er geradezu einen Rest Hoffnung, der aus dem „Rätselcharakter“ aller Kunst spreche. Diese Hoffnung besteht in einer Verheißung, die vermeintlich der Kunst eigen ist, doch dass dem so sei, kann nicht sicher gesagt werden: „Ob die Verheißung Täuschung ist, das ist das Rätsel.“</p>



<p>Im Rückgriff auf das Karfreitagsgeschehen beschwört Peter Weiss die Hoffnung, dass dieses gewaltsame Sterben einen Sinn haben könnte. Weil er aber gleichzeitig nicht davor zurückschreckt, dieses Sterben ohne Rücksicht auf die Würde der Getöteten in den Blick zu nehmen, muss die Frage offen bleiben, ob für diese Hoffnung noch Hoffnung besteht.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Hermann Kießling, <a href="https://www.gedenkstaette-ploetzensee.de/hinrichtungen-in-ploetzensee" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hinrichtungszelle in Plötzensee</a><br>(Gedenkstätte Deutscher Widerstand)</h6>



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		<title>Visionen des Entsetzens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karl-Josef Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Nov 2022 09:09:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine-Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn das Gute nicht mehr selbstverständlich ist? Zur Aktualität von Vladimir Nabokov in Zeiten des Krieges anhand dreier Werke: "Tyrannenvernichtung", "Einladung zur Enthauptung" und "Das Bastardzeichen"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-left"><em>Wer spricht hier, spricht und schweigt?<br>Wer schweigt, wird angezeigt.<br>Wer hier spricht, hat verschwiegen,<br>wo seine Gründe liegen.</em><br>(aus Günther Grass: &#8222;Kinderlied&#8220;)</p>



<p class="has-drop-cap">Der Schriftsteller Vladimir Nabokov war, im Gegensatz zu seinem Vater W. D. Nabokow, ein eher unpolitischer Mensch. Den Stolz des Vaters auf den Sohn konnte dies ebenso wenig schmälern wie die liebevolle Bewunderung des Sohnes für den Vater.</p>



<p>Verbunden sind Vater und Sohn aber noch auf andere Weise. Denn W. D. Nabokows politische Ideale lassen sich, im übertragenen Sinne, auf einen Nenner bringen: Alles, was die Persönlichkeit des Sohn kennzeichnet, muss geschützt werden, insbesondere dessen Beharren darauf, ein unverbesserlicher Einzelner und Individualist sein zu wollen: ein Sammler von Schmetterlingen, ein Fußball-Torwart, ein Boxer, ein Schachspieler, ein manischer Leser – und schließlich ein Schriftsteller von Weltrang.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Für eine freiheitliche russische Gesellschaft</h3>



<p>Dies bedenkend, war Wladimir Dmitrijewitsch Nabokow weniger Politiker als vielmehr Humanist im besten Sinne. Um eine wahrhaft menschliche und liberale Gesellschaft zu entwickeln, muss der Schutz des Einzelnen, und seien seine Vorlieben und sein Charakter noch so abwegig, an erster Stelle stehen.</p>



<p>Nabokow plädierte dafür, die Todesstrafe abzuschaffen, er wendete sich entschieden gegen den in Russland grassierenden Antisemitismus, und – auch dies zu seiner Zeit nicht selbstverständlich – er setzte sich ein für die Rechte homosexueller Menschen. Sein Engagement galt einer zukünftigen freiheitlichen russischen Gesellschaft, in welcher der Einzelne nicht gezwungen wäre, sich dem Kollektiv zu beugen.</p>



<p>Geradezu zeichenhaft erscheint angesichts dessen sein gewaltsamer Tod durch rechtsextremistisch-zaristische Attentäter. Der Anschlag galt nicht ihm, sondern dem Politiker Pawel Miljukow. Nabokow hatte einen der Attentäter zu Boden geschlagen und festgehalten, woraufhin ein zweiter Bewaffneter drei Schüsse auf ihn abfeuerte, die unmittelbar zu seinem Tod führten.</p>



<p>Geflohen vor dem linken bolschewistischen Terror, wurde Vladimir Nabokovs Vater Opfer des Rechtsextremismus. In der gnadenlosen Verfolgung liberalen Gedankengutes waren sich die Antipoden von links und rechts einig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hitler, Lenin, Stalin</h3>



<p>Auch in den drei hier betrachteten Texten von Vladimir Nabokov <em>Einladung zur Enthauptung</em> (1935 / 36), <em>Tyrannenvernichtung</em> (1938) und <em>Das Bastardzeichen</em> (1947) bleibt offen, welcher Ideologie die dort skizzierten Regime zuzuordnen sind.</p>



<p>Beginnen wir mit den einleitenden Sätzen aus der Erzählung <em>Tyrannenvernichtung</em>:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Je mehr seine Macht und sein Ruhm anwuchsen, desto höher war auch die Strafe, die ich ihm in meiner Vorstellung zudachte. Ganz zu Anfang hätte ich mich noch mit einer Wahlniederlage begnügt, einer Abkühlung der allgemeinen Begeisterung. Später hielt ich schon seine Inhaftierung für nötig; noch später seine Verbannung auf irgendeine entlegene flache Insel mit einer einzigen Palme, die einen wie ein schwarzer Asterisk auf den Grund einer ewigen Hölle aus Einsamkeit, Schande und Ohnmacht verwiese. Heute schließlich wäre ich mit nichts mehr zufrieden als mit seinem Tod.</p></blockquote>



<p>Die folgenden vierzig Seiten der Erzählung begründen aus der Sicht des Ich-Erzählers, wie es zu dieser Steigerung kommen konnte. Rückblickend deutet Nabokov den Text 1975 als Portrait dreier Diktatoren: „Hitler, Lenin und Stalin streiten sich in dieser Erzählung um den Thron meines Tyrannen – und treffen sich 1947 mit einer fünften Kröte in <em>Das Bastardzeichen</em> wieder.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mittelmäßigkeit und Brutalität</h3>



<p>Jeder Mensch enthält das Böse, verglichen mit der Chemie der Säuren, als eine ‚schwache Lösung‘, doch der, dessen Tod der Erzähler wünscht wie nichts anderes auf der Welt, verkörpert „die hochkonzentrierte, unverdünnte Bosheit in einem riesigen Gefäß, voll bis zum Hals und versiegelt“.</p>



<p>Zweierlei kennzeichnet diesen Tyrannen: unüberbietbare Mittelmäßigkeit und grenzenlose Brutalität. Der Erzähler kennt ihn persönlich, er war ein Freund von dessen früh verstorbenem Bruder. Das Genie dieses Führers besteht nun darin, </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>daß er, so wie er mir in Erinnerung war, überall hindrang, mit seiner Gegenwart die Denkweise und den Alltag von jedermann ansteckte, so daß seine Mittelmäßigkeit, sein Stumpfsinn, seine grauen Gewohnheiten nachgerade das Leben meines Landes ausmachten.</p></blockquote>



<p>Die Folterkammer ist selbstredend fester Bestandteil dieses Staatsgebäudes; allerdings bezweifelt der Erzähler das Gerücht, der Tyrann selber besuche diese gelegentlich, denn </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>weder trägt der Postminister selber Briefe aus, noch ist der Marineminister notwendig ein Schwimmchampion.</p></blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Das abgrundtief Böse</h3>



<p>Mehrfach beharrt der Erzähler darauf, kein politisch engagierter Mensch zu sein. So kann er sich überhaupt nicht vorstellen, </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>daß ich mich an einer Verschwörung beteilige oder einfach unter politisch erregten, angespannt ernsten Leuten in einer verräucherten Stube sitze und mit ihnen erörtere, welche Strategien des Kampfes die jüngsten Entwicklungen erforderlich machen.</p></blockquote>



<p>An die Stelle des politischen Engagements tritt die Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Das Gute erscheint dem Erzähler lange Zeit als das Selbstverständliche im Vergleich zum Bösen, doch geht diese Unterscheidung mehr und mehr verloren. </p>



<p>In seinem Gedicht „An die Nachgeborenen“ bittet Bertolt Brecht um Verständnis für diejenigen, die, um das Gute zu erreichen, zunächst mit heiserer Stimme sprechen müssen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Dabei wissen wir doch:<br>Auch der Haß gegen die Niedrigkeit<br>Verzerrt die Züge.<br>Auch der Zorn über das Unrecht<br>Macht die Stimme heiser. Ach, wir<br>Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit<br>Konnten selbst nicht freundlich sein.</p></blockquote>



<p>Nabokovs Erzähler hingegen kann in der Stimme des Diktators allein das Organ des abgrundtief Bösen erkennen. Die heisere Stimme bei Brecht hat sich verwandelt in „bestialisches Gebrüll (…), das von donnernden Radios verbreitet wird.“</p>



<p>Auch Nabokovs Erzähler wendet sich an die Nachgeborenen. Doch während diese bei Brecht in einer Welt leben, in der „es so weit sein wird / Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist“, verfolgt Nabokovs zorniger Erzähler ein ganz anderes Ziel, hofft er doch, seine „beiläufige Arbeit“ könne „durch die Zeiten“ fortleben, um sich schließlich „als eine Art Geheimmittel gegen künftige Tyrannen“ und „gegen die schwachköpfigen Peiniger der Menschen“ zu erweisen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein unpolitischer Mensch</h3>



<p>Der Roman <em>Das Bastardzeichen</em> greift einige Motive der <em>Tyrannenvernichtung</em> auf und variiert sie. Im Mittelpunkt steht ein Philosoph mit weltweit hohem Ansehen. Der Tod seiner Ehefrau bildet die Ouvertüre eines Dramas, an dessen Ende der gewaltsame Tod seines achtjährigen Sohnes steht.</p>



<p>Wie der Erzähler der <em>Tyrannenvernichtung</em> ist Adam Krug ein unpolitischer Mensch. Schon als Schüler weigert er sich, irgendeiner Vereinigung beizutreten. Diese Haltung provoziert den Schulleiter – „ein Liberaler mit robustem Linksdrall“ –, und zwar „nicht weil er wünschte, daß dieser irgendeiner bestimmten Gruppe (einer linksgerichteten beispielsweise) beiträte, sondern weil der Junge überhaupt keiner Gruppe beitreten wollte“. Die Haltung des Schülers findet sich schließlich auch im Werk des Philosophen Krug, das sich politisch nicht vereinnahmen lässt.</p>



<p>Zeit und Ort des Romangeschehens lassen sich mehr erahnen als genau benennen, doch gereicht dies dem Werk keineswegs zum Nachteil. Nabokov selbst bezeichnet die Figuren des geschilderten Polizeistaates denn auch als „absurde Luftspiegelungen“ und „Illusionen, die Krug während seines kurzen Daseins bedrücken“.</p>



<p>Offensichtlich hat Paduk, „der nichtswürdige Diktator und Krugs früherer Schulkamerad“ (so Nabokov im Vorwort zum Roman) gerade erst die Macht übernommen. Um das Ansehen des autoritären Staates mit der Hauptstadt Padugrad im Ausland zu steigern, soll Krug die Leitung der Universität übernehmen. Schon vorher hatten die Professoren der Hochschule ihn gebeten, ein Dokument zu unterzeichnen, mit dem er, wie bereits all seine anderen Kollegen, dem neuen Staatswesen seine Loyalität aussprechen würde.</p>



<p>Krug bleibt seiner Haltung treu in dem Glauben, der Diktator habe letztlich keine Handhabe gegen ihn, den weltweit angesehenen Intellektuellen. Doch Paduk, Gründer einer „Partei des Durchschnittsmenschen“, schreckt vor keinerlei Brutalität zurück, er ist bereit, das Undenkbare Wahrheit werden zu lassen. Um den Philosophen in einen willfährigen Handlanger der Staatsinteressen zu verwandeln, lässt er dessen Sohn entführen und, vermeintlich aus Versehen, ermorden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Böse als das neue Normale</h3>



<p>Wenn wir den Inhalt der Nabokovschen Texte skizzieren, um deren Aktualität begreiflich werden zu lassen, birgt dies die Gefahr, das Zentrum dieser Dichtung zu verfehlen. Denn Nabokov erzählt keine Geschichten, in die der Leser eintritt, um dort eine Abfolge von Ereignissen mitzuerleben. Immer wieder stellt der Dichter den fiktionalen Charakter seiner Texte heraus, um so den Eindruck realistischen Erzählens zu hinterfragen.</p>



<p>Gleichzeitig wäre es unzutreffend, seine Schreibweise surreal zu nennen. Ist in <em>Bastardzeichen</em> von der Hauptstadt Padugrad die Rede, so liegt die Anspielung auf Leningrad und Stalingrad auf der Hand.</p>



<p>Warum aber changiert Nabokov zwischen realistisch wirkenden Textpassagen und surreal anmutenden Inhalten?</p>



<p>In <em>Tyrannenvernichtung</em> unterstreicht der Erzähler, wie verschieden er auf das Gute und das Böse reagiert. Eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen, und doch führt diese Unterscheidung ins Zentrum der hier verhandelten Texte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Seit meiner Jugend (…) erschien mir das Böse in den Menschen als besonders widerwärtig, als bis zum Ersticken unerträglich, als etwas, das auf der Stelle der Lächerlichkeit preisgegeben und vernichtet werden muß, während ich auf der anderen Seite das Gute in den Menschen kaum je bemerkt habe, so sehr kam es mir immer als die normale, unerläßliche Verfassung vor, etwas Selbstverständliches und Unabdingbares, so wie beispielsweise die Fähigkeit des Atmens bedingt ist durch den Umstand, daß man lebt.</p></blockquote>



<p>Der Erzähler definiert das Gute nicht als bewusste gute Tat, die sich von unserem alltäglichen Verhalten abhebt und so in den Fokus der Aufmerksamkeit gerät. Das Gute bildet vielmehr die unabdingbare Basis des Zusammenlebens, daher der Vergleich mit dem Atmen. Das Böse hingegen ist skandalös, es gefährdet die Grundlagen des Lebens.</p>



<p>Beide Texte führen vor Augen, was es bedeutet, wenn genau diese so entscheidende Abgrenzung zwischen dem Guten und Bösen abhandenkommt. Geschildert werden Gesellschaften, in denen das Böse nicht mehr als Skandal begriffen wird, sondern als das neue Normale und damit quasi als das neue Gute. Um es mit den drei Hexen aus Shakespeares <em>Macbeth</em> zu sagen: „fair is foul and foul is fair“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine amoralische Gesellschaft</h3>



<p>In <em>Tyrannenvernichtung</em> wie auch in <em>Das Bastardzeichen</em> steht die Figur eines Diktators im Mittelpunkt; in <em>Einladung zur Enthauptung</em> tritt an seine Stelle nun eine Gesellschaft, welche die in ihr herrschenden amoralischen Grundsätze absolut verinnerlicht hat. Ihr gegenüber steht ein Einzelner und Einziger, dessen Schuld allein darin besteht, für seine Mitmenschen kein offenes Buch zu sein. Bereits als Kind begreift Cincinnatus, so sein Name, „seine Gefährdung“, und weil er sie begreift, gelingt es ihm, „eine gewisse Eigenheit zu verbergen&#8220;. Doch immer wieder gelangt diese Mimikry an ihre Grenzen, so etwa bei seinen Altersgenossen, die plötzlich und unvermittelt spüren, „daß sein klarer Blick und das Himmelblau seiner Schläfen nur eine listige Täuschung darstellten und daß Cincinnatus in Wahrheit opak war“. Hinter diesem Blick sucht sich ein Mensch zu verbergen, der nicht anders kann, denn sich als Individuum und unverwechselbarer Einzelner zu begreifen.</p>



<p>Wollte man den Kern der Nabokovschen Erzählungen auf den Begriff bringen, so ist er in einem einzigen russischen Wort enthalten: poschlost. Unter dem Titel „Bitte sich merken: Poschlost“ umreißt Max Dohner in der Aargauer Zeitung vom 29. Mai 2019 das Bedeutungsfeld des Begriffs: „Poschlost ist kaum zu übersetzen. Pfeile seines Kraftfeldes zielen in Richtung Geschmacklosigkeit, Gemeinheit, Kitsch, aber auch zu Niedertracht und Aggression.“ In den Anmerkungen zu <em>Einladung zur Enthauptung</em> zitiert Dieter E. Zimmer Nabokovs Definition des Wortes poschlost. So heißt es, „sensible und freigeistige Russen“ seien sich schon immer „der schleimig-flüchtigen und klebrigen Berührung der <em>poschlost</em> höchst bewußt.“ Und weiter heißt es, „zu Kriegs- und Revolutionszeiten“ öffne sich „weltweit ein Abgrund an <em>poschlost</em>“.</p>



<p>Wenige Tage vor dem Überfall auf die Ukraine am 24. Februar dieses Jahres zitiert der russische Diktator einen „derben Vers aus der Gossenpoesie“, wie Kerstin Holm in der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/putin-zitiert-obszoene-folklore-und-droht-der-ukraine-17795210.html" target="_blank">Frankfurter Allgemeinen Zeitung</a> vom 11. Februar unmissverständlich feststellt: „Ob es dir gefällt oder nicht, meine Schöne, du musst es erdulden.“ Dazu Kerstin Holm: „Offensichtlich hat Putin die Wendung aus der obszönen russischen Folklore genommen, die Sexualakte gern als fröhliche Vergewaltigung schildert.“ Würde es angesichts der bislang neun blutigen Kriegsmonate nicht zynisch klingen, müsste man im Blick auf das Zitat von einem geradezu schulbuchmäßigen Beispiel für poschlost sprechen.</p>



<p>Eines der obersten Ziele einer jeden Diktatur muss sein, die Würde des Menschen zu zerstören. Indem der russische Tyrann die Ukraine, der er und seine Kumpane das Existenzrecht absprechen, zum Sexualobjekt degradiert, verbindet er die Gewalt gegen das Individuum mit der Gewalt gegen einen Staat, der auf seiner Unversehrtheit besteht.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: misu (Adobe Stock)<br>Kirche und ausgebranntes Auto am Stadtrand von Irpin</a>



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